Blizzard 603e+ 200 Mhz/040er Test

Technik die begeistert?

                Lange  hat  es gedauert bis endlich die ersten PPC Karten
                für den Amiga kamen.  Das beinahe "unmögliche" hat phase5
                möglich gemacht und so dem Amiga zu mehr Power verholfen.
                Der  Arme  Anwender  hat  jetzt  die  Wahl  zwischen  den
                verschiedensten  PPC  und 68k Prozessoren.  Welche Lösung
                gerade  die beste ist kann man wirklich nur schwer sagen.
                Der  Preis  spielt  dabei  noch eine entscheidende Rolle.
                Dann  ist  da  noch  die  Frage lohnt es sich jetzt schon
                überhaupt  eine  PPC Karte zu kaufen?  Auch auf die Frage
                werde ich Euch natürlich versuchen eine Antwort zu geben.
      
                Die  erste Lieferung der PPC Karten bei Oberland Computer
                war  schnell  ausverkauft,  so  das ich erstmal über eine
                Woche  auf  die  zweite  Lieferung  warten  mußte.  Davor
                steckte  in meinem Rechner die BlizzardIV mit einem 030er
                Prozessor  und  SCSI.   Das  Trading-Angebot kam aber für
                mich  nicht  in  Frage.   Erstens  wurde  dafür  zu wenig
                geboten  und  zweitens  wollte  ich  meine Karte behalten
                falls die PowerPC Karte nicht so laufen sollte wie man es
                sich  vorstellt.   Inzwischen  bin ich auch sehr froh das
                ich die alte Blizzard behalten habe, aber dazu später.
      
                Die  PowerPC Karte steckt in einer anderen Verpackung als
                z.B.   die  BlizzardIV Karte.  Darin befand sich außerdem
                eine CD-Rom, zwei Disketten und das Handbuch.
      
                Für  das  Handbuch  hat  man  inzwischen auch ein anderes
                Format genommen, so das es etwa doppelt so groß ist.  Das
                Hanbuch ist wie man das von phase5 kennt in zwei Sprachen
                gehalten   -   englisch  und  deutsch.   Alles  ist  sehr
                ausführlich  erklärt,  so  das  bei  einer  Installation
                eigentlich nichts passieren sollte.  Trotzdem vermißt man
                einige  Einzelheiten.   Die A1200 User ohne Tower, werden
                überhaupt nicht darauf aufmerksam gemacht, das es mit dem
                schwachem  Netzeil zu Problemen kommen kann.  Das Problem
                tritt  allerdings  auch  bei  Usern  mit  Tower und einem
                starkem  Netzteil.   Bei  mir  ist  das  z.B.   der Fall.
                Weiterhin   wird  man  in  dem  Handbuch  nicht  darüber
                informiert  wie  man  die  externe SCSI Schnittstelle auf
                eine  Interne  umbauen kann.  Das sind so die wichtigsten
                Kritikpunkte.

Blizzard603+ 38718

Die PowerUP Karte hat genau die gleiche Größe wie die alte Blizzard1230 IV. Die Verarbeitung ist wirklich gut, besonders auffalend ist der große Kühlkörper der auf den PowerPC Prozessor aufgesetzt wurde. Ein Lüfter befindet sich genau auf der anderen Seite. Dem 040er hat man dagegen nichts zum kühlen spendiert. Dieser wird schon nach wenigen Minuten sehr heiß. Besonders User ohne Tower sollten sich hier vielleicht mal par Gedanken arüber machen. Zwar verfügt der 040er über ein Keramik-Gehäuse, doch das nützt dem nicht viel wenn der Prozessor in einem Rechner steckt wo kaum Luftbewegung herrscht. Hier hätte man bei phase5 vielleicht eine andere Lösung wählen sollen. Interessant ist da nur noch der Slot für die Grafikkarte. Was noch fehlt ist natürlich die Karte selbst und die entsprechende Software.

