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| AriadneII |
 
 

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AriadneII - Stauben jetzt alle ab?

 
Wenn man den Werbeaussagen von VillageTronic glauben darf, ist die Ariadne-II mit der ersten Ausgabe dieser Netzwerkkarte nur mehr entfernt verwandt. Aber alte Bekanntschaften soll man bekanntlich pflegen und so machte ein Kölner Exemplar sich auf, den anderen hier den Staub von den Chips zu blasen.

 
Auf der Messe konnte man endlich mal zusehen, wie nun bei VillageTronic so der "Verpackungs- und Postdienst" arbeitet, denn vor Kundenaugen kamen die Karte, Handbuch, Disketten, Terminator, T-Stück und Registrierungskarte in die Schachtel. Somit konnte sich jeder davon überzeugen, daß auch wirklich alles drinnen ist.

Die ordentliche Stabilität der Verpackung ermöglichte auch den sicheren Heimtransport und dort wanderte die neue Ariadne sogleich in den 4000er, auf dem der Wildfire-Artikel entstand, für den ja die CD per Envoy 3 gemounted wurde. Als erstes kann man somit sagen, daß die Karte funktioniert und das tut, was sie soll.

 

Zwei Disketten, und nun?

 
Blöde Frage, Software auf Disketten gehört installiert, noch dazu, wenn es ein vollständiger TCP-Stack zu einer Netzwerkkarte ist. In diesem Falle sind auf den beiden mitgelieferten Disketten eine auf die Ariadne-II angepaßte Version des Genesis enthalten. Dieser AmiTCP-Nachfolger mit Konfigurations-Oberfläche benötigt zum Funktionieren aber auch noch MUI. Nur steht das nirgends in dem englischen Handbuch (die deutsche Version wird es bei Bedarf als Postscript-File geben) und wenn man dann GenesisPrefs oder auch Genesis startet, passiert einfach mal gar nichts. Nicht so nett.

Das Problem ist aber noch ein ganz anderes: wie, bitteschön, bekomme ich ein MUI-Archiv, das über 1MB groß ist, auf einen Rechner, dessen Netzwerkkarte noch nicht konfigurierbar ist, nur über ein DD-Floppy-Laufwerk und über kein CD-ROM verfügt. Die Lösung dieses Dilemmas wird die UNIX-Männer sicher freuen, denn entpackt man das MUI-User-Archiv und packt es mit tar und gzip neu zusammen, ist das resultierende Archiv nur mehr ca. 750KB groß und kann gemütlich per Diskette zum anderen Rechner gebracht werden.

 

Zwei Icons, und nun?

 
Die Installation der Ariadne-Software, die tunlichst nach der MUI-Installation durchgeführt werden soll, da sonst einige Dateien einfach nicht kopiert werden, erfolgt an sich aber problemlos und erzeugt im gewählten Verzeichnis einen eigene Ordner, in dem die Icons für Genesis und GenesisPrefs erzeugt werden. Ersteres dient zum Start des Stacks und wird sogleich in die WBStartup verschoben, Zweiteres konfiguriert den TCP-Stack.

Beim ersten Start eines der Beiden wird aber um Registrierung gebeten; eine Karte mit langer Nummer ist hoffentlich mitgeliefert. Dabei unterscheidet sich die Oberfläche in nichts von dem bei der Netconnect 2 mitgelieferten Version von Genesis, es ist ja auch das gleiche Programm.

Die Konfiguration des Stacks ist mittels der Guides von Genesis relativ leicht möglich, ein wenig Ahnung von IP-Adressen, Netzstrukturen und TCP-Stacks sollte man aber schon haben; Grundlagen dazu sind in unseren TCP-Artikeln nachzulesen.

 

Zwei Stecker?

 
Die Karte unterstützt, wie auch ihre Vorgängerin, sowohl 10Base2 (das gewohnte Koaxialkabel-Ethernet), als auch 10BaseT (Twisted Pair, zur Verbindung zu Hubs, Kabelmodem, ...). zur Erkennung der ordnungsgemäßen Verbindung am 10BaseT-Strang sitzt am Slotblech der Karte auch eine LED, die beruhigend grün leuchten kann, wenn alles paßt. Wie bisher ist allerdings auch diese Karte nur eine 10Mb/s-Version.

Während die erste Version noch zwei parallele Schnittstellen bot, sind bei dieser Karte selbige nicht mehr ausgeführt und auch keine entsprechenden Treiber mitgeliefert. In Köln wurde aber verraten, daß die auf der Ariadne-II vorhandenen Stiftleisten die Signale eines ISA-Busses darstellen. Ende Dezember soll dazu, wie auch zum PCI-Bus der PicassoIV, eine Entwickler-Doku herauskommen, auf daß die Leisten nicht so nackt stehen bleiben. Gedacht sei in diesem Zusammenhang zum Beispiel an diverse I/O-Karten.

 

Nur zwei Seiten?

 
Nein, nein, das Handbuch ist schon dicker, in der üblichen VillageTronic-Spiralbindung. Es beschreibt die Installation der Karte in 2000er, 3000er und 4000er und den Anschluß des Netzwerkkabels.

