Das Debütalbum dieser Gruppe "A Little Bit Of Fire" habe ich bereits in der Ausgabe #3 vorgestellt. Vor wenigen Monaten ist endlich das zweite Werk der drei Amerikaner um den Sänger Larry Saltis erschienen.
Auf dem CD-Cover ist ein Falschfarbenbild mit einem Straßenmusikanten, seinem Banjo und Hund zu sehen. Gegenüber dem letzten Album eher ein designmäßiger Rückschritt stellt auch das Booklet dar, daß aber zumindest dieses Mal mehr als einen, nämlich alle Texte enthält.
Wichtiger ist aber sicherlich die Musik selbst. "Hot Water" macht schon keinen schlechten Eindruck, der nächste Titel "Hungry" ist aber besser und weiß an den Stil und die Klasse der besten Titel des Debüts anzuknüpfen. Ruhige und temperamentvolle Sequenzen halten sich hier gelungen die Waage, während kraftvolle, bis in den Background gute Instrumentalisierung und der mitreißende Gesang inklusive der Hintergrundsänger einfach Spaß machen.
Ähnliches gilt für "Fire With Fire", einen Titel für Möchtegern- Revoluzzer. ;) "In These Arms" ist trotz `rauhen` Gesangs etwas ruhiger und bringt einige neue Elemente in die Musik ein, ohne einen Stilbruch zu bewirken - klingt gut! "Two Sides Of Love" erinnert an die härteren Titel des ersten Albums, bleibt aber problemlos im grünen Bereich.
Dann folgt der Titelsong "All Or Nothing", nicht schlecht, wenn auch im Refrain vielleicht etwas zu hektisch. In "No Regrets" zeigt Tower City ein ganz anderes Gesicht als gewohnt: Viel ruhiger, ohne langweilig zu sein, aber auch mit einem wesentlich geringeren `Rock-Faktor" - das klingt gefällig, mal etwas anderes.
"Another Brother" hat zwar einen hohen "Rock-Faktor", ist mir aber zu unmelodiös und hat zu wenig Basis - nicht gut. Neben "Hungry" am meisten an das erste Album anknüpfen und das auf die positivste Weise, kann der nun folgende Titel "I Won`t Surrender". Er ist melodiös, einfühlsam, gut vorgetragen - musikalisch Spitze!
Für "Rush" gilt in etwa meine Einschätzung zu "Another Brother" - etwas zu hart und zu unmelodiös. "Stockholm" ist wieder einer der Titel, der neue Seiten an Tower City aufzeigt. Er erinnert (erschreckend) stark an, meiner Meinung nach etwas seichten, zeitgenössischen BritPop. Das stellt nun doch schon leider einen ziemlich herben Stilbruch dar.
Der letzte Titel "I Just Wanna Be The One" kehrt zwar in etwas bewährtere Jagdgründe zurück, wiederholt aber zu sehr bekannte Muster und bietet nichts Neues.
Dahinter versteckt sich noch ein Bonussong auf den allerdings die auf dem Cover korrekt angegebene Titellänge hinweist. Es handelt sich um den vom ersten Album bekannten Titel "Surrender", der einen doch etwas schmerzhaft daran erinnert, was man von dem neuen Album erwartet und doch nur ungenügend erfüllt bekommen hat.
Nur wenige Titel können wirklich an die gleiche Qualität anknüpfen, es wird zuviel Standard geboten oder mit faktischen Stilbrüchen herumexperimentiert. Vielleicht hätte eine etwas größere Pause der Produktion doch gut getan.
Für Fans ist die CD auf jeden Fall mal ein Reinhören wert, denn die betreffenden Titel lohnen auf jeden Fall und über Geschmack läßt sich ja bekanntlich (nicht?) streiten.
(P) & © by MTM Music München 1998, ca. 30,- DM
![]() |
Inhaltsverzeichnis | ![]() |
| © `98 Der AmZeiger | ||