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Testberichte
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1. Testreihe: Die Multiview-Herausforderer - Teil 2 (von Uwe Pannecke)
»Programmbeschreibung
Der Testkandidat ist das Programmpaket "2b_mv_os2", mit diesem
einprägsamen Namen seit über einem Jahr mit beinahe regelmäßigen
Updates im Aminet vertreten.
Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich letztendlich
ein kleines Programm mit Namen "MultiView".
Das Programmpaket wurde vom polnischen Autor Marcin Juszkiewicz
ursprünglich geschrieben, um auch unter AMIGA OS 2.x die Funktionalität
eines Programmes wie Multiview nutzen zu können.
Es benötigt mind. AMIGA OS 2.04, ab OS 2.1 werden verschiedene Sprachen
über die Lokalisierung unterstützt und unter OS 3.x können Datatypes
genutzt werden.
Darüber hinaus existiert auch eine deutsche Programmbeschreibung.
Erklärtes Ziel war es, Dateien unabhängig vom Dateityp zu laden und
automatisch die passende "Behandlung" des Programms zu veranlassen.
Das Problem dabei ist die Erkennung des Dateityps.
Nicht immer läßt eine (z.T. nicht einmal vorhandene) Dateiendung
Rückschlüsse auf den Dateityp zu.
Hier griff der Autor auf die (dem Programmpaket beiliegende) FileID.library
zurück, welche die Identifizierung des jeweiligen Dateityps schnell und
sicher ermöglicht. Dieser Library sind in der vorliegenden Version 7.1
immerhin 633(!) Dateitypen bekannt.
Dies sollte wohl für viele Einsatzfälle ausreichen :-).
Ob dem so ist und wie zuverlässig dabei das Programm zur Sache geht, sollte
ein umfangreicher Test zeigen.
Installation
Also wurde die aktuelle Version 3.8 aus dem Aminet gesaugt und auf meinem
System installiert. Selbige Installation ist mittels der beigelegten
Installationsroutine oder von Hand ein Kinderspiel.
Das eigentliche Programm mit dem Namen MultiView wandert standardmäßig in
das Utilities-Verzeichnis (Achtung: Das ursprüngliche MultiView wird
überschrieben!!) und die FileID.library in das Verzeichnis Libs.
Für die Locale-Unterstützung kann noch ein deutscher Katalog kopiert
werden - fertig.
Nun mußte das neue Multiview unter CyberGraphX 3.x, 12 MB RAM und einem
040/40-Prozessor zeigen, was es wirklich kann.
Nutzung
Doch ohne Fleiß keinen Preis. In diesem Fall heißt es erst einmal die zu
berücksichtigenden Dateitypen den verarbeitenden Programmen zuzuweisen.
Dies geschieht recht mühselig über Einträge in den Tooltypes des
Programmicons.
Einige Dateitypen sind als Standardeinstellungen schon vorgegeben.
Diese Standardeinstellungen müssen vorhanden sein, können aber auf die
eigenen Bedürfnisse angepaßt werden.
Die Hauptarbeit steht dem Nutzer jedoch noch bevor.
Man wählt aus der Dateitypenliste zur FileID.library von den 633 Dateitypen
die passende Kennzahl aus und vermerkt im Tooltype neben selbiger Kennzahl
das aufzurufende Programm samt Pfadangabe.
Eine benutzerunfreundliche Vorgehensweise. So sah es auch der Autor und
spendierte deshalb jetzt ein separates Einstellprogramm. Aber Achtung:
Dieses befindet sich nicht im Programmpaket "2b_mv_os2.lha", hier muß
zusätzlich aus dem gleichen Verzeichnis util/sys "2b_mv_prefs.lha" gesaugt
(oder von einer aktuellen Aminet-CD kopiert) werden.
Mit Hilfe dieses MultiViewPrefs-Programmes ist die Konfiguration deutlich
komfortabler. Beim Start des Einstellprogramms liest dieses die aktuellen
Tooltypes-Einstellungen des neuen MultiView und erlaubt über ein grafisches
User-Interface (GUI) die einfache Änderung bestehender und ebenso einfache
Hinzufügung neuer Tooltypes aus der FileID.library-Liste.
Hat man die Konfigurationshürde erst einmal genommen, arbeitet das Programm
zuverlässig und ohne Absturz.
Fazit
Das Programm ist ein solides Stück Software und erfüllt seine Aufgaben
zuverlässig.
"2b_mv_os2", d.h. MultiView ist Shareware. Der Autor erwartet bei
regelmäßiger Nutzung eine Geldüberweisung in Höhe von 5 US-Dollar (Keyfile
per E-Mail) bzw. 6 US-Dollar (Keyfile per Briefpost).
In der registrierten Version wird zusätzlich XFD unterstützt.
Solange man kein Programm wie DirectoryOpus benutzt, ist man mit
2b_mv_os2/MultiView gut bedient. Im Vergleich zu AView (siehe AMIGA aktuell
05/98) ist das Programm preiswerter (5 $ statt 15 DM) und einfacher (für
den Nicht-Profi) zu konfigurieren.
Dafür ist AView deutlich flexibler in der Erkennung neuer Dateitypen
(siehe Experten-Modus im Prefs-Programm).
Gegen das weitaus komplexere Dateitypen-Handling von DOpus kommen beide
Programme nicht an. DOpus- Besitzer können auch diesmal auf das
vorgestellte Programm getrost verzichten (ohne damit die Leistung der
Autoren von AView und 2b_mv_os2 schmälern zu wollen).
Zu finden sind die Programme zu "2b_mv_os2" im Aminet / auf den Aminet-CDs
unter
util/sys/2b_mv_os2.lha
util/sys/2b_mv_prefs.lha
util/sys/2b_mv_deutsch.lha.
Uwe Pannecke
Uwe.Pannecke@t-online.de«