AmigaOS - Kurze Geschichte

Über die Jahre hinweg ein treuer Begleiter

INFO


Betriebsysteme gibt es viele, den meisten sind aber höchstens nur zwei oder im besten Falle nur 3 bekannt. Dazu zählt natürlich Windows, wohl das bekannteste Betriebsystem der Welt und MacOS. Kenner haben schon mal was von AmigaOS gehört und Profis sind Namen wie Unix oder Linux bekannt.

Damals als ich meinen ersten Amiga gekauft habe war das Betriebsystem eigentlich nichts besonderes. Zumindest käme damals keiner auf die Idee einen Computer zu verkaufen mit dem Argument das darauf dieses oder jenes Betriebsystem läuft. Der Industrie war es natürlich bewußt wie wichtig ein Betriebsystem für einen Rechner ist. Damals interessierte es aber keinen wie einfach das Betriebsystem zu benutzen ist. Computer waren früher nur für Profis gedacht. Dem Anwender stand meistens nichts anderes als Dos zur Verfügung und die wenigsten verstanden was davon.

Im laufe der Jahre hat sich das drastisch geändert und wenn ich mich nicht irre dann hatte die Firma Xerox die Idee für ein Betriebssystem mit grafischer Oberfläche.

Der Amiga verfügte schon von Anfang an über ein Betriebsystem welches sehr einfach zu bedienen war. Anfangs beim Amiga1000 mußte der Anwender vor jedem Start die sogenannte Kickstart1.1 Diskette in den Rechner schieben. Darauf befanden sich wichtige System-Daten die später in ein Eprom gebrannt wurden (Mit Version 1.2). Anfangs verzichtete man darauf weil die Software sehr viele Fehler hatte. Mit Kickstart1.3 wurde dann endlich die Festplatten Unterstützung deutlich verbessert. Danach kam mit dem Amiga3000 Kickstart2.0. Mit dem Amiga1200 und Amiga4000 kam Kickstart3.0. Zu jeder Kickstart Version kaum auch eine neue Workbench dazu.

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Leider kam mein Interesse für den Amiga erst als der Amiga500 erschienen ist. Das lag wohl womöglich daran das der erste Amiga1000 so um die 6000DM gekostet hat. Anfangs nannte man das AmigaOS einfach Amiga Workbench VersionX.XX. Der Name AmigaOS kam erst später und wenn ich mich recht erinnere mit EsCOM. Hier wollte man wohl den Namen ähnlich gestalten wie bei MacOS, BeOS oder OS2. Mit meinem Amiga500 bekam ich die Workbench in der Version 1.3.3. Das Betriebsystem kam auf zwei Disketten. Das wichtigste befand sich auf der Workbench Diskette und spezielle Tools auf der Extras Diskette. Aus irgendeinem Grund wurde diese Version ohne AmigaBasic ausgeliefert. Mit dem Betriebsystem bekam ich aber gleichzeitig drei Bücher. Das Amiga500 Benutzerhandbuch, AmigaDos1.3 und AmigaBasic. Leider konnte ich mit dem Basic Buch anfangs wenig anfangen weil ja Basic selbst nicht dabei war.

Ehrlich gesagt habe ich Anfangs nicht gerade viel mit dem Betriebsystem gemacht. Für micht war das nichts weiter als eine Sammlung von irgendwelchen Programmen von denen nur einige mir interessant erschienen. Die meiste Zeit habe ich mit NotePad gespielt. Es war ein Editor bei dem man verschiedene Schriften im Text verwenden konnte und befand sich in dem Utilities Ordner. Später habe ich den Amiga sprechen lassen und zwar mit dem Programm Say. Sehr schön war auch die Uhr oder der Calculator. Ich bin mir sicher das ich nicht als Einziger so meine ersten Erfahrungen gemacht habe. Den Amiga kaufte man sich ja auch wegen der Spiele. Die Software sollte erst später kommen. Mit einem Computer-Kurs kam dann auch endlich das Interesse für AmigaDos. Der Workbench 1.3 lag auch schon die bekannte Shell bei. Die Workbench sah damals noch wirklich schrecklich aus. Ändern konnte man das mit einigen Programmen die dann alles in Regenbogen Farben erscheinen ließen. Wirklich spektakulär war das aber nicht. Das System damals hatte aber einen Schönheitsfehler das erst in der Version3.0 behoben wurde. Es handelt sich dabei um die Pen-Sharing Erweiterung. So könnten endlich mehrere Programme das gleiche Farbregister benutzen. Bei der Workbench1.3 wurden die Farben oft durch starten anderer Programme verfälscht. Mit der Version3.0 können wir z.B. Bilder auf der Workbench anzeigen lassen und die Farben der Workbench werden trotzdem nicht geändert. Das Bild wird einfach an die Workbench Palette-angepaßt. Die Bücher die man mit der Workbench1.3 Version bekam waren sehr ausführlich und noch in Farbe. Daraus erfuhr man alles wissenswerte über das Betriebssystem und den Computer.

