ArtStudio Professional

von
André Wyrwa

Das nachfolgend getestete Produkt wurde uns freundlicherweise von der Firma "Ferst Computer", Köpenicker Straße 11, 15537 Gosen, (http://www.ferst.de/ferst@t-online.de) leihweise zur Verfügung gestellt.

Eines der spannendsten Dinge, die man mit einem Computer auf sehr einfache Art und Weise tun kann, ist das Malen. Wer hat nicht schon mal den virtuellen Pinsel geschwungen und sei es nur, um Strichmännchen zu kritzeln? Bleibt es aber nicht nur bei solchen gelegentlichen Versuchen, sondern packt den User die Visualisierungswut, so kann es schnell passieren, daß er die Übersicht über die Sammlung seiner unbezahlbaren Kunstwerke verliert.

Ebenso ergeht es natürlich jenen, die der Sammlerleidenschaft fröhnen oder die ihre Photos gern digital betrachten, um hin und wieder ein paar kleine Schönheitsfehler auszugleichen. All jenen hilft ein Bildkatalogisierer, der es auf einfache Art und Weise ermöglicht, die Kreationen in Ordnung zu halten.

Als solcher präsentiert sich ArtStudio Professional aus dem Hause Titan Computer. Aber, wie sich das für eine professionelle Software gehört, die einem traditionsreichen Giganten wie dem Picture Manager Paroli bieten will, beschränkt sich der Funktionsumfang nicht nur auf das geordnete Verwalten von Bildern via Thumbnails. Darüber hinaus steht eine riesige Palette an Bildbearbeitungsfunktionen zur Verfügung und natürlich können die Pixeleien auch in eines der 55 Grafik- und Animationsformate, unter welchen sich auch solche für Vektorgrafiken befinden, konvertieren.

Aber werden wir doch konkret. Geliefert wird ArtStudio Professional in der Version 3.0 auf einer CD-Rom. Eine Diskettenversion ist aber ebenfalls erhältlich. Die Installation erfolgt über ein Installer-Script weitestgehend problemlos, auch wenn es etwas komfortabler sein könnte. Die Registrierung wird über eine Seriennummer gelöst.

Nach dem Start präsentiert sich das Programm auf einem eigenen Bildschirm, dessen Auflösung und Farbtiefe sich frei einstellen lassen. Etwas negativ fällt zunächst auf, daß man sich die Programmierung eines Font-sensitiven GUIs dadurch gespart hat, daß überall der Topaz.font verwendet wird und sich das Programm nicht auf einen Public-Screen legen läßt. Letzteres ist zwar gerade bei dieser Art von Programm nicht tragisch, allerdings ist eine komplett Topaz-beschriftete Oberfläche weder zeitgemäß, noch hübsch, was auch die Hinterlegung mit einem Schatteneffekt nicht verschleiern kann.

Was die Funktionalität angeht, zeigt sich ArtStudioPro allerdings recht flexibel. Vom zu verwendenden Lade-, Speicher-, und Anzeige-Modul, über die Darstellung der Thumbnails, bis hin zum Verhalten des ausreichend umfangreichen ARexx-Ports, läßt sich die Software den eigenen Bedürfnissen anpassen. Der Status der Fenster wird dabei mit festgehalten und somit läßt sich auch die Oberfläche dauerhaft gestalten. Diese besteht in einem oder mehreren Katalog-Fenstern und diversen zuschaltbaren Werkzeugleisten und Informationsfenstern, sowie ggf. einem Bildbearbeitungsfenster, auf das ich später noch zu sprechen komme.

Das Handling ist recht intuitiv, wenn man davon absieht, daß die Übersetzungen der Menu-Punkte nicht mit denen in der sonst umfangreich und übersichtlich geschriebenen Anleitung übereinstimmen. Das Hinzufügen von Bildern in einen Katalog ist einzeln oder durch das Einlesen von Verzeichnissen mit und ohne Unterverzeichnisse möglich. Hierbei bietet das Programm das besondere Feature, Kategorien entsprechend der Unterverzeichnisse automatisch einzurichten. Die einzelnen Kategorien lassen sich dann in ArtStudio verwalten und der Katalog kann kategorienweise betrachtet werden.

