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Testberichte
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1. Testreihe: Die Multiview-Herausforderer - Teil 1 (von Uwe Pannecke)

»Seit einiger Zeit tummeln sich im Aminet einige Programme, die nach 
Aussage ihrer Autoren angetreten sind, das bewährte Multiview des OS 3.x zu 
ersetzen.
Zum Teil, um den Multiview-Einsatz auch unter OS 2.x zu ermöglichen,
andererseits, um die vermeintlichen Schwächen des betagten Multifunktions-
Tools auszumerzen.
Ich habe mir die folgenden vier Programme etwas näher angesehen:

AView,
2bmvos2 (sehr einprägsamer Name :-)),
iX- Guide,
UniView.

Darüber hinaus tritt Powerguide auf den Aminet-CD's an,
zumindest die Textanzeigefunktion von Multiview zu erweitern.

In loser Reihenfolge werde ich die oben genannten Programme einem
Praxistest unterziehen.

Heute der erste Kandidat:

AView.

Dem Programm liegt eine ausführliche englische und deutsche Beschreibung 
bei. AView soll laut Autor Guido Mersmann eine Ergänzung zu den Datatypes 
und vor allem Multiview sein.
Dabei benutzt das Programm nicht nur vorhandene Datatypes für die Anzeige 
der Daten, sondern ermöglicht dem User auch, für jedes beliebige 
Dateiformat ein gewünschtes Programm zu starten.
AView läuft ab OS 2.x.
Sollen Programme im Workbench-Modus gestartet werden, ist die 
WBStart.library nötig.

Die Installaton mittels Installer verlief ohne Probleme.
AView residiert in einer eigenen Schublade auf der Festplatte und läßt sich 
so auch bei Nichtgefallen problemlos deinstallieren - einfach die Schublade 
löschen und die Pfad-Zuweisung auf AView aus der User-Startup entfernen. 
Fertig. So sollte es auch sein.

Ich habe AView V1.46 unter CyberGfx 3.x auf einem A3k mit 12 MB Fast-RAM 
und einem 040/40-Prozessor getestet.

Bevor man AView benutzt, ist es sinnvoll, AViewPrefs zu starten. Denn 
dieses Programm ermöglicht die ganz individuelle Einbindung der 
verschiedensten Datentypen (Text, Guide, diverse Bildformate, LHA-, DMS- 
Archive, Animationen,...) und deren Behandlung.
Viele Dateitypen sind schon per default vordefiniert.
Im Expertenmodus kann man die "Identifizierer" für x-beliebige Dateitypen 
verändern oder auch völlig neue hinzufügen. Dabei bietet AView sinnvolle 
Kommandos zur Unterstützung der Identifizierung an.
So lassen sich auch zukünftige oder exotische Dateitypen der bestehenden 
Prefs-Liste anhängen.
Nun erkennt AView alle Dateitypen, die definiert wurden und führt die 
entsprechenden Funktionen aus bzw. ruft die passenden Programme auf.
AView selbst kann über das CLI, die Workbench und/oder als AppIcon 
(Einbindung in Toolmanager u.ä.) aufgerufen werden.
Der Start über die Workbench sorgt jedoch immer für die Öffnung eines ASL- 
Requesters, in dem dann die Datei ausgewählt werden kann.
Ist AView als AppIcon oder Toolmanager-Dock ins System eingebunden, wird 
AView alle Dateien anzeigen, die ihm übergeben werden (vorausgesetzt, der 
Dateityp wurde in AViewPrefs berücksichtigt).

Zusätzlich bietet AView ein kleines Hilfsprogramm namens AVDeficons. Dieses 
erlaubt das Definieren von Piktogrammen für jeden Dateityp, den AView 
kennt.
Der User braucht nur die Icons zu erstellen oder z.B. aus den 
unerschöpflichen MagicWB- und NewIcon-Ozeanen zu fischen, den Rest erledigt 
AVDeficons.
Auch hier sind schon einige Piktogramme im Lieferumfang enthalten.
Aber Vorsicht, ein paar Stolpersteine liegen im Weg. Und werden in der 
Programmdokumentation beschrieben.

AView bestand einen umfangreichen Test und erledigte die ihm übertragenen 
Aufgaben klaglos.
Leider können im vorliegenden Programm-Paket nur 10 Dateitypen gleichzeitig 
benutzt werden, denn AView ist Shareware. Der Autor bittet um 15,- DM und 
liefert dafür ein Keyfile, welches die gesperrten Funktionen freischaltet.

Alle Besitzer von DirectoryOpus jedoch können getrost AView vergessen (und 
die RegGebühr für ein DOpus-Update sparen), denn DOpus bietet (neben vielen 
anderen Dingen) auch AView-Funktionalität.

Zu finden ist AView auf dem Aminet (oder den Aminet-CDs) im Verzeichnis 
util/misc.

Der nächste Testkandidat wird 2bvmos2 sein.

Uwe Pannecke
Uwe.Panecke@t-online.de«