Grafikkarten Slot 40420

Was den SCSI Controller angeht, so werde ich phase5 nie verstehen können. Hier denkt man anscheinend nur an die User ohne Tower und wie man möglichst einfach Geld sparen kann. Schon das Blizzard1230 SCSI hatten eine externen Schnittstelle für die man einen speziellen Adapter z.B. bei MicroniK dazu kaufen mußte. Leider ist diesmal wieder ein anderer Stecker dabei (50 poliger HighDensity Fast SCSI II). Das bedeutet also, das man den alten Adapter von der Blizzard1230 nicht mehr verwenden kann. Hier muß man wieder entweder einen guten Fachhändler suchen der die erforderlichen Adapter hat (Kostenpunkt ca.60-90DM) oder man wartet solange bis von MicroniK ein passender kommt. Solche Fehlbauten sollte man phase5 nicht mehr so einfach verzeihen. Wenn man schon nicht mehr an eine interne Lösung denkt, dann sollte man zumindest bei dem gleichem Stecker wie schon bei den Blizzard Karten bleiben. So macht man sich nämlich beim Anwender nicht gerade beliebt.

BlizzardPPC603+ 53498

Nachdem wir nun endlich die Karte äußerlich betrachtet haben kommen wir nun zu dem nächstem Punkt. Ich habe ganz am Anfang schon die Probleme mit der Stromversorgung angesprochen. So wie es aussieht hat man es bei phase5 nicht mehr rechtzeitig geschafft die Karte mit verschiedenen Rechnern gründlich zu testen. Aus unerklärlichen Gründen will der Rechner bei mir nie beim ersten mal sofort hochfahren. Das würde bedeuten das die Karte einfach zu wenig Strom bekommt. Bei vielen Usern ist das auch der Fall. In meinem MicroniK Tower steckt dagegen ein 200 Watt Netzteil, so müßte die Karte also auch genug Strom bekommen. An manchen Tagen muß ich sogar bis zu 6mal den Rechner einschalten bevor alles läuft. Manchmal läuft zwar die Karte, dann aber nicht die Tastatur. Das Problem kann aber auch woanders liegen und zwar an den ZorroII Slots. Sobald ich näheres dazu erfahre, werde ich Euch das dann mitteilen. Wartet lieber noch mit dem Kuf ab. Meine Versuche von phase5 eine Antwort per E-Mail zu bekommen waren bisher erfolglos. Soviel zu dem angeblich gutem Support. In den nächsten Tagen werde ich es nochmal mit einem Anruf versuchen, anonsten bleibt mir da nur noch bei MicroniK nachzufragen. So kann das zumindest nicht weiter gehen. Erstens macht sowas kein Spaß und zweitens ist das mit Sicherheit nicht gut für den Rechner. Wurde die Karte aber gestartet, so verhält sich diese ganz normal wie schon die Blizzard1230. Der Speicher wird automatisch erkannt, egal welchen Sockel man dafür benutzt. Die PPC software befindet sich im FlashRom, sowie einige andere librarys. Komischerweise wird in dem Handbuch auch die Installation der Software von der Diskette erläutert, so das man als User sich nicht ganz sicher ist, ob das installieren noch erforderlich ist. Im Flashrom befindet sich die Version 45.16 der ppc.library, natürlich Beta. Inzwischen ist schon längst die Version .20 raus und eine Lösung oder auch Hinweis wie man diese in das FlashRom laden kann, gibt es leider noch nicht. Das ist schon wohl der dritte Minuspunkt. Kommen wir aber endlich auch zu den positiven Seiten. Der 040er läuft ganz normal und funktioniert auch so wie eine 040er Turbokarte, nichts außergewöhnliches also. Von dem PowerPC merkt man nichts, solange kein PPC Programm läuft. Auf der mitgeliferten CD-Rom befinden sich einige PowerPC Programme. Leider sind das teilweise nur einfache Tools und kaum ernsthafte Anwendungen. Anwender mit AGA ohne Grafikkarte müssen erstmal CyberAGA installieren, sonst wird man einen Großteil der Programme nicht starten können. Die installation ist einfach und bringt leider keine Vorteile gegenüber dem Original. Es heißt nur das Grafikkartenprogramm endlich auch mit CyberAGA laufen sollten. Das stimmt leider nur teilweise. Viele starten zwar, aber früher oder später treten beim öffnen von Screens Probleme auf. Die mitgelieferten Beispiele liefen dagegen einwandfrei, allerdings auch nicht alle. Überzeugende Leistung brachte das Mandelprogramm Benoit und der MPEG Player IsisPPC. Weiterhin befinden sich noch witere Demos von Programmen wie WildfirePPC, ArtStudio, ElasticDreams, PersonalPaint7, BurnIt und dem Spiel TraumaZero drauf. Denkt bitte aber nicht das jetzt alle Programme auf PowerPC umgesetzt wurden. Bei TraumaZero wird man sich noch eine Weile auf die PowerPC Version gedulden müssen. Sonst sind auf der CD-Rom weitestgehend Tools für Programmierer drauf, darunter auch der freie ANSI C Compiler VBCC. Ein PowerPC Doom-Port ist auch drauf. Die CD-Rom enthält also wirklich wenig interessantes.

