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5. Leserbrief mit Anmerkungen zu geäußerter Kritik (von Thorsten Blancke)

»Ich bin's, Tosh. Ich wurde in den letzten Leserbriefen zweimal rezensiert. 
In meinem Leserbrief teilte ich meine Meinung zur Weiterentwicklung des 
Amigas mit. Ich möchte kurz auf die Rezensierungen zu sprechen kommen. Jörg 
Handwerg übersah, daß es auf der Leserbriefseite zwei Beiträge gab. Er 
bezieht sich auf den anderen, dessen Inhalt ich auch kritisieren würde.
Tobias Weihmann schrieb:

>>»Schön, daß es bei der Weiterentwicklung des Amigas voran geht. Jedoch
>>habe ich meine Bedenken, den Zukunfts-Amiga als Multisystem-Rechner
>>herauszubringen. Apple beispielsweise nähert sich immer mehr dem
>>Windoof-PC-Standard - und gleichzeitig werden immer höhere Verluste
>>eingefahren.

>Apple faehrt in letzter Zeit keineswegs immer hoehere Verluste ein.
>MacOS 8 ist (fuer die angepeilte Benutzer-Gruppe) grandios, und
>Rhapsody (das bereits auf Intel-Rechnern laeuft) sehr vielversprechend.

So ein, sorry, Quatsch! Wer Gewinne aufgrund von Umsatzeinbußen von ca.
30% (im Vergleich zum Vorjahr) macht, dem steht das Wasser bis zum Hals. 
Apples Strategie ist defensiv, d. h. die Firma verabschiedet sich gerade
endgültig vom Massenmarkt, um überhaupt weiterzubestehen.

>>Um eine wirkliche Alternative zum PC zu bieten, muß ein Rechnersystem
>>her, das sich durch einfache Assemblerprogrammierung auszeichnet (ohne
>>Millionen Treiber und "Standards").

>Und damit Rueckkehr zu den Hardware-abhaengigen Systemen der 80'er???
>Nein, die Zukunft liegt in der Standardisierung und den offenen Systemen. 
>Rhapsody fuer Intel / Windows fuer PPCs - ich finde das gut.
>Wer Windows fuer besser haelt als Apple's System, installiert Rhapsody.
>Wer gerne mit einem Amiga-System arbeitet, installiert sich AmigaOS.
>Ueber Schichtenmodelle steht die Hardware dabei jedem installierten
>System offen. Software-Portierung ist ein Kinderspiel.

>Ein solches System sollte eigentlich alle Wuensche befriedigen.

Entschuldigung, das ist ausgemachter Blödsinn. Ich kenne keinen stabil
laufenden PC, und das ist eine Grundvoraussetzung.

So sende ich hiermit ein abschließendes
    XOR    Tobi,Tobi
betreffs dieses Leserbriefs.


Aber jetzt mal zu was wirklich Wichtigem, der Zukunft der EDV:

Der PC verkörpert eine Philosophie der komplexer werdenden Verwaltung
für komplexer werdende Aufgaben. Kurz umrissen: Die Hardewareproduzenten
entwickeln immer mehr tautologische Hardware, die mittels Treibern unter
einer Betriebsoberfläche namens Windows zur Ansteuerung über Schnittstellen 
bereitgestellt werden. Parallel hierzu werden von der Softwareseite immer 
mehr Applikations-Anwendungen angedacht. Auch diese werden unter Windows 
mittels Hochsprachen realisiert. Nun kennt der Computer kein abstraktes 
Denken, sondern eigentlich nur die Funktion eines Transistors. Da mit jeder 
Transposition (Maschinencode unter Hochsprache generiert unter Windows mit 
Treibern appliziert) mögliche implementierte Fehlerquellen, die zudem vom 
Programmierer der obersten Oberfläche nicht mehr nachvollziehbar, 
geschweige denn auslöschbar sind, sich multiplizieren, ist diese 
Philosophie der PCs zum Scheitern verurteilt.

Im Amiga sehe ich die Chance, den Programmierern wieder mehr Kontrolle über 
die Hardware zu geben. Systemnähe bedeutet nämlich Ausmerzung von 
Fehlerquellen. Systemnähe bedeutet überdies Systemoptimierung. Je näher der 
Maschinencode an die Hardware angepaßt geschrieben ist, desto höher ist die 
Systemleistung. Redundanter Code wie auf PCs bremsen das System auf einen 
Bruchteil der möglichen Leistung ab.
Wer also sichere, leistungsstärkere und letzten Endes auch leichter
programmierbare Systeme als PCs haben möchte, der hofft auf die Zukunft
des Amigas.

Ich hoffe, daß sich bei Computern nicht die Qualitätsstufe durchsetzt, die 
sich z.B. in der Politik durchgesetzt hat.

Break. Sorry, leider nicht mehr Zeit,
bye, Tosh.«