
Themen:
Vorwort
Die Vergangenheit
Die Gegenwart
Die Zukunft
Aufruf an alle Amiga-User und an alle Programmierer
Impressum
Liste der Empfänger
Vorwort:
Viel ist über die Zukunft des Amiga geschrieben oder gesagt worden. Alle
möglichen Leute haben sich zu diesem Thema zu Wort gemeldet. Diese Äußerungen waren entweder eine Aufzählungen technischer Einzelheiten, die der
nächster Amiga "auf jeden Fall" beinhalten sollte, bis hin zu Details und
den Umfang der zukünftigen Workbench oder die ob nun dieser oder jener
Prozessor der bessere für den Amiga sei. Allerdings haben diese Fülle von
Nachrichten eher zur Verunsicherung als zu Klarheit geführt. Auch sind
diese Darstellungen entweder nur sehr kurzfristig gedacht (nur eine Rechnergeneration), einseitig (aus Sicht eines Herstellers) oder verschwommen.
Ein klares und weit reichendes Konzept, welches sich sowohl mit der zukünftigen Hard- und Software, dem Marketing und den Überlebensstrategien be-
schäftigt, vermisse ich bisher. Diese Seiten sollen die mögliche Zukunft
des Amiga aus meiner Sicht darstellen und dabei die Chancen, Träume und
Möglichkeiten für einen Amiga (-System) in der Zukunft ausloten.
Die Vergangenheit:
Um die mögliche Zukunft des Amiga zu skizzieren, ist es notwendig in die
Vergangenheit zu schauen. Nur wer die Stärken und die Schwächen des Amiga
kennt, kann für die Zukunft erfolgversprechende Pläne entwerfen. Der Amiga
war und ist ein Nischenrechner. Ein Nischenrechner im Sinn wie es ein Mac
ist: stark und dominant in Sparten wie DTP, Grafik und Design, aber sonst
ist der Marktanteils eher gering. Genauso wie ein Mac (wahrscheinlich noch
mehr!), ist ein Amiga doch mehr als nur ein Computer; ein Amiga hat einfach
Feeling! Die Tatsache, das es den Amiga noch in der Form wie jetzt gibt,
spricht Bände und ist ein Kompliment an alle Amiga-User, Händler, Hersteller,
Programmierer, etc... Die Einsatzgebiete waren hauptsächlich Grafik, Video
und Spiele. Dazu kommen in der Zukunft noch das Internet und generell die
Vernetzung von Computern. Ein Amiga wird wohl nicht den Wintel-PC als "Standard" verdrängen. Warum sollte er auch? Eine Besinnung auf die waren Ziele
des Amiga führt zur Konzentration der Kräfte und zu besseren Erfolgsaussichten. Jeder Amiga-User kennt die Entstehung des Amiga und die darauf
folgenden Jahre (für Einzelheiten siehe 1 , 2 oder 3). Ich möchte mich hier
nicht über technische Details auslassen, sondern vielmehr aufzeigen was die
Stärken des Amiga waren und wo die Schwächen liegen.
Die Stärken der Vergangenheit:
Grafik:
Ein herausragender Vorteil eines Amiga war die unglaubliche Grafik- und
Videofähigkeit. Das Ball-Demo auf dem A 1000 bei der Erstvorstellung versetzte das Publikum in Erstaunen. Die Custom-Chips sind *die* Stärke des
Amigas gewesen. Zwar gab es mit den ECS- bzw. AGA-Chips Weiterentwicklungen,
doch inzwischen hat der Rest des Computermarktes die Amiga-Custom-Chips weit
überholt. Leistungsstarke Grafikkarten, 3D-Beschleuniger und TV- und Videokarten lassen jeden Amiga alt aussehen. Der einzige Vorteil ist inzwischen
zum Nachteil geworden.
Sound:
Wie die Grafik - so waren auch die Soundfähigkeiten des Amigas beeindruckend
und gingen weit über das markante "Piepsen" eines Standard-PC hinaus. Noch
heute reichen diese 8-Bit aus, um eine große Anzahl von Musikern dazu zu er-
muntern, Musik für den Amiga zu machen (siehe im Aminet). Aber auch hier ist
die Entwicklung weit voran geschritten, sodaß Nachholbedarf besteht.
