von Thomas Szedlak (The Kalauerman)
Mitte Mai entdeckte ich bei meinem wöchentlichen Besuch auf der Amiga Flame Website gar erstaunliches: Ein "Exklusiv-Interview mit Andreas Magerl vom APC&TCP"! Darin erzählt der CEO des bekannten Amiga-Clubs und Software-Publishers über die Lage des Amiga-Marktes in Deutschland und kommende Projekte des APC&TCP. Hinterlegt ist das ganze mit hübschen Screenshots aus "Phönix". Unbedingt mal anschauen!
Ebenfalls Mitte Mai wurde auf der diesjährigen World of Amiga in London der AAA-Award verliehen. Zur Überraschung vieler ging dieser an Holger Kruse, den Entwickler des TCP/IP-Stacks "Miami". Die weiteren Nominierten, Urban Müller (Aminet) und Phase 5 (PowerUP), landeten nur auf den Plätzen.
Verdient hat Holger Kruse die Auszeichnung auf jeden Fall! Gäbe es Miami nicht, müßte man sich als Amiga-User immer noch mit dem hochkomplizierten und zudem teuren AmiTCP herumquälen. Nicht wenige hätte dieser Umstand wohl schnell die Lust am Internet vergehen lassen.
Vor kurzem hat Holger Kruse Miami 3.0 fertiggestellt. Für 79,- Mark könnt Ihr das Programm beispielsweise bei Ossowskis Schatztruhe bekommen. Einen ausführlichen Testbericht gibt es in dieser Online Online.
Zum Schluß noch ein kleiner Surf-Tip: Auf der
Kalauerman-Page
(www.s-direktnet.de/homepages/kalauerman/) findet Ihr meinen Testbericht von
*****!
Viel Spaß mit der Online Online!
Wie die meisten von Euch wahrscheinlich schon wissen, ist unser allerliebster APC&TCP seit Anfang April mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten, die von Andreas Magerl und meiner Wenigkeit in relativ kurzer Zeit "aus dem Boden gestampft" wurde. Neben aktuellen Amiga- und Club-News findet Ihr dort jede Menge Patches und Updates zu Programmen und Spielen des APC&TCP. Auch die jeweils aktuelle Ausgabe der NoCover könnt Ihr Euch entweder direkt online anschauen oder komplett als lha-Archiv auf Euren Rechner laden.
Natürlich ist das noch lange nicht alles, was es auf unserer Homepage
zu sehen gibt. Aber ich will ja nicht alles vorweg nehmen - schaut doch
einfach mal vorbei.
Hier die Adresse:
http://www.chiemgau.com/apc&tcp/
Die Homepage ist natürlich noch längst nicht fertig - aber wann ist eine Homepage schon "fertig" ? Eigentlich nie. Vor allem optisch muß sich noch einiges tun. Da meine Stärken aber nicht gerade im künstlerischen Bereich angesiedelt sind, brauche ich Eure Hilfe . Vor allem der linke Frame mit dem Inhaltsverzeichnis (siehe Screenshot) sieht momentan mit seinen Textlinks nicht unbedingt preisverdächtig aus. Einzelne grafische Buttons für jeden Link würden da schon wesentlich mehr hergeben. Auch eine "Link-Map", also ein einzelnes Bild mit allen Links, wäre denkbar.
Wer von Euch sich sowas zutraut und gerne an unserer Homepage mitarbeiten möchte, der sollte sich unbedingt bei mir melden!
Einführung
Bevor es Miami gab, war Internet am Amiga teuer und kompliziert - nichts für den Massenmarkt. Der damals einzige erhältliche TCP/IP-Stack für den Amiga, AmiTCP, kostete fast 150 Mark und hatte keinerlei grafische Benutzeroberfläche, so daß die Konfiguration des Internet-Zugangs wohl nur Shell-Fetischisten in Glücksgefühle ausbrechen ließ.
Doch dann kam Miami! Sommer, Sonne, hübsche Mädels! Und ein gleichnamiges Amiga-Programm. Aber nicht irgendein Amiga-Programm. Nein, eines, das den Internet-Zugang auf der Amiga-Plattform revolutionieren sollte!
Lieferumfang
Miami 3.0b wird auf drei Disketten geliefert. Ein gedrucktes Handbuch gibt´s keines, jedenfalls wenn man Miami für 79 Mark bei Ossowskis Schatztruhe bestellt. Ein deutschsprachiges Online-Handbuch ist aber selbstverständlich auf einer der Disks drauf. Auch der für die Registrierung wichtige Lizenzcode befindet sich auf dem Etikett der ersten Diskette, aber dazu später mehr.
Installation
Die Installation läuft problemlos über ein Install-Script ab. Hat man schon eine ältere Version installiert, wird diese upgedatet, ohne daß wichtige Konfigurations-Dateien überschrieben werden. Während die kostenlose Prüfversion, die man sich zum Beispiel aus dem Aminet besorgen kann, nur eine Programmversion für alle 68k-CPUs enthält, befindet sich bei der Vollversion auch eine speziell compilierte Version für 030er und schnellere Prozessoren. Daneben werden noch diverse Zusatzprogramme wie MiamiInit und MiamiRegister installiert, auf die ich gleich ausführlich eingehen werde.
