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»Ich möchte nicht die ganzen technischen Einzelheiten aufzählen, die man im Handbuch (wenn man will) viel besser nachlesen kann, sondern über Anwendungen und Erfahrungen, die ICH gemacht habe, berichten.
Wer mit dem Amiga vernünftig drucken will, braucht ein Zusatzprogramm wie Turboprint oder Studio.
Es funktioniert zwar grundsätzlich auch mit den Workbench-Druckertreibern, aber wer auch wirklich das letzte aus seinem Drucker holen will, braucht eben Turboprint.
Ich benutze die Vollversion Turboprint 7.02 mit Ghostscript 4.03.
Ich besitze einen HP 670C, und der wird auch von Turboprint sehr gut unterstützt.
Man muß aber bedenken, dass Turboprint KEIN Original-Druckertreiber ist. Die Druckertreiber gibt es im Original fast alle nur für Windows-PCs. Dafür unterstützt Turboprint praktisch fast alle Drucker am Amiga. Es ist auch (fast) egal, welchen Amiga man zur Verfügung hat.
Turboprint 7.02 wird mit 2 ausführlichen Handbücher geliefert, aber ich vermisse die Mindestanforderungen im Handbuch.
Damit das Drucken auch wirklich Spaß macht, sollte man mindestens einen 68030 und Fast-RAM (ab 8 MB) haben, und ganz wichtig, eine Festplatte mit mindestens 10 MB freien Platz zum Spoolen.
Es geht grundsätzlich auch mit einem unbeschleunigten A500 und OS 2.1, aber ich sagte, wenn es Spaß machen soll.....
Ich habe einen A1200, OS 3.0, mit Blizzard IV mit 16 MB Fast-RAM und 420 MB Seagate
und einen A4000/30, OS 3.0, mit Blizzard 4030 (030-Prozessor mit Copro 50 MHz), 16 MB Fast-RAM und Merlin-Grafikarte mit P96-Software und Quantum Fireball 1.2 GB, beim A4000 habe ich dann eine 68040/25MHz-Prozessorkarte nachgerüstet. (Der Geschwindigkeitsunterschied ist enorm!)
Ab einem 040-Prozessor macht Turboprint richtig Spaß.
Diskette einlegen und einfach installieren, man wird nach dem Drucker gefragt, für den Turboprint dann einen eigenen Treiber installiert, der NUR mit Turboprint funktioniert.
Auf der zweiten Disk befindet sich Ghostscript 4.03 als Postscriptinterpreter, das man auch installieren kann, aber nicht zwingend muß.
Turboprint kann beim Installieren in der WBStartup-Schublade zwei Starticons für Turboprint und Turbospool ablegen, damit beide Programme immer im Hintergrund laufen und JEDEN Druckauftrag abfangen.
Nach dem Installieren neu Booten und mit Turboprefs den Drucker auf die gewünschten Voreinstellungen einstellen.
Ganz wichtig !
Die Papiersorte: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viel von dem Druckerpapier abhängt.
Wenn man etwas Besonderes drucken will, sollte man eventuell die Empfehlungen des Druckerherstellers beachten.
Für normales Druckerpapier reicht die Einstellung
| 300x300dpi |
| Normalpapier |
| High-Quality, für den normalen Hausgebrauch. |
Ich habe auch 50 % Tintenreduktion eingestellt, das genügt für die meisten Drucke.
Dabei sollte man beachten, dass die höchte Auflösung, die jeder neuere Drucker bietet, eigentlich nur etwas mit speziellem (teuren) Druckerpapier bringt.
Turbospool:Bei dem Turbospool gibt es unterschiedliche Meinungen, wie ich auf dem Amiga-Meeting am 10.4.1999 in Hannover erfahren habe.
Bei den Amiga-Usern, die ich gefragt habe, und die sogar einen 060- Prozessor haben, war Turbospool nicht gerade beliebt.
Ich benutze Turbospool gern, damit die Druckdaten möglichst in einem Rutsch zum Drucker gesendet werden.
Ansonsten ruckelt mein Drucker herum, weil die Daten nicht schnell genug kommen.
Wobei der Turbospool bei Amigas unter einem 040 so eingestellt werden sollte, dass der Druckauftrag erst einmal aufgehalten und nicht sofort zum Drucker gesendet wird.
Erst ab einem 040-Amiga schafft man es, den Druckauftrag im Spooler zwischenzuspeichern, um ihn dann automatisch zum Drucker zu senden.
Das geht bei den "kleineren" Amigas natürlich auch, aber wenn größere Sachen (Farbilder, DTP, usw.) ausgedruckt werden sollen, kann es passieren, dass die Daten, die im Druckerspooler sind, schon zum Drucker gesendet werden, obwohl das Programm, das den Druckauftrag gibt, noch lange nicht fertig ist, und irgenwann ist ein Punkt erreicht, wo der Drucker den Druckauftrag schon soweit abgearbeitet hat, und die restlichen Daten fließen nur noch "tröpfchenweise", so dass der Drucker "herumruckelt" und andauern seine Tintendüsen putzt.
