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Useable OS 3.1 - Von 0 auf 100 in wenigen MausklicksDer folgende Workshop soll zeigen, wie man von dem Kauf eines Amigas und der Installation der Standard Workbench zu einem einigermaßen benutzbaren System kommt. Daß das OS 3.1 in der Form, wie es ausgeliefert wird, den untersten Level an User-Komfort bietet, steht außer Zweifel, wenn man einmal Scalos, DOpus oder eine etwas aufgepeppte Workbench in Aktion gesehen hat. Aber fangen wir ganz am Anfang an, beim Auspacken und LoslegenMan verkabelt seinen Amiga 1200 oder Amiga 4000 gemäß der Anleitung mit einem Videomonitor und schaltet ihn ein. Erscheint der violette Kickstart 3.x Bildschirm, dann kann man gleich weitermachen, ansonsten sollte man erst einmal neues ROM kaufen. Achtung, der originale Amiga 4000 Tower benötigt ein anderes ROM als der Amiga 4000 Desktop (auch ein in einen Mikronik Tower eingebauter Amiga 4000 Desktop gilt noch immer als Amiga 4000 Desktop), dort sind bereits SCSI-Treiber im ROM enthalten, dafür muß die workbench.library von Diskette oder Festplatte nachgeladen werden. Auch der Amiga 1200 hat in der Regel ein anderes ROM. Liegen die 6 Installationsdisketten (INSTALL, WORKBENCH, EXTRAS, FONTS, STORAGE und LOCALE) sowie die Handbücher (Workbench, DOS, ARexx, und ein spezifisches Handbuch zum jeweiligen Amiga-Modell) griffbereit? Gut, dann partitioniert man die hoffentlich vorhandene IDE-Festplatte (A1200, A4000) mit dem Programm "HDSetup" und installiert das Betriebssystem. Mit dem Programm "HDToolBox" ändert man ggfs. die Namen der Partitionen von "HD0:" bzw. "HD1:" auf "DH0:" bzw. "DH1:". Das FastFileSystem bringt jedoch einige Einschränkungen mit sich: So sollte keine Partition größer als 2GB sein und insgesamt können nur 4GB partitioniert werden. Möglicherweise empfiehlt sich hier ein Update des FastFileSystem, daß in einer zeitbeschränkten Version auf www.amiga.de zu finden ist. Dann liest man die Handbücher zum OS3.1 einmal gemütlich durch und klickt sich durch die diversen primitiven Anwendungen. Hat man also die Benutzung der Workbench und der Shell einigermaßen intus und einige Preferences bzw. Voreinstellungen (SYS:Prefs) nach persönlichem Belieben verändert, dann kann's losgehen. Vorerst ein paar Veränderungen der Standard-WBEs ist zunächst einmal nicht verkehrt, ein Verzeichnis SYS:Rexx zu erzeugen und die Zeile
in der s:startup-sequence auf
zu ändern. Damit vermeidet man ein wenig das Chaos, das sonst in "S:" entstehen würde. Außerdem sind so die ARexx-Scripts und die Shell-Skripts sauber voneinander getrennt. Dann ist es noch ganz sinnvoll, die Zeile
in die s:startup-sequence einzufügen, wenn es nicht schon ziemlich am Ende sowieso drinnensteht. Es ist nicht ratsam, das Piktogramm für "RexxMast" in die Schublade "SYS:WBStartup" zu ziehen, da dort noch genug Chaos entstehen wird, welches wir nicht unbedingt noch vergrößern wollen. Ist aber eigentlich nur eine Kleinigkeit. Eine weitere ist, daß ich keine Icons auslagere, das erspart einem die ".backdrop" Datei in der jeweiligen Partition und die Workbench ist um ein paar 1/100 Sekunden schneller fertig. Trashcans braucht sowieso keiner und können prinzipiell gelöscht werden. Ich habe übrigens die System-Partition von "Workbench" auf "System" umbenannt. Das erleichtert einem später die Arbeit in der Shell mit KingCON, wenn man ein Programm aus "Work:" aufrufen möchte. Für zusätzlichen Komfort können die Standard-Commodities "MouseBlanker" und "ClickToFront" mit dem Tooltype QUALIFIER=NONE in die Schublade "SYS:WBStartup" gezogen werden. Dies gestattet einem, Fenster per Doppelklick nach vorn zu holen. Die anderen Commodities sind, wenn man diesen Workshop berücksichtigt, unbrauchbar. Prinzipien der Standard-WBEs ist zunächst einmal ratsam, alle Dateien gleich nach der Installation mit einem Kommentar wie "OS3.1" o.