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AMIGA International, Inc. / AMIGA, Inc.
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1. AMIGA, Inc.: »KICKOFF THE FUTURE WITH AMIGA« - eine Chronik

In den letzten Wochen hat die AMIGA-Entwicklungsabteilung AMIGA, Inc. unter 
der Führung von Jeff Schindler ihre AMIGA-Marschroute für die nächsten zwei 
Jahre offengelegt. An dieser Stelle folgt eine chronologische Abhandlung 
der wichtigsten Ereignisse, die aus gutem Grund nicht erst mit der World of 
AMIGA, auf der die Entscheidungen bekanntgegeben wurden, beginnt, sondern 
mit dem


2. Mai:

An diesem Tag fand eine IRC-Konferenz statt, an der wichtige AMIGA-
Persönlichkeiten (darunter Joe Torre, Fleecy Moss und Darreck Lisle von 
AMIGA, Inc. sowie Olaf Barthel) teilnahmen. Auf dieser Online-Veranstaltung 
wurde bekanntgegeben, daß Gateway 2000 die Geschäfts- und Entwicklungspläne 
von AMIGA, Inc. akzeptiert hätte, und auf der vom 15. bis 17. Mai in London 
stattfindenden "World of AMIGA" sehr wichtige Ankündigungen gemacht würden.


5. Mai:

Darreck Lisle von AMIGA, Inc. kündigt für den ersten Tag der WoA eine 
wichtige Bekanntmachung an.


11. Mai:

Die britischen Zeitschrift "Computer Trade Weekly" meldet, daß auf der 
"World of AMIGA" ein neuer HighEnd-Computer mit AMIGA- UND PC-
Kompatibilität angekündigt wird.
Der neue Rechner könnte demnach innerhalb von 18 Monaten fertiggestellt und
zu einem Preis von umgerechnet etwa 1500 bis 2100 Mark angeboten werden. Er
soll eine offene Architektur und ein enorm verbessertes Betriebssystem
aufweisen.
Ein erstes Modell soll bereits auf der World of AMIGA gezeigt werden, die
Präsentation einer funktionstüchtigen Version sei für die "Computer '98",
die im November dieses Jahres in Köln stattfindet, geplant.


15. Mai:

Um 21.00 Uhr MESZ, drei Stunden früher als zunächst angekündigt, aktiviert 
AMIGA, Inc. seine neue WWW-Homepage http://www.amigainc.com (mittlerweile 
ist das Unternehmen zusätzlich auch über http://www.amiga.com erreichbar).

Gleichzeitig wird die lang erwartete Bekanntmachung bezüglich der AMIGA-
Zukunft veröffentlicht. Es folgt die deutsche Übersetzung:

»ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG

Amiga Inc. meldet  "KICKOFF THE FUTURE WITH AMIGA®" 
                  ("VORSTOSS IN DIE ZUKUNFT MIT AMIGA®")


Die strategische Ausrichtung und die Pläne für die Zukunft enthalten neue
Software-Technologie, System-Verfügbarkeit und eine Internet-Adresse
(Web Site).


London, UK, 15. Mai 1998
Amiga Inc., ein Pionier der Multimedia-Entwicklung, gab heute Pläne über
eine neue Software-Architektur bekannt, die der Amiga-Gemeinde gesteigerte
Leistungs- und Anwendungs-Niveaus bieten wird. Amiga wird eine Software-
Technologie entwickeln und lizensieren, die herausragende Multimedia-
Lösungen für den entstehenden konzentrierten digitalen Markt bieten wird.

"Amiga hat durch die Festlegung der zu befolgenden Standards die 
Gelegenheit, an die Spitze der Industrie zu kommen", sagt Jeff Schindler, 
General-Manager von Amiga, Inc. "Durch enge Zusammenarbeit mit Amiga-
Entwicklern und Anwendergruppen haben wir alle die Möglichkeit, an diesem 
aufregenden, wachsenden Markt teilzunehmen."

Um auf Amigas Anspruch als Multimedia-Führer aufzubauen, kündigte die
Gesellschaft das OS 4.0 an, dessen Freigabe für den November 98 vorgesehen
ist. Amiga OS 4.0 wird eine neues Anwender-Schnittstelle erhalten und die
bisherige Software mit einem integrierten Emulator unterstützen. Hardware-
Entwickler arbeiten bereits an Lösungen für die Software und die Hardware-
Rückwärts-Kompatibilität mit der neuen Amiga-Architektur.

