"The K&D Sessions" / Kruder & Dorfmeister

von
André Wyrwa

[Der Radiosender, d.Chefred.] Fritz umwarb ihren im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Doppelalbums "The K&D Sessions" gegebenen Life-Auftritt mit den Worten "die Könige der coolen Grooves". Für mich sind sie einfach die Meßlatte des Drum & Bass, wobei sie zugleich meine "Einstiegsdroge" darstellten: Kruder & Dorfmeister.

Seit dem ebenfalls bei K7! erschienenen DJ-Kicks-Album ist einige Zeit ins Land gegangen, aber wie wir auf dem Doppelalbum hören dürfen, hat sich das Warten gelohnt. Die beiden haben wieder fleißig geremixt, einige auch bekannte Titel mit dem K&D-Style verfeinert und somit einen Beweis ihres Gespürs für lässig rumhängende Grooves geliefert.

Und obwohl das ganze wesentlich sachter zugeht, als auf jener Silberscheibe, die von dem immer noch ungeschlagenen Club-Hit "Ohh, Black Babe" geziert wurde, befällt die Beine doch eine merkwürdige Nervosität, der Kopf ergeht sich ganz unbemerkt in Mitwippbewegungen und die Hände würden am liebsten alles stehen und liegen lassen, um ein wenig die Luft zu falten.

Was K&D auszeichnet, sind vor allem die beseelten Backgrounds, die den groovigen Rhythmen Substanz verleihen. Sie bewirken ein angenehmes Gleiten, in welches sich dann die etlichen sich gegenseitig brechenden kleinen Stoßwellen der Drums einbetten, die der Geschichte den verspielt schwungvollen Charakter geben. Dabei treten nie Monotonien auf, immer ist etwas anders, ständig herrscht eine eigenartige Lebendigkeit in den Schwingungen.

Natürlich suchen sich Peter & Richard ihr Ausgangsmaterial entsprechend. Zur Auswahl der neu aufgelegten Stücke zählen "Bug Powder Dust" (Bomb the Bass), Going Under (Rocker's HiFi), Rollin' on Chrome (Aphrodelics), aber auch genrefremdes wie "Useless" von Depeche Mode und viele mehr. Bereits vor dem Anhören der Scheibe ruft der Name Peter Kruder's Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänskajütenremixes von Donaueschingen (Rainer Trüby Trio) ein amysiertes Schmunzeln hervor. Insgesamt sind es 21 Titel, die auf den zwei CDs Platz finden.

Die "K&D Sessions" sehen dem DJ-Kicks-Album nicht nur optisch sehr ähnlich, sondern was man darauf findet, klingt auch klar wie K&D: ruhig, relaxt, und dennoch zugleich groovy und tanzbar.

Das ganze gibts übrigens wahlweise im Digipak oder Standardcover, ohne großartiges und in dem Fall auch überflüssiges Booklet für 35,- bis 40,- DM.

"The K&D Sessions", © 1998 K7!


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