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Wer sein System pflegt, durchforstet mehr oder weniger regelmäßig seine Festplatten nach überflüssigen Dateien und Verzeichnissen. Ein Problem war dabei bisher der Libs-Ordner. Skimmer verspricht Abhilfe.
Skimmer ist ein Tool, das endlich Ordnung schaffen soll im übervollen Libs- Verzeichnis. Über die Jahre haben sich eine Menge Libraries angesammelt, und man weiß kaum noch, zu welchem Programm sie eigentlich gehören, und ob sie überhaupt noch nötig sind. Die Idee hinter Skimmer ist gut und lobenswert. Wie zuverlässig Skimmer seine Aufgabe erfüllt, wird der Test zeigen.
Die aktuelle Version ist die 1.32, zu finden im Aminet. Das Paket enthält ein komfortables Installationsskript, bei dem jedoch im Icon der Pfad zum Installer falsch gesetzt ist. Hier muss man per Hand einen korrekten Pfad eintragen. Skimmer bekommt ein eigenes Verzeichnis, in das Einstellungen, die Anleitung im Amigaguide-Format und das Programm selbst kopiert werden. Außerdem wird eine englische und französische Übersetzung angeboten.
Die Methode, nach der Skimmer nach überflüssigen Bibliotheken sucht, ist recht einfach. Die Library-Aufrufe in Programmen sind meist als reiner Text in der Datei lesbar. Überprüfen kann man das, indem man sich mit einem Hexeditor eine Programmdatei ansieht. Hier beispielsweise ein Auszug aus dem LoadWB-Befehl:
00000410 | 4E750000 | 00000000 | 00000000 | 00000000 | Nu·············· | |||||
00000420 | 00000000 | 00006C6F | 63616C65 | 2E6C6962 | ······locale.lib | |||||
00000430 | 72617279 | 00737973 | 2F776F72 | 6B62656E | rary·sys/workben | |||||
00000440 | 63682E63 | 6174616C | 6F670000 | 000003EC | ch.catalog······ |
Einmal auf Platte gebannt, kann es auch gleich losgehen. Das Programmfenster ist schlicht und übersichtlich und bedient sich einer fontsensitiven GUI. Zunächst wählt man mit "Drives" die Laufwerke aus, auf denen in den Dateien gesucht werden soll. Außerdem lassen sich noch Filter für auszulassende und nicht zu löschende Dateien angeben.
Mit "Start" geht es dann los. Bei großen, recht vollen Festplatten dauert es entsprechend lange bis man das Fenster mit den möglicherweise nicht genutzten Libraries zu Gesicht bekommt.
Skimmer meldet sich zurück mit einer mehr oder weniger umfangreichen Liste nicht genutzter Libraries. Diese lassen sich nun anwählen und entweder löschen oder archivieren. In der Demoversion ist das komplette Auswählen nicht nutzbar, so dass man jede Datei einzeln selektieren muss.
Hier stellte ich nun fest, dass Skimmer einen recht großen Anteil der Libraries als nicht genutzt erkennt, die ich mit Sicherheit Programmen zuordnen konnte. Das Problem hierbei ist wohl, dass eine Reihe älterer Programme mit diversen Packern gepackt wurden und die Library-Aufrufe so nicht mehr direkt lesbar sind. Hierbei hat mich außerdem gewundert, dass die oft benutzte powerpacker.library ebenfalls in der Liste auftauchte.
So bleibt mein Fazit nach mehreren Testläufen, von Skimmer zunächst noch Abstand zu nehmen. Die Gefahr, wichtige Libraries zu entfernen oder mit großem Aufwand wieder zurückzukopieren, erscheint mir doch zu groß. Vielleicht bekommt der Autor ja einige hilfreiche Bugreports, so dass spätere Versionen brauchbar werden.
Jeff Grimmet aus San Diego möchte 10 US-Dollar für die Registration seines Programmes. Über einige Fehler im Guide (Version 1.38 wird erwähnt) und im Programm (Version 1.30) kann man getrost hinwegschauen, aber wenn es um die Betriebssicherheit meines Systems geht und hier mehrere grobe Fehler gemacht werden, erscheinen mir die knapp 20 DM doch besser in andere Dinge investiert.
Quelle: Aminet: util/misc/Skimmer.lha
Kai Weber <kai.weber@gmx.net>«