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AMIGA International, Inc. / AMIGA, Inc.

1. QNX ist der Software-Partner für den AMIGA der nächsten Generation

In einer am ersten Tag der Computer '98 abgehaltenen Pressekonferenz hat AMIGA, Inc. eine Partnerschaft mit der (noch) recht unbekannten Firma QNX bekannt gegeben, die die Entwicklung eines Betriebssystems für die neue AMIGA-Generation zum Ziel hat. Grundlage dieses Betriebssystems werde ein bereits existierender Mikro-Kernel sein. Unter http://www.demodisk.com lässt sich übrigens eine Demo-Version, leider für Standard-PCs, herunterladen.

Das Betriebssystem für die neue AMIGA-Generation, deren Erscheinen für Ende 1999 geplant ist, soll laut AMIGA, Inc. unter anderem folgende Features aufweisen:

Hier nun weitere Informationen von Rüdiger Engel, die uns freundlicherweise vom AMIGA-Club im BTX und Internet zur Verfügung gestellt wurden. Der erste Artikel behandelt die Pressekonferenz, der zweite enthält weitere Details zum geplanten Betriebssystem. Die Texte lassen sich auch auf http://www.amiga-club.de/pressekonf.html beziehungsweise http://www.amiga-club.de/aida/0031.html abrufen.

»Pressekonferenz am 13.11.1998

Am 13.11.1998 um 19.00 h rief Amiga Inc., zu einer Pressekonferenz in das Messezentrum. Eroeffnet wurde die Konferenz von Petro Tyschtschenko mit der Bekanntgabe, dass der Rechtsstreit zwischen dem Konkursverwalter Hembach und Quickpack beigelegt sind, und das Ergebnis die Rueckfuehrung der Einzelteile fuer ca. 2000 Stck. A4000 Rechnern nach Deutschland ist.

Jeff Schindler begruesste dann die anwesende Presse und einen Vertreter von Gateway und gab das Wort an Dr. Allan Havemose. Zusammengefasst wurde berichtet, dass das geplante OS 3.5 im Laufe des ersten Halbjahres 1999 erscheinen soll. Die Features wurden per PowerPoint-Praesentation dargestellt (Einzelheiten siehe unsere AIDA-Uebersetzung zu OS 3.5).

Anschliessend betrat wieder Jeff Schindler die Buehne und kuendigte geheimnisvoll die eigentliche Sensation des Abends an: Den zukuenftigen Partner fuer die Entwicklung des NextGenerationOS. Der Partner ist QNX. QNX ist eine relativ kleine Firma, die seit 1981 existiert und ein Betriebssystem entwickelt hat, dass vor allem im Servermarkt eine grosse Akzeptanz gefunden hat. Einer der bekannteren Kunden ist z.B. VISA (Kreditkartenfirma), deren Server mit QNX laufen. QNX spricht man uebrigens in Anlehnung an UNIX so aus: "Qunix".

Herausragendes Merkmal dieses Systems ist der kleine Minikernel genannte Kern, der hoechstens ca. 48 kB gross ist. Alle weiteren Bestandteile des Betriebssystems sind sog. APIs, die je nach Bedarf zusaetzlich geladen werden. Dadurch ist das Betriebssystem in hoechstem Masse skalierbar und laesst sich auf Desktopboxen ebenso wie auf Mainframe- Rechnern installieren. Dieser Kernel soll die Basis fuer einen zukuenftig zu erstellenden komplett neuen Kernel auf einer komplett neuen Hardwareplattform sein.

Der Herr von QNX berichtete der erstaunten Amigagemeinde, dass die Mitarbeiter seiner Firma enthusiastische Amiga-Anwender seien und dadurch die Voraussetzungen fuer eine gute Zusammenarbeit von Amiga Inc. und QNX hervorragend seien.

Prinzipiell besteht das QNX aus dem Microkernel und darauf aufsetzenden APIs. Ferner kennt das Betriebsystem nur sogenannte Regions, die dreidimensional im Speicher liegen und die auf verschiedene Art und Weise auf Datenstroeme reagieren koennen, die durch sie durchgeschickt werden. So kann z.B. eine Region derart reagieren, dass alles, was sie trifft, auf den Bildschirm umgeleitet wird. So erzeugt das System Fenster und Oberflaechen.

Die Integration von Netzwerktechniken ist ebenfalls sehr fortgeschritten. So koennen Computer auf der ganzen Welt Anwendungen teilen, ohne dass dies umstaendlich verteilt werden muesste. Es geschieht einfach. Es kann auch der Arbeitsbereich auf einen anderen Computer ausgedehnt werden, aehnlich dem Mehrmonitorsystem auf dem Macintosh; nur mit dem feinen Unterschied, dass dies zwei voellig andere Computer tun koennen. Zur Demonstration lief eine QNX-Version auf zwei PentiumII von Gateway (das nur, weil Gateway nunmal PCs produziert, QNX ist portabel ausgelegt und existiert fuer verschiedene Plattformen). Die PCs waren per Ethernet verbunden. Trotzdem konnten Fenster in Windeseile vom einen zum anderen Computer geschoben werden.

