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Abschließend

Mitte Januar hat sich Markus Konjevic von der deutschen Firma media group, besser bekannt unter dem Namen Eagle Computer, in einem öffentlichen Amiga- Forum mit unglaublichen Behauptungen zu Wort gemeldet.

Während einer USA-Reise will Herr Konjevic unter anderem herausgefunden haben, dass sich das angekündigte Amiga OS 3.5 gar nicht in Entwicklung befindet.

Nun, an dieser Stelle sei nochmals angemerkt, dass das Amiga OS 3.5 nicht von Amiga, Inc., sondern - auch nach Aussagen von Petro Tyschtschenko - maßgeblich von Haage & Partner entwickelt wird. Zwar hat es leider den Anschein, dass das Upgrade des Amiga-Betriebssystems nicht so viele herausragende Features enthalten wird, wie das anfangs vorgesehen war, aber entgegen allen offiziellen und - vielleicht noch aussagekräftiger - inoffiziellen Informationen zu behaupten, dass das Upgrade des Amiga OS gar nicht entwickelt werde, ohne dafür nur den geringsten Beweis zu erbringen, ist schon mehr als gewagt.

Aber damit noch nicht genug: Auch das Amiga OS 5.0 werde nicht erscheinen - aber wozu denn dann die Kooperation mit QNX, Herr Konjevic? -, ebenso wie es wohl keine A4000T-Motherboards geben werde, was von Amiga International heftig dementiert wurde. Und nicht nur das: Man wolle Petro Tyschtschenko zufolge gerichtlich gegen Herrn Konjevic vorgehen. Als ob der Amiga noch nicht genug Probleme hätte...

Es ist vermutlich etwas übertrieben zu spekulieren, warum Herr Konjevic Behauptungen dieser Art aufstellt, eines jedoch ist anzumerken: Das Unternehmen, dem er angehört, hat sich bereits vor geraumer Zeit fast vollständig vom Amiga-Markt zurückgezogen. Zur Zeit bietet es neben der Eagle-Linux-CD, deren Qualität in diversen Amiga-Magazinen als eher durchwachsen charaktisiert worden ist (siehe u.a. Kurztest in AMIGA aktuell 8/98), nur noch einige Produkte seines ehemaligen Towerumbau-Sortiments sowie Pentium-Erweiterungskarten an. Dementsprechend dürftig ist der Amiga auf der Website des Unternehmens (http://www.eagle-cp.com) vertreten. Wenn media group / Eagle nun den Eindruck erwecken will, es sei eine engagierte Amiga-Firma und vertrete (Zitat) "die Interessen aller Amiga- User", dann widerspricht das nicht nur den Tatsachen, sondern verhöhnt auch die Unternehmen, die sich wirklich für den Amiga einsetzen.

Bei allen Differenzen möchte ich Herrn Konjevic in einem Punkt jedoch ausdrücklich zustimmen: Auch ich halte es für ein Unding, wenn manche Amiga-Zeitschriften bei Produkttests fast ausschließlich Wertungen von 95 Prozent oder mehr vergeben. Solche Urteile dürften nur Produkte erwarten können, die in allen Belangen exzellent sind. Das aber kommt auch im Amiga- Bereich so gut wie nie vor, denn zu verbessern gibt es immer etwas.

Bis nächsten Monat,

euer

Carsten Schröder

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