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When the moon hangs soft and low, catching stardust in the night(John Cafferty & The Beaver Brown Band) Historisch betrachtet ist die Geschichte des Amiga eine traurige Geschichte, ein kurzes Aufflackern einer mittleren Sternschnuppe am Himmel des Kapitalismus, keine Supernova, aber auch kein schwarzes Loch. Ein technisches Meisterwerk trat ein in die Atmosphäre und verglühte am nächtlichen Himmel, einen wenigen vorbehalten, welche sich noch die Zeit nehmen, nachts in die Sterne zu sehen und über die grundlegenden Dinge des Lebens nachzudenken. Menschen eben, welche sich Gedanken machen, Gut und Böse abwägen, eigene Philosophien entwickeln und versuchen, danach zu leben. Nun, ganz verglüht ist der Amiga nicht, er ist aufgeschlagen, irgendwo, für weniger Engagierte vergleichbar mit dem Rosswell-Zwischenfall. Irgendwer kennt irgendwen, der schon einmal davon gehört hat und quasi direkt daneben gestanden ist und deshalb genau zu berichten weiß, was eigentlich Sache ist und eines ist ganz gewiß: "THEY ARE NOT GREEN!" Wirklich übriggeblieben sind die Freaks, die Individualisten, sie haben sich zusammengeschlossen zu einer Gemeinschaft, die im Netz als die Amiga Community bezeichnet wird. Wir lieben unser System, sind enthusiastisch wie es nur ein von Propaganda verseuchtes Volk sein kann, mit dem Unterschied daß es für unser System nicht die geringste Propaganda gibt, gut, was gibt es schon groß zu propagieren? Die November-Box? Kuckuck-Kuckuck? OS-3.5, 4.0, 5.0, 2000-Server??? Das einzige, was die Gemeinschaft erreicht, sind wage Gerüchte, Statements von jemandem namens "fleecy" werden ernster genommen als Petros Aussagen bezügleich des PPC. Fleecy ist ein Koffer, Petro ein Looser und die Amis sowieso völlig daneben - weitergehen tut in Wirklichkeit nix, und man fragt sich, wovon die solange leben, weil Geld kommt offensichtlich keines rein, weil es ja nix gibt, was man vermarkten und damit verkaufen könnte und warum sponsort Gateway das Ganze? Mitleid? Enthusiasmus? Schlechtes Gewissen? Steuerabschreibungsposten? Naah - Gateway sind Amis - die denken daran, was sie verdienen können. Wir Europäer mögen das vielleicht als engstirnig und kapitalistisch-verwerflich bezeichnen, aber um die weisen Worte eines ausgewanderten Österreichers zu zitieren: "Ein gutes Geschäft ist nur dann gut, wenn Käufer, Verkäufer und Umwelt profitieren." (Franz Stronach). Um dieses Zitat auf die Amiga-Gemeinschaft zu projizieren bedarf es zwar etwas Phantasie, aber ich gehe einmal davon aus, daß nur Amiga-Benutzer bis hierher gelesen haben und derartiges daher voraussetzbar ist. Wie auch immer, Gatway will Geld scheffeln, no-nah, und im Moment haben sie es noch nicht so sehr nötig, sie können also für die Zukunft bauen. Bah, das haben wir Amiga-User satt, scheiß auf die Zukunft, wir wollen neue Systeme - JETZT! - und sie müssen besser sein als alles, was es auf dem Markt gibt und billiger. "Amiga - Back For The Future - next year sure!" Wir alle kennen das, mehr als genug, und wir haben es satt, all diese Durchhalteparolen und "wir sind die Besten"-Gschichtln. Faktum ist: AI/AT tun nix, es passiert nix, alles geht den Bach runter. An dieser Stelle sollten wir alle kurz einmal innehalten, aufhören zu schimpfen, die alten News wieder auspacken, zwischen den Zeilen lesen und versuchen nachzudenken, was wir selbst im letzten Jahr auf die Beine gestellt haben? Nah? Nix übriggeblieben unterm Strich? Viele Leute lernen Geschichte, aber nur die Wenigsten lernen daraus. Die Geschichte lehrt uns, daß man einen Krieg nur erfolgreich beenden kann, wenn man über die nötigen finanziellen Mittel und die damit verbundene Infrastruktur verfügt und leider herrscht am Computermarkt derzeit Krieg, heute mehr denn je und das Klima wird voraussichtlich nicht besser werden, im Gegenteil. Was hat das jetzt mit der Amiga-Tragikomödie zu tun? AI/AT tun nicht nix, die arbeiten sehr hart, naja sagen wir, sie arbeiten, aber sie arbeiten an etwas von weitaus größerer Tragweite als OS3.5 oder die November Box, sie arbeiten an einer funktionierenden, politischen Struktur für eine Plattform, welche niemals käuflich sein soll. Politische Strukturen eigenen sich an dieser Stelle hervorragend, um die einzelnen Plattformen untereinander zu vergleichen. Nehmen wir einmal Windows: Ein totalitäres Regime, eine Diktatur, bestens propagiert und hirarchisch organisiert mit Funktionären in MS-Uniformen, welche die ideologischen Dogmen dem Pöbel eintrichtern oder ihn an den Pranger der Dummheit stellen, je nachdem wie es dem MS-Obergefreiten gerade passt. Oder Linux: Die reinste Anarchie, hier zählt das Recht des Stärkeren, Schwächere sollen dumm sterben. Apple? Das altösterreichische Kaiserreich, bekannter, weil schillernder und repräsentativer als die Bananenrepubliken der diversen Unix-dialekte. Was fehlt ist ein demokratisches System, weniger radikal, dafür umsomehr auf das Wohl der Benutzer und Entwickler bedacht. Sowas läßt sich dann auch verkaufen. Diese Lücke scheinen AI/AT wirklich erkannt zu haben. Die Bestrebungen so einer Art von Senat zu schaffen, in welcher sowohl Hersteller als auch Entwickler und Benutzer entscheidende Worte mitzureden haben, scheinen mittlererweile weitestgehend abgeschlossen zu sein. So betrachtet hätten AI/AT Gewaltiges geleistet. Das ganze beruht NATÜRLICH nicht auf offiziellen Meldungen, sondern repräsentiert ausschließlich das, was ein optimistischer Amiga-User zwischen den Zeilen herauszufiltern versucht, um einen Grund zu haben, seinem Lieblingsystem weiterhin treu zu bleiben, und ist daher als rein hypothetisch zu betrachten. Für die Computer'98 sind ja sehr tiefschürfende Bekanntmachungen seitens AI/AT angekündigt worden, näheres dazu kann man in unserem Extrablatt kurz nach der Messe erfahren, ebenso haben wir geplant, in einem Pilotprojekt, die Meinungen der Redakteure zu spezifischen Themen zu veröffentlichen. Hoffen wir das Beste, mehr können wir im Moment nicht tun, allerdings würde ich mich freuen, könnten einmal die folgenden Worte meine .signature zieren: S.P.Q.A. - Senatus PopulusQue Amigae |
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Stephan Bischoff ........... |
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