Dass das Betriebssystem vollstaendig praeemptives Multitasking beherrscht und Speicherschutz besitzt, versteht sich von selbst.

Leider gab es anschliessend keine weiteren Informationen seitens der Amiga Inc.- oder QNX-Manager, weshalb sich dieser Bericht aus Erinnerungen und wenigen in der Eile gemachten Notizen zusammen- setzt. Weiterfuehrende Informationen zu QNX und dem neuen OS 4.0/5.0-Entwicklungssystem werden auf der Homepage von Amiga Inc. und hoffentlich auch QNX zu finden sein.«

»Die Architektur des Amiga der naechsten Generation Quelle Originalartikel: Amiga, Inc.

Amiga verkuendet die Partnerschaft mit QNX fuer die Entwicklung der Architektur der Amigas der naechsten Generation, im folgenden "NG-Amiga" genannt.

Amiga, Inc. hat eine Zusammenarbeit mit QNX Software Systems Ltd. angekuendigt, die darauf abzielt, das QNX-Echtzeitbetriebssystem (Realtime Operating System, RTOS) als Basis fuer die Architektur des NG-Amiga zu nutzen.

"Der Amiga hat der Industrie in den 80er Jahren mit fuehrender Multimedia- Technik einen Schock versetzt", sagte Jeff Schindler, Geschaeftsfuehrer von Amiga Inc. "Das RTOS von QNX vereint viele der einzigartigen Qualitaeten des Amiga auf sich. Es bietet die Basis, um unsere Vision der Wiedergeburt des Amiga im naechsten Jahrtausend erfuellen zu koennen."

"Wir sehen in dieser Partnerschaft eine starke Kombination von ueberlegenen Betriebssystem-Technologien, gemeinsamer Firmenkultur und einer gemeinsamen Vision", sagte Dan Dodge, Chefentwickler und Mitbegruender von QNX Software Systems Ltd.

Aufbauend auf dem Kern des QNX-OS wird Amiga Inc. mit QNX zusammenarbeiten, um Eigenschaften und Funktionen einzufuegen, die noetig sind, die naechste Genration der Computer zu schaffen, wie es der Amiga 1985 tat.

Geplante Faehigkeiten des NG-Amiga

Faehigkeiten des Betriebssystemkerns:

Multimedia

Internet/Netzwerk

"Zusammenfuehrung"

{Anmerkung des Uebersetzers: Im Zusammenhang mit dem NG-Amiga wird sehr haeufig der Ausdruck "Digital Convergence" gebraucht. Hierbei handelt es sich vor allem um die Zusammenfuehrung und Integration verschiedenster Bereiche der Elektronik und des Computers in einem Geraet. Das faengt bei der Waschmaschine an und geht ueber den Videorekorder zum Computer. Vor allem dafuer benoetigt man ein komplett skalierbares Betriebssystem mit einem kleinen Kern, das nach Belieben funktional erweiterbar ist; von der Set-Top-Box bis zum Grossrechner also.}

Haeufig gestellte Fragen:

Frage: Sollen die Amiga-Entwickler jetzt anfangen, fuer QNX zu programmieren? Antwort: Nein. Da QNX das Basis-OS ist, wird Amiga in Zusammenarbeit mit QNX Erweiterungen fuer die Benutzerschnittstelle hinzufuegen, bessere Multimedia-Unterstuetzung und eine Vielzahl von anderen zusammenfuehrenden Faehigkeiten.

Frage: Muss ich meine Anwendungen neu schreiben, damit sie auf dem NG-Amiga laufen? Antwort: Ja. Das neue OS besitzt ein Programmiermodell, das dem der Classic-Amigas aehnlich, aber doch reichlich anders ist. Im Einzelnen enthaelt das neue OS Prozesse und Threads (ein "Thread" ist wie ein Amiga- Prozess oder Task), virtuellen Speicher und eine sehr saubere Microkernel- Architektur. Alle Zugriffe auf die Hardware passieren ueber Treiber, d.h. wenn eine Anwendung "die Hardware trifft", wird sie nicht funktionieren. Die meisten ordentlich geschriebenen Anwendungen muessten portierbar sein, um aber den vollen Nutzen aus der neuen Hardware ziehen zu koennen, wird man die Vorteile der neuen APIs nutzen wollen. Wir beabsichtigen auch, wesentlich bessere Entwicklungstools anzubieten, als es sie momentan fuer die Classic-Amigas gibt, was die Uebertragung vereinfachen sollte.

Frage: Was ist mit meinen "Classic"-Anwendungen? Werden sie laufen? Antwort: Fuer das Entwicklungssystem denken wir ueber einen "Amiga-auf- einer-PCI-Karte" nach, der einen A1200 bildet. Ordentliche 3.1/3.5 Amiga- Classic-Anwendungen sollten funktionieren.

© Amiga Inc. 1998 
 

Uebersetzer dieses Artikels: Ruediger Engel 15.11.1998«

(Quelle: AMIGA-Club im BTX und Internet)

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