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Vor kurzem kam endlich wieder eine neue Version des Editors
GoldED. Da ist ein Interview mit dem Programmierer jetzt
genau das Richtige
- FT:
GoldED gibt es nun schon sehr lange. Die Kontinuität der
Entwicklung dieser Software ist eher eine Ausnahme im
Amigabereich, wo die Entwicklung der meisten Software
nach der V2 aufgrund schlechter Verkäufe eingestellt wird.
Wie kamst Du auf die Idee, GoldED zu entwickeln und was
treibt Dich heute noch an weiterzumachen?
- GoldED ist als Tabellenkalkulation enstanden. Ich wollte ein
Excel-ähnliches Programm schreiben. Davon ist nur ein rudimentärer Ansatz
enstanden: die Menüs, ein paar Konfigurationsrequester und eine primitive
Urfassung von GoldED. Die habe ich ausgegliedert und weiterentwickelt.
Der Kern des Editors ist in etwa drei Wochen enstanden. Er basierte auf
den Teilen von DME, die ich verstanden habe. Aus dieser Phase datieren
viele konzeptionelle Schwächen von GoldED, da ich weitgehend das Design
von DME übernommen habe: das zeilenorientierte Markieren unter DME, kein
Undo, etc. Einziger Lichtblick dieser Version war die Unterstützung von
Textfalten, geerbt vom GFA-Basic-Editor.
- FT:GoldED ist ein Shareware Programm. Wird dies so bleiben, oder
wird es mit der neuen Version kommerziell werden? Bist Du mit
der Anzahl der Registrierungen zufrieden?
- Die neue Version gibt es nur auf CD-ROM bzw. CD-R. Einen Vertrieb dafür
habe ich noch nicht gefunden. Eine Testversion, die Shareware-typisch
über Keyfile freigeschaltet wird, ist bei der neuen Gesamtgröße von
deutlich über 25 MB nicht möglich. Ich hätte aber auch keine Testversion
angeboten, wenn das praktikabel gewesen wäre: Das Problem damit ist, daß
eine Testversion jederzeit mit einem "Keyfilemaker" in eine Vollversion
umgewandelt werden kann. Die Anzahl der Registrierungen im letzten Jahr
ist (vorsichtig ausgedrückt) unbefriedigend.
- FT:Es sind eine Vielzahl von Erweiterungen für GoldED verfügbar,
z.B. WWW-Publishing, eine Erstellungsumgebung für Guides und
Entwicklungsumgebungen für alle gängigen Programmiersprachen.
werden diese auch alle mit der V5 zusammenarbeiten?
- Nein. Konfigurationsdateien (Menüs, Tastatur usw.) können probemlos
übernommen werden, da GoldED 5 in diesem Punkt abwärtskompatibel zu
Version 4 ist. GoldED 5 unterscheidet sich aber in vielen Details von der
Vorgängerversion: Insbesondere Konfiguration und Installation fallen
deutlich komfortabler aus. Beispielsweise kann man einzelne Add-Ons
(Rechtschreibprüfung, HTML-Erweiterung, usw.) über das Setup-Programm
jederzeit nachinstallieren oder auch entfernen. Dafür ist eine
Installationsstrategie erforderlich, die die alten Add-Ons natürlich
nicht kennen. Ein anderes Hindernis ist die modulare Konfiguration von
GoldED 5: unter GoldED 5 ist es möglich, für die Bearbeitung von - nur
ein Beispiel - Programmtexten ein Menü zu definieren, das auf dem
Standardmenu basiert und Änderungen an diesem Menu dynamisch übernimmt.
Dadurch wird die Wartung der Dateitypen drastisch vereinfacht. GoldED 4
kannte diesen Mechanismus nicht, Add-Ons für GoldED 4 hätten deshalb
Probleme, diese Konfiguration zu verstehen. Natürlich werden alle
bekannten Erweiterungen auf der GoldED 5 CD in neuer Form mitgeliefert.
Es sind auch einige Erweiterungen hinzugekommen: beispielsweise eine
Integration mit SAS/C oder ein Thesaurus.
- FT:Welche neuen Features wird die V5 bieten?
- Zu viele, um sie hier aufzuzählen. Eine drei Seiten lange Liste findet
man auf der Support-Seite im Internet. Da die Software auf CD-ROM
inklusive aller Add-Ons ausgeliefert wird, kommen zu den Änderungen am
Editor auch noch zahlreiche Änderungen bei den Add-Ons (die auf der
Webseite gar nicht erst aufgezählt werden). Bei GoldD selbst wird auf den
ersten Blick die neue Oberfläche auffallen, die sich stark an Windows 98
orientiert und viel Komfort bietet. GoldED 5 ist speziell für User mit
Grafikkarten enstanden: nach dem Kauf einer Picasso96 hatte ich auf
meinem Rechner eine brauchbare Auflösung und sechzehn Millionen Farben,
aber keine Programme, die mehr als vier Farben benutzt haben. GoldED 5
habe ich deshalb für die User geschrieben, die viel Geld in ihre Hardware
investiert haben, einen schnelle Rechner, eine teure Grafikarte und viel
Speicher besitzen, die aber kaum adäquate Software dafür finden: Was
macht man mit 32 MB Speicher und True Color, wenn keine Anwendung mehr
als 250 KB und blau-grau-schwarz-weiß haben will ? Auf die Änderungen bei
den inneren Werten möchte ich hier nicht weiter eingehen, da jeder andere
Prioritäten setzt. Meiner Meinung nach ist die modulare
Dateitypbehandlung am erwähnenswertesten, aber es wird aber sicher User
geben, denen das verbesserte Tab-Handling wichtiger ist.
- FT:Gibt es schon eine preisliche Vorstellung für V5? Wieviel
wird ein Neukauf kosten, und wieviel ein Upgrade von einer
früheren Version?
- Die unverbindliche Preisempfehlung für die CD-ROM beträgt 89.90 DM plus
Porto und Versand. Bei Updates wird der Kaufpreis der Vorversion pauschal
mit 40 DM angerechnet. Die tatsächlichen Preise bitte beim Händler
erfragen.
- FT:Wann kann man mit einer Veröffentlichung rechnen?
- Nächste Woche. Das Programm ist fertig.
- FT:Wie ist Deine Meinung zu der AOS4.0 Entwicklermaschine? Ist
dies eine interessante Perspektive für Dich?
- Habe ich noch nichts von gehört. GoldED 5 ist auf einem Windows95-PC
(K6-266) unter UAE entstanden und nur kurz auf meinem A3000 getestet
worden. Abgesehen von einem PentiumII-450 habe ich zur Zeit keine
Hardware-Wünsche.
- FT:
Wie ist Deine Meinung zu den Plänen von Amiga Inc.? Inwiefern
beeinflussen ihre Pläne Deine Pläne in Bezug auf zukünftige
Entwicklungen für den Amiga?
-
Ich kenne die Pläne nicht. Gibt es Pläne ? Meine Pläne konzentrieren sich
auf die Win32-Programmierung und die Intel-Plattform. GoldED für AmigaOS
3 wird auf der Basis von UAE weiter entwickelt, solange es Nachfrage gibt.
(Das Interview führte Mat Colton)
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