AmigaOS:
Blickt man mal über den Tellerrand hinaus, sieht man, das vielen Betriebssystemen das Multitasking JETZT beigebracht wird (Mac OS X, Windows NT 5).
Mit einem Lächeln denkt man an die preemptiven Multitaskingfähigkeiten des
Amiga, die schon seit über 10 Jahren bestehen. Ein guter Vorteil für die
Zukunft, auf dem sich aufbauen läßt. Aber es gibt immer was zu verbessern:
Multiprozessorfähigkeit, Multitheardfähig, Speicherschutz, ... (siehe Linux)
Nicht nur Anpassung an den jetzigen Standard, sondern auch Impulse für die
Zukunft müssen gesetzt werden. Das AmigaOS und die Workbench sind für mich
einfach ... genial! Kein Betriebssystem, was ich kenne (MacOS, Windows 9x /
NT, Linux, OS2), läßt sich so einfach bedienen, ist so klein und schnell
(Datatypes, Katalog-Dateien, AmigaGuide-Hilfen, DosDrivers, Installer ....).
Erweiterbarkeit:
Der Amiga ist (zum Teil) mit Zorro-Slots ausgerüstet. So konnte man nach und
nach den Rechner mit zusätzlicher Hardware aufrüsten (Grafik-, Sound-, Sch-
nittstellen-, Emulations- und sonstige Karten). Und das Beste daran war und
ist, daß durch echtes Plug & Play (Autokonfig) die Hardware sofort startklar
war. Das gleiche gilt für den Prozessorslot des Amiga 3000/4000 bzw. 1200.
Prozessor:
Die 68k-Familie des Amiga war leistungsfähig und flexibel. Im Zusammenspiel
mit den Custom-Chips leistete und leistet heute noch ein Amiga erstaunliche
Dinge. Ein weiterer Vorteil war die Verwendung nicht nur in Amigas, sondern
auch in Macs und Ataris, dadurch waren zum Beispiel Emulationen leicht und
schnell realisierbar.
Die User:
Die engagierten und interessierten Amiga User, Programmierer und Dritther
steller von Amiga Produkten sind die eigentliche Stärke des Amiga. Sie machen
das Feeling des Amigas aus, sie hauchen einer seelenlosen Maschine Geist ein
und sind der Grund, warum der Amiga noch lebt. Darin liegt ein mächtiges Potential für die Zukunft! Und das alles trotz der vielen Pleiten, die sich der
eigentliche Hersteller des Amigas leistete bzw. später selbst erlebte. Konkrete Zusammenarbeit von Amiga Int., Drittherstellern und Usern kann dazu
führen, das ein Amiga System der Zukunft entsteht, welches von den Usern auch
gewollt ist (und nicht diesen wie bei Wintel-Systemen "aufgezwungen" wird).
Internet & CD-Rom:
Weiterhin gibt es noch zwei weitere Gründe, warum der Amiga noch lebt:
Erstens das Internet und zweitens die CD-Rom. Das Internet macht die Welt
zum globalen Dorf. Besonders für den Amiga-User heißt das, daß er z.B.:
Dank Miami einen leichten und schnellen Zugang zu Software (das Aminet
ist das größte Softwarearchiv im Internet!), zu anderen Amiga-Usern und
zu Amiga-Händlern, Programmierern, etc.. hat. Schneller und kostengünstiger
Support und Updateservice sind so möglich. Die CD-Rom hat wiederum es dem
Amiga-User ermöglicht kostengünstig an Software (Aminet-CDs, Meeting Pearls,
etc.) zu kommen. CDs sind in der Produktion billig und drücken so die Herstellungskosten.
Auch sind bei Programmen wie Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen oder Spielen das Platzproblem von Disketten irrelevant.
