CONTENTS | PREV | NEXT
5. Kritik an den AMIGA-Zukunftsplänen einiger User (von Sascha van Wahnem)
»Ich habe mir jetzt schon seit mehreren Monaten die ganze Sache da von
wegen Amiga-Zukunft und alles mal in Ruhe angehört und mir bisher immer
meinen Teil gedacht, aber ich denke, es wird Zeit daß ich meinen Senf auch
mal dazugebe.
1. Warum PCI in neuen Amigas???
Das würde mich mal brennend interessieren, warum alle so 'geil' auf PCI
sind!?
Ist PCI so was Besonderes? Ich meine von der Leistung her? Wohl kaum,
bestimmt gibt es 'was Besseres.
Oder ist es nur wegen des wahnsinnigen Kartenangebots auf dem Markt?
Ihr könnt' mich für blöde halten, aber ich denke, daß der Einzug von PCI
als Hauptschnittstellen-System der technische Rückschritt wird! Sollte PCI
der Ersatz werden für die bisherigen ISA-Slots im Amiga, na gut, bin ich
bereit zu sagen, auch gut. Aber wenn dadurch unser Zorro-Bus-System
wegfällt, wäre das, zu deutsch gesagt, Müll!
O.k., Zorro müßte man entwickeln, um wieder eine halbwegs gescheite
Geschwindigkeit zu haben. Aber Zorro IV oder Zorro V hätten durchaus
Vorteile. Zum einen könnte man sie kompatibel halten zu den alten Zorro-
II/III-Standards. Die alten Karten wären weiterhin nutzbar, wenn man will.
Die besondere Amiga-Hardware (Picasso IV oder andere Karten) könnten in
Ruhe weiterentwickelt werden, für noch mehr Leistung. Bessere Karten könnte
man bauen. Täuscht Euch nicht, der PCI-Bus ist bei weitem keine Lösung.
Erst mal ist dieser schon wieder steinalt, zum anderen gibt es auf dem PC-
Markt auch schon Probleme mit diesem. Also ist es nur noch eine Frage der
Zeit, bis dieser auch ersetzt wird.
Zum anderen ist es ja doll, wenn ich dann den Amiga (8000 ??) da stehen
habe, der dann eine normale SoundBlaster-kompatible Soundkarte hat, eine
Matrox Millenium sowieso, und was weiß ich nicht noch alles vom PC her hat.
Da muß ich doch mal ganz klar die Frage stellen, ist das überhaupt ein
Amiga, oder sollte man dann nicht schon eher sagen, es handelt sich um
einen IBM-PC? Was hat uns denn bisher immer so stark vom IBM-PC-Markt
unterschieden? Wir hatten unsere eigene Hardware, die NUR für den Amiga
gemacht war, sie ist immer eine große Innovation gewesen, weil sie über
meist besondere Sachen verfügt hat, Leistungen und Erweiterungs-
Möglichkeiten, die fast nur auf dem Amiga angesagt waren. Meiner Meinung
nach war das immer mit einer der Gründe, warum der Amiga so was Besonderes
war. Ich bin eindeutig für eine Weiterentwicklung der Zorro-Systeme. Ich
hoffe, daß ich mit dieser Meinung nicht allein dastehe. Ich kenne auf jeden
Fall noch mehrere Leutchen, die diese Meinung mit mir teilen. Ich würde
mich freuen, wenn sich weitere Personen dazu bei mir melden würden.
Vielleicht kann man mich ja doch noch umstimmen, wer weiß?! E-Mail:
Wile.E@cww.de
2. Neuer Amiga!
So stelle ich ihn mir vor:
CPU: PPC 604e (min. 200 MHz) onboard, weiterhin die Möglichkeit, über CPU-
Boards die Sache auszubauen.
RAM: Nur noch Fast-RAM, kein Chip-RAM mehr. Erweiterbar bis 512 MB über
PS/2 UND DIMM!!
Floppy: Wie beim A2/3/4000 2 Stück anschließbar, serienmäßig mit einem HD-
Floppy
Bus-System: min. 5 x Zorro IV- oder -V-System (128 Bit-Schnittstelle) mit
ISA und/oder PCI als Second-Port. Trotzdem durch Software aber volle
Unterstützung wie beim Zorro-Bus
Board: Wenn's geht im ATX-Design. Gegebenenfalls etwas größer.
OS: Wieder ROM. Besser gesagt EPROM, wo man ganz einfach durch Kauf eines
Betriebssystems das EPROM onboard neu brennt. Vorteile vom ROM gegenüber
einem Betriebssystem auf Datenträger sind allgemein bekannt, denke ich mal.
Wenn nicht, denkt mal an Windows!!
Sound: 16 Bit DSP-Chip onboard, aber mit besserer Option, das Ganze bei
Wunsch auf Soundkarte umzulenken.
Grafik: Grafikchip mit 3D-Unterstützung. Bildschirm von 1024*768 in 32 Bit
darf kein Problem sein. 8 MB VRAM (erweiterbar?). Auch hier wieder die
Option durch Einbau einer Grafikkarte, das zu verbessern.
Das Ganze als Mini- oder BigTower, für den Anwender halt passend.
Typische Schnittstellen (Maus, etc., alles wie bisher. Vielleicht aber
einen Chip für die Tastatur, der durch Um-Jumpern umzustellen ist auf
Amiga- oder PC-Tastatur.
Ihr merkt, ich würde eigentlich das Vergleichbare wie bisher nehmen, halt
nur auf dem aktuellen Stand der Technik. Warum? Nun, bei heutigen PC wird
auch immer mehr auf Customchips gesetzt. Immer mehr Funktionen werden
onboard gelöst. Warum sollten wir, die es nicht anders kennen, jetzt dazu
übergehen, alles auf Steckkarten zu lösen, wo der PC doch genau in die
andere Richtung geht. Ihr wollt zwar alles vom PC irgendwie übernehmen,
aber das schlechte kann man doch außen vor lassen. Oder?
Aber durch einen solchen Amiga könnte man wieder Hoffnung schöpfen, weil
hier wieder das alte Feeling 'rüberkommt, das den Amiga so berühmt gemacht
hat. Wenn ich da die Zukunftsvisionen von einigen sehe, dann kann ich nur
beten, daß es nie so wird. Viel zuviel nach dem PC-Muster!
Ich wünsche mir wirklich wieder einen Amiga wie den 'alten', halt nur auf
dem neusten Stand. Was ist an der bisherigen Technik denn schlecht? Jetzt
kommt keiner mehr mit "zu lahm" und "veraltet"! Denkt bitte daran, seit
1994 KEINE neuen Modelle mehr, keine großen Schritte mehr! Wir können froh
sein, daß es uns noch so gut geht!
Ich bin bereit, mit anderen über die ganze Sache zu diskutieren! E-Mail:
wile.e@cww.de
Bis dann!
Snoopy [Sascha van Wahnem]«