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Uropa 2 (2.Versuch) - Rettet den Jupitermond!Was für eine Ironie des Schicksals: ich teste ein Spielchen namens Uropa 2 und fühle mich gleichzeitig selbst wie ein Ur-Opa. Nicht wegen rheumatischen Beschwerden, und auch Herzschrittmacher habe ich noch keinen, aber immerhin einen störenden und unpraktischen Gips an der rechten Hand. Liebe Leser, wenn Ihr einmal frustriert seid, dann haut bitte bloß nicht mit der rechten Hand gegen die Wand, schon gar nicht als Rechtshänder: Ihr könntet Euch dabei den fünften Mittelhandknochen brechen... Der Frust kam allerdings nicht vom Spiel, denn das habe ich so richtig erst mit Gips getestet, also passierte jene Aktion schon vorher. Jedoch ist das gleichzeitige Bedienen von Tastatur, Joystick und Maus für einen Uropa wie mich auch ganz schön frustrierend! Aber sei´s drum: das Game hat durchaus etwas Besonderes, das sei mal vorweggenommen! Wenn es eine Vorgeschichte gibt, dann sollte man sie auch im Testbericht erwähnen. Vor allem, weil sie an Innovation und Genialität mit dem Großteil der Spiele mithalten kann (hehe, das war jetzt ein bisserl sarkastisch, gell?): irgendwann in der fernen Zukunft führen die Menschen interstellare Kriege und bekommen dabei ganz schön eins auf den Deckel. Danach wird InterCorp gegründet, eine Organisation, die aus Menschen und Druiden (Tektiten, Kapones) besteht und sich um die Sicherheit der Menschheit kümmert. Auf dem Jupitermond Europa gab es auch eine Kolonie. Sie wird wegen der strategisch günstigen Position des Mondes wiederaufgebaut, und der Mond wird in Uropa 2 umgetauft (nein, wie originell!). Dort fangen irgendwann die Kapones an, mit den Feinden der menschlichen Rasse zu kooperieren und das Projekt zu sabotieren. Um das Problem in den Griff zu bekommen, wird die Tektiten-Elitetruppe eingesetzt, und der Spieler ist einer von ihnen. Die Vorgeschichte ist übrigens zum Teil in ein nettes, gerendertes Intro verpackt. In einem prachtvollen und umfangreichen Missionen-Komplex soll nun den aufrührerischen Verrätern der Garaus gemacht werden. Jede Mission muß erst einmal absolviert werden, bevor man eine neue starten kann (es gibt derer zehn). Sie beinhaltet einige einzelne Missionsziele, die man nach Möglichkeit erfüllen sollte; wenn es einmal nicht ganz nach Plan klappt, kann man zwar weiterspielen, aber es ist nicht gerade förderlich für Phase III. Selbige wird nämlich in 12 Stunden gestartet werden, und bis dahin muß der Spieler Phase II, also seine Missionen, irgendwie absolvieren. Klingt irgendwie nach Zeitstreß, hm? Ist aber nicht so schlimm, denn Streß ist auch sonst kein Fremdwort nicht. Natürlich kann (und sollte) man jederzeit abspeichern (und das beliebig oft). Soviel zu den Grundvoraussetzungen. Das Spiel selbst gestaltet sich auch recht interessant, zumal es aus zwei Teilen besteht: in diversen Basen läuft (bzw. schwebt) man in Iso-3D-Komplexen herum (à la Darkmere & Co.), und auf der echten 3D-Oberfläche von Uropa hovert man im Hover-Gefährt herum (was an die Luftkissenfahrten aus Armour Geddon erinnert). Und beide Teile seien in den folgenden Absätzen genauer beschrieben: Der Iso-3D-Teil ist irgendwie eine Mischung aus Impossible Mission (man kann alles durchsuchen) und Alien Breed (Computerterminals, diverse Waffen, Tools, Gegner, Türen, ...), graphisch eingebettet in lauter einzelne nicht scrollende Räume. Dummerweise laufen abgesehen von (per Teleporter) zu rettenden Menschleins, die teils erst mal befreit werden müssen (das bedeutet: such den passenden Code!), nur böse und nicht gerade leicht bewaffnete Kapones in verschiedener Ausführung herum. Dies macht einem doch das Leben schwer. Ach ja, ein wesentlicher Bestandteil sind die Credits. Man braucht sie, um Ausrüstung für sich selbst und den Hover zu beschaffen oder um Informationen aus Terminals downzuloaden. Umgekehrt kann man durch uploaden Credits erstehen, solche irgendwo finden oder durch Abschuß von feindlichen Hovers verdienen. Was man nun beispielsweise alles erstehen kann: da wären einmal Waffen. Anfangs führt man ein mickriges Laserschwert - wer will da nicht gerne lieber mit furiosen Blastern durch die Gegend ballern? Zweitens gibt es Zusatztools für die Waffen (Cooler gegen Überhitzung, Autofire, ...) und natürlich Munition. Drittens Verpflegung, denn die Energie schwindet bei ungesunden Feindkontakten