Die Schwächen der Vergangenheit:
Doch wo Licht ist, ist auch viel Schatten: Die Tastaturgehäuse meines Amiga
500 bzw. später meines Amiga 1200 stellten mich vor etliche Schwierigkeiten
(wie z.B.: das zu schwache Netzteil, das fehlende HD-Diskettenlaufwerk oder
die fehlende Möglichkeit den Rechner mit Zorro-Karten zu erweitern). Die
fehlende Weiterentwicklung der Hard- und Software zeigte sehr deutlich, wie
schnell ein Rechner veraltet sein kann. Doch findige Hardware- (gerade für
den A 1200: Turbokarten, SCSI-Controller, Scandoubler, Schnittstellenkarte)
und Softwarehersteller (MagicWB, Newicons, Datatypes, Miami, DOpus, PPaint)
glichen die eine oder andere Schwäche des Amiga aus. Was mich persönlich
ziemlich auf die Palme brachte, war die Selbstherrlichkeit von Commodore.
Dritthersteller, Medien und Usern hatten es nie leicht und leider kam auch
keine enge Zusammenarbeit zustande. Auf Messen hatte man das Gefühl, nur
geduldet zu sein. Und dann das caotische bzw. nicht vorhandene Marketing!
Das CDTV war nicht umsonst ein Flop. Statt mit den Herstellern von Hard-
und Software zusammen zu arbeiten, wurde mit Informationen geknausert. Doch
war sicherlich die größte Fehlentscheidung, daß der Amiga-Zweiges vom Mutterunternehmen nicht ausgelagert wurde, um so den Amiga vor dem drohenden
Konkurs des PC-Zweiges zu retten! Dann kamen, die fast schon peinlichen
Jahre des Hin- und Her des Amiga vom Konkursverwalter zu Escom, zu VisCorp
und dann endlich zu Gateway. Der markanteste Schwachpunkt des Amiga ist die
fehlende Weiterentwicklung der Hard- und Software. Amiga International muß
jetzt Ergebnisse oder zumindestes konkrete Pläne zum schnellen Vorankommen
offenlegen. Nicht nur um den Markt und die Amiga-User zu beruhigen, sondern
auch um Hersteller Planungssicherheit zu geben. In der Computerbranche ist
viel mit Psychologie zu erreichen, aber auch bei mangelndem Informationsfluß
ist schnell das große Fracksausen da. Die vordringlichsten Ziele sind demnach eine offene Informationspolitik von Amiga Int. gegenüber Usern und
Drittherstellern. Das könnte z.B.: durch ein verbessertes Internetangebot
hergestellt werden (Maillinglisten bezüglich Fragen zu Hard- und Software,
regelmäßige Newsletter per Email, Konzeptdarstellung auf den Internetseiten,
etc. ). Eine Enge Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Amiga Int., Drittherstellern und Usern kann dazu führen, das es Amigas mit entsprechender
Software gibt, die auch so gewollt wird. Um es auf den Punkt zu bringen:
Wir haben alle das gleiche Ziel!
Die Gegenwart:
Der Amiga Markt hat seine Schrumpfgrenze erreicht. Weiter bergab darf es
nicht mehr gehen, da sonst die Grundsubstanz der Amiga Szene aufgefressen
wird und der Absturz in die (kommerzielle) Bedeutungslosigkeit droht. Sicher
haben auch Betriebssystem wie Linux ohne kommerziellen Hintergrund Erfolg.
Doch wäre dies der Anfang vom Ende für den Amiga. Viele Firmen und Entwickler
haben sich aus den unterschiedlichsten Gründen vom Amiga schon getrennt. Zuletzt
hatte Maxon bekannt gegeben, daß das Flagschiff "Maxon Cinema 4D" nicht
mehr für den Amiga weiterentwickelt wird. Dies ist besonders schmerzlich, da
"Maxon Cinema 4D" ein Referenzprogramm auf dem Gebiet der 3D-Einzel- bzw.
Bewegtbildentwicklung ist (war). Was aus einem Programm wie "Maxon Cinema 4D"
auf Basis eines PPC hätte werden können, sieht man auf dem Mac, wo das
Schwesterprogramm den Markt der 3D-Programme erfolgreich aufgerollt hat. Hier
liegt es laut Aussage von Maxon (auch) an der mangenlden Informationspolitik
und der fehlenden Unterstützung der Programmierer durch Amiga Int..
