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4. Hardwaretest: Ethernet-Karte Ariadne II (von Michael Schulz)

»Wir haben die Ariadne gleich doppelt gekauft. Was will man schließlich mit einer einzelnen Ethernetkarte. Die Karte war ordentlich und sauber verpackt. Der Einbau geht wie bei allen Zorro-Karten sehr einfach. Rechner auf, Karte rein, Rechner wieder zu und das war's schon. Die Karte ist ordentlich aufgebaut und besitzt noch 3 Steckplätze. Nach ein paar E-Mails an Village Tronic stand fest, dass die Ariadne II serielle und einen parallelen Port besitzt. Diese sind aber leider nicht freigeschaltet. Warum diese dann auf der Karte sind und ob sie überhaupt einmal freigeschaltet werden (können), konnte mir keiner sagen.

Die Karte besitzt einen 10Base2- (BNC,RG58) und einen 10Base-T- (Twisted Pair,RJ45) Anschluss sowie eine LED für den Link-Status. Weitere LED- Anschlüsse sind auf der Karte.

Ein T-Stück für den BNC-Anschluss und ein Terminator sind beigelegt. Kabel fehlen typischerweise. Die Ariadne arbeitet als 10MBit-Ethernet-Karte. Der Fullduplex-Betrieb wird von ihr unterstützt. Es gibt die Möglichkeit, ein Flash-ROM einzusetzen.

Damit ist es theoretisch möglich, mit einem Rechner ohne Festplatte vom Netz zu booten.

Die Software wird auf 2 Disketten mitgeliefert. Ein Installer-Skript liegt bei. Also Diskette rein und installiert. Dann eine peinliche Panne. Die Treiber und Tools der ersten Diskette sind komplett, aber wo ist Genesis? Also die 2. Diskette genommen und von Hand installiert. Neben den Sana2- Treibern ist auch AmiTCP mit seiner Oberfäche Genesis in einer OEM-Version dabei. Wo allerdings die Einschränkungen liegen, habe ich noch nicht herausgefunden.

Mit AmiTCP, oder auch Miami, ist ein Betreiben der Ariadne in TCP/IP-Netzen kein Problem. Es werden alle mir bekannten Protokolle unterstützt. Wenn man sich die benötigten Programme aus dem Aminet besorgt, funktioniert folgendes: FTP, HTTP, Telnet, POP3 und SMPT, Finger, Netbios mit Samba, und vieles mehr. Das alles geht nicht nur als Client wie im Internet, sondern auch als Server. Auch DMS-Server sollten kein Problem sein. Als amigaspezifische Möglichkeiten sind da Net-Filesystem, um die Laufwerke der anderen Amigas im Netz zu mounten, und natürlich Envoy.

Dabei laufen alle Protokolle parallel zueinander und stören sich nicht. Die Konfiguration von AmiTCP oder Miami ist für Netzwerklaien ziemlich schwer. Das liegt aber nicht an der Ariadne, sondern am Problem der TCP/IP- Netze an sich.

Wesentlich einfacher zu bedienen und als Netzwerksoftware für Amiga zu Amiga zu empfehlen ist Envoy.

Die Übertragungsgeschwindigkeiten gehen durchaus in Ordnung. Mit Envoy erreichten wir ca. 600-700 kB/s. Andere Protokolle wie FTP sind ein bisschen langsamer.

Getestet haben wir die Ariadne mit einem Linux-PC und natürlich mit einem zweiten Amiga.

Der Preis von knapp 200,- DM ist zwar im Gegensatz zu PC-Karten recht hoch, dafür erhält man aber ein komplettes Paket. Sollte der Amiga einmal als Server eingesetzt werden, kann man auf kostenlose Software zurückgreifen und muss nicht Windows NT für Server im Wert von über 1000,- DM kaufen. Ein Treiber für Linux existiert auch schon.

Zu bekommen ist die Karte beim Hersteller Village Tronic oder im guten Fachhandel.

Michael Schulz <MSchulzWellmitz@t-online.de

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