Die Installation der Software kommt ein klein wenig zu kurz weg: sie beschränkt sich darauf hinzuweisen, daß ein Doppelklick genügt, zu einem funktionsfähigen Netzwerk zu kommen. Das Programm führe durch die Installation.

Gewohnterweise findet sich auch wieder ein kurzes Kapitel über die Geschichte und die Funktionsweise des Ethernets und die beiden Monitoring-Tools werden auch beschrieben. Mit SanaIIDevStat können einige statistische Funktionen über das Device ausgelesen werden, und SanaIITrackType erlaubt einen Überblick über die Pakete, die über das eingestellte Device laufen.

Ein eigenes Kapitel für die Erstellung der Environment-Files zur Ariadne II vor einem kurzen Abriß über Problembehebung wird gefolgt von der Beschreibung der Jumper und LED-Anschlüsse. Im Unterschied zur Ariadne I sind keine LEDs mehr auf der Karte, mit der Argumentation, daß im Inneren des Rechners sie sowieso keiner sehen würde, und der, der sie wirklich braucht, könne sie ja an den vorhandenen Anschluß hängen. Eine Begriffserklärung und der Index beschließen das scheinbar viel zu dünne Handbuch, in dem aber außer der Beschreibung des TCP-Stacks Genesis (die in .guide-Form auf den Disketten zu finden ist) alles erklärt wird, was zur Verwendung der Karte nötig ist. Es ist halt so einfach.

 
Die Geschwindigkeit, mit der Daten per FTP übertragen werden, hängt natürlich stark von der dahinterliegenden CPU ab, aber um einige Anhaltspunkte zu geben, hier ein paar Benchmarks:

Client Server Datenrichtung Datenrate
AriadneII Apollo put 285.18 K/s
get 281.89 K/s
AriadneII NeXTstation put 313.28 K/s
get 273.46 K/s
AriadneII Ariadne put 253.97 K/s
get 4.53(!!) K/s
 
Konfigurationen:

- AriadneII: A4000, Cyberstorm 060@50, 604@233
- Ariadne: A2000, GForce 030@40
- NeXTstation: 040@25
- Apollo: DN5500 040@25
 
Es wurde jeweils ein 1.960.704 Byte großes ASCII-File im Binary-Mode übertragen. Im ASCII-Modus sind die Datenraten deutlich geringer. Das Netz ist in allen Tests ansonsten unbelastet.

Interessant ist der Einbruch der Datenrate bei der Verbindung zwischen den beiden Ariadnes. Dieser geringe Wert ist aber kein Ausreißer, sondern beliebig oft reproduzierbar. Der Grund dieses Einbruchs ist nicht ersichtlich, da andere Verbindungen (sowohl abgehend als auch ankommend) ohne Probleme zustande gebracht werden. Zum Vergleich seien hier aber auch noch ein paar andere Verbindungen im gleichen Netzsegment durchgeführt:

Client Server Datenrichtung Datenrate
Ariadne Apollo put 287.50 K/s
get 189.96 K/s
Ariadne NeXTstation put 318.07 K/s
get 221.10 K/s
NeXTstation Ariadne put 291.34 K/s
get 309.75 K/s
NeXTstation Apollo put 267.86 K/s
get 248.50 K/s
Apollo Ariadne put 284.16 K/s
get 276.15 K/s
Apollo NeXTstation put 268.59 K/s
get 268.60 K/s
 
 

Zwei Systeme?

 
Mit dabei auf den Disketten ist ein Karten-Treiber für den Amige-Novell-Client ACS von Oxxi, mit der die Ariadne II Zugang zu bestehenden Novell-Netzwerken erhält.

Da die Karte und der Treiber beide von mehreren Protokollen gleichzeitig verwendet weredn können, ist auch der Einsatz von zum Beispiel Envoy gesichert. Ein erster Test mit dem neuen Envoy 3, das nun auch Wechselmedien transparent ex- und importieren kann, hat das eindrucksvoll bewiesen.

Da der TCP-Stack Genesis der gleiche ist, wie auf der NetConnect v2, ist auch hier kein NFS-Dämon dabei und es gibt immer noch nur einen kommerziellen bisher.

 

Zwei Worte noch?

 
Mir g'fallt's. Sie funktioniert, ist schön aufgebaut, ästhetisch geroutet, leicht eingebaut und ihr Geld wert. Die Zukunft wird sicher noch interessant, denn mit der Hydra und der ConneXion gibt es ja derzeit auch schon Konkurrenz und die erste 100MBit/s-fähige Netzwerkkarte für den Amiga soll als AddOn zur IOBlix demnächst erscheinen.

Der Preis der Karte ist für die vergleichsweise geringe Produktionsmenge auch erfreulich nieder gehalten und so kann sich VillageTronic beruhigt dem nächsten Projekt zuwenden (wie wär's denn mal mit einem Voodoo-3Dfx-AddOn für die PicassoIV?).

Bedienung [80]/[100]
Features [75]/[100]
Qualität [85]/[100]
Preis/Leistung [80]/[100]
Stabilität [95]/[100]
Dokumentation [70]/[100]
Gesamt [90]/[100]
 

Oliver Gerler ...........


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