Story Game:
von Nagash
"Soweit ist es bei Dir also fortgeschritten."
Iritiert sah ich ihn an, da mir nichts besseres einfiel und ich wirklich keine Ahnung hatte wovon der Alte sprach. Mir fiel auf, dass er in seiner runzligen Hand die Uzi trug, mit der ich schonmal bekanntschaft gemacht hatte. Vorsichtig wich ich etwas zurück.
Rod sah mich an und folgte meinem Blick zu seinem rechten Arm. Er nahm die Uzi hoch und blickte sie an, wie das Foto einer Geliebten, das alte, schmerzhafte Errinerungen wach rief.
Er nahm sie wieder runter und begann mit seinem merkwürdigen Akzent zu sprechen:
"Du musst keine Angst vor mir haben, Adomet. Lass mich Dir meine Geschichte Erzählen, nicht als Entschuldigung, für alles was ich Dir angetan habe, nein, vielmehr als Erklärung mag es dienen. Und als Hilfe bei Deiner Aufgabe..."
"Was für eine Auf..."
Eine energische Handbewegung Rod´s liess mich verstummen. Sein Gesicht war verzerrt wie eine Maske des Schmerzes und er blickte sehnsüchtig in den nachtschwarzen Himmel... dann begann er:
"Alles fing damit an, dass ich als junger Mann, ich war so alt wie Du, vielleicht etwas jünger, aber ich war in diesem Alter bereits ein Mann, mit meinem Motorrad in diesem Nest sitzengeblieben war, mein Sprit war alle, wenn ich mich nicht irre... Ich ging zu einem Haus um mir etwas Benzin zu leihen, bis zur nächsten Tankstelle, doch ich wurde unschuldig erschossen, weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war."
Er sah meinen etwas fragwürdigen Blick und fuhr fort:
"Schau nur, meine Narben als Beweis!"
Er zog sein Hemd hoch und tatsächlich: Sein ganzer Oberkörper war überseht von den Wunden, wie sie ein Schrotgewehr verursacht.
"Ich kam in das Paradies, und trat vor den allmächtigen Herrscher und
bat ihn um eine zweite Chance, denn ich wusste, eine Frau war in
Gefahr. Nach einer kurzen Diskussion konnte ich Gott zu einem Pakt
überreden... Er gab mir diese Uzi, auf dass ich die Frau die ich
liebte befreien mag, und dafür sollte ich nach meinem Ableben ein
Bier mit ihm trinken gehen... auf meine Kosten.
Also hatte ich sie befreit, Robertha, meine grosse liebe... wir
lebten glücklich in Berlin und ich hatte einigen Spass mit ihr und
... naja, ihrer sagen wir frivolen Götterspeise. Eines Tages jedoch
geschah etwas mit ihr... sie hatte mittlerweile einen Sohn geboren
und eines Tages begann sich ihre Mutation fortzusetzen. Es stellte
sich heraus, das der verrückte Professor, der sie festgehalten hatte,
sein Name war Odensack, recht behalten hatte. Sie war zu gefährlich
für die Menschheit geworden. Wir hatten bis zu letzt gehofft, dass
Gott sie durch seine "Gerechtigkeit" von ihrem Fluch befreit hätte,
doch Gott ist eine Lüge. Als Robertha damals verschwand weil sie Ekel
vor sich selber hatte blieb ich alleine mit unserem Sohn. Ich verfluchte
Gott und stiesss mich selber in die Hölle. Unseren Sohn gab
ich fort und hoffte, dass er nichts von der Veranlagung seiner Mutter
geerbt hatte, und zog mich zurück hier in die Karpaten, möglichst
weit weg von dem Angesicht Gottes. Oh, wie oft bereute ich meine
Abtrünnigkeit von Gott, doch für mich ist es zu spät. Gott erhört mich
nicht mehr. Die Hölle ist Abwesenheit von Gott, hier oben war die
Hölle.
Adomet! Robertha lebt, und auch Odensack hatte meiner Attacke überlebt!
Er jagt sie und wenn er sie bekommt, dann Gnade ihr Gott! Nur Du
kannst sie retten! Nur Du Adomet!"
"Wieso? Ich kenne sie garnicht!"
"Doch Du kennst sie... Ich... Du bist nicht mein Neffe, Adomet, Du bist mein SOHN! Du bist UNSER SOHN ADOMET!!! Und, wo wir schon dabei sind, wir haben Dich nicht Adomet, sondern Ash (sprich Äsch) genannt."