rasant dahin. Viertens Bomben verschiedenster Art, mit welchen man vorsichtig hantieren sollte. Und es würde mich nicht wundern, wenn ich viele Dinge noch gar nicht entdeckt habe! Ach ja, Infos gibts auch zu kaufen, wie schon gesagt. Und Ausrüstung für den Hover (Raketen, Treibstoff, ...) sowieso. Genial ist auch, daß man schon recht bald in der ersten Mission durch die geniale Erfindung irgendeines Professors (Dr. Jekyll?) in einen Kapone transformiert wird, das aber nur 15 Minuten lang, und dann "maskiert" und in Eile durch die von Feinden nur so gespickten Ebenen hirschen kann. Man sollte sich aber gut überlegen, was man in dieser Zeit alles macht. Bereits hier kommen Adventure-mäßige und strategische Elemente zum Vorschein. Zuvor muß man aber erst eine Tür per Zeitbombe sprengen und sollte das rechtzeitige Verdrücken nicht vergessen, sonst wird man von der Bombe ganz ver-, äh zerdrückt. :-) - Selbst das Durchsuchen von Mistkübeln und Betten will zeitlich wohldosiert sein (am besten erst speichern, dann testen etc.), denn Kapones sind nicht zimperlich, was Überraschungsbesuche anbelangt. Und der direkte Kampf ist auch nicht bloß ein "ich geh hin und drück ein paar Mal Feuer, bis er tot ist"; wer länger leben will, kämpft mit Köpfchen. Das "Herumgehovere" auf der Oberfläche des Mondes ist graphisch gesehen eher zweckmäßig gestaltet, wobei sich allerdings der Detailgrad einstellen läßt; man bewegt sich herum, sammelt Gegenstände auf, ballert auf Gegner per Laser oder Lenkraketen, wird selbst unter Beschuß genommen, lädt seine Power an Aufladestellen auf und sucht Eingänge zu neuen Basen. Dies alles in beliebiger Kombination und Reihenfolge. Da alles so glatt und flüssig abläuft (auch eine simple, jedoch sehr praktische Map ist vorhanden - dies übrigens auch im Iso-3D-Teil mit Automapping!), macht es auch einigermaßen Spaß. Ein vom Hocker reißender Actionknaller ist es nicht gerade, aber nichtsdestotrotz recht unterhaltsam und spannend und gut zum Konzept passend. Und hochinteressant ist auch die Möglichkeit der "HoverWars": per seriellem Kabel können so zwei Amigianer gegeneinander antreten. Daß so etwas irre Spaß machen kann, kennen einige von uns sicherlich von Games wie "Transplant"... Da ich schon von der Map sprach, erwähne ich gleich noch ein paar allgemeine Features. Alle Texte von Infos, Missionsbeschreibungen und gesendeten Nachrichten werden zusätzlich per Sprachausgabe vorgelesen, was in der Tat recht nett klingt. Man kann diese auch ganz nach Wunsch einzeln löschen, sonst bleiben sie nämlich allesamt gespeichert, z.B. für Upload-Zwecke. Während des Spiels lassen sich jederzeit die Preferences ändern und Spielstände laden oder speichern. Die Inventar-Handhabung ist auch recht handlich und übersichtlich. Die Grafik ist, wie so oft, nicht gerade allererste Sahne, sondern eher zweckmäßig ausgefallen, aber Grund zum Meckern besteht auch wieder nicht. Sound und FX fügen sich recht gut in die Stimmung des Spiels ein bzw. untermalen diese auf passende Weise. Mit der Steuerung könnte man anfangs seine kleinen Nöte haben, da sowohl Maus als auch Tastatur vonnöten sind - wer will, kann sich auch noch einen Joystick antun, aber mit dem kann man sich nicht mal schnell bewegen im Iso-Modus. Und das kann oft überlebenskritisch sein! Ansonsten glaube ich, daß man sich recht bald daran gewöhnen kann. Mit Gips dauert´s halt etwas länger. ;-) Mindestvoraussetzung ist ein 68000er, 1 MB Chip & 1 MB Fast Ram, ein 4x CD-Rom und eine Festplatte. Aber empfohlen wird ein 68020+ und mehr Fast Ram. Grundsätzlich wird alles weitere ausgenützt: AGA und mehr Ram können also genausowenig schaden wie flinkere Harddisks & CD-Laufwerke. Wie bei allen Games von Vulcan gibt es die Demoversion an allen Ecken und Enden zu finden - wer also lieber testspielt, kann sich diesen Wunsch mit Leichtigkeit erfüllen. Und ebenfalls kaum noch nötig zu erwähnen ist die Tatsache, daß wie immer eine ausführliche Anleitung in allen notwendigen Sprachen inkludiert ist. Abschließendes Urteil: ein zumindest sehr interessantes Spiel, das für eine Menge Spaß und Spannung sorgen kann - im Prinzip fast schon ein Genre-Mix aus den bereits zitierten Spielen... Abwechslung garantiert! Wenigstens anschauen sollt´ sich´s ein jeder...
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Wolfgang Lukas ...........
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