Olofight

von
Gregor Franz

Dieses "Beat`Em`up" wird in einer ansehnlichen, hochwertigen Hochglanz- Pappbox ausgeliefert, in der sich neben der gedruckten (!) Anleitung mehrere kleine Poster, Aufkleber, die Registrierkarte, sowie nicht zuletzt 10 DD-Disketten befinden. Kein Zweifel: Olofight`s Verpackung und diesbezügliche Präsentation ist das Beste, was mir zu Testzeiten bei einem Spiel auf den Tisch gekommen ist und braucht sich auch vor manchem PC-Titel nicht zu verstecken! (Team Ologram hat jetzt auch eine CD-Version, einen Grafikkarten-Patch und Aminet-Demos angekündigt.)

Von den Disketten wird das Spiel dann auch problemlos per Installer auf die Festplatte kopiert, auf der es dann etwas mehr als 9 MByte einnimmt. Beim Readme zum Installer fällt auf, daß auf das Copyright der Firma Escom hingewiesen wird. Das dürfte nicht mehr ganz aktuell sein.

Voraussetzung für Olofight sind ein AGA-Amiga mit 0,7 (!) MByte ChipRAM und 1.8 MByte FastRAM (lt. der offiziellen Angaben). Ein Patch für Grafikkarten soll in Kürze erscheinen.

Programmiert wurde Olofight von "The Real Ologram" in Italien. Die Anleitung beschreibt das Spiel daher, neben Englisch und Deutsch, auch auf Italienisch. Sie ist ebenso professionell gemacht, wie die Verpackung und beschreibt ausführlich Handhabung und Spielmodi.

Die Hintergrundgeschichte mutet wieder mal relativ unterbelichtet an, weshalb man wohl besser ganz darauf verzichtet hätte, denn am Ende läuft es halt doch nur darauf hinaus, daß acht verschiedenartige Geschöpfe gegeneinander ihre Kampfsport-(respektive Mord-)techniken erproben.

Nachdem man das Spiel startet, erscheint erst einmal eine Handbuchabfrage (sehr träge, also bitte nicht zu schnell tippen), und das jedes Mal! Ziemlich nervig, da würde auch eine einmalige Authentifizierung genügen. Außerdem sind die Angaben oft unterschiedlich zu interpretieren - werden Leerzeilen, sowie Überschriften mitgezählt? Man kommt immer wieder zu erstaunlichen Ergebnissen und ist überrascht, wenn es denn mal geklappt hat, da bei einem Fehlversuch generell ein Neustart des Spiels notwendig war.

Danach muß man noch seinen Namen und die Registriernummer angeben, damit man später per eMail seine Zugangsberechtigung zum Highscore-System des Webservers erhalten kann, die es ermöglicht, sich mit Spielern aus aller Welt zu messen. Ob sich die Angabe wenigstens dann erübrigt, habe ich nicht ausprobiert.

Erst dann geht es also los...

Der Vorspann zeigt bei guter Musik in kleine Bildausschnitten mittelprächtig gerenderte Sequenzen von den diversen Kämpfern. Danach erscheint das Hauptmenü, dessen inaktive Menüpunkte sich in einem (scheinbar absichtlich) verwaschenen Zeichensatz darstellen, der trotz Größe sehr schwer zu lesen ist.

Hier kann man, neben dem Abspeichern von Spielständen und dem Ansehen von Spielständen und der Credits, die Optionen einstellen, sowie die Spielmodi auswählen. Dazu komme ich gleich.

Zuerst aber beginne ich mit den Optionen. Diese bieten die Möglichkeit Autosave einzustellen, Sound auszuwählen (Music, Geräusche oder Aus), sowie das Schwierigkeitsniveau, die Detailstufen (Hoch und Niedrig), eine begrenzte Zeit, sowie FAM einzustellen. FAM steht für Fighting Adaptive Music bzw. für eine sich dem Spielgeschehen anpassende Musik.

Nun also zu den Spielmodi aus dem Hauptmenü:

Beim Storymode hat man die Aufgabe seinen Kämpen hintereinander gegen alle Feinde zum Sieg zu führen. Sollte man dies mit der Schwierigkeitsstufe "Hard" oder "Super" schaffen, so kann man einen neuen Kämpfer aussuchen.

Im Survival Mode kann man endlos hintereinander die Computergegner besiegen, solange es einem nur gelingt. Pro gewonnener Runde bekommt man eine kleine Menge Energie als Bonus für die nächste.