Blizzard CD-Rom 13966

Will man dagegen was wirklich sehen so muß man sich im Aminet umschauen. Dort befinden sich so wundervolle Programme wie CandyFactory oder auch der Emulator MamePPC. Wünschenswert wäre ein PPC Descent Port. Von kommerziellen Sachen sind derzeit WildfirePPC, Reflections4.2 PPC, ArtStudio, ElasticDreams, TurboPrint und PictureManager erschienen. Kommerzielle PPC Spiele gibt leider noch nicht. Angekündigt wurden zwar viele, aber es dürfte noch eine weile dauern bis welche kommen. Meistens werden nur kleine Tools umgesetzt von denen der PowerPC kaum profitiert. Der erwartete Anstrum mit PowerPC Software ist also noch nicht da. Dazu kommen noch die gewissen Schwierigkeiten die bei einer Umsetzung auftreten. Es ist für den Programmierer eine harte Arbeit. Dazu kommt es noch das viele Programme kaum von einem PowerPC profitieren, da diese sehr stark auf das AmigaOS angewisen sind. Bei Reflections hat man z.B. nur den Raytracer selbst auf PowerPC umgesetzt. Der Editor läuft weiter mit einem 68k Prozessor. So wird die Berechnung einfach an den Raytracer abgegeben und der kann dann ohne Unterbrechung auf dem PowerPC alles berechnen, sobald alles fertig wird gibt er das Ergebniss an das Programm weiter ab und hier erst tritt wieder der 68k mit AmigaOS ins Spiel. Hätte man den Editor für PowerPC umgesetzt so müßte dieser ständig mittels AmigaOS die Mausposition abfragen und auch noch für die Grafikausgabe sorgen. So gut wie die also aussehen sind die Karten noch lange nicht, die ppc.library hat zusätzlich noch einen langen Weg vor sich, im gegensatz zu Haage&Partners Lösung WarpOS ist diese noch nicht ganz ausgereift. Zusätzlich verwendet diese das von Unix her bekannte ELF Format, welches sehr Amiga Fremd ist. Fazit: Diesmal hat sich phase5 selbst ein Eigentor geschossen und das wirklich gewaltig. Die Karten bringen noch lange nicht das was uns allen versprochen wurde und vorallem was wir erwartet haben. Benchmark Tests kann man nur bedingt glauben schenken. Der PowerPC ist mit Sicherheit sehr leistungsstark, aber in verbindung mit dem AmigaOS das ja mit einem 68k Prozessor läuft kann er nicht überzeugen. Weiterhin ist phase5 Ignoranz gegen anderen Systemen wie WarpOS sehr unverständlich. WarpOS ist nämlich ein offenes System und jeder Turbokartenhersteller kann dafür selber die nötigen Treiber schreiben, ähnlich wie z.B. für AHI. Die Amiga Zukunft wir hier nicht durch Haage&Partner gefährdet sondern alleine durch phase5, die einfach nicht fähig sind mit anderen Firmen zu kooperieren. Das ist schließlich nicht das erste mal, wo man was gegen eine Fremdlösung hat. Inzwischen sind auch viele Firmen nicht mehr so von den PPC Karten überzeugt, das erklärt auch die sehr langsam kommende Software. Ich kann eigentlich jedem User raten erstmal abzuwarten. Diesmal muß die Software-Industrie den ersten Schritt machen und dann die User. Glaubt nicht das die Software erst dann kommt wenn genug Turbokarten verkauft sind. Inzwischen sind schon mehrere Monate vergangen, seitdem die Karten auf dem Markt sind. Schon Monate davor haben viele Firmen die ersten Developer-Boards bekommen und mir kann keiner erzählen das man für Umsetzung von einem Programm mehr als 6 Monate braucht, außer der wurde vollständig in Assembler geschrieben. Weiterhin bereiten die Karten oft noch große Probleme. Besonders was die Kompatibilität mit Grafik- und Musikkarten