amiga writer 1.1

Wenn ich ehrlich bin, so muss ich sagen, daß ich mich seit der Ankündigung von Amiga Writer auf dessen Erscheinen gefreut habe, wie ein Schulkind. Denn Textverarbeitung ist neben den Games meine zweite große Beschäftigung auf dem Amiga. So waren auch meine Erwartungen sehr hoch geschraubt, und ich war gespannt ob es eventuell Wordworth, Page Stream oder Final Writer schlagen könnte. Vor einigen Tagen war es dann soweit, endlich flatterte unser Testmuster ein. Doch meine Vorfreude wurde schnell gebremst, denn obwohl Amiga Writer in einer CD Box ausgeliefert wird, umfasst das Programm gerade mal 2 Disketten. Dies ist mir vollkommen unverständlich, eine Textverarbeitung von `98 müßte eigentlich auf CD erscheinen und neben dem Programm, so als Beilage ClipArts und ein Menge Fonts bieten. Doch weder das eine noch das andere wurde richtig in AmiWriter gebracht, doch dazu später mehr. Startmenü

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Amiga Writer öffnet nach dem Start ein komplett eigenes Window ,
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was im Demo noch nicht der Fall war, dort erschien auf der WB-Oberfläche das Dokumentfenster von Amiga Writer (ab jetzt mit "AW" abgekürzt!). Wie bei jeder anderen Textanwendung hat man oben die Menüleiste mit Optionen, wie schneiden, laden, drucken, öffnen, speichern und bei AW steht noch das Einfügen diverser Textelemente (Uhrzeit, Datum) zur Verfügung. Ich klickte auf die Seite um zu schreiben, der Cursor blinkte und signalisierte mir, das ich loslegen könnte. Als ich die ersten Worte geschrieben hatte, nervte mich der Schriftstil total, denn AW stellt fast in jeder Bildschirmgröße (also die Seitengröße) die Fonts zu pixelig dar, zwar mekrt man davon bei einem guten Drucker nichts, aber auf dem Screen sieht es nicht gerade toll aus. Nachdem ich ein paar Zeilen verfaßt hatte, wollte ich diese auch bearbeiten. Wörter oder Wortgruppen Kursiv, Fett, Unterstrichen oder anders zu formatieren ist kein Problem, das geht wunderbar und AW bietet hier sogar noch mehr Möglichkeiten, doch wenn man den Schriftstil ändern möchte, wird es ein langer Weg um dies zuerreichen. Standard und sofort wählbar sind nur die Compugraphic Font`s (meißt auf 3 begrenzt), möchte man mehr einfügen, geht dies nur über das Fontmenü .
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Hat man es aufgerufen, wird einem die komplette Liste aller verfügbaren Schriften (die im Workbechn:FONTS/ Verzeichnis drin sind) angezeigt. Nun wählt man ein aus, stellt die Größe ein und alle sonstigen Formatierungen. Danach muß man "den getätigten Befehl" dem Programm "zuweisen", klingt echt blöd und das ist es auch. Wenn man das nicht getan wird, führt AW die Veränderungen nicht aus, also sowas ist in keinsterweise benutzerfreundlich, meiner Meinung nach sollte es doch reichen, die Änderungen auszuführen, auf "Benutzen" oder "Ok" zu klicken und das Programm führt die Veränderungen aus, aber nein, man muß es erst "zu- weisen", und egal ob Bild, Text oder sonstige Einstellungen, ohne "zuweisen", wird so mancher User nicht weit kommen. Grafikimport

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Wie Ihr im letzten Bild gesehen habt, ist das Einfügen von Grafiken eigentlich recht einfach, klickt man dann zweimal auf das Bild, erscheint das eben oben gezeigte Menü und man kann die Größe oder die Plazierung ändern. Was man allerdings nicht kann und das ist ein eigentlich wichtiger Punkt, man kann den Hintergrund der Grafik nicht transparent zur Seitenfarbe machen, d.h. wenn ein Logo, wie das von uns im Hintergrund grau ist, ist es mit AW nicht möglich diesen Hintergrund wegzumachen, so daß nur noch das Logo auf der weißen Seite zu sehen ist. Mir unbegreiflich, Wordworth7 bietet da zum Beispiel diese "mit Farbe 0 auffüllen"-Option, welches einen Bildhintergrund transparent darstellt. Ob das noch geändert wird weiß ich nicht, anzuraten ist es aber auf jedenfall.

