#Titel Lifestyle / Sport / Sk8 on [skate on] #Logo gadget37:Pinsel/AG.Lifestyle #Font topaz 8 #C10 #Y+30 Der folgende Artikel erschien erstmals in der Illustrierten XCENTRIC #Pinsel gadget37:Pinsel/XCentric.IFF mitte DEM Regionalmagazin für Kassel und Nordhessen, und wurde dem "Gadget" zur Weiterverbreitung zur Verfügung gestellt. XCENTRIC gibt es kostenlos jeden Monat neu an ausgewählten Zeitungskiosken und überall dort, wo was los ist. #Seitenende Aus Xcentric Juni 1997 #Font Losse 16 #C31 Sk8 on [skate on] #Font topaz 8 #C10 von Jens Nähler #C21 1996 war das Jahr des Inline. Punkt. Und es ist kein Ende in Sicht. Ausrufungszeichen! Das Gerede über einen "kurzen Trend ohne Wurzeln" kann man getrost überhören, die Welle rollt, ohne sich zu brechen. An die acht Millionen Skater sollen bis Ende dieses Jahres Deutschlands Straßen und Parkplätze überrollen, und das tun sie schnell - verdammt schnell. Und genau hier beginnen die Probleme: Im Sinne der Straßenverkehrsordnung sind Inline-Skater nämlich Fußgänger mit "besonderen Fortbewegungsmitteln". Und als solche gefährdet auf Gehwegen ein höheres Tempo als sieben km/h bereits die Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer. Bei Schadensfällen und angesichts dieser unpräzisen Regelung müssen sie daher damit rechnen, haftbar gemacht zu werden. Keine schönen Aussichten also in Anbetracht der Tatsache, daß die "rollenden Fußgänger" in der Praxis mit durchschnittlich 15 km/h schon fast so schnell sind wie Fahrräder. Chris kennt das Malheur schon zur Genüge. Sie nutzt ihre Skates nicht nur als gelegentliches Freizeit-Spielzeug, sondern als permanentes Fortbewegungsmittel. Dabei kommt es nicht selten vor, daß die Polizei sie unentschlossen auf Rad- oder Gehwege verweist, auf beiden gibt es meist verbalen Ärger mit den jeweiligen Nutzern, bis hin zu tätlichen Angriffen. In bestimmten Zonen der Kasseler Innenstadt ist die Gefahr, beim Street-Skaten erwischt zu werden, zudem noch nicht billig. 75 Mark sollte sie zuletzt zahlen, als sie in der Treppenstraße eben diese hinabfuhr. "Seitdem bin ich nur noch am Flüchten, sobald unsere Freunde und Helfer auftauchen", sagt Chris, während sie "normale" Schuhe anzieht, um in einem Supermarkt einzukaufen. In den meisten Läden sind Skates nämlich ebenso unerwünscht... In Deutschland haben sich vier Disziplinen etabliert, die sich unter der Schirmherrschaft des D.I.V. (Deutscher Inline Skate Verband) organisieren. Neben dem verbreiteten Recreational/Fitness-Skating sind das Speed-Skating (Sprint, Marathon), Inline-Hockey und als Königsdiziplin das "Aggressive"-Skating (Street, Vert). Was sonst noch so alles mit dem Allround-Vehikeln angefangen wird, bleibt der Phantasie überlassen. Grenzen scheint es dabei kaum zu geben: Bob-Run-Speedskaten in einer abgetauten Bobbahn mit bis zu 10 km/h, Vertical-Skating, die rollende Alternative zum House-Running, oder das Off-Road-Skaten in Wald und Wiesen... über allem stehend und allem gemeinsam ist dabei der noch immer vorhandene Lifestyle-Gedanke und ein stark ausgeprägtes Markenbewußtsein. Ohne Namen läuft hier fast gar nichts. Betrachtet man die inzwischen fast schon unüberschaubare Zahl der Anbieter, ist das nicht verwunderlich. Die Sport-Industrie rollt mit und stattet aus, diesen