Prelude1200Nie wieder 8 Bit Sound |
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Soundkarten für den Amiga waren vor einigen Monaten noch relativ selten. Sicherlich kennen noch viele die berühmte Tocatta die Heute nur noch über den Kleinanzeigen-Markt zu bekommen ist. Die Auswahl war aber nicht besonders groß. Es lag daran das Soundkarten früher für den Amiga einfach unnötigt waren. Der 8 Bit Sound reichte für die meisten Spiele und auch sonst konnte man die Qualität als gut bezeichnen. Leider ist die Zeit nicht stehengeblieben und so kam irgendwann der so berühmte 16 Bit Sound in Mode. Früher konnten sich nur die wenigsten eine Soundkarte leisten. Selbst beim PC hat es sehr viele Jahre gedauert bis die Preise auf ein akzeptables niveau gesunken sind. Inzwischen bekommt man Soundkarten für teilweise unter 50DM. Beim Amiga ist es leider nicht so billig, aber 300DM sind auch nicht mehr viel. Dank AHI kann man Heute mit den Soundkarten viel mehr anfangen als damals mit der Tocatta.
Inzwischen haben wir das Jahr 1999 und das Angebot an Soundkarten steigt ständig. Besonders im kommen sind die Karten für den Uhren-Port des Amiga1200. Endlich können auch Anwender ohne Zorro-Boards "problemlos" eine Soundkarte einbauen. Die Qualität ist dabei die gleiche wie bei den Karten für den Zorro slot. Auf dem Markt kämpfen zur Zeit zwei Konkurrenten um die Gunst des Anwenders. Hier haben wir die Firma ACT mit der Karte Prelude und die Firma Kato mit der Melody. Für den Test stand mir die Prelude1200 zur Verfügung. Laut A.C.T. ist die Karte beinahe 95% Hard- und 100% Software kompatibel mit der ZorroII Version. Die Karte kommt in einem Pappkarton. Darin befindet sich natürlich die Karte selbst in zwei Teilen (Digital und Analog) sowie das Handbuch, CD-Rom und eine kleine Schraube. Das Handbuch setzt sich aus mehreren kopierten Blättern. Die Qualität ist nicht als gut zu bezeichnen, reicht aber durchaus für eine vernünftige Installation. Gedacht ist die Karte natürlich für einen Desktop Amiga, läßt sich aber auch problemlos in einem Tower einsetzen. Dadurch spart man sich unter Umständen sogar ein Zorro Slot! Ich habe es mir erlaubt beide Lösungen zu testen um mir möglichst einen guten Eindruck davon zu machen. Die Installation ist relativ simpel so das es auch Anfängern keine Schwieriegkeiten bereiten sollte.
Zuerst öffnet man das Gehäuse und entfernt alle Laufwerke. Bei manchen Modellen verdeckt den Uhren-Port eine Metallabdeckung. Diese wird natürlich auch entfernt. Jetzt wird das Digital-Teil vorsichtig auf den Uhren-Port gesetzt. Gewalt ist nicht nötig. Das Anlog-Teil findet Platz in dem Erweiterungsschacht. Aufmerksame und erfahrene Anwender werden sich jetzt natürlich eine Frage stellen: Was ist wenn der Platz bereits durch einen SCSI-Ausgang einer Turbokarte belegt ist?
Das ist natürlich eine sehr gute Frage und ehrlich gesagt habe ich gar keine gute Antwort darauf. Hier hilft dann nur noch ein scharfes Messer mit dem Ihr etwas von dem Gehäuse abschneidet damit das Kabel dadurch paßt. Das Kabel verbindet die beiden Komponenten der Soundarte. Das wird dann natürlich nicht mehr so stabil sein und auch nicht mehr so schön aussehen, aber es wird funktionieren. Eine andere Lösung gibt es nicht! Damit wären die Arbeiten bei dem Desktop Amiga abgeschlossen.
