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von Nordic Global Inc., 5.12.98, zur sofortigen Veröffentlichung
Während der ersten Dezemberwoche wurde in der "Szene" eine Liste mit über 700 gestohlenen Namen, Passworten und Zugangsnamen von Internet- Zugangs-Anbietern (Internet Service Providern = ISP) herumgereicht und und an verschiedenen Plätzen einschließlich dem Usenet zur Verfügung gestellt. Die meisten Veröffentlichungen enthielten nicht die Passworte, aber sie SIND auf der originalen Liste vorhanden, d.h. die Liste existiert WIRKLICH und stellt eine echte Bedrohung für die aufgelisteten Benutzer dar.
Jeder, der diese Liste besitzt, kann mit Hilfe der Einträge in die Internet-Zugangsberechtigung des jeweiligen Anwenders einbrechen, wenn dieser Benutzer nicht inzwischen sein Passwort gewechselt hat. Mit anderen Worten: Wenn SIE auf der Liste stehen, kann jeder, der die vollständige Liste hat, über IHRE Zugangsberechtigung ins Internet gehen, bis Sie ihr Passwort ändern, falls das noch nicht geschehen ist.
Einige der Einträge der Liste hat man sich mit "normalen" Mitteln besorgt, d.h. durch Eindringen in ISP-Router oder durch Ausbeutung bekannter Schwächen in Unix- oder NT-Systemen. Diese Dinge passieren ständig und sind schwer zu unterbinden.
Viele der Einträge in der Liste wurden jedoch durch einen anderen Mechanismus erlangt: ein "Trojaner" (trojanisches Pferd = geheimer Eindringling) wurde an Amiga-Anwender verteilt, der heimlich die Anwendernamen und Passworte ausspionierte und sie an eine Internet- Adresse sandte, wo diese Informationen von Software-Piraten gesammelt und ausgewertet wurden.
Es kursierte eine Menge falscher und manchmal verleumderischer Gerüchte, wie der geheime Mechanismus arbeitet und welches Programm die Ursache war, bis die gemeinsame Anstrengung von Nordic Global Inc. und mehrerer hilfreicher Anwender, die anonym bleiben möchten, schließlich die genaue Ursache für die Erlangung der Passworte herausfand:
Eine Gruppe von Piraten verbreitete eine gefälschte Version der "datatypes.library" über das Aminet. Diese Version hat die Nummer 45.4 oder 45.5 (je nachdem, wie die Versionsnummer geprüft wird) und hat eine Dateigröße von 32748 Bytes. Diese Library enthält einen versteckten Trojaner, welcher den Anwendernamen und das Passwort aus der Einstellungs- Datei für den Internetzugang auf Ihrer Festplatte ausliest und sie mit eMail an die Piraten-Gruppe sendet, wo sie ausgewertet und in eine Datensammlung eingetragen wird.
Wenn Sie diese Version der "datatypes.library" installiert haben, wird Ihnen dringend empfohlen sie zu löschen und sie durch eine legitime, sichere Version der datatypes.library zu ersetzen, z.B. durch eine der folgenden:
Wenn Sie 45.4 installieren, stellen Sie sicher, dass die Dateigröße 27780 Bytes beträgt. Ist sie 32748 Bytes groß, handelt es sich tatsächlich um die gefährliche, gefälschte Version 45.5, die eine falsche Versionsnummer meldet, und nicht um die "echte" Version 45.4.
Danach sollten Sie, um sicher zu gehen, Ihren Computer tatsächlich am Netzschalter ausschalten, 30 Sekunden abwarten und ihn dann wieder einschalten.
Sobald das erledigt ist, loggen Sie Sich bei Ihrem Internet-Dienstleister ein und ändern Sie das Passwort. Wenn Sie zuvor schon das Passwort geändert hatten, ohne die gefälschte Library zu ersetzen, dann sollten Sie Ihr Passwort jetzt nocheinmal ändern, da die Informationen für Ihren Zugang inzwischen schon wieder verraten worden sein können.
Bis jetzt ist es noch nicht sicher bekannt, wer der Programmierer der gefälschten Datei und wer der "Sammler" der gestohlenen Zugangsdaten ist, aber Untersuchungen sind im Gange. Es bestehen allerdings bisher nicht bestätigte Hinweise (einschließlich Zeugenausagen von Informanten), dass die unrühmlich bekannte Piratengruppe "Digital Corruption" dafür verantwortlich zu machen ist.
Wenn es sich als zutreffend herausstellen sollte, wäre das ein neuer Beweis dafür, das Software, die von Piratenorganisationen oder in Zusammenarbeit mit solchen geschrieben oder verbreitet wird, kein Vertrauen verdient und dass man dabei mit versteckten schädlichen Nebenwirkungen rechnen muss.
Wenn Sie Sich nun wundern, warum Nordic Global Inc. diese Mitteilung verbreitet: Die originale Passwortliste, die verteilt wurde, enthält einen Kommentare in unflätiger Ausdrucksweise, dass diese Passworte durch eine angebliche "Hintertür in Miami" erlangt wurden.
Bitte lassen Sie Sich dadurch nicht beirren. Diese Aussage ist eine ganz klare Lüge, eine gemeine Anschuldigung, die das Ansehen von Miami und Nordic Global Inc. beschmutzen soll, die jeglicher Grundlage entbehrt. Amiga-Piratengruppen, besonders Digital Corruption, haben seit langem versucht, Nordic Global Inc. wegen ihres entschiedenen offenen Eintretens gegen Piraterie in dieser Weise zu beschuldigen.
Miami hat keine "Hintertüren", es wurde nicht benutzt und war dazu auch garnicht in der Lage, um die Liste zusammenzustellen oder um irgend welche Informationen zur Verfügung zu stellen, die dort erschienen sind. Trotzdem haben viele Benutzer und leider auch einige Entwickler und Händler das falsche Gerücht weitergegeben, Miami sei irgendwie "gefährlich". Das trifft offensichtlich überhaupt nicht zu.
Wir glaubten, es sei notwendig, dass wir versuchen müssten, die Wahrheit über das Entstehen der Liste herauszufinden, nicht nur, um die Sicherheit von Miami zu dokumentieren, sondern auch, um den Amiga-Anwendern die Informationen zu bieten, die sie brauchen, um auf diese Bedrohung reagieren zu können und um weiteren Schaden zu verhüten.
Weitere Informationen über diesen Angriff finden Sie auf unserer Website "www.nordicglobal.com", dort speziell im Abschnitt "News".
Holger Kruse, Nordic Global Inc.
kruse@nordicglobal.com«
Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Gernod Schomberg.