Titel


- Ein Workshop für den Draconer von Ingo Sedding -


Daß der DraCo derzeit eine der weltbesten Video-Bearbeitungsmaschinen ist, wissen alle seine Nutzer. Leider wissen nicht alle, daß er darüber hinaus ein Personalcomputer von außerordentlicher Leistungsfähigkeit ist, der vor allem durch seine Grafikfähigkeiten und durch sein Multitasking in manchem dem PC überlegen ist. Jenen Nutzern, die früher schon einen Amiga hatten, ist das nichts Neues.. Aber es gibt leider auch viele DraCo-User, die diese Seiten ihres Computers kaum kennen und dementsprechend auch nicht nutzen. Ihnen wollen wir mit dieser Rubrik im DRACONER einige Anregungen vermitteln, indem wir ihnen die private Workbench von Lesern vorstellen und ein wenig erläutern. Unter "Workbench", der Werkbank, ist die Benutzeroberläche zu verstehen, die normalerweise nach dem Booten des Draco auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Zunächst erscheinen die Symbole (Icons) der vorhandenen und angemeldeten ("gemounteden") Festplatten, bzw. -partitionen. Viele User verwenden schon "Newicons", eine Sammlung von Icons, die wahrscheinlich auch Grundlage des Erscheinungsbildes von Movieshop 5.0 sein wird.
Man kann diese Icons nach Wunsch positionieren und enstprechend fixieren. Das gilt allerdings leider nicht für die Icons der von Movieshop genutzten Partitionen, welche sich ihren Platz auf der Workbench selbst suchen. Das eigenwillige Icon der Ram Disk überlistet man, indem man das Ram-Disk-Icon aus Prefs/Env-Archive/SYS auf die Workbench auslagert, es dort fixiert und anschließend wieder zurücklegt. Alle Befehle, die bis hierher benötigt wurden, stehen in den Pop-up-Menues der Workbench (rechte Maustaste) zur Verfügung.
Nun könnte man die Icons aller Programme, die man häufig benötigt, auslagern, aber das führt zu einer sehr unübersichtlichen Workbench. Die genialste Lösung dieses Problems ist das Programm

"Toolmanager".


Dieses sehr einfach zu beherrschende Programm erlaubt es uns, Bilder (selbst entworfene oder die vorhandenen Icons in sogenannten Docks geordnet auf der Workbench zu gruppieren. Man kann aber auch die Namen der Programme in Textform erscheinen lassen. Docks sind schlichtweg Sammelfenster für eine Gruppe von Anwendunsprogrammen. In ihnen genügt nun ein einmaliger Klick auf das jeweilige Programm, um es zu starten. Das Schöne ist: auch Arexx-Scripts und Batchdateien lassen sich so auf einfachste Weise starten. Aber grau ist alle Theorie. Hier ein Ausschnitt von meiner Workbench mit Toolmanager-Docks:

Workbench-Ausschnitt Man sieht gut die Mischung von Icons und Text-Symbolen. Unter der Uhr liegt das Dock "Büro". Es enthält "Wordworth" als elektronische Schreibmaschine bzw. Textprozessor, daneben das Tabellenkalkulationsprogramm "Turbocalc", mit dem ich alle tabellarischen Arbeiten erledige, wie Kontoführung, Verbrauchskontollen, aber auch Datensammlungen aller Art. Daneben liegt die Adressensammlung "MAM", es folgt der Gestalter des Layouts von Druckseiten "Pagestream" und zuletzt als schnelle Hilfe das englisch-deutsche Wörtebuch "FTrans". Links neben dem Dock liegt der "Notschalter" für mein Modem für den Fall, daß die automatische Abschaltung mal nicht funktioniert hat (ein kleines Arexx-Script).
Es folgt das Dock "Video" mit Movieshop. Die Grille daneben symbolisiert den "OptyCDPlayer", mit dem ich mein CD-Laufwerk als Audio-CD-Player in die Arbeit mit Movieshop einbeziehe.
Im darunterliegenden Dock kann die Einzelaktivierung der Web-Programme "Miami", "AWeb", "YAM" und "AmFTP" vorgenommen werden. Aber diese Prozesse laufen bei mir hochgradig automatisiert ab. Im Dock "Online" z.B. brauche ich "Post holen" nur einmal anzuklicken, dann kann ich mich bequem zurücklehnen und zusehen, wie zuerst das Modem aktiviert, dann die Telekom-Verbindung aufgebaut wird. Danach startet das Mailprogramm "YAM", welches wiederum automatisch die Verbindung zum Postserver herstellt und mir die Mails in den Rechner liest. Alle Programme schalten sich wieder ab, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Ich kann aber auch den o.g. Handschalter betätigen, um dann in "YAM" zu bleiben und die empfangenen Mails, jetzt Offline, zu lesen. Ähnlich automatisiert arbeitet sich der Browser ins Internet, erstelle ich aus der wöchentlichen Zusendung meine Recent-Liste fürs Aminet und lasse die von mir gewünschten Files downloaden, oder ich werde direkt mit meiner Homepage verbunden, um meine Updates zu senden. Darunter sind im Dock " Phone" weitere Programme enthalten, z.B. Voyager als zweiter Browser, BTX, Telebanking, Fax usw.
Im untersten Dock finde ich die Grafikprogramme, mit denen ich am häufigsten arbeite, wie z.Bsp, "AdPro", "ArtEffect", "ArtPro" (das tolle kleine Programm, mit dem man z.B. GIF-Bilder für HTML-Seiten transparent macht), der "Monument-Designer" zur Nutzung außerhalb von Movieshop, usw.usw.
Das Dock "System" ganz rechts enthält die vielen kleinen Helferlein, die man schnell mal so braucht und dann nicht erst mühsam aus der Tiefe des DraCo hervorsuchen möchte