Man könnte sich denken das ein Tower alles einfacher macht. Bei einer ZorroII Soundkarte wäre das natürlich der Fall. Leider nicht bei der Prelude für den Uhren-Port. Am Anfang heißt es natürlich das MainBoard ganz aus dem Tower auszubauen. Nichts gegen den MicroniK Tower, aber das Ausbauen ist nicht mehr so einfach wie das Einbauen. Überall verhinden dutzende von Kabel den Ausbau der Platine. So das man am Ende den ganzen Amiga auseinander nehmen muß um an das verfluchte Uhren-Port zu kommen. Hat man alles so gesteckt wie vorgesehen dann erlebt man gleich die zweite Überraschung. Das ZorroII Board paßt nicht mehr ganz genau drauf. Probleme macht der Expansionsport-Einbauadapter auf den das Board gesteckt wird. Die Soundkarte oder auch meinetwegen der Einbauadapter ist ca.3 bis 5 mm zu breit. Es ist jetzt nicht so das man das Board nicht mehr da drauf bekommt. Alles klappt soweit nur sitzt es nicht mehr ganz gerade auf dem Expansionsport. Eine gewisse Schräge ist vorhanden wodurch man das Board nicht mehr mit allen Schrauben befästigen kann. Alles funktioniert aber wie vorher so das man sowas als Amiga-Anwender meistens durchgehen läßt. Trotzdem wäre ich sehr Glücklich wenn die Hardware-Hersteller in Zukunft mehr zusammenarbeiten würden. Damit hätte man auch hier den Einbau fast erfolgreich beendet. Beim Tower hat man noch etwas womit man sich vorerst zufrieden geben muß. Das Analog-Teil hat im Tower noch keinen Platz. Von ACT soll zwar eine Version mit etwas ähnlichem wie einem Slot-Blech erscheinen, aber noch ist man anscheinend nicht soweit. Hier darf man dann wieder das Analog-Teil nach außen führen und irgendwo am Tower festkleben. Bastler können sogar den Versuch wagen sich selbst so eine Art Slot Lösung zu bauen. Natürlich nur auf eigene Gefahr!
Die Software kommt auf einer CD-Rom die von A.C.T. selbst gebrannt wird. Klingt zwar sehr primitiv ist aber sehr vorteilhaft. Dadurch kann man beim erscheinen neuer Treiber sofort reagieren was bei vorproduzierten CD-Roms nicht mehr möglich wäre. Auf der CD-Rom befindet sich eine Light-Version von SamplitudeOpus, die Treiber und viele Demos von Camouflage bis SFX. Es fehlt das AHI Soundsystem. Die Treiber sind zwar da aber das Programm selbst nicht. Angeblich weil das mit einem zusätzlichen Support verbunden wäre, außerdem werden beim PC auch nur die Treiber mitgeliefert und nicht die ganze Software. Mit AHI klappt alles wie geschmiert obwohl ich mir mehr davon erhofft habe. Es hieß immer wieder das AHI ohne Soundkarte den Prozessor sehr belasten würde mit sieht es auch nicht besser aus. Ein Modul mit mehr als 14 Patterns, 16 Bit Samples und bester Abspielrate bremst das System soweit das man kaum noch den Mauszeiger bewegen kann und das bei einem 040er Prozessor. Natürlich liegt der Karte auch spezielle Software bei. Mit dem Mixer kann man alle Digital und Analog Kanäle auf den gemeinsamen Ausgang mischen. Das Programm Tapedack spielt und zeichnet Samples auf. Beim Aufzeichnen hatte ich teilweise große Probleme. Nur selten waren die Aufnahmen zufriedenstellend. Zum Glück liegt auch AHI-Record bei. Damit gelang es mir dann doch noch etwas in sehr guter Qualität aufzuzeichnen.
Gefertigt wurde die Karte im SMD Verfahren wodurch sie sehr klein geraten ist. Der Codec kommt von der Firma Crystal. Dieser erlaubt das gleichzeitige abspielen und aufzeichnen bekannt auch unter dem Namen Full Duplex. Dieser enthält außerdem einen Mehrkanalmischer mit Record-Selector und feinstufiger Aussteuerung. Erlaubt werden Sampling Raten von 5khz bis 64 khz. Auf dem Analog-Teil befinden sich 3 externe Chinch-Eingänge (Mic, Line, Aux2) und ein interner Aux1 für das CD-Rom Laufwerk. Fazit: Für ca.300 DM bekommt man eine richtig gute Soundkarte. Der Sound ist wirklich erstklassig. Was nervt sind die Probleme beim Einbau. Man kann jetzt natürlich nicht der Firma A.C.T. die Schuld geben nur weil der A1200 kein Platz für eine Soundarte und eine SCSI-Erweiterung hat. Auch bei dem Tower-Problem ist man selbst wieder schuld. Immerhin wurde die Karte ja für den Desktop-Amiga gebaut und nicht für eine Tower-Lösung. Auf der anderen Seite ist ein Amiga1200 auch noch im Tower ein Amiga1200. Wer sich an den kleinen Problemen nicht stört der darf hier ruhig zugreifen. Für Amiga Verhältnisse ist der Preis recht niedrig und 16 Bit Sound ist mit Sicherheit besser als die 8 Bit der Paula.
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