Monat noch wird Nike, größter Sportartikelhersteller der Welt, eigene Inline-Hockey-Skates auf den Markt bringen. Marken wie Homeboy oder Timezone haben eine eigene Inline-Textil-Kollektion kreiert und setzen dabei gezielt auf ein bestimmtes Gruppenbewußtsein, das sich auch und speziell in der Kleidung definiert. Selbstverständlich schlägt sich das auch in den zu veranschlagenden Kosten nieder: Neben der Mode ist eine richtige Ausstattung teuer, aber unbedingt zum sicheren und vor allem gesunden Skaten erforderlich. Schutzkleidung ist Pflicht, das machen allein schon gängige Unfall-Statistiken deutlich. Sind 73 Prozent der Blessuren noch Weichteilverletzungen, die hartgesottene Skater unter "Reibungsverluste" abbuchen, können insbesondere Unterarm- oder Handgelenkbrüche zum langwierigen Ärgernis werden. Ist man aber erstmal richtig ausgestattet, ist die Gefahr gering und Fitness- Skaten eine der gesündesten Sportarten schlechthin. "Außerdem macht Skaten Spaß", sagt Stunt-Legende René Hulgren. Und warum er außerdem skatet? "Weil´s viel Spaß macht." #C12 Kleiner Wegweiser #C21 Welchen Skate kaufe ich mir? Was benötige ich außerdem? Wo kann ich skaten und vor allem: Wie? Solche und ähnliche Fragen beantworten gern "Lehrende", also bereits erfahrene Skater und gelegentlich sogar kompetente Verkäufer. Fachzeitschriften (Inline, Inline-Skating, Skate, Blade Attack, Grind) berichten nicht nur über Innovatonen oder Contests, sondern veranschaulichen auch Fahrtechniken und Tricks, bieten Bauanleitungen für Obstacles oder informieren über die grundlegenden technischen Unterschiede (Kugellager, Rollen etc.). Gut 250 bis 300 Markt sind für vernünftiges Material mindestens zu investieren, 100 Mark zusätzlich solltem jedem Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschoner wert sein, der Körper wird´s danken und die Ambulanzen werden entlastet. Ist man endlich ausgerüstet, beginnen leider erst die eigentlichen und oft schmerzhaften Schwierigkeiten. Jeder wird merken, daß die Dinger von selbst rollen, zum Stoppen aber ist diese Erkenntnis reichlich überflüssig und schon gar nicht hilfreich. Genau dazu gibt es Fachliteratur und -videos, die Fahr- und Sturztechniken erläutern und in jedem guten Buchladen erhältlich sind. Fahren lernt man allerdings am besten in der Gruppe, so gibt es natürlich auch Vereine wie die 1. Kasseler Rollsportvereinigung e.V. (Telefon: 0561-25082) oder Hockey-Teams, in denen unterschiedliche Niveaus trainiert werden können. Wer sich sicher und gut genug fühlt, kann schließlich über den D.I.V. (Magdalenenstr. 53, 20148 Hamburg, Telefax: 040-442323) den Deutschen Inline Instructor Schein erwerben, der zum Unterrichten berechtigt. Weitere Informationen hält auch der Deutsche Rollsport Bund bereit: Gaugrafenstr. 36, 60489 Frankfurt, Telefax: 069-7893664. Eine Aufstellung über Schulen und Institutionen, wo man Inline-Skaten lernen kann, enthält das Handbuch "Inline-Skating" von Volker Nagel und Tobis Hatje, erschienen im Sportverlag Berlin. Welche Wege man überhaupt nehmen kann, können Kartenwerke wie "Inline Guide, Recreational & Fitness (Hessen)", Klartext-Verlag, und ansonsten eigene Erkundungstrips am besten zeigen. In diesem Sinne, sk8 on! #Pinsel gadget37:Pinsel/XCentric.IFF mitte