Thema: "Der DraCo kann mehr"


Dany Thinnes am 22-Jul-98 *** Nun liebe Freunde,ich bekomme immer mehr den Eindruck, daß die meisten von Euch den DraCo als reinen Schnittcomputer verwenden und für Internet, oder sonstige Computerarbeiten einen PC, oder etwas anderes benutzen. Nun mal meine Frage: WARUM? Der DraCo ist doch um so vieles leistungsstärker, als nur Videos damit zu schneiden. Das Betriebsystem nimmt es ja wohl mit allen sonstigen (Okay, vielleicht sind gewisse UNIX-Aabkömmlinge besser) Betriebssystemen, besonders Windows95/98 problemlos auf. Auch an Software mangelt es nicht, außer man läßt sich die Software eigens programmieren. Warum benutzt Ihr also einen DraCo für Video und einen anderen Computer für sonstige Computerarbeit, wenn der DraCo doch keine Probleme damit hat, auch diese Aufgaben zu bewältigen? Gebt mal Antwort.
Michael W. Driesch am 22-Jul-98 *** Nun, lieber Dany, das ist recht einfach. Natürlich kann man sich einen DraCo kaufen, und damit *nicht* Videos schneiden. Das ist aber, als wenn man einen Porsche kauft, um damit einen Lieferservice zu eröffnen ;-) Aber der entscheidende Punkt ist: wenn man einen DraCo intensiv zum Videoschnitt verwendet, dann läuft er aus diesem Grunde den ganzen Tag. Und dann ist ein PC oder Mac zusätzlich vonnöten, um damit Online-Arbeiten zu erledigen, Schreibkram und Kalkulationen. Und dafür ist so eine Win-Dose gerade gut genug.
Michael Lindner am 22-Jul-98 *** Hallo, Dany du irrst dich gewaltig! Ich für meinen Teil mache alles (wirklich alles) auf dem DraCo (und AmigaPPC) - Internet, Text, Paint, Raytracing, Coding, DTP, und natürlich auch Video, und es ist eine wahre Freude, Interessenten dieses Kraftpaket vorzuführen. Es ist immer wieder umwerfend, die Reaktion auf die Power des ansich schon 5 Jahre alten AmigaOS zu sehen und zu erkennen, daß ein (fast) perfektes Betriebssystem zusammen mit einer guten Hardware zeitlos den modernen Anforderungen entspricht oder angepasst werden kann. Nach derzeitigem Videoerkenntnisstand liegen zum Beispiel die maximalen Datenraten von unkomprimiertem Video bei 30MB/s, was der DraCo-Bus mit seinen echten 35MB/s spielend bewältigt. und sollte es demnächst Speichermedien der gemässigten Preisklasse geben, die diese Datenraten meistern, so ist der DraCo sofort dabei. (Zu dieser Zeit fragt mal nach dem PC von heute !) Freuen würde mich aber, wenn demnächst ein neues Prozessorboard für den DraCo verfügbar wäre, mit zum Beispiel 4 parallel arbeitenden G4 PPC Processoren mit einer Gesamttaktfrequenz von einigen GHz, wie dies demnächst für Amiga angekündigt wurde.
Fritz Fritzlocher am 22-Jul-98 *** Ja, Dany, Dein Eindruck täuscht nicht. Zumindest bei mir nicht. Ich wollte ganz einfach ein System, das ich nur für den Videoschnitt verwenden wollte. Nach reiflicher Ueberlegeung war das halt ein DraCo. Obschon ich es zuweilen auch schon bereute! :-( Auch komme ich mit der Win-Kiste viel besser zurecht als mit dem DraCo. Das liegt sicher auch an der grösseren Verbreitung dieser Kisten. Wer kennt heute noch Amiga's? Ich kenne fast keine Personen, die sich mit Amiga's auskennen. Auf den DraCo bin ich übrigens in einem Videoheft gestossen. Von der Firma MacroSystem wird er glaublich auch deswegen vermarktet. Wie bist Du auf ihn gestossen?