Internet-Zugang konfigurieren
Um einen Internet-Zugang zu konfigurieren, benötigt man einige wichtige Angaben seines Internet-Providers:
Hat man all diese Informationen, dann kann seinen Internet-Zugang auch manuell konfigurieren, das heisst die einzelnen Daten direkt in Miami eintragen. Sollten diese Informationen allerdings nicht vorliegen, so kann man mit dem Hilfsprogramm MiamiInit seinen Internet-Zugang auch automatisch konfigurieren lassen.
Nach dem Start von MiamiInit fragt das Programm all die Informationen ab, ohne die ein Internet-Zugang nun wirklich nicht funktioniert, sprich welches Modem man hat und wie die Rufnummer des Internet-Providers lautet. Zu den einzelnen Eingabefeldern gibt es im oberen Teil des Programm-Fensters ausführliche Hilfetexte. Zum Abschluß führt MiamiInit einen ersten Anwahlversuch beim Provider durch, bei dem man nun auch noch seinen Benutzernamen und sein Passwort eingeben muß. Kommt eine Verbindung zustande, dann werden alle Daten inkl. dem kompletten Anwahl-Script abgespeichert, so daß man in Miami selbst keine Konfiguration mehr vornehmen muß. Im Klartext heißt das also, daß man ab nun nur noch auf "Online" klicken muß - alles weitere macht Miami nun automatisch selbst!
Keyfile generieren
Als nächstes sollte man sich um das Miami-Keyfile kümmern. Dieses befindet sich nämlich auf keiner der drei Disketten und muß erst generiert werden. Dazu startet man das Zusatzprogramm "MiamiRegister" und folgt den Anweisungen am Bildschirm. Während des Registrationsvorgangs wird man nach seinem Lizenzcode gefragt, den man dem Etikett der Miami Disk 1/3 entnehmen kann. Danach sollte man sich ins Internet einloggen - welches Programm wir wohl dafür verwenden...
Wurde die Verbindung aufgebaut, befehlt man "MiamiRegister", sich mit dem Miami Registrierungsserver zu verbinden, was auch anstandslos geschieht. Und nach ca. einer Minute ist das Keyfile komplett erstellt und man hat nun tatsächlich eine Miami-Vollversion installiert. Einschränkungen der Demo-Version wie das automa. Ausloggen nach 60 Minuten sollten nun der Vergangenheit angehören.
Neuerungen in Miami 3.0b
Gegenüber der letzten veröffentlichten Version 2.1p hat sich einiges geändert. Große Teile des Programm-Codes wurden überarbeitet und optimiert. Auch gibt es nun drei unterschiedliche grafische Module: MUI, MUIMWB und GTLayout. Letzteres benötigt KEIN MUI, sondern die gtlayout.library V40+ von Olaf Barthel.
Zur Modem-Liste in MiamiInit sind zahlreiche neue Geräte dazugekommen, darunter auch 56k-Modems, ISDN-Karten und ext. ISDN-Modems (ISDN TAs).
Insgesamt profitieren vor allem Nicht-HighEndAmiga-Besitzer von der erhöhten Arbeitsgeschwindigkeit und der Möglichkeit, das GUI während der Online-Session komplett aus dem Speicher zu entfernen.
Upgrade
Wer sein Miami-Keyfile nach dem 15. Juni 1997 bekommen hat, für den ist ein Upgrade auf Miami 3.0 kostenlos. Alle anderen benötigen einen "Upgrade-Code", den man von Nordic Global sowie von einigen Registriersites für $ 12,- bekommen kann. Am besten kontaktiert man mal seinen Händler, bei dem man Miami 2.x erworben hat.
| Fazit: | Miami 3.0b ist nicht perfekt - aber verdammt nah´ dran! Von der
automatischen Konfiguration über die kinderleichte Bedienung bis hin zur in der
neuen Version erhöhten Arbeitsgeschwindigkeit - der Platz für Verbesserungen wird
immer kleiner. Nachdem die Pläne für ein neues Amiga-OS mit integriertem Miami
wohl den Weg alles Irdischen gegangen zu sein scheinen (siehe
AMIGA aktuell), kann man 80 Mark wohl kaum besser in
Amiga-Software anlegen. Vor allem dann nicht, wenn man weitere 80 Mark in *****
investiert und sich mit anderen Amiga-, PC- oder Mac-Usern in zünftigen
Online-Duellen messen möchte...
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| Produktname: | Miami 3.0b |
| Hersteller: | Nordic Global |
| Preis: | ca. DM 80,- |
| Update: | kostenlos / $ 12,- im Aminet |
| Demo-Version: | aktuelle Version im Aminet |
| Minimalkonfig.: | OS 2.04, Modem oder ISDN-Karte/TA |
| empf. Konfig: | OS 3.0, MUI 3.8, 68030, 8 MB RAM, Modem oder ISDN-Karte/TA |
| Stärken: | vollautomatische Konfiguration, kinderleichte Bedienung |
| Schwächen: | keine |
| PREIS/LEISTUNG: | 98% |