Seit Anfang der 80er Jahre schafft es eine britische Pop-Band, sich einen eigenen ganz speziellen Stil und Status zu erhalten und dabei dennoch immer Neues zu kreieren. Obgleich ihr Name wohl kaum einem Menschen unbekannt sein dürfte, besitzen sie einen konstanten Fan-Kreis, der wie eine eingeschworene Gemeinde wirkt.
Seit Anfang des Achten dieses Jahres gesellt sich ein Tribut-Album mit ähnlichem Charme zu den Werken, die von und um diese Gruppierung produziert wurden. Der Name der Band ist Depeche Mode, der der CD "For the Masses".
Die Begründer des kleinen Labels 1500 Records haben ein Aufgebot an Bands für dieses Album zusammengetrommelt, deren Liste es bereits in den Ohren klingeln läßt. Von den Smashing Pumpkins und The Cure reicht das Spektrum über Dishwalla, Locust und Apollo Four Fourty bis hin zu Rammstein, deren Beitrag "Stripped" derzeit durch Hörfunk und Charts geistert.
Und damit werden wir auch schon konkret. Das Album startet mit der Pumpkins-Version von "Never let me down again", die bereits 1993 erschien und sich anhört, als käme der Song von ihnen selbst. Er gehörte bereits beim ersten Durchhören klar zu meinen Favoriten. Ähnlich verhält es sich mit The Cures "World in my eyes". Dazwischen vertritt sich das Label selbst durch die eigene Band God lives underwater mit "Fly on the windscreen" und wir finden eine "Enjoy the silence"-Version von Failure. Einen ebenso bekannten Titel fanden Dishwalla in "Policy of Truth".
Besonders gefühlvoll ist das von Veruca Salt gesungene Solo "Somebody", es bildet einen regelrechten Ruhepol auf der CD, eine kurze Verschnaufpause nach den ersten 5 Titeln und gleichzeitig eine geschickte Überleitung zu den Vertretern des nächsten musikalischen Stils. Hier finden wir nach Meat Beat Manifestos "Everything counts" Hooverphonic, die vor kurzem ihr zweites Album veröffentlichten und hier mit einer verspielten Version von "Shake the desease" aufwarten.
Da gestaltet sich der Übergang zum direkt folgenden "Master und servant", dem von Locust ein völlig neuer Charme eingehaucht wurde, natürlich fließend. Dieses Duett von männlicher und weiblicher Stimme ist so angenehm, daß ich bereits vergessen habe, wie das Original klingt.
Es folgen Self mit "Shame" und Monster Magnet mit "Black Celebration", um dann durch einen weiteren Highlight-Block abgelöst zu werden, der in "Waiting for the night" von Rabbit in the Moon, Apollo Four Fortys "I feel you" und Gus Gus, die sich mit "Monument" einen eher unbekannten Titel aussuchten, besteht. Zu diesen Titeln ist nicht viel zu sagen, denn die Stücke klingen, wie man es sich von den Bands erwartet hätte.
Fehlen noch die Deftones mit "To have and to hold" und Rammstein.
Das alles paßte tatsächlich auf eine kleine Silberscheibe, die damit eine Gesamtspielzeit von 73,56 Minuten erreicht. Das Booklet verdankt seine sehr passende Gestaltung Martyn Arkins, der hier gekonnten Minimalismus walten ließ.
Alles in allem ist das eine der rundesten CDs, die sich in meinem Besitz befinden. Beim Cover angefangen über die Musik selbst bis hin zur Zusammenstellung und Sortierung stimmt hier einfach alles. Mit Sicherheit werden an dieser Produktion nicht nur eingefleischte Depeche Mode-Fans angesprochen werden, und das ist ja nicht zuletzt Ziel eines solchen Tribut-Albums.
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