Wenn man sich die Software incl. der Spiele ansieht, die jetzt auf den Amiga
Markt kommen, erkennt man, daß diese Produkte ein Mindestmaß an Hardware
(MC 68030/50Mhz, 8 MB Fast Ram, Festplatte, AGA) voraussetzen. Um in den
vollen Genuß aller Möglichkeiten oder um angenehm arbeiten zu können bedarf
es schon etwas mehr (MC 68040/25 Mhz, 16 MB Fast Ram, große Festplatte,
Grafikkarte). Viele User haben (wie ich auch) ihren Amiga mit Turbokarten,
Speicher, Grafikkarten, Festplatten, etc. ...) aufgerüstet. Doch ist jetzt
das Ende der Fahnenstange erreicht! Es verkauft sich kein Spiel mehr, wenn
es (um es gut spielen zu können) einen MC 68040/40 Mhz oder MC 68060/50 Mhz
voraussetzt. Die technische Grenze der Amiga-Hardware ist erreicht. Der User
(so auch ich) ist jetzt (sprich 1998/1999) an den Scheidepunkt gekommen.
Rüstet er seinen Amiga mit noch teurer und seltener Hardware (Beispiel:
Die Cyberstrom MKIII mit 060 und SCSI kostet schlappe 1.200,00 DM. Also fast
soviel wie eine CyberstromPPC.) auf oder steigt er um ...(z.B.: IMac inkl.
MacOS 8.x). Neben der Hardware gilt im Prinzip das gleiche Problem für die
Software. Das AmigaOS 3.x (welches inzwischen wohl zum Standard geworden
ist) ist eine feine Sache, aber nicht mehr ganz Zeitgemäß.
Die Zukunft:
Wenn der Amiga in der Zukunft eine Rolle spielen soll, so muß sich einiges
ändern. Vorallem die Hardware hinkt den jetzigen Anforderungen an einen
modernen Computer weit hinterher. Aber auch die Software ist verbesserungs-
würdig.
Die Hardware:
Hier ist die Anpassung und Nutzung von Wintel-PCI-Hardware (die ja durch die
massenweise Verbreitung der Wintel-PCs zum Standard geworden ist) der einzig
sinnvolle Weg. Der PCI-Bus ist leistungsfähig und weit verbreitet (neben
Wintel-PCs auch in Macs). Systembedingte Berührungsängste kann sich ein Amiga
der Zukunft nicht mehr leisten und sind, unter uns gesagt, auch Unsinn. Keine
teuren Eigenentwicklungen (wie z.B.: das von einigen Usern geforderte SuperAGA oder AAA),
sondern Nutzung von schon vorhandener Hardware wie PCI-Grafikkarten,
PCI-3D-Beschleuniger und PCI-TV- und -Videokarten. Der Abschied von
den gewohnten Amiga Customchips fällt sicher schwer, ist aber notwendig und
auch sinnvoll. Ist die alte Grafikkarte zu langsam geworden, wechselt man
diese mit einem neueren Modell aus. Sicher, entsprechende Treiber müßten für
den Amiga geschrieben werden. Doch darf man die vielen Free- und Sharewareprogrammierern
nicht vergessen, die mit großartiger Produktivität schon so
manches geniales Programm erstellt haben (z.B.: Miami, AHI, MUI, P96, CyberGrafix).
Sieht man sich den Mac-Markt an, bemerkt man, das PCI-Hardware aus
dem PC-Markt in diesen Rechnern direkt oder als angepaßte Version Verwendung
findet. Das ist der Weg, den der Amiga gehen muß, um auch eine preislich
Alternative bei guter Leistung zu sein.