Amiga, Inc. gab auch Pläne bekannt, einen Personal-Computer im Industrie-
Standard vorzustellen. Das neue System wird über eine Brücke zur nächsten 
Generation der Amiga-Technologie verfügen. Das System wird voraussichtlich
im November erhältlich sein, der vorgesehene Verkaufspreis soll US$999
betragen. Diese Geräte werden durch Amiga International vertrieben werden.

In naher Zukunft wird Amiga, Inc. auch die Web-Adresse www.amiga.com als
offizielle Nachrichtenquelle für Entwickler-Mitteilungen, Informationen
und sonstige Verbindungen betreuen. Die Web-Adresse www.amiga.de von
Amiga International wird weiterhin der Platz für Amiga-Vertrieb, für
den Vertrieb von eigenen Produkten und die Lizensierung sein.


Über Amiga

Amiga, Inc., ist eine Technologie-Gesellschaft, die auf die nächste
Generation von Anwender-Betriebssystemen hinzielt mit ständigem Blick
auf Multimedia. Seit der Einführung des Amiga A1000 im Jahre 1985 hat
Amiga während seiner Pionierleistungen bei der industriellen Entwicklung
im Bereich der Multimedia, des 32-Bit-Multitasking und der 
Autokonfiguration die Verkörperung des wirkungsvollen Einsatzes von 
Speicher- und Festplatten-Kapazitäten dargestellt. Amiga führte die 
Industrie in die Verbindung von Computer-Grafiken, Animation und 
Filmsequenzen mit Stereo-Ton, was heute als Multimedia bekannt ist.


MEDIEN-KONTAKT:
Bill McEwen
Amiga Incorporated
billm@amigainc.com
http://www.amigainc.com


Amiga, the Amiga logo, and Amiga OS are trademarks of Amiga, Inc. All other
trademarks are the property of their respective owners.

Amiga, das Amiga-Logo und Amiga OS sind Warenzeichen von Amiga, Inc. Alle
übrigen Warenzeichen sind Eigentum den jeweiligen Besitzer.

© 1998 Amiga, Inc.«

Die Übersetzung stammt von Gernod Schomberg.
(Quelle des Originals: AMIGA, Inc.)


Des weiteren dürften die Biographien der Angestellten von AMIGA, Inc. von 
Interesse sein. Auch hier folgt eine deutschsprachige Übersetzung:

»Nehmen Sie mit uns Verbindung auf!

600 N. Derby Lane
P.O. Box 1841
N. Sioux City, SD 57049 USA
888-25-AMIGA
605-232-6442
605-235-1002 FAX
general@amigainc.com (e-mail)


Mitarbeiter von Amiga, Inc.

Jeff Schindler, Managing Director
Marilyn Flint, Director of Operations     
Joe Torre, Senior Hardware Engineer
Bill McEwen, Director of Marketing
Derrick Lisle, Events Coordinator
Kelli Newby, Administration
Allan Havemose, Senior Software Engineer
Fleecy Moss, Project Management


Joe Torre, Senior Hardware Engineer

Joe Torre war ein Kämpfer für den Amiga in vorderster Front seit Stunde
Null, 1985. Als geschickter Hardware-Ingenieur besteht Joe heute noch
darauf, seine Prototypen eigenhändig zusammenzubauen, anstatt diese Dinge
den Techies zu überlassen. Mit klarem Wissen über Amigas Geschichte ist
er einmalig qualifiziert, dessen Zukunft zu dienen. Als Mitbegründer und
ehemaliger Präsident der Amiga Atlanta User Group war Joe seit 1985 ständig
in der Amiga-Hardware-Entwicklung tätig. Ehe er zu Amiga, Inc., kam, war
er als Ingenieur bei Scientific-Atlanta, einem führenden IT-Produkte-
Entwickler und Hersteller. Seine breite Erfahrung umfaßt auch 
ingenieurmäßige Forschungs- und Entwicklungs-Arbeit bei BellSouth 
Telecommunications, Colorgraphic Communications und die Entwicklung von 
Video-Spielen bei Health-Science Media. Er war ein erklärter "rocket 
scientist" (Raketen-Wissenschaftler) in seinen Vor-Amiga-Tagen bei der 
Missile Systems Division von Rockwell International. Joe Torre war ein 
Champion als Fahrer bei Motorad-Straßenrennen; heute macht er weiter als 
anerkannter Champion des Amiga.


