Nachdem die Version 1.0 endlich auf dem Markt war, kamen einige Zeit später auch schon die ersten Updates raus. Das erste "Update" auf die V1.02 war nur als Demo-Version zu haben. Erst erhebliche Zeit später gab es das Update dann auch für die Verkaufsexemplare, allerdings dann gleich auf die Version 1.10. Großartige Veränderungen merkte ich erstmal nicht, aber das kann auch daran gelegen haben, daß das Update bei meiner Version erst gar nicht funktionierte. Einige Tage später gab es dann ein Update für die ersten deutschen Auslieferungen von AmigaWriter, die zwar die gleiche Versionsnummer hatten, aber Veränderungen aufwiesen.
Nun zu den Änderungen:
bessere Druckqualität
Mag sein, da aber mein Nadeldrucker sowieso älterer Bauart ist, habe ich nicht viel gemerkt (mir fehlt leider momentan auch ein 4-Farben- Farbband).
Fontersetzungstabelle
Wird ein Dokument mit einem Font geladen, der nicht im System gefunden wird, kann in dieser Tabelle angegeben werden, durch welchen anderen Font er beim Anzeigen ersetzt werden soll.
Sicherlich sehr praktisch, wenn man viele Dokumente ohne die entsprechenden Fonts hat. Ein Requester, der beim Laden erscheint und ggfs. dann per Dateirequester nach dem neuen Font fragt, hätte es sicherlich auch getan und wäre komfortabler gewesen, da standardmäßig jeder nicht vorhandene Font durch CGTriumvirate ersetzt wird. Irgendwo würde mich das auch interessieren, ob ein Font nicht vorhanden ist, allerdings wird das ja stillschweigend übergangen...
Multi-Assign für Fontverzeichnisse
Eine wirklich gute Idee, auch die anderen Verzeichnisse für "Fonts:" zu durchsuchen. Da ich jedoch alle Fonts zusammen habe, konnte ich nicht ausprobieren, ob's klappt.
BubbleHelp-Kontrolle
Ganz toll: Ich kann jetzt BubbleHelp aus- und anschalten. Es sind zwar noch nicht alle Buttons mit BubbleHelp ausgestattet, aber wen's stört... (na ja, mich stört die nicht gut funktionierende Silbentrennung mehr, aber die bleibt immer an. Und das Einstellen der Zeit für die BubbleHelp, wie bei MUI, wäre mir auch lieber gewesen.)
vollständige Lokalisierung
AmigaWriter kann jetzt vollständig lokalisiert werden.
verbesserte Anbindung an StormScreenManager
Wenigstens kann AmigaWriter auch die nicht geöffneten Screens des SSM erkennen und anwählen. Zum Screen-Wechseln muß er aber immer noch neu gestartet werden. Und SSM ist immer noch meiner Meinung nach total nutzlos.
diverse Bugfixes und kleine Verbesserungen
Darunter fällt u.a. die neue Speicherverwaltung (soll jetzt bei Dokumenten mit mehr als 500 Seiten sehr stark bemerkbar sein, aber wer benutzt AW für sowas?!? :) .
Wenn das Programm jetzt stabiler läuft, war es den doppelten Download des Updatearchives wert, aber ansonsten hat es mich nicht von Hocker gehauen.
Aber die Zeit vergeht und es gibt auch schon das nächste Update (5 Tage nachdem die aktuelle Demoversion draußen war). AmigaWriter V1.20 bringt nun mal wirklich was Neues und zwar eine Rechtschreibkorrektur. Die Rechtschreibkorrektur basiert auf dem UNIX-Programm ISpell, das auch schon für GoldEDs Rechtschreibkorrektur verwendet wird (dort aber schon seit Ewigkeit :).
Das Update kommt mit zwei Wörterbüchern: eins für Deutsch (~1MB) und eins für Englisch (~700KB). Durch die Verwendung des ISpell-Codes sind eine Vielzahl von Sprachbibliotheken theoretisch erhältlich. Leider gibt die Anleitung nur Auskunft, wohin die Wörterbücher kopiert werden sollen. Zum Ausprobieren kopierte ich dann die Bibliotheken von GoldEDs ISpell (Deutsch/Englisch - jeweils ca. 3MB) zu AmigaWriter. Jedoch schien AmigaWriter das stillschweigend zu ignorieren und die Rechtschreibkorrektur funktionierte nicht.
Da überhaupt keine Fehlermeldung kommt (wie z.B. 'zu wenig Speicher' oder 'defekte Bibliothek'), habe ich den Fehler nicht weiter verfolgt.
Die Sprachauswahl erfolgt per Locale-Prefs. Meiner Meinung recht unschön, es gibt als Alternative natürlich noch das Umbenennen der Bibliothek, aber ich habe keine Lust jedes Mal die Bibliotheken umzubenennen und AmigaWriter neuzustarten, bloß weil ich einen andere Text lade. Die Rechtschreibkorrektur läßt sich leider auch nicht auf Dauerkorrektur einstellen und muß jedes Mal per Hand gestartet werden. Wird ein falsch geschriebenes Wort gefunden, kann es natürlich ersetzt werden. Leider sind die Vorschläge unter einem PopUp-Button versteckt, so daß man erst mal gar nicht sieht, was als 'Korrektur' angeboten wird. Desweiteren gibt es zwar die Funktion ein unbekanntes Wort zu überspringen, jedoch merkt sich AmigaWriter das nicht und meldet beim nächsten Mal das Wort gleich wieder. Wenigstens läßt sich hier ein Benutzerwörterbuch einrichten.
Während der Rechtschreibkorrektur ist das Fenster mit dem Dokument jedoch noch editierbar. Da aber AmigaWriter das zu ersetzene Wort an der Markierung erkennt, muß man aufpassen, daß man nicht ausversehen mit der Maus im Text klickt und damit plötzlich ein völlig anderes Wort ersetzt :-( . Außerdem empfand ich die Rechtschreibkorrektur im Vergleich zu GoldED als relativ langsam (und GoldED benutzte dazu noch das 3MB- Wörterbuch). Hier läßt sich also noch einiges verbessern.
Als weitere Neuerung gibt es Dokumentvorlagen, d.h. man kann ein Dokument mit einem Text und Texteinstellungen als Vorlage abspeichern und wenn man ein neues Dokument erstellt, werden die entsprechenden Einstellung geladen. Durch das Anlegen von Unterverzeichnissen lassen sich die Vorlagen auch leicht thematisch sortieren. Wenn man viele ähnliche Briefe schreibt, kann man so sich einiges an Arbeit sparen. Ein Ersatz für die fehlende Serienbrief-Funktion ist es leider jedoch nicht.
Inzwichen kann man ich von H&P auch eine neue AmigaGuide-Dokumentation requesten. Warum es allerdings so umständlich gemacht wird, daß man erst eine eMail zu H&P mit seiner Adresse schicken muß und dann erst ein paar Tage später ein Reply bekommt, weiß nicht. So wertvoll kann die reine Dokummentation ja nicht sein.
Durch die Rechtschreibkontrolle gewinnt AmigaWriter an Punkten. Es sind noch viele Funktionen nicht ausgereift und AmigaWriter wird noch einige Zeit benötigen, um wirklich gut zu werden, aber es hat doch bereits sehr gute Ansätze. Da aber auch die Rechtschreibkorrektur nicht perfekt ist (soweit das für eine Rechtschreibkorrektur überhaupt möglich ist), möchte ich AmigaWriter noch keine 3 als Gesamtnote geben.
[Die Wertung ändert sich folglich nicht gegenüber der Version 1.0, die im AmZeiger #6 getestet wurde, d.Chefred.]
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