Zusammenfassend kann man sagen, das die Nutzung von Standard-PCI-Hardware
preislich günstig ist und nebenbei einem die Qual der Wahl zwischen preiswerten low-end und leistungsstarken high-end Produkten läßt. Der Amiga muß
jeden Synergieeffekt nutzen, den er bekommen kann, ohne seine Einzigartigkeit zu verlieren. Dabei darf man nicht die Stärken des Amiga vergessen und
muß entsprechend die Hardware danach auswählen. Die reinen grafischen Fähigkeiten leisten heute schon die Standard-PCI-Grafikkarte, für den coolen
Spielgenuß sorgt ein 3D-Beschleuniger und für den Sound eine Standard-PCI-
Soundkarte. Ein Problem ergibt sich natürlich: Bleibt die Videofähigkeit des
Amiga dabei nicht auf der Strecke? Ich meine nein. So gibt es für mich zwei
Möglichkeiten zur Lösung. Erstens man verwendet weiterhin die AGA-Chips und
einen RGB-Port (wäre auch positiv bezüglich der Kompatiblität) oder zweitens
man verwendet eine Grafikkarte mit Videoausgang (PicassoIV mit Pablo). Die
Gretchenfrage ist sicherlich, welches Herz in zukünftigen Amigas schlagen
soll. Betrachtet man die auf dem Markt vorhandenen Prozessortypen (Intel &
kompatible, PPC, Alpha, etc...), so teilt sich der Markt vorwiegend in Intel
& kompatible und PPC auf. Sicher gibt es noch andere Proessoren, aber zur
Zeit sind diese beiden Gruppen dominant. Intel & kompatible scheiden für mich
von Angang an aus. Nicht nur aus meiner leidenschaftlichen Abneigung gegen
Intel & Co., sondern auch aus einer realistischen Sichtweise. Intel-Prozessoren sind teurer und leistungsärmer als PPC-Prozessoren. Wer sich davon
überzeugen will, sollte mal auf der Page von Apple ein wenig stöberen. Es
kann nur einen geben: PPC! Warum? Der erste Grund ist sicherlich die Leistungsfähigkeit. Ein PPC 604e/200 Mhz hat etwa 350 Mips. Zum Vergleich, meine
Cyberstrom MK II 040/40Mhz bringt etwa 30 Mips auf die Wagschale. Die Weiterentwicklung der PPC 603 von Motorola, der G3 (PPC750) schlagt schon heute
einen Pentium II 300 Mhz durch seine Rechenleistung. Was der G4 (soll im
Frühjahr von Motorolla auf dem Markt gebracht werden) für Leistungsmerkmale
hat, davon wage ich nicht zu träumen. Selbst ein PPC 603/200 Mhz bringt
schon eine Wahnsinnsleistung und dennoch ist der Prozessor günstig. Doch
zurück zum Amiga. Ein G3 macht dem Mac OS 8.x kräftig Beine. Wenn man dabei
noch bedenkt, daß das AmigaOS schlanker und schneller ist, wird klar, was
für Leistungen erreicht werden können. Weiterhin ist nicht die enorme Pionierarbeit auf dem Gebiet der PPC-Karten zu vergessen (Phase5, Haage&Part-
ner). Auch sind inzwischen eine ganze Reihe von PPC angepaßten Versionen
beliebter Software entweder im Aminet oder als kommerzielle Produkte erschienen (siehe Liste). Weiterhin kann man auf den Seiten von Haage&Partner
nachlesen, das ein 68k-Emulator für den PPC entwickelt wurde. Hier ergibt
sich ein Königsweg für den Übergang von 68k-Amigas zu reinen PPC-Amigas mit
Zwischenstation über entweder einer PPC-Karte inkl. 68k-Prozessor oder einen
"neuen" Amiga mit PPC & 68k-Prozessor. Schon vorhandene Software und das
AmigaOS kann per Update nach und nach von 68k auf PPC umgestellt werden
ohne das es einen großen Schnitt gibt. Dieser würde den Usern viel Geld
kosten durch sofortige Neuanschaffung eines kompletten Rechners und der Neuanschaffung von angepaßter Software. Ein wesentlicher Grund ist auch, das
auf PPC-Basis auch Betriebssysteme wie MacOS, Linux und BeOS laufen. Denkt
man logisch weiter, heißt das auch, daß auf diesen Mac-, Linux- oder Be-
Rechnern auch das AmigaOS laufen könnte! Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. User, die diese drei Betriebssysteme nutzen, können leicht und ohne
große Kosten auf das AmigaOS umsteigen oder mehrere Betriebssystem gleichzeitig nutzen.
