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CybervisionPPC - Where do you want to crash today?

 
Hoch gepriesen wird die neue Grafikkarte aus dem Hause Phase5 alleine schon von der Leistung, die in Form eines Permedia2 in ihr steckt. Aber hält die Karte auch das, was die Specs versprechen? Robert Niessner hat sich das Teil bereits besorgt und auf Herz und Nieren geprüft.

 

Die Verpackung, ein Meisterwerk von Hundertwasser - quadratisch, praktisch, gut

 
Nach (für Phase5-Verhältnisse) ungewöhnlich kurzer Lierferzeit konnte ich meine neueste Hightech-Errungenschaft bei PointDesign abholen. Ein wenig enttäuscht war ich schon von der Verpackung. Hatte die Cybervision64 doch noch ein auf hypermodern gestyltes Cover, so erhielt ich hier nur ein braunes Kartonpäckchen mit Seriennummeraufkleber. Naja, außen pfui innen hui. Schnell nach Hause, mit zitternden, ungeschickten Fingern die Verpackung aufgerissen - das Gefühl kennt jeder, der sehnsüchtig auf neue Hardware gewartet hat :-)

 

Der Inhalt, ein Meisterwerk von Phase5 - fast quadratisch, fast praktisch, fast gut

 
Viel ist nicht drinnen, aber immerhin kostet die Karte ja auch nur ÖS 3.800,- (ca. DM 550,-), im Gegensatz zu meiner alten CV64 mit ÖS 7.500,-, die jetzt in meinem Schrank verstaubt. Im Karton befand sich ein VGA-Kabel mit Slotblech, die CVPPC, ein mickriges Handbuch + Beipackzettel, Registrierkarte, Treiberdisketten und oh Wunder - die tolle Isolationspappe die schon bei meiner Cyberstorm MK1 zum Brechreiz geführt hatte. Eine wahrliche Ingenieursmeisterleistung von Phase5 - ein dünner Karton als Isolation! Dazu dann jedoch später ausführlicher.

 

Selfmade Mann, Einbau nach Zahlen

 
Auf dem Beipackzettel steht, was vor dem Einbau durchzuführen ist - ein Update des Flashroms. Rechner ohne Startup-Sequence gebootet und den Updater gestartet, das war`s. Ein banger Moment des Wartens (hoffentlich hat alles geklappt) und der Amiga fährt wie gewohnt in 15 Sekunden hoch und ist betriebsbereit. Amiga wieder ausgeschaltet und die CVPPC eingebaut, oje, oje, das wird knapp - die Karte liegt direkt am Daughterboard an, berührt Kontakte. Den Pappisolator kann ich nach dem ersten Einbau vergessen, er ist nämlich von den Lötspitzen durchbohrt und unbrauchbar geworden; daher nehme ich eine alte stärkere, antistatische Kunststoffhülle, die paßt gerade dazwischen rein. Der CPU-Lüfter des 060ers muß allerdings an 3 Stellen losgeschraubt und leicht verdreht werden, sonst kann die Grafikkarte nicht ganz aufgesteckt werden. Alles nochmals überprüft - besser übervorsichtig als einen zerschossenen Amiga! Wer aufgepaßt hat, weiß, daß ich meine CV64 bis jetzt nicht ausbaute - ich wollte versuchen, ob ein 2-Grafikkarten-System machbar wäre. Ach ja, eine Kleinigkeit habe ich vergessen zu erwähnen: die CVPPC hat keinen eingebauten Monitorumschalter, die Amigagrafik kann also mittels z.B. eines Scandoublers nicht durchgeschliffen werden!!!! %&$§#*P5 (zensuriert) Nach dem Hochbooten mußte ich noch die CybergraphX Software aufspielen, kein Problem dank Commos Installer - Gott segne die Entwickler mit vielen Kisten Bier! Wirklich seltsam, daß Billyboy bis jetzt noch nicht fähig war, wenigstens die besten Ideen des AmigaOS zu klauen, vielleicht wäre Windows dann wirklich ein ernstzunehmendes Betriebssystem geworden.

 

Das Ende einer langen Nacht

 
Um es kurz zu machen: es hat schlußendlich mit den 2 Karten geklappt, aber das ewige Umstecken des VGA-Kabels und die Belastung meines Netzteils haben meinen Entschluß gestärkt, doch nur die CVPPC zu verwenden, zumal sie dank CyberGfx Standard zu allen meinen Programmen kompatibel ist.