Layout und Texteffeckte! Was bietet Amiga Writer da? Leicht zubeantworten - kaum etwas! Auch hier ist AW nicht gerade der Favorit, denn Texteffeckte habe ich keine gefunden. Ich konnte weder einen Satz oder ein Wort als Kreis darstellen oder sonstige "Faxen" mit Wörtern anstellen. Andere Programme haben da schon bessere Möglichkeiten im Angebot, wie zum Beispiel Sätze im Kreis, Bogen, oder schräg darzustellen. AW hat sowas überhaupt nicht, ich habe weder in der Guide Anleitung etwas darüber gefunden, noch irgendeinen Befehl im Menü. Das gleiche mit dem Layout. Obwohl man in der oberen Optionsleiste das Menü "Layout" eingefügt hat, beschränkt sich dies nur auf Text- oder Bildboxen, das ist auch schon alles, und selbst da kann man kaum etwas in Aktion setzen.

Bei all dem meckern, sollte man aber auch ein paar gute Eigenschaften von AW erwähnen. AW druckt sehr schnell in einer guten Qualität Texte und Grafiken aus, hier kann man wirklich nichts sagen. Das Anfangshändling, welches etwas an PageStream erinnert - das nach dem Start noch kein Textfenster erscheint sondern erstmal ein Menü - ist keine schlechte Idee und man kann mit diesem kleinen "Randmenü" gut arbeiten, aber es müßte erweiterbar sein, man müßte eigene Optionen einfügen können, geht aber leider nicht. Ups, ich meckere ja schon wieder, aber Ihr merkt daran, daß ich wirklich unzufrieden mit AW bin. Gut ist auch die "Bubble-Help" Funktion, die in einer ähnlichen Form bei MakeCD wiederzufinden ist. Die Funktion bewirkt, das ein kleiner Inforahmen erscheint, sobald man die Maus ein paar Sekunden auf einem Button/Symbol läßt, ohne sie zuverschieben. Dadurch wird ein lesen des "Handbuches" (Online Guide) überflüssig, da vieles erläutert wird.

Okay, ich höre besser auf, denn auch nach 1500 Wörtern, würde ich zu keinem anderen Ergebnis kommen, unten folgend habe ich nochmal schnell die neuen Funktionen und Verbesserungen aufgelistet.

Neue Fähigkeiten der Version 1.1 umfassen:
·Verbessertes Drucken
·Fontersetzungstabelle
·Multi-Assigns für Fontverzeichnisse
·Bubble-Help Kontrolle
·vollständige Lokalisierung
·verbesserte Anbindung des StormScreenManagers

Bug-Fixes und kleinere Verbesserungen

·Auto-Backup hat das Datei-Icon (.info Datei) falsch behandelt.
·Verbesserung im Busy-Mouse Verhalten insbesondere auf langsameren Rechnern.
·Stark verbesserte Speicherverwaltung. Besonders deutlich bemerkbar bei Dokumenten mit mehr als 500 Seiten.
·Die neue Speicherverwaltung klärt auch einen Bug der zu Stabilitäts- problemen führte.
·Eingaben von Längen/Größen/Grad etc. können nun auch ohne Einheit erfolgen. Es wird die alte Einheit beibehalten und in dieser Einheit die Eingabe interpretiert.
·Viel sinnvollere Anwendung des Attributes "Unterstrichen". Unter- streichungen liegen nur noch unter dem Text und gehen nicht mehr bis zum linken oder rechten Rand der Box.
·Bislang gingen beim Verschieben eines Tabulators im horizontalen Lineal die Einstellungen des Tabulators für das Führungszeichen und das Dezimalzeichen verloren. Dieser Fehler ist behoben.
·Dezimaltabulatoren verhalten sich nun viel sinnvoller, wenn das Dezimalzeichen im Text nicht enthalten ist: Der Text wird dann rechtsbündig an den Tabulator formatiert.

Fazit:
Amiga Writer ist in der Version 1.1 nicht das was man von einem neuen Programm erwarten kann. Als Betaversion könnte man einige Bugs und fehlende Elemente noch etwas verschmerzen, aber bei einer Vollversion nicht. Obwohl ich mit Amiga Writer einiges an Texten geschrieben habe und versuchte diese auch zu bearbeiten, so mußte ich von Zeit zu Zeit feststellen, daß ich mit Wordworth und PageStream zu besseren Ergebnissen komme. Im Großen und Ganzen hat es kaum überzeugende neue Funktionen, die es von der Masse abhebt und so bleibe ich bis zum Erscheinen der neuen Version bei Wordworth und PageStream, die dem User deutlich mehr Möglichkeiten zum Erstellen und Bearbeiten von Texten bieten.
- Befriedigend -

-mn-

Quelle:
Haage & Partner
www.haage-partner.de

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