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Die nächste Version mit der ich die Bekanntschaft machte war die Version 2.05. Das Betriebssystem befand sich diesmal auf 3 Disketten. Auf der Workbench-Disk befand sich wie immer alles wichtige, auf der Extras-Disk die Tools und auf der Fonts-Disk die Schriften. Mit der Version 2.0 wurde vieles geändert. Zuerst muß wohl jedem das Aussehen aufgefallen sein. Die Workbench trug nicht mehr die häßlichen Blauen-Farben sondern einige Grau-Töne und bekam ein plastisches Äußere. Alle Icons und Fenster hatten ein drei dimensionales Aussehen. Natürlich hat sich nicht nur das Aussehen geändert. So kam mit der Version 2.0 die Compugraphic-Font Unterstützung und Arexx. Natürlich wurden auch sehr viele Befehle, Tools und Prefs-Programme überarbeitet. Das große Einstellungsfenster bekannt von der Version 1.3 ist mit der Version 2.0 verschwunden. Ersetzt wurde es durch eine Reihe von einzelnen Programmen wie Input, Palette, Fonts, ScreenMode, Printer, Serial, WBPattern und andere ersetzt. Das Palette Programm war hier allerdings noch sehr einfach. Das Locale Voreinstellungsproogramm fehlte hier noch ganz wie die locale.library. Das kam dann erst wenn ich mich nicht irre mit der Version 2.1. Mit dieser bin ich aber nicht direkt in Berührung gekommen.

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Die nächste Version der ich begegnet bin war schon die Version3.1. Das sollte auch schon die Version sein mit der ich mehrere Jahre ohne irgendwelcher Updates verbringen sollte. Das Betriebsystem kam hier auf 6 Disketten. Wie immer die Workbench-Disk, Extras, Fonts, Install, Storage und Locale. Ganz schön und neu war das Install Programm. Damit konnte man endlich jede Software problemlos auf Festplatte installieren. Über den Locale Voreinsteller konnte ich der Workbench endlich beibringen Deutsch zu sprechen. Mit dem Programm Sound konnte man endlich speziellen Aktionen eigene Geräusche zuweisen. Auch neu waren die Datatypes. Eine der genialsten Erfindungen wie ich meine. Damit konnte man ab sofort mit nur einem Programme alles mögliche anzeigen lassen wofür es einen Datatype gab. Mit der Version 3.1 konnte man endlich auch Formate anderer Betriebssysteme lesen. CD-Rom Unterstützung kam auch mit, leider gab es damit oft viele Probleme. Manche CD-Roms wollte das Betriebssystem garnicht erkennen.

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So war das also mit dem AmigaOS. Natürlich habe ich hier alles sehr oberflächlich betrachtet. Mit jeder Version wurden natürlich auch viele interne Sachen verändert die man als Anwender so garnicht merken kann. Das AmigaOS sieht so vielleicht nicht so komplex aus wie Windows aber der Schein trügt. Die Librarys sind mit jeder Version gewachsen und boten immer mehr neue Funktionen. Auch bei den Devices hat sich sehr oft was getan und natürlich die Grafikfähigkeiten wurden ständig an alle neuen Modelle angepaßt. Wahrscheinlich waren auch das sehr oft die Gründe wieso man überhaupt eine neue Version der Workbench herausgebracht hat. Wenn man die Version3.1 mit der Version1.3 vergleicht dann wird man nicht gerade zu viele Unterschiede entdecken. Hier hat Commodore sehr oft geschlafen. Das wird sich jetzt endlich mit der Version3.5 hoffentlich ändern. Es ist einfach das worauf wir schon soooooooo laaaaaange warten.


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