Dany Thinnes am 22-Jul-98 ***. Nun, es ist ja bekannt das ich keinen Plan von MovieShop habe. Deshalb muß ich jetzt mal nachfragen, ob MovieShop so ressourcen- verschlingend ist, daß man nebenbei nicht noch etwas anderes arbeiten kann. Schließlich hat das AmigaOS das Multitasking nicht, weil es sich gut anhört. Ich gehe hier jetzt mal von meinen Erfahrungen aus. Ich berechne sehr viel mit Reflections. Dabei kommen auch schon mal Rechenorgien von 4-5 Tagen vor. Während dieser Zeit arbeite ich aber mit dem DraCo wie gewohnt, ohne dabei großartige Geschwindigkeitsverluste zu spüren. Ich schreibe als Rechnungen, Angebote, Programme, hänge im Internet, mache meine Post und was weiß ich nicht noch alles. Da gibt es null Problems. Also ist entweder MovieShop extremer wie mein Scanner (einzigstes Gerät, was den DraCo unbenutzbar macht während seiner Arbeit), oder hier wird das leistungsstarke Multitaskting des AmigaOS unterschätzt.
Ton Guiking am 22-Jul-98 *** Erstens enschuldige ich mich fur mein sehr mangelhafte Deutsch. Ich kann es gut lesen, aber schreiben ist eine andere Sache. Fur mich is der DraCo zuerst ein Videoschnittgerat. Warum? Ich habe nie mit Amiga gearbeitet, hatte bis vor einigen Monaten nur ein XT (mit 5.25"floppy's...) und der DraCo. Jetzt auch einen P200MMX. Es gibt sehr viele Software fur Windows, ziemlich einfach zu bekommen und zu hantieren. Für Amiga muss man Amiga-Kkenntnis haben.Und: Ich habe oft gehort, es ware besser, ein Schnittsystem so 'sauber' wie möglich zu halten und nicht andere Software auf den Rechner zu setzen. Vielleicht gilt dies nicht fur Amiga's aber dennoch: ich habe keine Amiga-Historie, wie sehr viele DraCo-Besitzer.
Dany Thinnes 22-Juli-98 *** Okay, Michael Lindner, stimme dir vollkommen zu und bin sehr froh, daß der DraCo nicht als reines Videoschnittsystem verkommt. Dafür ist er einfach zu gut. Wo ich dir natürlich rechtgeben muß ist, der DraCo mit dem AmigaOS überzeugt. Damit habe ich auch schon so manchen eingeschworenen WindowsNT-ler zum Staunen gebracht. Was ich allerdings auch sagen muß ist, mit der normalen Workbench überzeugt man keinen mehr. Da ist selbst in meinen Augen Windows95 als GUI besser. = Aber mit DirOpus Magellan hat auch ein XWindows keine Chance mehr. Zum Prozessorboard sag ich nur: das geplante TI Board und die neue Grafikkarte geben dem DraCo bald sehr sehr viel Rechengeschwindigkeit. Aber leider nur für Programme, die etwas mit 3D zutun haben. Das finde ich schade. Von einem PPC- Board hat bei MacroSystem noch keiner gesprochen. Vielleicht sollten wir mal ein Sammelschreiben hinschicken. Nicht daß die Angst haben, für eine solche Karte keinen Abnehmer zu finden. Für MacroSystem ist der DraCo ja nur zum Videoschnitt gut. Das sieht man ja auf der Homepage, wo das AmigaOS einfach tutgeschwiegen wird. Schreibt mal was dazu.