Die Handhabung der einzelnen Bilder erfolgt ähnlich komfortabel. Hierzu stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Man wählt zuerst eine Funktion (Info, Zoom, Betrachten oder Markiern) aus und wählt dann das Thumbnail an, auf das diese angewendet werden soll,
  2. man zieht die Bilder per Drag&Drop auf die entsprechende Funktion und
  3. man klickt zuerst ein Thumbnail an und sucht dann aus einem sich daraufhin öffnenden Popup die entsprechende Funktion aus.

Die Zoom-Funktion ist übrigens insbesondere für Grafikkartenbesitzer interessant, da hier einfach eine 4fache Vergrößerung des Thumbnails dargestellt wird, die ein Laden und Betrachten des Originalbildes ersparen kann. Letzteres kann über interne View-Module oder externe Anzeiger geschehen. Der Drag&Drop-Modus funktionierte bei mir allerdings nur in Verbindung mit dem Bildbearbeitungsfenster, weder die Werkzeugleisten, noch die Buttonleiste im Katalogfenster reagierten auf das "Fallenlassen" der Thumbnails.

Das wohl umfangreichste Feature ist die Bildbearbeitungsfunktion. Leider brachte gerade diese meinen Rechner regelmäßig zum Absturz, so daß ich zu ihrer Funktionsweise nicht viel sagen kann. Die Auswahl an Effekten ist sehr umfangreich, die Qualität der 3DLook-Funktion (die einzige, die ich noch testen konnte), war allerdings nicht unbedingt überwältigend.

Wer seine Kataloge gern im Internet veröffentlichen oder einfach nur weiter gestalten will, kann sie als HMTL-Seite exportieren lassen. Hierfür liegen auf der CD-Rom einige Hintergründe und Grafiken bereit.

Das wohl umfangreichste Feature ist die Bildbearbeitungsfunktion. Leider brachte gerade diese meinen Rechner regelmäßig zum Absturz. Da ArtStudioPro den 68060 und übrigens auch PPC direkt unterstützt, ist dieser als Ursache für die Instabilität wohl auszuschließen.

Startet man das neben verschiedenen Grafikanzeigern und einer separaten Konvertieroberfläche beigelegte Bildbearbeitungstool, das dieselben Module benutzt, funktioniert die Konvertierung. Die Auswahl an Effekten ist sehr umfangreich, die Qualität war allerdings nicht unbedingt überwältigend, zumal viele der Funktionen nur sehr geringfügig die Eingabe von Parametern zulassen. Für geringfügige Modifikationen der Bilder reicht das aus, aber großartige Effekte wird man wohl nicht erziehlen können.

Da ArtStudioPro den 68060 und übrigens auch PPC direkt unterstützt, ist dieser als Ursache für die Instabilität wohl auszuschließen, allerdings muß ich einräumen, daß die Abstürze nicht unbedingt auf ArtStudio zurückzuführen sein müssen, da ich in jüngster Zeit gehäuft Probleme mit meiner Hardware habe.

Um den Testbericht abzuschließen, sei erwähnt, daß das Programm ansonsten sehr stabil läuft und einen sehr soliden und funktionalen, wenn auch nicht hübschen Eindruck hinterläßt. Positiv ist auch das modulare Konzept, mittels dessen sich Lade-, Speicher-, Anzeige- und Bildbearbeitungs- Module einfach erweitern lassen.

Wer vom PictureManager umsteigen möchte, kann seine Kataloge mittels einer Importfunktion übernehmen und Besitzer eines Scanners werden sich über den direkten ScanQuix3-Support freuen.

Wer mehr Wert auf Funktionalität als auf eine ansprechende Arbeitsatmosphäre legt, ist mit ArtStudioProfessional 3.0 sicherlich nicht schlecht beraten.

Produkt: ArtStudio Professional Hersteller: Titan Computer
Art: Bildbearbeitung Version: 3.0
Preis: 129,- DM ¹ Bez.Quelle: Titan Computer
Leistungsfähigkeit:2
Benutzerfreundlich:3
Dokumentation:2
Preis-/Leistung:3
Gesamt:3
Fa. Titan Computer, Mahndorfer Heerstraße 80 A, 28211 Bremen
Hotline: Motion Studios, MotionStudios@mail.netwave.de

¹)
Upd. v. V1.0: 79,- DM
Upd. v. V2.0: 69,- DM
Upd. v. V2.5: 59,- DM
CrossUpdate : 69,- DM


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