Frau Gisela`s Problemecke

Dies ist eine Rubrik, in der diverse Fragen gestellt oder Probleme geschildert werden können. Da Frau Gisela in dieser Ausgabe (wie immer) gerade bei einer bekannten deutschen Frauenzeitschrift unabkömmlich ist, werden gezwungenermaßen wir versuchen zu helfen bzw. den Sachverhalt hier veröffentlichen, um jemanden zu finden, der dies kann.


Drei wichtige Anmerkungen:

Dieses Mal stellt Thomas Heinrich ein neues Filesystem vor, so daß diese Rubrik gefüllt ist, auch wenn keiner unserer Leser im Moment irgendwelche Probleme mit seinem System hat. (Muß ja wohl so sein.)

Schneller Dateizugriff? Aber sicher!

Die Dateisysteme des Amiga sind in die Jahre gekommen und nicht sonderlich sicher. Stürzt der Rechner beim Schreiben auf Diskette oder Festplatte ab, sind erstens die geschriebenen Daten futsch, zweitens auch die Daten, die vorher unter dieser Datei abgelegt waren und drittens, wenn eine große Partition betroffen ist, hat man einige Minuten Wartezeit in Kauf zu nehmen, bis die Partition wieder validiert ist.

Seit kurzem gibt es neben den kommerziellen Filesystemen das SmartFileSystem (im Aminet unter disk/misc/sfs_beta.lha) in der Version 0.85. Wie man sehen kann, ist es noch eine Betaversion, sie ist aber schon recht stabil.

VORSICHT: Ein neues Dateisystem zu installieren ist nicht einfach ! Wer die Anleitung nicht -vorher- und -genau- durchliest, braucht sich nicht zu wundern, wenn nachher alle Daten hin sind.

Es lohnt sich aber, den Aufwand zu betreiben. Das SFS (SmartFileSystem) erlaubt Dateinamen mit bis zu 100 Zeichen Länge, bietet ein extrem schnelles Verzeichnisscannen und maximale Sicherheit bei eventuellen Abstürzen. Ein Validieren entfällt. Dadurch ist es geradezu ideal für Cache-Verzeichnisse und andere Schubladen mit vielen Dateien, z.B. für den Internetbrowser-Cache oder die EMail-Postfächer. Natürlich kann man vom SFS auch booten, allerdings nicht von Diskette, da Disketten keinen RDB (RigidDiskBlock = "Bootblock" für Festplatten) haben, in dem das SFS vermerkt wird.

Der Vorteil von SFS gegenüber dem DC-FFS ist vor allem die höhere Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben von Dateien und die Absturzfestigkeit. Gegenüber den kommerziellen Filesystemen überzeugt der niedrige Preis (Freeware :-). Außerdem geht das SFS effizienter mit den Verwaltungsinformationen des Dateisystems um, so daß mehr Platz für die eigentlichen Daten auf der Partition zur Verfügung steht, auch wenn das direkt nach dem Formatieren nicht so aussieht. Das SFS legt nämlich sofort alle benötigten Verwaltungsblöcke an, während das FFS erst beim tatsächlichen Bespielen zusätzlichen Speicherplatz reserviert.

Zum Vergleich: Beim testweisen Beschreiben einer Diskette (880KB, DC-FFS) mit vielen kleinen Dateien konnte ich nebenher gemütlich Mittagessen (kein Scherz !). Dasselbe mit einer 880kB SFS-Diskette dauerte etwa 4 Minuten. Nebenbei bemerkt, auf der SFS-Diskette hatten 10 Dateien mehr Platz, als auf der DC-FFS-Diskette. Und ein Verzeichnisscan war auf der SFS-Disk doppelt so schnell.

[Für genaue Vergleichsmessungen von FFS und DC-FFS siehe auch den Artikel "Filesysteme a la Carte" in Ausgabe #1, d. Chefred.]

Wer das SFS benutzen will, sollte folgendes unbedingt vorher bedenken:

· Ein gelöschte Datei ist futsch. Es gibt noch keine Tools, um versehentlich gelöschte Dateien zurückzuholen.

· Ein Fehler in den Verwaltungsdaten (z.B. eine defekte Diskette oder Festplatte) kann die ganze Partition unbrauchbar machen. Auch hier gibt es noch keine Rettungstools. ALLE Daten der Partition sind dann unwiderruflich zerstört.

· Bei Manipulationen an Paritionsdaten, wie sie zur Installation von SFS nötig sind, besteht immer die hohe Gefahr, durch eine Fehlbedienung ALLE Partitionen zu zerstören. Ein Backup vor der Installation ist deshalb absolut notwendig.

· Je mehr User das SFS benutzen und den Autor John Hendrikx (http://www.xs4all.nl/~hjohn/SFS) unterstützen, umso stabiler wird das Dateisystem, und umso eher gibt es Dateirettungstools dafür.

Trotzdem viel Spaß mit dem SFS!


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