Das wiederum hat die Vorteile, daß das AmigaOS eine weite Verbreitung findet und damit Marktanteile erobert und das Amiga Int. das AmigaOS
verkaufen kann. Apple hat mit dem Mac OS 8 einen echten Verkaufshit gelandet
und die Erlöse daraus tragen auch dazu bei, das Apple jetzt wieder Gewinne
erzielt. Voraussetzung ist dafür natürlich, das der Amiga ein PCI-Bussystem
erhält und Standard-Hardware wie Grafik- und Soundkarten benutzt. Doch das
ist absolute Zukunftsmusik, den ein Amiga braucht (noch!) ein Kickstart-Rom,
von dem aus es booten kann. Sollte das AmigaOS einmal die CHPR-Norm erfüllen,
ständen die Chancen dafür besser. Verfolgt man diesen Gedanken dann bezüglich
der Software weiter, ist es doch durch die wesentliche Hardwaregleichheit
zwischen MacOS, BeOS, Linux- und AmigaOS-Rechnern einfacher, Software für den
Amiga zu schreiben. Entweder, man bringt ein Programm z.B.: für das MacOS und
das AmigaOS heraus und hat dadurch größere Marktchancen oder man paßt vorhandene Mac-, Linux- oder BeOS-Software "relativ" leicht für den Amiga an. Ein
gutes Beispiel dafür sind Spiele. Im MagMagazin 8/98 wird im Artikel "The
Making of Myth - THE FALLEN LORDS" berichtet, daß das Programmierteam 90% des
Quellcodes palttformunabhänig (für Mac bzw. Wintel-PC) programmieren konnte
und nur 10% Betriebssystemspezifisch zu schreiben waren. Bedenkt man noch,
das dann die gleichen Grafik- und Soundkarten verwendet werden, nutzt man so
die weite Verbreitung von PC-Hardware und PC-Software direkt bzw. indirekt
aus, ohne sich mit Windows 9x abgeben zu müssen. Aber nicht nur Spiele sind
interessant, auch Anwenderprogramme wie die Browser von Netscape, Photoshop,
etc... Vielleicht gibt es dann ja Programme wie den Acrobat Reader auch für
das AmigaOS.... Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, daß der Amiga schon
immer gut im emulieren war. Für mich war und ist Shapeshifter eines der genialsten Amiga-Programme. War es doch dadurch möglich, für 50 DM einen Mac
zu emulieren. Hat der Amiga nun einen PPC, kann er ohne große Leistungseinbußen einen PPC-Mac emulieren. Da der gleiche Prozessor und mitunter die
gleiche Grafikhardware benutzt wird, dürfte die Emulation einfach und schnell
sein. Und für alle, die es unbedingt wollen, ließen sich Programme wie VirtuellPC oder Softwindows9x aus dem Mac Bereich relativ leicht an das AmigaOS
anpassen.
Die Software:
Das AmigaOS der Zukunft sollte ein transparentes Betriebssystem sein, das in
den wesentlichen Hardwarekontakten (Grafik, Sound, I/O, PCI-Bus, etc. ...)
relativ harewareunabhänig ist (hardware abstrakt layer). Ansätze dafür sind
bereits vorhanden (CyberGFX, AHI). Das AmigaOS, welches portable, modular
erweiterbar ist und dazu noch offene Standards im Hard- und Softwarebereich
unterstützt, ist für die Zukunft gewappnet. Daneben sind natürlich noch
Leistungsmerkmale wie Multithierdfähig, Multiporzessorfähig, Speicherschutz,
Java, Internetintegration, etc. nötig und geboten. Bis dahin ist noch ein
weiter Weg. Aus gehend vom jetzigen AmigaOS wäre der erste Schritt, das System auf einen PPC lauffähig zu bekommen. Entweder durch Dualprozessorkarten
(wie die von Phase5) oder durch Softwareemulation des 68k-Prozessors (siehe
Haage&Partner). Dabei sollte das OS schon den PPC erkennen und zumindestes
teilweise nutzen können. Das könnte das Version 3.5 enthalten. Der nächste
Schritt wäre die Lauffähigkeit sowohl auf Dualprozessorkarten als auch auf
reinen (Amiga-) PPC-Rechnern. Noch ist das OS zwar nicht völlig PPC-nativ,
aber die 68k-Teile werden durch Softwareemulation aufgefangen. Das wäre Version 4.x. Das Ziel ist das Version 5.x, welches zu 100% PPC-nativ ist und
soweit hardware abstrakt ist, das es auch auf anderen PPC-Rechnern (also
nicht nur PPC-Amigas, sondern auch PPC-Macs, etc.) läuft. Ein weiteres Feature
des PPC ist die Tatsache, das der Prozessor auf einer Prozessorkarte (ähnlich
wie man das schon vom Amiga kennt) sitzt. Durch den Austausch des alten gegen
einen schnelleren Prozessor bleibt die Upgradefähigkeit erhalten. Auch bietet
sich die Möglichkeit der Multiprozessorkarte für rechenintensive Aufgaben wie
3D-Berechung oder Videoeffekte gerade zu an.