Das konnte ich nicht glauben.
"Ich... ich bin nicht Ash! Ich bin Adomet! Und ich arbeite im S-Markt!"
Ich drehte mich entsetzt um und rannte in die Trümmer des alten
Herrenhauses, hindurch zu den Klippen auf der anderen Seite, ich wusste
nicht wohin, woher... schwindel ergirff mich und ich brach
ohnmächtig zusammen.
Eine halbe Stunde später:
Rod tröpfelte mir etwas Wasser auf die Stirn und ich erwachte mit gehörigen Kopfschmerzen.
"Komm, mein Sohn! Ich weiss es ist schwer für Dich, aber Du musst es tun! Hilf Deiner Mutter, hilf DIR! Was Dir vorhin passiert ist, dieser Ausbruch des Bösen, das sind die Erbteile Deiner Mutter. Deine Brust, ihre oberen Schichten bestehen mittlerweile aus Wackelpudding! Du hast nur begrenzt Zeit! Wenn Dein Körper zur Hälfte aus Götterspiese besteht, kannst Du Dich nicht mehr kontrollieren! Los, Ash, zieh los! Finde Robertha und Du wirst Odensack finden. Zwinge ihn dazu, Dir das Gegenmittel zu geben! Befreie unsere Familie von diesem Fluch und führe mich zurück zu Gottes Pfad! Finde Gott in Dir, er wird Dir helfen! Und nimm dies, meine Uzi, meine alte, treue Uzi! Diese Waffe ist zwar alt, aber sie ist... groovey. Sie ist ein Geschenk von SGott persönlich, schau sie Dir an: Walnussgriff, eine Kobaltlegierung, Chrom-Magazin, limitierte Auflage von 1500 Stück, handgefertigt in Michigan/Detroit, nur 125 Stück für den Einzelhandel, zu kaufen im S-Markt, Sportabteilung! Sei smart, kauf im S-Markt, HAST DU VERSTANDEN?!?"
"Öh - ja?"
"Gut, und nun geh! ICH werde hier auf Dich warten..."
Und Ash ging los, er schnallte sich die Uzi auf den Rücken und machte sich an den beschwerlichen Abstieg. Als er gegen Abend endlich in dem Dorf ankam, fand er es leer vor. Niemand war da, nur die verkohlte Leiche Küki´s lag am Fuße des Berges und Ash bekreuzigte sich. Beim Durchsuchen des Dorfes fand er nichts, was er gebrauchen konnte, ausser einer Kettensäge® (inkl. Kettensägenscheide®), die er gleich an seinen Gürtel® heftete. Dann fand er seinen Trooper®, eine Art schwebendes Auto und begann mit seiner Suche. Im Trooper® überlegte Ash erstmal was er denn wusste. Nach reiflicher überlegung fiel ihm auf, dass er nichts wusste, also beschloss er, nach Berlin zu fliegen, dem letzten Aufenthaltsort von Robertha, seiner Mutter.
Er startete den Trooper®, schloss all seine Ausrüstung an die Trooper®- Batterie© an, um sie aufzuladen, dann flog er los, Kurs: Berlin- Tempelhof!
Nach drei Tagen flug stellte er fest, dass seine linke Hand sich mit Götterspeise überzog. Das Böse hatte einhalt in sie gezogen... Seine Hand schmerzte sehr. Er nahm die Kettensäge® in die rechte Hand und setzte sorgsam an. Er spürte, wie sich die Götterspeise in ihm werte und vor Schmerzen bekam sein Gesicht einen irren Ausdruck. Er find an überlegen zu kichern, zog energisch an dem Anlasser® der Kettensäge® und trennte sich irre kichernd und vor schmerzen schreiend die linke Hand ab.
Die Götterspeisehand fing an auf dem Boden umherzuzucken und probierte auf ihn zu zu"laufen". Er zog seine Uzi von der Schulter, klemmte sie an seinem Arm fest und eine Salve später war seine linke Hand im Raum verteilt.
Er nahm sein Medikit® aus seinem Trooper®-Handschuhfach® und verband sich erstmal den Stumpf seines linken Armes. Die Schmerzen waren im Vergleich zu vorher erträglich geworden. Er grinste zufrieden, wusch die Kettensäge® sauber und verstaute sie sorgsam. Dann hängte er sich die Uzi wieder auf den Rücken und flog weiter...
Daniel Stein