Im Time Attack Mode läuft die Zeit unerbittlich ab, bei Single Battle muß man einen Einzelkampf bestehen und bei vs Battle kann man gegen einen menschlichen Gegner kämpfen (auf dem Bildschirm! ;).

Das klingt ja alles schon mal recht interessant. Auch und gerade, wenn man sich die "Featureliste" durchliest, die das Spiel bewirbt. Da wird von 10 unterschiedlichen Kämpfern gesprochen, von denen jeder über 400 Animationsbilder beinhaltet, 25 Bilder pro Sekunde schell sollen die Kämpfe sein, 10 Spezialbewegungen für jeden der Kämpfer soll es geben, sie sollen ihre Fähigkeiten im Laufe ihrer Kämpfe verbessern, mehr als 3.000 Farben gleichzeitig sollen auf dem Bildschirm erscheinen, alles wäre 100prozentig gerendert, Schatten reflektierten sich während der Bewegungen auf den Kämpfern usw. usf..

Nicht schlecht, aber was bleibt davon beim Spiel wirklich?

Bevor man loslegen kann, ist es, je nach eingestelltem Modus, möglich einen Kämpfer auszuwählen und die Spezialbewegungen, die man verwenden will, zu definieren. Natürlich kann man nur eine begrenzte Anzahl von ihnen verwenden.

Jetzt beginnt der Kampf selbst. Vor einem meist recht gut aussehenden, bunten, wenn auch oft bröselig groben Hintergrund, vor dem ein paar Objekte auch parallax gescrollt werden, stehen die beiden wackeren Streiter. Über ihnen befinden sich zwei farbige Balken, die ihre Lebensenergie anzeigen.

Doch was ist das? Ich will jetzt (um beim Thema zu bleiben ;) lieber keine Tiefschläge unter die Gürtellinie austeilen, aber vorsichtig ausgedrückt sind die Kämpfer (wie auch schon bei ihrer Auswahl zu befürchten) ausgesprochen häßlich, seltsam aussehend, schlecht gemalt (bzw. gerendert)! Noch dazu sind sie sehr grob gerastert und marionettenhaft in den oft recht langsamen Bewegungsabläufen. Als positiven, wenn auch in dem Fall beinahe vernachlässigbaren Punkt, kann man lediglich anführen, daß sie groß sind. Von dem Gerenderten ist, wohl wegen der Bröseligkeit, nicht viel übriggeblieben und das dies sowieso nicht unbedingt eine Garantie für Qualität ist, versteht sich von selbst. Auch ihr Design an sich erscheint seltsam, aber das liegt vielleicht wirklich nur an der künstlerischen Umsetzung.

Weiterhin ist es vom Technischen her gesehen nicht schlecht, wenn auch nur durchschnittlich. Das Scrolling hakelt manchmal etwas und die 25 Bilder/Sekunde dürfen bezweifelt werden. Der Sound ist okay, die Musik sogar recht gut.

Im Hintergrund erscheinen gelegentlich und manchmal auch permanent animierte Objekte, wie rotierende Monde, Sternschuppen, UFOs usw..

Der Spielspaß geht nach diesen wirklich wichtigen Negativpunkten natürlich in den Keller und da nutzen dann auch Schatten auf den Figuren und auch nicht die Verbesserung ihrer Fähigkeiten, die Austauschbarkeit der Spielstände per Server und andere positive Ansätze und Aspekte nur herzlich wenig.

Die Ambitionen und die Mühe die in Olofight stecken, sind zu erkennen, aber die Ausführung des letztendlich Wichtigsten, des Spieles selbst, kann man leider nicht als gelungen bezeichnen. Olofight kann keinem seiner Vorgänger auf dem Amiga das Wasser reichen, auch nicht den technisch und grafisch ebenfalls nicht umwerfenden Konsolen- Konvertierungen, die es vor einiger Zeit gab. Fazit: Schade!

Spiel: Olofight Hersteller: The Real Ologram
Art: Beat`Em`Up Version: -
Preis: ca. 89.- DM Bez.Quelle: Fachhandel
Festplattenspielbar?JA
Exit zur Workbench?JA
Grafik:5
SoundFX:2
Musik:2
Spielbarkeit:3
Spielspaß:5
Preis-/Leistung:4
Gesamt:4
Kontakt/Support: ologram@ologram.com


Vertrieb:
Grenville Trading International GmbH (GTI),
Carl-Zeiss-Str. 9,
79761 Waldshut-Tiengen,
Deutschland
http://www.grentrade.com/homeami.htm


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