Die Zusammenfassung:
Hier eine Zusammenfassung der technischen Daten eines Amiga-Systems der
Zukunft. Zwei verschiedene Grundmodelle reichen eigentlich aus: ein Amiga
für den Low-End-Bereich und ein Amiga für den High-End-Bereich:
Amiga TNG PPC
| Spezifikation | Low-End-Bereich | High-End-Bereich |
| Gehäuse | Destop | Tower |
| Prozessor | PPC 603 / 200 oder G3 | PPC 604 / 200 oder G4 |
| Cache | 512 kbyte | 1024 kbyte |
| Arbeits-Speicher | 32 MB SD-Ram | 64 MB SD-Ram |
| Anzahlt PCI-Steckplätze | mind. 3 | mind. 6 |
| Grafikkarte | 4 MB | 8 MB |
| Medienanschluß | ATA | SCSI |
| Massenspeicher | 20 x CD-Rom und 1 GB Festplatte | DVD Rom und 3 GB Festplatte |
| Sonstiges | USB | USB |
AmigaOS; Best of Shareware CD; Textverarbeit., Tabellenkalk., Datenbank; Internetsoftware; Grafikprog. wie Low-End-Bereich, zusätzlich 3D-Prog., DTP-Programm; BeOS, Linux
Anmerkung:
Die Werte sind nur zur Orientierung gedacht und keine genauen Einzelheiten.
Wichtig ist auf jeden Fall die Software: die Shareware-CD kann man leicht
bis zum Rand füllen. Die anderen Programme müssen ja nicht die neusten
Versionen sein, sondern können z.B.: Sondereditionen oder ältere Versionen
sein.
Der Aufruf:
Ich rufe alle Amiga-User, Programmierer, Hersteller, Vertreiber, Entwickler,
etc. ... auf, an diesem Rechner fest zuhalten. Der Amiga hat eine bewegte
Vergangenheit hinter sich und wird, davon bin ich überzeugt, eine bewegte
Zukunft noch vor sich haben. Aber ohne Einfallsreichtum, Initiativen, Kreativität, Ausdauer und Hartnäckigkeit wird es keine neue Soft- bzw. Hardware
geben. Da ich selber kein Programmierer bin, kann ich zwar selbst keine neue
Software erstellen, aber ich sorge durch den Kauf von (Original-!!!) Software dafür, daß Programmierer weiter für den Amiga arbeiten. Weiterhin sehe
ich diese Zeilen nicht als die Weisheit letzter Schluß an, sondern auch als
Aufruf und als Ermunterung für alle anderen User, Hersteller, Programmierer,
etc.. Wo sind die Experten, die Programmierer, die Kreativen, die Leute die
Einfälle und Lösungen rund um den Amiga haben? Wie soll denn die WB 4.x / 5.x aus
sehen??? Her mit euren Meinungen, Wünschen, Vorschlägen, Kritiken, Anmerk-
ungen, etc. (Email: b.sommer @in-brb.de) . Diese Zeilen von mir sollen den
Grundstein legen und nach und nach zu einem klaren, detailreichen Zukunftsplan werden. Alle Zuschriften werde ich in diesen Text mit einfließen lassen
und regelmäßig wird ein Update im Aminet dann veröffentlicht. Jeder kann
seinen Anteil zur Zukunft des Amiga beitragen. Speziell für die Programmierer
habe ich mir folgenden bekannten Slogan "ausgedacht" (sprich abgewandelt"):
Ihr Programmierer der Welt, schaut auf diesen Rechner!
Zugegeben, etwas pathetisch, aber ich fand ihn sehr treffend und Ernst
Reuter wird es mir wohl verzeihen.
Das Impressum:
Warum schreibt jemand solch einen Text und nervt damit andere per Email?
