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The Digital Universe V1.03Astronomie hat mich schon immer sehr interessiert und fasziniert. Leider habe ich mich trotzdem nie als Amateur-Astronom betätigt, was ich mittlerweile ebenso bedaure wie das Faktum, daß ich zusätzlich zur Technischen Physik die Astronomie eigentlich 2 Semester lang fast völlig umsonst inskribiert habe. Alles, was ich davon hatte, waren ein paar vereinzelt besuchte Vorlesungsstunden und ein Haufen kopierter Skripten. Und mein Wissen? Das ist immer noch peinlich beschränkt. Aber das wird sich jetzt ändern! Denn ich halte ein geniales Testobjekt in meinen Händen. Genauer gesagt hält es das CD-LW in seinen motorischen Fängen. Aber selbst das ist im Moment nicht mehr der Fall, denn das Teil, von dem ich spreche, läßt sich voll und ganz auf Platte installieren und verbraucht vielleicht 17 MB. Es kommt ohne multimedialen Schnickschnack daher, der zwar meist recht nett und eindrucksvoll ist, aber andererseits oft multilinguale Flüche provoziert. Wozu braucht der Wissenschafter, den die Materie interessiert, hundert Zwischenanimationen, die sich vielleicht nicht mal abkürzen lassen und noch dazu eine reine Platteninstallation genial verhindern (oder wenigstens erschweren)? Womit ich das Programm "The Digital Universe" von den Kanadiern von "SYZYGY Research & Technology Ltd." gleich zu Beginn mal kräftig gegen alle potentiellen Unk-Zwischenrufe verteidigt habe. In der Tat kommt das Astronomie-Tool, mit dem man hauptsächlich den Nachthimmel gefinkelt erforschen und sich auch durch haufenweise Infos zur gesamten Materie weiterbilden kann, ohne jeglichen Schnickschnack aus. Zu Beginn ein eher schlichtes "Intro", das eigentlich nur mit typischen About-Infos und Credits aufwartet. Im Programm selber herrscht Stille, also keine Musik und keine FX, bis auf ein paar historische Samples wie z.B. von der Mondlandung, wenn Armstrong beim ersten Aufsetzen seiner Füße auf dem Erdtrabanten seine berühmten Worte lallt. Also grundsätzlich Mimimalismus zum Zwecke der Konzentration auf das, was den Forscher eigentlich interessiert. Vor mir der Nachthimmel. Viel Schwarz, ein paar Sterne als Punkte sind zu sehen. Klickt man in eine Region, an der Objekte zu sehen sind, öffnet sich ein Informationsfenster mit so ziemlich allen relevanten und verfügbaren Informationen. Die bekanntesten Dinger bieten dann noch zusätzliche Infos in einer Art Amiga-Guide-Format mit vielen Querverbindungen, immer wenn relevante Stichworte auftreten. Ich habe da mal ein bisserl in den Infos "herumgesurft" und zu meinem Leidwesen festgestellt, daß es zwar ein paar nette Bildchen gibt, aber keine vom Marsgesicht. Als ob es die Fotos nie gegeben hätte. Grummel! Wollen uns wohl den Spaß an Spekulationen und Theorien verderben. Naja, egal. Ungleich faszinierender ist das Faktum, daß man so ziemlich alles einstellen kann, was irgendeinen Einfluß auf das Bild haben könnte. ![]() Zunächst der Standort. Wir haben sogar Wels, Steyr, St.Pölten zur Auswahl - aber ich entscheide mich natürlich für Graz. Ein Kreis am Himmel markiert den von Graz aus sichtbaren Ausschnitt. Als nächstes stelle ich alle Breiten- und Längenkreise ein, Deep-Sky-Objekte, den von der Erde geworfenen Schattenbereich und weiß der liebe Gott was noch alles. Siehe da, der Himmel wimmelt plötzlich von Dingern! Man kann sogar spezielle einzelne Objekte (Kometen, ...) anzeigen lassen, nach ihnen suchen, oder sich aussuchen, bis zu welchen Größenordnungen Objekte angezeigt werden sollen. Beeindruckend. Natürlich kann man nach Herzenslust herumzoomen und hat plötzlich Planeten samt Monden im Visier. Die tragen dann auf Wunsch nette Texturen, die ewig lang Pixel für Pixel berechnet werden, aber dennoch immer gleich aussehen (war zumindest beim Mars der Fall). Vielleicht fiel ich aber auch nur meiner Unwissenheit zum Opfer. Ich werde das noch genauer erforschen!
