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Abschließend
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Nichts ist unmöglich - das hat der vergangene Monat ganz deutlich gezeigt.
Da ist seit Monaten ein Betriebssystem-Update für bestehende AMIGAs auf 
Version 3.5 angekündigt, Olaf Barthel und andere waren bereits mit den 
Vorarbeiten beschäftigt, und einige technische Details standen auch schon 
fest - aber was passiert? Quasi in einer Nacht- und Nebel-Aktion, zumindest 
kann man sich als AMIGA-Anwender dieses Eindrucks kaum erwehren, wurden 
offenbar die gesamten Pläne über den Haufen geworfen. Wie auf der IRC-
Konferenz so schön gesagt wurde: Ein einziges Telefongespräch kann alles 
ändern. Tja, und dieses ist ja ganz offensichtlich geführt worden...

Abgesehen von der Tatsache, daß es für die bestehenden Rechner keine neue 
Betriebssystem-Version mehr geben wird - zumindest nicht von der AMIGA-
Entwicklungsabteilung -, mit AMIGA OS 3.1 also Schluß ist, entsteht den 
Nutzern der "Classic-AMIGAs" (die neueste Wortschöpfung aus dem Hause 
AMIGA, Inc. - gemeint sind die aktuellen Rechner) glücklicherweise kein 
Schaden, zumindest kein materieller.

Dagegen haben die Hardware-Pläne der AMIGA-Entwicklungsabteilung für sehr 
viel mehr Unruhe und Besorgnis bei einer bestimmten Gruppe von AMIGA-
Anwendern gesorgt: Gemeint sind diejenigen, die sich in gutem Glauben auf 
eine AMIGA-PowerPC-Zukunft bereits mit einer PowerUp-Karte eingedeckt 
haben. Zwar ist längst noch nicht gesagt, daß der PowerPC-AMIGA "tot" ist, 
wie es am 15. Mai noch ganz den Anschein hatte, dennoch dürfte bereits 
jetzt feststehen: Die PowerPC-Prozessorreihe wird in der zukünftigen AMIGA-
Geschichte nicht die Hauptrolle spielen. 
Es sei denn, AMIGA, Inc. ändert ein weiteres Mal seine Vorhaben. Damit ist 
jedoch kaum zu rechnen, es wird wohl lediglich eine leichte Korrektur 
geben, um den auf PowerPC setzenden Firmen (insbesondere Phase 5 und Haage 
& Partner) entgegenzukommen, sprich: Support bei der Portierung der 
heutigen und zukünftigen AMIGA-OS-Versionen auf den PowerPC.

Aus meiner (persönlichen) Einschätzung der zukünftigen AMIGA-Entwicklung 
möchte ich jedoch keinen Hehl machen:
Wenn man den vorsichtigen Ankündigungen von AMIGA, Inc. glauben darf, 
werden es Haage & Partner und Phase 5 äußerst schwer haben, diesen Rechner 
zu übertreffen. Ob sie es schaffen, sehen wir leider erst in 
voraussichtlich 18 Monaten. Gewiß - insbesondere, wenn der PowerPC-Rechner 
früher fertig sein sollte als die von AMIGA, Inc. angekündigte '99er-
Generation (was für mich noch keineswegs feststeht), wird er seine Abnehmer 
finden. Und bis dahin wird auch PowerUp nicht "tot" sein. 

Jedoch kann und wird sich erst, wenn beide Konkurrenz-Systeme auf dem Markt 
sind, zeigen, wer letztendlich die Nase vorn haben wird. Und das ist ganz 
sicher derjenige, der die höchste Leistung zum möglichst günstigen Preis 
bietet. Wenn AMIGA, Inc., das einhalten können wird, was angekündigt ist, 
steht der Sieger bereits jetzt fest.

Standard-Kompatibilität zum AMIGA OS 3.1 wird in Zukunft übrigens nur eine 
sehr untergeordnete Rolle spielen. Dies leuchtet spätestens dann ein, wenn 
man sich vor Augen führt, daß selbst die "Schnecke" UAE auf einem 
Hochleistungsprozessor, wie er von AMIGA, Inc. vorgesehen ist, mit einer 
durchaus angenehmen Geschwindigkeit betrieben werden kann.


Damit bis nächsten Monat,

Euer

Carsten Schröder