Dr. Allan Havemose, Software Development

Dr. Havemose erhielt seinen Grad als Master of Science und Ph.D (Doktor
der Philosophie) vom Institut für Mathematik an der Technischen Universität
von Dänemark. In die Erfahrungen von Dr. Havemose mit dem Amiga gehen die
Gründung einer Firma "COMPAL" ein, er war Amiga Technical Support Manager
für Commodore ESCO in Frankfurt, Deutschland und Manager der Amiga-
Softwareentwicklung für Commodore International Services Corporation.
1994 schloß er sich der Digital Sound Corporation als Vizepräsident
für Ingenieurtechnik an. Das Jahr 1996 sah Dr. Havemose bei ARK Logic
(eine Gesellschaft von ICS). Er wurde zum Präsidenten und CEO ernannt, um
den Umschwung der mit Schwierigkeiten kämpfenden Gesellschaft für Computer-
Graphik zu schaffen. 1997 stieg er auf in die Gesellschaftsverwaltung von
ICS als Vize-Präsident für strategische Planung. 1998 gründete Dr. 
Halvemose die Gesellschaft Viking Analytics. Viking Analytics ist eine 
Gesellschaft zur Forschung und Entwicklung für Modelle im Computerhandel 
bei Geld-, Aktien- und Warenmärkten. Dr. Havemose erhielt 1991 gemeinsam 
mit J. Justeson, K. Larsen, T. Hoholdt und H.E.Jensen den IEEE Information 
Theory Society Prize Paper Award. Er ist auch Inhaber des Patents für 
"Cross-interleaved error correcting encoded data" (Kreuzverkoppelte 
fehlerkorrigierende codierte Daten). Zur Zeit freut sich Dr. Havemose über 
die Sonne in Kalifornien, denn er lebt in San Jose.
  

Kelli Newby, Administration Assistent/Bookkeeper

Kelli Newby schloß sich im September 97 Amiga, Inc. als Buchhalterin und
Verwaltungsassistentin an. Ehe sie zu Amiga, Inc. kam, war Kellis größte
Näherung an den Amiga der Commodore 64. Seither ist sie vollkommen aus dem
Häuschen über Amiga, und wohin sein Weg führen kann und wird! Sie ist ein
großartiger Cheerleader und sieht in rot und weiß fabelhaft aus! Kelli lebt
mit ihren drei prächtigen, engelsgleichen Kindern in Iowa.


Darreck Lisle, Usergroup and Events Coordinator

Darreck Lisle wurde Mitglied der Amiga-Gemeinschaft im Herbst 1987, während
er als Unteroffizier der Fallschirmjäger der US-Armee in Darmstadt in
Deutschland stationiert war. Er kaufte seinen ersten Amiga 500 mit 1084S-
Monitor im Post Exchange (Standort-Warenhaus). Über die Jahre besaß und
verwendete Darreck nahezu jedes Amiga-Modell. Darrecks lebenslanger Traum
war es, ein Polizeibeamter zu sein und einen Wissenschaftsgrad bei der
Polizei zu erhalten. Als er feststellte, daß Gateway Amiga gekauft hatte
und sich seine Erfahrungen bei der Siouxland Metro User Group ebenso wie
seine Amiga-Kenntnisse zu Nutze machen wollte, konnte er diese Gelegenheit
einfach nicht vorübergehen lassen! Darreck wurde in der Gegend des 
Siouxlands geboren und wuchs auch dort auf. Er lebt jetzt mit seiner Frau 
und seinen beiden jungen Söhnen in Iowa.