Nun zur Berechnung des Nachthimmels. Auf meiner 68030/50er Blizzard (am 1200er) braucht so ein normaler Ausschnitt doch 5-10 Sekunden, je nach Detailstufe. Es kann auch eine Minute draus werden, wenn ich wie ein Irrer alle bekannten Sternchen, Objekte und sonstigen bunten Details auf dem Screen haben will. Ein automatisches Time Advancement (Schritte beliebig wählbar, auch Sekunden!) ist also leider nicht so toll. Manuell gehts aber auch. Ich habe mir mal in den Readme-Files angesehen, was so alles zur Berechnung verwendet wird. Da sind die neuesten Algorithmen am Werk, und auch noch so kleine Bugs, die ein paar Sekunden Fehler bewirken, wurden (soweit entdeckt) ausgemerzt. Die Berechnungen werden bis in den Sub-Bogensekunden-Bereich durchgeführt. Die Liebe zum Detail ist also genau dort vorhanden, wo man sie braucht! Da kann man schon verschmerzen, daß graphischer Schnickschnack fehlt. Wir wollen ja kein Pseudoprodukt. Ein paar Bugs sind mir aber doch aufgefallen: beim manuellen Time Advancement malt er manchmal einfach das neue Bild über das alte (könnt aber fast Absicht sein: man sieht die Bewegung vom Mars viel besser, und per Redraw kommt dann eh das aktuelle Bild ;-)), und manchmal beim Öffnen und Schließen eines Preferences-Fensters (derer gibt es viele! lechz) wird das Bild unnötigerweise neu berechnet, aber eben nicht immer. Naja, Bugs sind dazu da, daß man sie vernichtet. An solchen Kleinigkeiten solls nicht scheitern! Man sollte vielleicht noch anmerken, daß die Informationen zum Teil nicht am neuestens Stand sind: zum Beispiel fehlen Details und Ergebnisse über die wohl als geplant erwähnten Mars-Global-Surveyor- bzw. -Pathfinder-Missionen. Aber da werden uns doch hoffentlich noch Updates beschert werden (kann ja nicht so schwer sein). Notfalls holt man sich die Infos dazu halt aus dem Netz, denn wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg.
Dann seh ich mir auch noch die Encyclopaedia an (oder wie sie auch immer genannt wird) und durchforste alle Themenkreise, von den alten Griechen über Kosmologie, Sternenlebenszyklen und schwarze Löcher bis zum Stephen Hawking. Es ist alles da. Vielleicht fehlt hier und da ein kleines bißchen, und die reine Info ist im wahrsten Sinne des Wortes sehr grau, aber was solls. Ich jedenfalls sehe meiner astronomischen Zukunft nun wieder viel motivierter ins Auge! Ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten, und "The Digital Universe" ist das erste solche Produkt, mit dem ich mich beschäftige. Aber ich muß sagen, es scheint sich zumindest das Anschauen und Testen durchaus zu lohnen. Also sollten sich alle Interessenten gleich mal die Syzygy-Homepage vornehmen. Das Produkt erscheint wie gesagt auf einer Schillerscheibe, und das zum Preise von etwa 599 Öschis (als Euro-Skeptiker verweise ich bloß auf den Umrechnungsfaktor von 1 Euro = etwa 14 öS, hehe). Und natürlich hat das Ding auch Mindestanforderungen, aber die sind offensichtlich nicht erwähnenswert, zumindest konnte ich keine entdecken. Sagen wir mal so: zum vernünftigen Arbeiten braucht man sowieso ein bisserl Power im Kasten und brauchbare Auflösungen. AGA ist aber nicht Grundvoraussetzung für das Programm. Außerdem bietet Syzygy 90 Tage Garantie auf ihr digitales Universum. Falls die CD ohne eigenes Verschulden eingehen sollte... Zu guter Letzt noch die Bewertungsbox, beruhend auf purer Subjektivität des Testers, der hier reinste Willkür walten läßt! :-)
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Wolfgang Lukas ...........
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