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3. Unterstützung für Sascha van Wahnems Vorstellungen (von Ralf Driesner)

»In der AMIGA aktuell 5/98 stellte Sascha van Wahnen seine Kritik am "Neid" 
einiger Amiga-User auf diverse Hardware-Komponenten aus dem PC-Sektor 
deutlich dar. Ich wage den Mut, ihn in einigen seiner Punkte voll zu 
unterstützen. In der c't-Ausgabe 4/98, die mir zufällig in die Hände viel, 
las ich einige sehr interessante Artikel über Prozessordesign in 
Deutschland bzw. das sog. Xputer-Konzept der Uni Kaiserslautern. Ich möchte 
hier nicht weiter auf die teilweise langatmigen Einzelheiten dieses 
Konzepts eingehen, zumal auch ich nicht unbedingt Profi in Chipdesign bin. 
Trotzdem möchte ich insbesondere auf den Fakt hinweisen, daß aufgrund der 
bisherigen Entwicklungen im PC-Bereich (Modul-Bauweise des Computers) sehr 
viel Zeit, Geld und Kapazitäten der Hardware-Entwickler und(!!) der User 
(Stichwort "Spardose PC") darauf verwendet wurden, immer neue 
Zusatzplatinen in einen Computer hineinzustopfen (welche sehr bald wieder 
technisch überholt sind) und daraus eine (zunächst) überzüchtete Maschine 
zu schaffen, die an den Bedürfnissen des Anwenders voll und ganz 
vorbeigeht. Amiga ist zwar insbesondere im Grafik- und Soundbereich schon 
immer eine Kapazität gewesen. Jedoch wurde dieser Vorsprung durch das 
jahrelange Zögern der Hauptentwickler katastrophal verspielt. Ich denke, 
und da muß ich Sascha recht geben, daß der Amiga wieder eigene, massive 
Akzente setzen muß. Das bloße Schielen auf teure, uneffektive PC-Hardware 
ist da sicherlich keine Lösung. Petro Tyschtschenko soll wohl kürzlich den 
mißverstandenen Satz geäußert haben, daß ihm ein 68080 mit 200 Mhz für die 
weitere Amiga-Zukunft am liebsten gewesen wäre. So oder so, ich verstehe 
diesen Satz so, daß er eher gemeint hatte, die eingespielte Technologie 
innovativer zu verwenden. Ob dies auf einem 68k oder PPC geschehen wird, 
sei offengelassen. Ich denke, daß man eine dritte Komponente in jedem Fall 
mitberücksichtigen sollte: Das Xputer-Konzept der Uni Kaiserslautern sollte 
einige führende Amiga-Entwickler deutlich aufhorchen lassen. Ziel eines 
Amigas des 21. Jahrhunderts muß die volle Offenheit des Gesamtsystems sowie 
insbesondere die volle Programmierbarkeit aller in Frage kommender Chips 
dieses Computers beinhalten (Stichwort Custom-Chips). Das Schöne an der 
Sache wäre, daß auf diese Weise wertvolle Arbeitsplätze in Deutschland 
geschaffen werden können, denn zufällig ist Deutschland eines der führenden 
Entwickler-Länder für sog. ASICS bzw. Custom-Chips (wer hätte das 
gedacht!). Es spricht im Prinzip wohl auch nichts dagegen, diese Konzepte 
auf ein völlig neues Amiga-System, unter Berücksichtigung insbesondere der 
Kompatibilität mit anderen (künftigen) Amiga-Maschinen zu trimmen. Leider 
kenne ich mich zu wenig mit den technischen Details der Rechner- und 
Softwareentwicklung aus. Vielleicht finden sich aber trotzdem einige Amiga-
User, die mehr Erfahrung als ich haben, um mit mir ernsthaft über diese 
Thematik zu diskutieren. Vielleicht entwickelt sich ja dabei mehr, als 
derzeit absehbar ist, vielleicht teilt mir jedoch auch jemand mit, daß ich 
völlig auf dem Holzweg bin. So oder so, ich bin gespannt!! Hier meine E-
Mail-Adresse: dries@i-dial.de .
Viele Grüße aus München und: "Let the Guru dancing!"

Ralf Driesner«