Fleecy Moss, Projekt Management

Fleecy Moss bringt Amiga, Inc. eine einzigartige Perspektive mit seinem
Blick in die Zukunft des Amiga. Er ist ein dynamischer, offener Denker
mit Erfahrungen im Projekt-Management und im System-Entwurf. Fleecy gehört
zum Steuerungskommitee des ICOA. Er graduierte 1989 an der Keely-
Universität mit einem Ehren-Grad in Computer-Wissenschaft und Psychologie. 
Derzeit leben Fleecy und seine entzückende Frau mit ihren zwei wunderbaren 
Jungen in Pennsylvania. Sein Ehrgeiz ist es, endlich "Cannon Fodder" 
(Kanonenfutter) fertigzuspielen (seit vier Jahren, und immer noch probiert 
er es!)


Marilyn Flint, Operations Manager

Marilyn arbeitete 7 Jahre bei Adobe Systems, Inc. Sie war Erster Manager
bei Adobe Systems Customer Support (Kundenunterstützung) und Inside Sales
Organization (Interne Verkauforganisation). Sie baute diese Abteilungen bei
Adobe von einer kleinen Gruppe von 12 Personen aus zu 5 strategischen
Kundenbetreuungseinheiten mit zeitweise über 120 Mitarbeitern, die die
Kundenwünsche quer über die Abteilungen hinweg bearbeiteten und dadurch
deutlich die Verkaufserlöse der Gesellschaft steigerten. Seit damals ist
Marilyn unabhängige Unternehmerin, die hochtechnologischen Firmen in ihren
Anfängen berät, damit sie festen Boden unter die Füße bekommen. Marilyn
begann im Juli 1997 ihre Zusammenarbeit mit Amiga, Inc. und unterschrieb
als Mitarbeiterin in diesem Jahr.

Sie bestätigte ihre Zuneigung zum Amiga dadurch, daß sie ihr Haus in der
Gegend von Seattle, Washington, verkaufte, um sich in N. Sioux City, South
Dakota, niederzulassen (Also das nennt man Hingabe! ;-) Marilyn besuchte 
die Schulen UC Davis, Sacramento City College und Long Beach State 
University. Sie hat die Abschlüsse Psychologie als Hauptfach und Kriminal-
Recht als Nebenfach.


Jeff Schindler, General Manager

Jeff Schindler wurde auf direkten Wunsch von Ted Waitt hin Mitte 1997
General-Manager von Amiga, Inc. Schindler hat viele produktive Jahre bei
Gateway 2000 in der Abteilung für tragbare Geräte zugebracht und wurde auch 
wohlbekannt für die Leitung der Entwicklung von Destination, dem ersten TV-
PC, einem Gerät, welches den Personal-Computer und Fernsehen in einem Gerät 
vereinigt.

Jeff nahm an den wichtigsten Amiga-Verkaufsmessen teil und spricht auch auf 
Entwickler-Konferenzen und Amiga-Ausstellungen. Jeff ist auch 
verantwortlich für die Entwicklung der Geschäftsstrategien und die
technologische Führung von Amiga, Inc. Er wohnt mit seiner Frau in der
Nähe der Amiga-Hauptverwaltung.


Bill McEwen, Sales & Marketing

Bill McEwen hat eine über zwölfjährige Erfahrung im Bereich Verkauf und
Marktforschung, zuletzt bei Atrieva Corporation. Über die Jahre hat er für
mehrere Software-Gesellschaften gearbeitet, darunter auch ConnectSoft, 
Inc., genSoft Development Corporation und Bumblebee Software. Seine 
tiefgreifenden Erfahrungen in Verkauf, Vermarktung und PR schließen neben 
den US auch Europa und internationale OEM-Verkäufe und Lizensierungen mit 
ein. Bill organisierte die Verleihung mehrerer Magazin-Anerkennungspreise 
und die "Best of Show" auf der Comdex im Herbst 1994. Er lebt mit seiner 
Frau und seinem noch jungen Sohn in Ravensdale, Washington.
 

© 1998 Amiga, Inc.«

Die Übersetzung stammt von Gernod Schomberg.
(Quelle des Originals: AMIGA, Inc.)


Noch am selben Tag beginnen in Newsgroups, Gesprächsforen und IRC-Kanälen 
heftige Diskussionen über die von der AMIGA-Entwicklungsabteilung 
veröffentlichten Beschlüsse. Die überwiegende Mehrheit der sich zu Wort 
meldenden AMIGA-Anwender steht diesen negativ gegenüber. Mit dazu 
beigetragen haben dürften auch Äußerungen von Mitarbeitern der 
Entwicklungsabteilung, wonach Intel-Technologie in dem neuen Rechner 
Verwendung finden soll.
Dies wird jedoch später korrigiert: Festgelegt worden sei lediglich die 
Nutzung von Standard-PC-Komponenten, jedoch noch nicht, welche Hersteller 
hier zum Zug kommen werden.