 

Für Amigabereich ungeschlagene 2D Grafikleistung, höchstens die PicassoIV kann da mithalten

 
Um einen Geschwindigkeitsvergleich zu bekommen, hatte ich zuvor die Cybervision64 durch verschiedene Tests gejagt, mit der ich dann die CVPPC vergleichen wollte. Die ersten Auswertungen bargen eine herbe Entäuschung für mich: bei 640 x 480 x 8 Bit war so gut wie kein Vorsprung der CVPPC zu entdecken! In apokalyptischer Stimmung machte ich mich an einen QuakePPC Vergleich und radierte die Gegner eines Levels aus, leider mit der selben Framerate wie zuvor :-( Irgendwo mußte die CVPPC doch ihre Muskeln spielen lassen können - also Tests mit hohen Auflösungen und großen Farbtiefen: und wahrlich, ich sage Euch, das Teil fliegt! Die Resultate zeigten bis zur 5fachen Leistung gegenüber der CV64. In euphorischer Stimmung stellte ich meinen WB-Screen für immer auf 1024 x 768 x 16 Bit mit 80 Hz.

 

Fulminante nichtvorhandene 3D Leistung mit absturzfreier nichvorhandener Software

 
Interessant wäre nun, die 3D Leistung zu testen - nur es gibt bis dato keine Treiber, geschweige denn Software für die CVPPC. Der Beipackzettel versprach, daß diese bis Ende August fertig werden sollten, den Rest des Liedes kann sich jeder denken - typisch Phase5. Irgendwer hatte mal eine Emailsignature mit folgendem Text: "Was ist der Unterschied zwischen Phase5 und Microsoft? Phase5 baut auch Hardware!" Daher erfolgt der Test, sobald irgendein kleines Codefragmentchen verfügbar ist. Sorry!

 

Kompatibel mit Deinem Lieblings-Macemulator

 
Auch die Macemulatoren profitieren von der Leistungsstärke der CVPPC, vorallem Photoshop. Zu meiner Zufriedenheit konnte ich auch feststellen, daß das lästige Stottern der Musik bei dem Adventure "The Dig", wenn Animationen abgespielt werden, entfällt :-) Dafür treten leichte Grafikfehler bei "Full Throttle - Vollgas" auf, zurückzuführen auf den relativ jungen Treiber für die CVPPC.

 

Stabilität und Bugfreiheit - zwei Fremdwörter im Programmierduden?

 
So schlimm ist es nicht, aber einige lästige Inkompatibilitäten z.B. mit dem Opaque Move von MCP, oder ImageFX 3.2, oder ArtEffect, treten immer wieder auf. Und Updates brauchen wirklich lang - man sollte meinen, daß Phase5 daran interessiert sein sollte, ihre Treiber so schnell wie möglich zu entwanzen und weiterzuentwickeln, um den Markt zu erobern ... Das Programmieren müßten sie Haage&Partner überlassen, die können das wenigstens.

 

Fazit

 
Zu empfehlen ist die Karte allemal, vor allem für diesen Preis, nur wer auf die 3D-Kräfte hofft, hofft momentan vergebens.

 

Likes

 
- höhere Geschwindigkeit als CV64 bei hohen Auflösungen und Farbtiefen
- belegt keinen Zorroslot
- 3D-Beschleuniger onboard
- dank CybergraphX relativ problemlos ins bestehende System integrierbar
- günstiger Preis
- saubere Verarbeitung und Platinenlayout
 
 

Dislikes

 
- viel zu knapp am Daughterboard
- Isopappe unbrauchbar und gefährlich
- kein Durchschleifen des Amigavideos möglich (bei CV64 schon)
- langsame Treiberupdates
- nicht ganz bugfrei
- CPU-Lüfter muß verdreht werden, damit die CVPPC Platz hat
 
 

Technische Daten

 

CPU:      TI Permedia 2 / 230 MHz
          Video-DAC mit integriertem 3D-Beschleuniger
          bis zu 80 Mio. texturierte 3D-Pixel / Sek.
VideoRAM: 8 MByte
Auflösungen: 1152 x  900 x 24 Bit / 80 Hz
             1600 x 1200 x 16 Bit / 80 Hz
Wird in den Direct-Slot (25 MHz Takt) der Cyberstorm-Beschleunigerkarten gesteckt
15 poliger VGA-Ausgang
3-polige Mini-DIN Buchse für 3D-LCD-Shutterbrille

 

Benötigte Systemvoraussetzung

 
- A3000(T) oder 4000(T) mit installierter Cyberstorm MKIII/PPC
- Kickstart 3.0, CybergraphX V3.0 Release >=70a
- VGA-Monitor mit >= 31KHz
- mind. 8 MByte freier Hauptspeicher
 
 

Meine Konfiguration für den Test

 
- A4000 Desktop mit Cyberstorm PPC / 233 MHz / 80 MByte RAM
- Kickstart 3.0 (ROM), Kickstart 3.1 (RAM, via cybermap)
- Cybervision 64, CybergraphX V3.0 Release 70a
- Scandoubler
- 2 IDE Quantum mit 1.3 GByte und 0.5 GByte
- 6x SCSI CD-ROM
 
Bedienung [75]/[100]
Features [50]/[100]
Qualität [90]/[100]
Preis/Leistung [80]/[100]
Stabilität [65]/[100]
Dokumentation [40]/[100]
Gesamt [80]/[100]
 

Robert Niessner ...........

 
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