Michael W. Driesch am 23-Jul-98 *** Es ist keine Frage von Multitasking, sondern ein Resultat der leidigen Tatsache, daß man an den DraCo nur eine Tastatur anschließen kann und es außerdem sehr eng würde, wenn man zu zweit oder zu dritt an dem Gerät arbeiten würde. Zudem dieser dann entstehende ewige Streit, welches Programm nach vorne geholt werden soll, sicherlich nicht sehr produktiv wäre ... Du siehst, es gibt Leute, die mit des DraCos ursprünglicher Bestimmung intensiv umgehen, und daher für andere Geschichten keine Zeit haben. Darüber hinaus gilt schon gesagtes: Keep your machine clean! Nicht zuviel "Müll" ins System, davon ist noch keines besser geworden! Und was MSG anbelangt: Die haben das Gerät als NLE-Lösung konzipiert. Daß ein Amiga-OS dabei ist, ist eher "nebensächlich" - von daher ist es doch klar und einleuchtend, daß MSG den DraCo nicht als AmigaXXL vermarktet, denn damit täten die ihrem Marketing weil produktpositionierungstechnisch überhaupt keinen Gefallen! Ingo Sedding am 23-Jul-98 *** Hallo, Michael ! Ein paar Bemerkungen zu Deinem Beitrag :
1.Verwechselst Du den Begriff 'Multitasking' nicht mit Mehrfacharbeitsplatz ?
2.Die 'anderen Geschichten' machst Du halt mit dem PC, sonst gäbe es ja dieses Mail nicht. Und welche 'Zeitersparnis' das bringt, merke ich immer, wenn die PC-Leute bei mir händeringend nach Hilfe rufen, wie man z.B.Timelines downloaden kann oder LHA entpackt usw.
3.'Müll' ja, aber Toolmanager, DirectoryOpus usw. sind Hochleistungsprogramme, die einen Automatisierungsgrad erlauben, den der PC kaum erreicht, und die in keiner Weise mit Movieshop kollidieren. 'Müll' sind nur die Programme, die nicht streng nach Commodore-Richtlinien geschrieben wurden und von den Amigas noch toleriert werden, nicht aber vom Draco. Inzwischen gibt es genügend Informationen (auch bei Dany), was Müll ist und was nicht.
4.Was ist denn eigentlich schlecht am Image des Amiga ? Ich weiß, daß es diese sonderbare Marketingphilosophie (wird jetzt wohl 'Filosofie' geschrieben) bei MacroSystem tatsächlich auch gibt. M.E. ein ganz schädliches Vorurteil. Ich glaube nicht, daß auch nur ein einziger Kunde abgeschreckt wird, wenn er erfährt, daß das Betriebssystem des Draco auf dem UNIX-Abkömmling Amiga-OS basiert, das diesem Computer einen unvergleichlichen Siegeszug als Multitasking-Talent usw.usw. beschert hat. Ausdrücke wie 'Windoofs' hat es dafür nie gegeben, höchstens mal 'Spielecomputer' oder so. Aber gerade diese Grafikfähigkeiten braucht ja der Videoschnitt. Muß man diese tolle Traditionslinie denn verschämt verschweigen ? Ich jedenfalls nutze meinen Draco als Universalmaschine ! Wordworth 7 als exquisite Textverarbeitung,( evt. auch PageStream), Turbocalc als Tabellenkalkulator, Miami-AWeb3-AmFTP usw. als leistungsfähige Pferde fürs Internet. Von Movieshop klicke ich munter zu allen möglichen Grafik-Werkzeugen. Und meine 'Workbench'-Oberfläche ist übersichtlich gegliedert wie die Schaltzentrale eines Kraftwerks und hat ein modernes Design. Oft laufen 10 Programme gleichzeitig ohne sich zu stören. Es gibt für mich also keinen Grund, einen PC danebenzustellen, außer dem vielleicht, daß ich auch gern über Lexicon-CD's und andere Wissensammlungen verfügen würde, die es wegen des Massenabsatzes eben nur für diesen gibt.

