Auf dem CD-Cover wird damit geworben, daß hier, neben dem ehemaligen Cheap Trick-Mitglied Phil Christian, Steve Salas von Colorcode und Jason Scheff von Chicago an der CD beteiligt wären.
Das Booklet, das im übrigen enttäuscht, da es beinahe lediglich eine Aufstellung der Songs bietet, zeigt dann, daß diese Angaben zwar nicht falsch sind, daß aber Jason Scheff z.B. lediglich bei einem Titel ("Waiting 4 U") in der Band mitgespielt hat. Glücklicherweise erweist sich, daß der kleine Etikettenschwindel keine (negativen) Auswirkungen auf die Qualität hatte.
Mit dem ersten Titel "Just Another Broken Heart" geht es schon recht furios los. Dynamische Instrumentierung, teilweise treibende Rhythmen und engagierter Gesang wissen zu gefallen.
"Hey Andrea" ist in der Tat wieder einer dieser Titel aus der Serie der `Frauennamen-Songs` (Suzanna, Nikita usw.) :) . Klingt gut und lädt wie so mancher andere Titel auf dieser CD zum Mitsingen (zumindest des Refrains) ein.
In dem (halben) Titelsong "Prisoner" singt Phil Christian zwischen den Kehrreim-Sequenzen sich etwas zurücknehmend und weiß dem Titel mit seiner Stimme, die zeitweise einen rauchigen Einschlag haben und dann auch wieder ganz klar klingen kann, eine ganz eigene Note zu geben. Ansonsten handelt es sich um waschechten, positiven Rock.
"Million Miles Away" ist ein ruhiger, ein sehr schöner Song. Mit "Nothing Good In Goodbye" wird wieder zu dem frischen, lebensbejahenden Rock zurückkehrt, wie auch "Facing The Fire" und "Waiting 4 U" Spaß machen.
"Pain For The Pleasure", enthält mit seinem ruhigerem Hauptteil und dem rauheren Refrain einen netten Kontrast. "Living In The Bad World" ist etwas härter und auch etwas unmelodiöser als die anderen Titel.
"Mary, Mary" ist eine sanfte Ballade, die auch mit zwischengeschoben schnelleren Takten aufwarten kann, wie überhaupt kaum einer der Titel wirklich statisch ist.
"Mama Don`t Cry" basiert meiner Meinung nach teilweise auf einem Kinderreim, den ich jetzt nicht namentlich benennen könnte. Irgwendwie gewöhnungsbedürftig, aber auch interessant.
"China`s Crying" ist sicherlich einer der herausragenden Titel der CD. Thematisch befaßt er sich mit den Vorgängen bei dem Massaker der chinesischen Polizei gegen Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens vor einigen Jahren, ragt also aus der sonstigen Liebe-/ Herz-/ Schmerz-Schiene heraus. Und er klingt auch noch wirklich gut! ;)
Bei "Nina`s Song" schließlich handelt es sich um ein etwa zweiminütiges Instrumental, das mich vom Stil her stark an den `Kindergarten Cop`- Soundtrack erinnert. Ein ruhiger Ausklang der CD.
Alles in allem also eine frische, rockig/positive CD, die vom Stil her teilweise an den Sound der achtziger Jahre erinnert. Die Titel sind gut gespielt und gesungen und brechen mit gelegentlichen kurzen Instrumentaleinlagen, bei der die Gitarre oft eine wichtige Rolle spielt, hier und da aus dem Trott des Text/Chorus-Schemas aus.
Laut Booklet gilt für diese CD übrigens:
©/(P) Explorer/Empire Records 1997, Vertrieb: Point Music.
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