16. bis 18. Mai:

Mittlerweile wird, bewirkt durch öffentliche Äußerungen von AMIGA-
Mitarbeitern und anderen wichtigen Personen, immer klarer, daß der in der 
offiziellen Bekanntmachung von AMIGA, Inc. angekündigte Rechner lediglich 
eine Zwischenlösung darstellen wird. Bei dem Gerät soll es sich im 
wesentlichen um einen normalen Standard-PC handeln, der jedoch mit einer 
PCI-basierenden "AMIGA auf einer Karte" aufgerüstet sein wird, und der bei 
den heutigen 68k-Programmen eine höhere Geschwindigkeit erreichen soll als 
mit den bisherigen AMIGA-Modellen. (Mittlerweile wurde bekannt, daß es sich 
um den geplanten Rechner "Inside Out" von Index Information handeln wird, 
möglicherweise leicht modifiziert, inklusive einer neuen Version der 
"Siamese"-Software.)
Die Schaffung einer solchen Zwischen-Generation ist nach offizieller 
Darstellung deshalb nötig, weil Software-Simulatoren und -Compiler für den 
in Entwicklung befindlichen und 1999 zur Verwendung kommenden neuen 
Prozessor- und Multimedia-Chipsatz (s.u.) lediglich für Standard-PCs 
verfügbar seien.
Dieser "Brücken-AMIGA" soll über ein AMIGA OS 4.0 verfügen, das 
abwärtskompatibel zur heutigen 68k-Software sein soll. Der 
Betriebssystemkern soll von einem Dritthersteller entwickelt werden. Als 
Basis könnten _beispielsweise_ BeOS, Linux oder Java in Frage kommen.
Dieses Gerät ist in erster Linie für Entwickler gedacht, die bereits im 
Vorfeld Software (insbesondere das neue Betriebssystem, s.u.) für eine für 
1999 geplante neue, weder Software- noch Hardware-kompatible AMIGA-
Generation schreiben wollen. An das im Brücken-System zum Einsatz kommende 
AMIGA OS 4.0 sollte man somit keine hohen Erwartungen betreffs Stabilität 
und Umfang stellen.
Noch einmal zur Klarstellung, damit es ganz deutlich wird: Einziger Sinn 
und Zweck des Brücken-AMIGAs ist die Bereitstellung eines Rechners, um für 
die darauffolgende AMIGA-Generation Softwasre zu entwickeln.


Der eigentliche "NextGeneration"-AMIGA soll über einen vollkommen neuen 
Prozessor verfügen, dessen Entwicklung selbst erst voraussichtlich Anfang 
1999 abgeschlossen sein wird. (Zur Information: Dieser Prozessor wird weder 
von AMIGA, Inc. oder in Auftrag der AMIGA-Entwicklungsabteilung 
hergestellt, noch wird er exklusiv in AMIGA-Rechnern zum Einsatz kommen. 
Durch die Kontakte zum Mutterkonzern Gateway sei man auf die CPU-
Neuentwicklung aufmerksam geworden.)
Nachfolgend einige von AMIGA-Mitarbeitern genannte Leistungsdaten dieser 
Multimedia-Grafik-Architektur, für die bislang kein offizieller Name 
existiert:
* fünf- bis zehnmal so schnell wie ein heutiger PentiumII
* es sollen sich sehr einfach weitere (Multimedia-) Features implementieren  
  lassen, ohne daß aufwendige Designänderungen zu erwarten sind (eine Art   
  "direkte Programmierbarkeit")
* sehr schneller Speicherzugriff
* Verarbeitung von 400 Millionen Pixeln 3D-Daten pro Sekunde 
* beispielsweise Abspielen mehrerer MPEG-II-Animation gleichzeitig in       
  Echtzeit

Zwar sind weitere Daten noch nicht bekannt, es soll sich jedoch _nicht_ um 
eine der folgenden CPUs handeln: PentiumII, Merced, PowerPC, Alpha, 
UltraSPARC, MIPS.
Bei dem Hersteller soll es sich um ein mittelgroßes, recht bekanntes 
Unternehmen handeln, das jedoch bislang noch nicht als Prozessor-Entwickler 
in Erscheinung getreten ist.