ä. zu versehen. Somit kann man leichter überprüfen, ob ein Programm bei der Installation ungefragt eine originale OS3.1-Datei ersetzt hat, und man kann diese dann bequem von den originalen OS3.1-Disketten (von denen man doch hoffentlich ein Backup gemacht hat) wieder zurück kopieren. Ab und zu begegnet man auch lustigen Programmen, die partout eine originale OS3.1-Library verlangen, obwohl man schon eine geniale gepatchte Version davon hat. Bei mir gelten auch folgende Regeln: Die Datei "s:startup-sequence" gehört prinzipiell unangetastet, lediglich Programme wie "PrepareEmul" für den ShapeShifter oder andere Patches wie z.B. "PatchOpenWB" müssen ggfs. dort eingetragen werden. Aber alles, was auch in der "s:user-startup" oder in "SYS:WBStartup" stehen darf, muß nicht unbedingt die schöne "s:startup-sequence" verhunzen. Nachfolgend alle Unterverzeichnisse der Standard System Partition ("SYS:") eines fertig installierten Amiga OS 3.1: PrefsIm Verzeichnis "SYS:Prefs" befinden sich die ganzen Voreinsteller Programme und das Verzeichnis "Env-Archive" mit dem logischen Assign "ENVARC:" - von dort werden ja die Umgebungsvariablen nach "ENV:" kopiert. Ich hab mir ein Verzeichnis "Env-Archive2" angelegt und kopiere Umgebungsvariablen, die ich nicht unbedingt mehr brauche, dorthin. Man kann dann immer noch im Notfall ein
eingeben. Auf jeden Fall sollte man Hilfsprogramme wie "HappyENV" vermeiden, die arbeiten nicht korrekt mit einigen Programmen zusammen. Und im Verzeichnis "ENVARC:Sys" sind auch noch die Settings aus den OS3.1-Prefs Programmen wie zum Beispiel "WBPattern" oder "ScreenMode". FontsHier sind die Zeichensätze des Amiga enthalten. im Verzeichnis "_bullet_outlines" befinden sich die Vektor-Fonts oder Outline-Fonts. Wer auch Type1-Fonts (Endung .PFB und .AFM) installiert haben will, kann diese z.B. in ein Verzeichnis "_truetype" kopieren, so ist es jedenfalls bei mir. Das Verzeichnis "_bullet" ist dann für Patches wie "FontCache" interessant. Auch TrueType-Fonts können mit Hilfe einer speziellen Library am Amiga genutzt werden, doch dazu später mehr. Locale"Countries" enthält Informationen zu einzelnen Ländern, "Languages" alle Sprachen, die man sich in "SYS:Prefs/Locale" eingestellt hat, "Catalogs" enthält die Kataloge diverser Programme in den jeweiligen Unterverzeichnissen ("Deutsch", "Englisch", "Suomi", "Svenska", usw.) Dasselbe gilt für "Help" - dort befinden sich die Hilfedateien der Programme im AmigaGuide Format. Ab und zu verirrt sich ein Katalog oder ein Helpfile in "HELP:" statt in "HELP:Deutsch", dann muß man eben umkopieren, wenn man Ordnung liebt. Classes"DataTypes", "Gadgets", "Images" und diverse Klassen-Dateien mit der Endung .class befinden sich hier. Hier muß und sollte man eigentlich überhaupt nichts verändern. Künftige Benutzer von CyberGraphX und Picasso96 könnten noch eine Sicherungskopie ihres picture.datatype anlegen. DevsIn "DEVS:" befinden sich Gerätetreiber mit der Endung .device und die Verzeichnisse "DataTypes", "DOSDrivers", "Keymaps", "Printers" und "Monitors". Also Datentypen, die beim Hochfahren in das System eingebunden werden, Geräte die gemountet werden sollen, Tastaturbelegungen die genutzt werden, Drucker, die verfügbar sind und verschiedene Bildschirmauflösungen. StorageIn Storage befindet sich alles, was auch in "DEVS:" sein könnte, allerdings nicht beim Starten automatisch aktiviert werden soll. Ich habe hier auch eine Schublade "WBStartup" errichtet, wo ich alle Programme aus "SYS:WBStartup" hinkopiere, wenn