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SixthSense - Ein Grafikadventure

 
Ich war schon immer ein Fan von Adventures. Ich erinnere mich noch gerne an Spiele wie Space Quest, Monkey Island, usw. Nach längerem ist es also wieder so weit, es gibt ein neues Grafik Adventure, welches sich "Sixth Sense Investigations" nennt. Dabei steuert man ein Detektivgespann um die Welt vor einem ausgeflippten Wissenschafter zu retten.

  [Sixth Sense]
Verpackt ist das Ganze in einer Kartonbox (155x218x30mm) in der sich neben einer A4-Seite Werbung auch eine CD und das Handbuch befindet. Die CD steckt leider nicht in einer üblichen CD-Hülle, sondern ist nur von einer Papierhülle umgeben (wie wir sie vom Amiga-Magazin kennen). Das Handbuch ist in Form eines kleinen Notizblockes ausgeführt, in dem sowohl die deutsche, als auch die englische Vorgeschichte und die Anleitung zum Spiel zu finden sind. Benutzer mit schlechten Augen seien gewarnt, die Schrifthöhe der deutschen Beschreibung beträgt sage und schreibe 1 mm. Leider wird die Lupe, welche normalerweise jeder Detektiv sein eigen nennen sollte, nicht mitgeliefert.

 

Die Installation

 
Nach Einlegen der CD erscheint (wie so üblich) ein Piktogramm auf der Workbench, welches nach einem einfachen Doppelklick vier weitere Piktogramme zu Tage fördert. Neben einem Install gibt es auch ein README! und zwei weitere zum Starten des Spieles. Als braver Anwender öffnet man natürlich zuerst das README!. Dieses verrät einem dann in Englisch, daß es sich um die deutsche Version von "SixthSense" handelt. Warum der Text nicht in deutsch ist, bleibt mir ein Rätsel. Nachdem also nichts Weltbewegendes in dem README verraten wird, probiere ich es mit dem Install-Icon. Es fällt natürlich sofort auf, daß nicht der Standard-Installer vom Amiga verwendet wird, sondern irgendeine Abart davon. Diese führt dann in einer Mischung aus deutsch und englisch durch die weitere Installation. Man kann zwischen vier verschiedenen Installationen auswählen: "Zero" (0MB), "Light" (20MB), "Medium" (122MB) und "Full" (250MB). Je nachdem, was man also ausgewählt hat, wird dann gar nichts oder alles von CD auf HD kopiert. Ich dachte mir zuerst, ich probier mal das ganze nur von CD zu spielen, mußte aber leider feststellen, daß dann das Speichern eines Spielstandes (welches laut Handuch in Sekundenschnelle vonstatten gehen sollte) nur durch einen Reboot beendet werden konnte, wobei natürlich nichts gespeichert wurde.

 

Die Steuerung

 
Nach der Installation der "Light" Version also, war ich bereit, mich dem Spiel zu stellen. Die Steuerung erfolgt nach dem bewährten Grafik-Adventure Mausklick verfahren, dh. links stehen einem die möglichen Aktionen zur Verfügung und auf der rechten Seite wird das Inventory angezeigt.

[Parser]
Die bewährte Grafik-Adventure Steuerung
 
Duch einfaches Anklicken kann man so Handlungen durchführen. Die aktuell ausgewählte Aktion wird immer oberhalb des Parsers in einer Textzeile angezeigt. Handlungen, die dem Programm nicht zusagen, werden durch entsprechende Kommentare des gesteuerten Computerakteurs mitgeteilt. Für die Bewegung sorgt schon das Anklicken des entprechenden Zieles am Bildschirm. Den Weg dorthin findet unsere Computermarionette von alleine.

 

Das Spiel

 
Im Spiel übernimmt man die Steuerung von zwei verschiedenen Charakteren. Zum einen steuert man den Detektiv "Frank" und zum anderen seinen Gehilfen "Ben". Wobei allerdings immer nur mit einem der beiden gespielt wird, niemals gleichzeitig mit beiden. Manchmal erscheint auch noch der Geist "Arthur", wobei man jedoch keinen Einfluß auf dessen Handlungen hat.

[Bed]
Das Anfangszimmer des Spieles
 
Begonnen wird mit der Steuerung von "Frank". Man befindet sich in seinem Zimmer und fängt am besten damit an, die Sprachausgabe auszuschalten. Für mich klingen die Stimmen, welche verwendet wurden, einfach "leblos". Ich konnte mich auch nach längerer Spielzeit einfach nicht daran gewöhnen (vielleicht liegt es daran, daß ich Österreicher bin :) ). Außerdem mußte ich feststellen, daß manchmal die Sprachausgabe auch nicht funktionierte, soll heißen, das trotz eingeschaltener Sprachausgabe der Text angezeigt wurde. Im README wird darauf hingewiesen, daß so etwas passieren könnte, wenn man nicht viel Speicher (besonders CHIP-Ram) hat und daß man alle anderen Programme (oder Commodities) ausschalten sollte. Auf jeden Fall wird speziell darauf hingewiesen, daß man MCP vor dem Programmstart deaktivieren sollte, da dieses zu Abstürzen führen könnte. Und sollte man ständig irgendwelche Probleme haben, so ist es am Sichersten, das Spiel direkt nach einem "Boot without Startup" zu starten. Wie ich dann jedoch auf mein CD-Rom zugreifen soll, verschweigt die Anleitung (ja, ich weiß, ein "mount CD0:" genügt, aber ich bin nicht jeder).

Die Dialoge im Spiel sind teilweise recht witzig, aber manchmal kommt mir die Komik schon recht gezwungen vor und teilweise auch überspannt. Die Grafik ist ganz nett anzusehen und das Scrolling bei übergroßen Bildern läuft auch flüssig ab. Die zu lösenden Probleme sollten keinen erfahrenen Spieler allzu schwierig erscheinen. Probleme bereitet mir nur das Inventory. Aus irgendeinem Grund vervielfältigen sich bei mir die gesammelten Gegenstände, was im weiteren Spielverlauf doch sehr störend ist, da manche Gegenstände ja gar nicht mehr zur Verfügung stehen sollten. Ich bin leider aus Zeitmangel auch noch gar nicht dazugekommen, das Spiel zu beenden, aber große Hoffnungen auf ein großes Finale mache ich mir nicht.

 
Trotz langjähriger Wartezeit auf ein neues Grafik-Adventure konnte mich das Spiel nicht unbedingt aus den Socken reißen. Es ist zwar recht nett gemacht, aber es konnte mich einfach nicht vor dem Bildschirm fesseln. Für den einmaligen Zeitvertreib und die Ablenkung vom tristen Alltag ist es aber auf jeden Fall geeignet. Und wer wieder mal ein anders Spiel genießen möchte, kann ruhig zugreifen.
 
 
Grafik [80]/[100]
Animation [70]/[100]
SFX [75]/[100]
Music [75]/[100]
Gameplay [80]/[100]
Dauerspaß [50]/[100]
OS-Friendly [60]/[100]
Gesamt [75]/[100]
 

Bernd Gollesch ...........

 
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