von
Gregor Franz
Von diesem Spiel (knapp 50,- DM, APC&TCP) war eigentlich ein Volltest geplant. Allerdings machten ihn zahlreiche unerklärliche Abstürze unmöglich, die wahrscheinlich den Datenträgern anzulasten sind, denn zum Schluß ließ sich das Spiel sogar überhaupt nicht mehr starten. Nachfolgend daher ein Kurztest ohne Testurteil der sich auf das bezieht, was ich gesehen habe, womit das eigentliche Spiel eingeschlossen ist.
GunBee F99 wird zwar in einem CD-Gehäuse ausgeliefert. In diesem verbergen sich allerdings zwei DD-Disketten. Das Titelbild (ein vergrößerter Screenshot) ist durch die zwangsläufige Bröseligkeit erst einmal abschreckend. Auf der Innenseite verbirgt sich Werbung für die anderen APC&TCP-Spiele MegaBlast, Pinball Brain Damage, Flyin' High (s. die jeweiligen Tests im AmZeiger) sowie für den kommenden Shooter Pulsator.
Voraussetzung für das Spiel (entwickelt übrigens in Peru) ist ein AGA- Amiga mit Festplatte und 4 MByte FastRAM. Die Installation von den Disketten verläuft dank des Commodore-Installers glatt, ein simples Kopieren genügt allerdings ebenfalls. Ca. 1,9 MByte sind danach auf der HD belegt.
Als kleine Beigabe findet sich ein Tool, das mehrere F99-Spielstände zu einem umformen kann, in dem sie gemischt werden. Dem Wettstreit mit Freunden, so sie auch F99 geordert haben, steht also nichts im Wege (außer einer Zwei-Spieler-Option ;). Außerdem findet man als Anleitung einen englischen und deutschen AmigaGuide im Spielverzeichnis.
Doch zum Spiel selbst: Gerade im Vorspann, der von der Entführung einer holden Maid und dem Diebstahl ihrer fünf magischen Kristalle durch einen bösen Wicht erzählt, sowie von dem Helden im Bienenkampfanzug, der ausfliegt, sie zu befreien, kann GunBee sein Vorbild, das legendäre `Apidya` nicht verleugnen. Japanischer Comic-Stil also hier, der recht stimmig ist und nur von der C64-artigen Musik getrübt wird (dabei: nichts gegen den C64 :). Außerdem sieht der Held genauso aus wie die Lady Akiko selbst (die sich übrigens ihren Namen mit dem Spezialchip aus dem Amiga-CD32 teilt).
Auch sind sich CD-Rückseite, Anleitung und Vorspann auch über die Biene nicht ganz einig: Die Hülle meint, es handele sich um eine kleine Kampfbiene, der Guide spricht von einem Kampfanzug und bei der Intro muß man eher auf ein Flugzeug schließen. Aber wie dem auch sei... schließlich soll (bzw. muß) dies ja ein Kurztest werden. :)
Trotzdem verzichte ich nicht auf die Auflistung der einzelnen Einstellmöglichkeiten, namentlich kann man auf dem, nach dem Vorspann folgenden Screen, einen PAL- oder NTSC-Schirm einstellen, Joystick (2-Buttons werden unterstützt) oder Keyboard auswählen, sowie die Sprache (Englisch, Deutsch, Spanisch).
Danach folgt ein Bildschirm mit dem eigentlichen Menü, in dem man noch den Modus (Story, mit erhöhter Schwierigkeit oder Honey, eine Art Arcade- Modus), sowie neben Musik An/Aus den Level für den Honey-Mode einstellen kann.
Nun beginnt es also: Nach dem zwar nicht umwerfenden, aber auch nicht abschreckenden Beginn, folgt doch eine ziemliche Enttäuschung. Leider kann hier Gunbee keinerlei Vorbild in diesem Spielesektor wirklich nahekommen. Ein seltsames Gefährt am unteren Bildschirmrand schießt auf alles, was sich an ulkigen Sprites von oben nach unten bewegt, während der Schirm ebenfalls vertikal scrollt.
Teilweise kann auf feindliche Objekte auf dem "Boden" auch eine Bombe geworfen werden, Bonus-Items zum Verbessern der Fähigkeiten gibt es und Endgegner.
Doch leider hat das CD-Cover schon richtig angedroht: Die Grafik ist bröselig, scrollt langsam aber relativ ruckfrei, sie ist nicht besonders schön gezeichnet, oft ziemlich primitiv, wenngleich noch am Rande der Durchschnittlichkeit. Der Sound geht in Richtung früher Amiga-Musik, was nicht unbedingt schlecht sein muß.
Wirkliches Spielfieber kommt da nicht auf. Leider kann ich aus diesem Grunde auch keine direkte Kaufempfehlung geben. Der Hardcore-Shooterfan sollte es mal antesten, ansonsten heißt es weiterhin auf neue Spiele aus diesem Bereich zu warten, die Hoffnungen schüren oder in Budget-Kisten nach guten alten, etablierten Genre-Titeln zu kramen.
Kontakt/Vertrieb:
APC&TCP, Postfach 59, 83236 Übersee
http://www.chiemgau.com/apc&tcp/
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