Ein HP 670C hat übrigens 0.5 MB Druckerspeicher, und die wollen erst einmal gefüllt sein...
Weitere Probleme mit dem Turbospool:
Ich habe Schwierigkeiten mit dem Filesystem PFS2 4.2 gehabt, da Turbospool behauptete, dass Turboprint zuerst gestartet werden müßte...
Wenn man eine Grafikkarte mit Picasso96-Software betreibt, können besondere Probleme auftauchen.
Ich wollte mit Wordworth 6 eine Seite ausdrucken, auf der verschiedene farbige Schriften und ein farbiges Clipart waren. Dieses führte zu einem satten Absturz, sobald der Turbospool anfing zu arbeiten. Mit der Demoversion von Final Writer 97 passierte das nicht.
Abhilfe:Keinen Druckerspooler benutzen, auf einen Amiga-Modus umschalten oder statt IPrefs von der normalen Workbench aus dem Aminet FastIPrefs ins C:- Verzeichnis kopieren und IPrefs in der Startup-Sequence in FastIPrefs umbenennen.
GrafikPublisher:Der GrafikPublisher bietet einige Möglichkeiten, Bilder in allen gängigen Formaten einzuladen, nachzubearbeiten und auszudrucken.
Aber der Grafikpublisher kann noch mehr:
Auf der Aminet 19 befindet sich ein Bild der Erde, das über 8 MB groß ist... Mit dem Grafikpublisher kann man es ohne weiteres einladen, ansehen und ausdrucken (das dauert natürlich alles eine Weile).
Mir ist kein Programm bekannt (in dieser Preislage), das mit derartig großen Bildern auf dem Amiga noch etwas anfangen, geschweige denn es ausdrucken kann.
Eine weitere Möglichkeit: Man kann (z.B. eingescannte) Bilder mit Photooptimize nachbehandeln, und bekommt so einen Spitzenausdruck.
Ich habe z.B. eine Hochzeitszeitung damit erstellt, mit Text und eingescannten Farb- und SW-Graustufenbildern.
Mit hochwertigem teurem Spezialpapier tolle Ausdrucke zu machen ist eigentlich keine Kunst. Schwieriger ist es, mit nicht so gutem Papier akzeptable Ergebnisse zu erzielen.
Der eingebaute Texteditor ist allerdings etwas primitiv, und man sollte die Texte vorher mit einem Texteditor erstellen, als ASCII-Text abspeichern und den eingebauten Texteditor vom Grafikpublisher nur zum Plazieren des Textes und Aussuchen des Zeichensatzes verwenden.
Ich habe auch probiert, den Text mit WW6 auszudrucken, um beim zweiten Durchgang die Bilder fast millimetergenau mit dem Grafikpublisher einzufügen (fast deswegen, weil der Drucker das Papier beim zweiten Durchgang eben nicht immer hundertprozentig gleich einzieht.)
Ghostscript 4.03
Ghostscript ist ein Interpreter, der Postscript in Grafik umwandelt. Wordworth, Final Writer und andere gute DTP-Programme können im Postscript- Ausgabemodus drucken.
Man kann das Ergebnis ausdrucken oder auch auf dem Bildschirm anzeigen. Abgespeicherte Postscript-Dateien kann man z.B. auch mit DirOpus anzeigen, wenn der entsprechende Befehl nach Ghostscript gegeben wird.
Ich drucke eigentlich nur noch Texte mit WW6 und Ghostscript. Der Ausdruck wird bei mir dadurch enorm beschleunigt.
Aufgefallen ist mir, dass man mit WW6 und Ghostscript keine Farbbilder ausdrucken kann. Ich bekomme immer nur spitzenmäßige Graustufenbilder. Und das, obwohl die Buchstaben in Farbe gedruckt werden können.
Das Original wäre Aladdin Ghostscript 5.10, diese Version darf aber nicht mit kommerzieller Software zusammen ausgeliefert werden. Eine Spezialversion kann aber bei Bedarf von der Irseesoft-Homepage heruntergeladen werden.
Aladdin Ghostscript 5.10 aus dem Aminet funktioniert nicht mit Turboprint. Beim Ausdruck mit beiden Versionen konnte ich eigentlich keinen Unterschied feststellen.
Ich würde mir aber noch wünschen, dass es für Ghostscript eine grafische Benutzeroberfläche gibt.
Noch ein kleiner Tip, der eigentlich uralt ist:
Wenn man immer wiederkehrende Ausdrucke machen muß und diese nicht mehr verändert werden müssen, einfach die TurboPrefs umändern, so dass die Druckdaten in eine Datei "gedruckt" werden.
Wenn diese abgespeicherte Datei z.B. mit OPUS nach PAR: kopiert wird, wird alles ausgedruckt, OHNE dass man ein Textprogramm oder Turboprint benötigt!
Was mich außerdem noch nervt: Wenn man einen ASCII-Text ausdrucken will, wenn Turboprint im Hintergrund läuft, druckt der Drucker erheblich langsamer als er könnte.
Dieses stellt nur einen Teil von Turboprints Fähigkeiten dar, über das man wohl Bücher schreiben könnte.
Uwe Mann <Uwe.Mann@t-online.de>«