Dany Thinnes 23-jul-98 *** Wieso willst du mehrere Tastaturen an den DraCo anschließen, Michael ? Zugegeben, der DraCo ist kein Amiga. Ist klar. Aber wenn ich mit ihm genau das machen kann, was ich im täglichen Geschäftsleben brauche und darüber hinaus noch 1000 Sachen, die Spaß bringen, dann kauf ich mir doch nicht zusätzlich noch einen PC, oder so. Wo das Betriebssystem aufgeblasen ist und dir Programme doch nicht mehr bringen, wie die Progs auf dem DraCo. Klar, MacroSystem (ich denke mal das war mit MSG gemeint) will den DraCo vom Amiga nicht beeinflussen lassen. Kann ich sehr gut verstehen, denn der Amiga ist nicht mehr der Bekannteste und zudem haftet immernoch das Image eines billigen Spielcomputers an ihm. Da hat MacroSystem also die richtige Entscheidung getroffen. Man sieht ja, der DraCo verkauft sich sehr gut im Gegensatz zu einigen Amiga Clones. Das ist wahrscheinlich auf die Strategie zurück zu führen, daß man nicht erst gegen ein alt bekanntes Image ankämpfen muß. Aber dennoch, MacroSystem hat nirgendwo dazugeschrieben, daß man mit dem DraCo nichts anderes machen kann als Videoschnitt, ansonsten hätten sie nicht dazugeschrieben, daß auf dem DraCo auch UNIX läuft.
Dany Thinnes *** Du warst also schon vom DraCo enttäuscht. War ich auch schon, aber das geht mir mit jedem Computer bei jedem Betriebsystem irgendwann einmal so. Aber im Gegensatz zu sämtlichen Windows Versionen (3.11, 95, 98 und NT) fand ich beim DraCo immer schnell einen einfachen und unkomplizierten Weg die fehlenden, bzw. schlechten Fähigkeiten zu verbessern. Allein Directory Opus seit Version 5 ist als GUI auf ALLEN OS ungeschlagen in meinen Augen. Da hält auch kein XWindows aus der UNIX Welt mit. Wie ich zum DraCo gekommen bin? Ganz einfach. Ich wollte Power. Angefangen hab ich ja irgendwann mal mit einem C64. Dann kam der erste Amiga500, danach gings zu MAC und dann zu PC. Erst MS-DOS 6.22 mit WfW dann Windows95. Irgendwann hatte ich aber die Schnautze von dem OS voll. Es gefiel mir nicht, war einfach zu aufgeblasen. Dann wollte ich in die UNIX Welt. Aber da ich zwischenzeitlich zu einem A1200 gekommen war, welchen ich Ursprünglich zum Spielen meiner alten Spiele benutzte, probierte ich ersteinmal nochmal genau, was man aus dem Ding nicht alles holen kann und ich selbst war überrascht, wie einfach und schnell das Ganze doch mit der alten Workbench ging. Dann wurde der A1200 in einen Tower gesteckt, mit Grafikkarte nachgerüstet usw. und siehe da, ich hatte mehr Power für Programme, die auf dem PC 16 - 32 MB verlangten für viel weniger Geld. Zugegeben, die Turbokarte und Grafikkarte waren teuerer, aber dafür spielte der Amiga selbst bei 4 MB Fast-Ram noch bei allen Programmen mit, für die ich auf dem PC die zu der Zeit noch sündhaft teueren RAMs kaufen mußte. Den PC hab ich mittlerweile verkauft und mir für das Geld einen DraCo zugelegt. Okay, ich mußte noch drauflegen, aber dafür hatte der DraCo zum einen mehr Salz, besonders beim Berrechnen und er Spielte bei allem mit was ich von ihm wollte. Programmieren, Raytracen, Büroarbeit usw. Alles funktionierte und vielles sogar gleichzeitig. Dann noch Internet usw. So kam ich zum DraCo. Durch den Amiga. So einfach ist das und so effektvoll. 07-Sep-1998-6.
Wieder einmal lohnt es sich sehr, in den neusten DRACONER zu schauen ! Habe mit Matthias Henze dafür gesorgt, daß die neuen HSMath-Librarys nun auch für unsere Maschinen zur Verfügung stehen. Sie laufen bei mir bereits einwandfrei und bringen echt Bewegung in die Fließkomma-Rechnung. Habe dabei auch gleich noch einige Bugs in den Pages beseitigt. Wenn jemand noch welche findet, bin ich für Hinweise dankbar. Mein Output an MS ist erfolgt. Warte auf Antwort und melde mich dann.Ingo