ich sie nicht (mehr) brauche. CAlle Befehle, Packer und sonstige kleine Tools die von der Shell aus aufgerufen werden, kommen sofort nach "C:", damit sie ohne Pfadangabe gestartet werden können. Bei mir gibt es da z.B. "BootSelector", "LhA", "DMS", "HFM", "DeTar", "UnTGZ", "UnZIP", "DefIcons", "GetModeID", "MPEGA", "NewIcons", "OpenDrawer", "P4FlashUpdate", "P4Info", "Play15", "PPMore", "PPShow", "PrepareEmul", "SCSIUtil", "TapGIF", "VT", "WhirlGIF", usw. LHier befinden sich alle Handler (Endung handler), Keyfiles für Shareware Programme, und diverse Filesysteme, z.B. "CDFileSystem", "FastFileSystem", bei mir außerdem "CacheCDFS" und "AmiCDFS" für mein CD-ROM. LibsEin Verzeichnis, das schneller anwächst, als einem lieb ist. Hier gilt lediglich, alle möglichen Libraries anzusammeln und stets darauf zu achten, daß man sich die neuesten Versionen installiert. Ein paar Programme erzeugen hier auch Unterverzeichnisse, z.B. "Picasso96". Alle Libraries haben die Endung .library und einen Version-String in der Datei, den man mit dem Befehl "Version" abfragen kann. RexxCHier befinden sich einige Rexx-Commands wie z.B. "WaitForPort" oder Kommandos um die Ablaufverfolgung von ARexx Skripten von einer Shell aus zu kontrollieren. Dieses Verzeichnis läßt man unangetastet. SEin einziger Sauhaufen, in dem sich Shell-Skripts, Keys für Shareware- Programme und Konfigurationsdateien befinden. Und dann sollten dort auch noch die Rexx-Skripts verweilen? Nein, es ist so schon genug Durcheinander. Ich habe in "S:" ein Verzeichnis "useless" eingerichtet, wo ich die weniger wichtigen oder unbrauchbaren Skripts und Config Dateien hineinkopiere, damit das "S:" selbst überschaubarer bleibt. SystemWichtige SystemTools, wie z.B. "Shell", "FixFonts", "IntelliFont", "NoFastMem", "Format" oder "RexxMast" befinden sich in dieser Schublade. Hier sollte man nicht herumpfuschen, die einzigen Programme, die ich hinzugefügt habe, sind "CDDiskCopy" und "CDFormat" aus dem CrossDOS-Archiv, sowie "DiskChg" und "CrossDOS" selbst. TVerzeichnis für temporäre Dateien, uninteressant. UtilitiesHier kommen alle kleineren wichtigen Tools hinein, die ein Icon besitzen und nicht von Shell aus startbar sind (ansonsten kämen sie ins "C:" Verzeichnis), sondern von der Workbench. Neben den bereits vorhandenen Programmen "More", "MultiView", "AmigaGuide", und "Clock" befinden sich bei mir auch noch "Visage", "Splitz", "Joinz", "ABTools", "SnoopDOS" und diverse Programme aus der NewIcons Distribution hier. Die ganzen DataTypes, die bei jedem Startup ins System eingebunden werden, werden zum Beispiel von "MultiView" genutzt, um Dateien verschiedenster Formate darzustellen. ToolsHier wird nichts herumgepfuscht, einzig neue Commodities können in die Schublade "Commodities" kopiert werden. Die einzig brauchbaren Programme sind sowieso nur "HDToolBox" und "Calculator". RexxIn unserem selbst geschaffenen "SYS:Rexx" kommen nun all die schönen praktischen Rexx-Skripts hinein. WBStartupHier zieht man Piktogramme von Programmen hinein, damit diese beim Start des Rechners automatisch ausgeführt werden. Dies geschieht nach dem Laden der Workbench, also erst nach der Ausführung der "s:user-startup". ExpansionEine selten benutzte Schublade für Libraries und Dateien, die mittels "BindDrivers" eingebunden werden müssen. Kommt vor allem bei alten Steckkarten (Expansion per ZorroII/III) vor. Und damit sind wir fertig mit der Betrachtung der Standard-WB und wenden uns nun endlich dem Upgraden der Workbench zu, und zwar im Mai. Einen Überblick geben wir jetzt schon:
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Bernhard Lukas ........... |
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