Der Grund ist einfach der, das ich meinen Amiga 3000 sehr schätze und ihn
für den besten Amiga halte, der je gebaut worden ist. Aber ich merke jeden
Tag, das er schon einige Jahre auf dem Buckel (äh, Prozessor) hat. Egoistisch wie ich nun mal bin, möchte ich nun wieder so einen Amiga haben, der
den Rest der Computerwelt einfach in die Tasche steckt. Ich habe einfach
keine Lust mehr, nur die News und Statements anderer Leute im Internet zu
lesen und will damit nun selbst die Initiative ergreifen. Ich finde, selbst
die Initiative zu ergreifen ist tausendmal besser, als nur abzuwarten, wie
sich die nähere Zukunft des Amiga entwickelt.
Wie alles begann...
Mein erster Amiga war ein nackter Amiga 500 mit einem Commodore 1084s -
Monitor, das war 1992. Für den ersten Kontakt mit einem Computer hatte ich
sehr schnell ein erstes Erfolgserlebnis, der gelungene Start der Workbench.
Ich war begeistert von den Disk-Icons und den Menus (obwohl die WB 1.3 nun
wirklich nicht gerade bunt war) und mußte alles ausprobieren. Und alles gelang mir ohne fremde Hilfe (nur die Handbücher halfen) sofort, Disketten
formatieren, Programme starten, Texte schreiben, spielen... . Spricht für
den Amiga, oder? Jedenfalls war ich infiziert. Das nächste, was an Hardware
hermußte, war eine Speichererweiterung (512 kbyte + Uhr!) und ein zweites
Disk-Laufwerk. Geniale Programme wie DPaint oder Beckertext, aber auch Spiele
wie Civilzation, Xenon2 oder Alienbreed machten mich zu einem glücklichen
Amiga - User. Der nächste logische Schritt war der Kauf eines Amiga 1200 mit
WB 3.0 (1994). Was für ein Quantensprung: Lokalisierte Programme, Multiview
+ Datatypes, AGA, etc.... Aufrüstungen mit einer 80 Mbyte - AT - Festplatte
und einer Blizzard 1230 Turbokarte folgten. Dann Umstieg auf Blizzard 1230IV
inkl. SCSI Controller, SCSI-Festplatte und CD-Rom machten den kleinen Amiga
zum echten Boilden. Schließlich mußte dann ein Tower her, denn der Platz und
der Strom reichten nicht mehr aus. Programme wie Wordworth 5, Miami, DOpus5
und Spiele wie Dune 2, History Line und Erben der Erde sind wie Musik in
meinen Ohren. Doch das war immer noch nicht genug, es war Zeit für eine
Grafikkarte. Ich kaufte günstig einen Amiga 3000 mit Picasso II, Cyberstrom
040/40 Mhz und MFC III an. Zwar hat der Rechner kein AGA, wodurch ich auf
einige Spiele verzichten mußte, aber die meisten Programme und auch die
neueren Spiele (Myst, Genetic Species, etc.) laufen ja auch auf Grafikkarte.
Außerdem hat ein A 3000 den SCSI-Controller, den Scandoubler und den Flicker-
fixer schon onboard. Für die Zukunft hatte ich den Umstieg auf einen neuen
Amiga geplant. Ein Amiga mit Amiga OS 4 oder 5, einem PowerPC, PCI - Bus,
etc, etc.. Was daraus wird, zeigt die Zukunft.
Hier nun die rein technischen Daten.
Diese Worte wurden mit folgender Hard-und Software erstellt:
Amiga 3000 mit Cyberstorm 040/40 Mhz und 48 MB Fast Ram (Dank an Phase 5)
Picasso II Grafikkarte (Dank an Vilage Tronic)
MFC Schnittstellenkarte
diverser SCSI-Hardware
AmigaOS 3.1 (Dank an Amiga Inc.)
GoldED inkl. WWW-Erweiterung (Dank an Dietmar Eilert)
IBrowse (Dank an omnipresence)
Miami (Dank an Holger Kruse)
MUI (Dank an Stefan Stuntz)
Betatest mit IBrowse 1.22, Voyager 2.95, AWeb 3.1 und Netscape 3 (MAC)
-bert sommer-