Es würde sicher zu weit führen, auch dieses Dock ausführlich zu kommentieren. Es handelt sich um Hilfsprogramme zur Fehlersuche, wie z.B. SnoopDos, Monitor, SysSpeed, Sequence und Userstart (automatische Darstellung der Startup-Sequence und der User-Startup im Editor), um Viewer und Editoren, wie Cyberview (der beste auf dem Draco !), Hexedit und GoldEd (mit ihm wird der gesamte DRACONER geschrieben), Iconian zur "künstlerischen" Veränderung von Icons, IconUpdate zur Vereinheitlichung und zum Austausch diverser Icons, Daten, wie Postleitzahlen und Vorwahlnummern, Knack als End-Gui zum Packen und Entpacken (vor allem von Lha), ein Klick auf "Grabb" liefert einen Schnappschuß der Workbench oder eines ihrer Fenster, ein schnell abrufbares Merkheft, Workbench-Spielchen zur Entspannung, usw.usw. Ich gebe gern auf Einzelfragen Auskunft.
Wie man schon am Ausschnitt bemerkt, habe ich der Workbench ein Bild von meiner zweiten Heimat Kreta hinterlegt ("MuiWbPattern"). Mit dem Dockeintrag "Wasser" läßt sich in diesem Hintergrundbild im unteren Fünftel das Wasser in eine beruhigend wirkende Wellenbewegung versetzen, "Land" hebt diesen Effekt wieder auf. Ein hübsche Spielerei. (Programm: "Ripple"). Ich fahre grundsätzlich mit der Altais-Auflösung 8 Bit 1120 x 832, um möglichst viel auf dem 17"-Bildschirm unterzubringen. Nur ins Internet gehe ich mit 800 x 600. Ein farbreduziertes Gesamtbild meiner Workbench (mit Ripple) soll diese Übersicht abschließen : Workbench

Die große Mehrzahl der hier erwähnten Programme sind Free- bzw. Shareware aus dem Aminet und dort leicht für jeden herunterzuladen. Bemerkenswert: ich habe schon 22 Programme gleichzeitig in Betrieb gehabt, ohne daß der DraCo spürbar langsamer arbeitete oder abgestürzt wäre !! Natürlich darf der Rechner nicht gerade mit Rendern beschäftigt sein.




Es mag User geben, die OPUS-Magellan nicht nutzen ! Das ist für mich undenkbar. Opus ist die Seele des Ganzen ! Viele nutzen ihn ohnehin gleich als Workbench-"Ersatz". Mit Opus erhalte ich jederzeit übersichtlichen Einblick in meine Datenstrukturen, kann beliebig "umschaufeln", neu ordnen usw. Auch er enthält wieder ein selbst konfigurierbares Dock, in dem alle Routine- Handlungen automatisiert werden können. Ein dickes Handbuch liegt bei, das ich hier auch nicht ansatzweise wiedergeben kann. Hier ein Bild von einer Opus-Konfiguration:




Damit will ich es erst einmal bewenden lassen. Weitere Themen wären sicher der Wb-Startup-Ordner, die User-Startup, andere Ordner. Ein Wort zu MUI als "Indikator" : Wenn ein Programm auf MUI basiert, läuft es mit Sicherheit auf dem DraCo, ohne andere Programme zu stören. Ein weiteres Thema könnte der Sound sein (AHI usw.). Aber vielleicht habe ich anderen Lesern eine Anregung gegeben, solche Fortsetzungen zu schreiben.

Wie ich überhaupt sagen will, daß meine Workbench längst nicht den Stein der Weisen darstellt, sondern daß ich nur jenen ein paar Anregungen geben möchte, die vielleicht bisher meinen, mit der Installation von der Original-Diskette "auskommen" zu sollen.