Angeblich soll ein LowEnd-Computersystem mit diesem Chipsatz bereits für 
etwa 500 US-Dollar erhältlich sein, Rechner mit der Leistung von SGI-
Workstations sollen deutlich günstiger angeboten werden können als 
heutzutage.

Das AMIGA OS 5.0, das bei dieser Generation zur Verwendung kommen soll, 
wird Hardware-unabhängig, jedoch _nicht_ kompatibel zur heutigen AMIGA-
Software sein. Zwar wird es wohl eine Art von 68k-Emulation geben, jedoch 
handelt es sich faktisch um ein völlig neues Computersystem, das mit dem 
heutigen AMIGA (und erst recht mit dem von 1985) technisch so gut wie 
nichts mehr zu tun hat. 


Fazit:
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Wie ich im Editorial bereits andeutete, muß die Art und Weise der 
Bekanntgabe der Entscheidungen von AMIGA, Inc. als geradezu dilettantisch 
bezeichnet werden: Da wird eine Presseerklärung herausgegeben, in der von 
einem neuen AMIGA, der auf dem Industriestandard basiert, die Rede ist. 
Völlig verschwiegen wird jedoch, daß dieses System lediglich einen sehr 
kurzen Zeitraum, nämlich etwa ein Jahr, überbrücken und nur für Entwickler 
geschaffen werden soll. Hätte man nicht die äußerst wichtige Information 
weggelassen, daß der eigentliche AMIGA der nächsten Generation über eine 
vollkommen andere, neue Hardware-Architektur verfügt, wäre es mit größter 
Wahrscheinlichkeit nicht zu den Totengesängen für den AMIGA, Beschimpfungen 
auf AMIGA, Inc., etc. gekommen, zu denen sich nach der Veröffentlichung der 
obigen Presseerklärung eine Reihe von Anwendern genötigt sahen, man konnte 
es ihnen nicht verübeln. 
AMIGA, Inc. hätte wissen müssen, daß die (scheinbare) Hinwendung zum 
Industriestandard und zu Intel, das bei vielen Anwendern eine ähnlich 
"hohe" Popularität genießt wie Microsoft, ein Erdbeben auslösen würde. Dies 
ist Mitte Mai ja auch geschehen - nur völlig unbegründet, AMIGA, Inc. sei 
Dank.

Bei genauerer Betrachtung des gesamten Informationsmaterials, das den 
Anwendern mittlerweile zur Verfügung steht, kann das Motto in Richtung 
anderer Minderheiten-Computersysteme, als bekanntestes sei ausdrücklich der 
PowerMac von Apple genannt, wohl nur lauten: "Zieht euch warm an! Wir 
kommen wieder!". Sollte die neue Prozessor- und Multimedia-Architektur auch 
nur annähernd das halten, was den Anwendern versprochen wird, dann könnte 
damit eine wahre "Höllenmaschine" geschaffen werden, die heutigen und 
selbst zukünftigen Prozessoren, heißen sie nun PowerPC, PentiumII oder 
Merced, gehörig das Fürchten beibringen würde. Wenn die für möglich 
gehaltenen Verkaufspreise, beispielsweise 500 US-Dollar für ein "LowEnd"-
System (das unter heutigen Maßstäben wohl eher unter den Begriff "HighEnd" 
fallen würde), auch noch verwirklicht werden könnten, würde dies sogar auf 
die Wintel-Welt einen ungeheuren Druck ausüben.

Einen kleinen Haken hat die ganze Sache allerdings doch: Wird die 
technische Durchführung der Entwicklung wirklich so unkompliziert und rasch 
vonstatten gehen, wie es sich die Mitarbeiter von AMIGA, Inc. erhoffen?  
Das kann wohl nur die Zukunft zeigen, die mit einem Mal gar nicht mehr so 
düster aussieht...


Und was haltet Ihr von den Plänen der AMIGA-Entwicklungsabteilung? Schreibt 
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