angeht, so weiß man noch nicht genau wie sich diese hier verhalten. Ich werde diese Entwicklung allerdings weiterverfolgen und Euch dann auf dem Laufenden halten. Wie gesagt - wartet noch mindestens bis zur Computer98 ab. Da wird es sich deutlicher zeigen ob die Karten Flop oder Top sind. Hier folgen nun jetzt einige Werte, die ich bei meinem Test rausbekommen habe und Antworten auf einige Fragen. Wer weiter auf dem Laufenden sein möchte, der sollte dafür die PowerNews Seiten nutzen, dort werden dann immer aktuelle PowerPC News erscheinen und mögliche Lösungsvorschläge veröffentlicht. Möglich sind auch ProgrammierWorkshops für PPC, doch dafür müßte sich jemand melden der diese auch schreibt. Hier der erste Test mit ByteMark. und der ppc.library PPC Test BYTEmark (tm) Native Mode Benchmark ver. 2 (3/95) NUMERIC SORT : Iterations/sec.: 55.584283 Index: 1.436472 STRING SORT : Iterations/sec.: 1.544402 Index: 0.678858 BITFIELD : Iterations/sec.: 18600032.000556 Index: 3.190494 FP EMULATION : Iterations/sec.: 5.907840 Index: 2.840308 FOURIER : Iterations/sec.: 484.366251 Index: 0.548447 ASSIGNMENT : Iterations/sec.: 0.439986 Index: 1.676328 IDEA : Iterations/sec.: 216.433193 Index: 3.311401 HUFFMAN : Iterations/sec.: 108.479827 Index: 3.014585 NEURAL NET : Iterations/sec.: 0.900804 Index: 1.524202 LU DECOMPOSITION : Iterations/sec.: 13.021863 Index: 0.768796 ...done... ===========OVERALL============ INTEGER INDEX: 2.041668 FLOATING-POINT INDEX: 0.862972 (90 MHz Dell Pentium = 1.00) ============================== Hier der Test mit dem 040er der PPC Karte. Hat wirklich sehr lange gedauert, bis er damit fertig war. BYTEmark (tm) Native Mode Benchmark ver. 2 (3/95) NUMERIC SORT : Iterations/sec.: 4.485403 Index: 0.115917 STRING SORT : Iterations/sec.: 0.166748 Index: 0.073295 BITFIELD : Iterations/sec.: 921537.461538 Index: 0.158073 FP EMULATION : Iterations/sec.: 0.495598 Index: 0.238268 FOURIER : Iterations/sec.: 13.280213 Index: 0.015037 ASSIGNMENT : Iterations/sec.: 0.056058 Index: 0.213582 IDEA : Iterations/sec.: 8.847365 Index: 0.135364 HUFFMAN : Iterations/sec.: 4.881071 Index: 0.135642 NEURAL NET : Iterations/sec.: 0.043657 Index: 0.073870 LU DECOMPOSITION : Iterations/sec.: 2.438637 Index: 0.143974 ...done... ===========OVERALL============ INTEGER INDEX: 0.143531 FLOATING-POINT INDEX: 0.054281 (90 MHz Dell Pentium = 1.00) ============================== Folgende Mips Werte liefert SysSpeed PowerPC für WarpOS SysSpeed V2.6 - TestResults ============================ CPU/FPU 040 Results in MioOp/s MIPS 18.07 MFLOPS 6.85 PowerPC Results in MioOp/s MIPS 245.96 MFLOPS 152.26 Hier noch der WarpRace Test für WarpOS. WarpRace V1.1 1997 by Sam Jordan A performance test program for 68K and PPC processors CPU: PPC603E Version of powerpc.library: 14.1 ---------------------------------------- Module: WordWrite V1.0 Result: Memory performance: 32.05 MB/s Module: LongWrite V1.0 Result: Memory performance: 32.03 MB/s Module: ByteWrite V1.0 Result: Memory performance: 15.04 MB/s Module: WordRead V1.0 Result: Memory performance: 40.01 MB/s Module: LongRead V1.0 Result: Memory performance: 49.06 MB/s Module: ByteRead V1.0 Result: Memory performance: 40.04 MB/s Module: WordCopy V1.0 Result: Memory performance: 17.05 MB/s Module: TurboCopy V1.0 Result: Memory performance: 18.03 MB/s Module: LongCopy V1.0 Result: Memory performance: 20.02 MB/s Module: ByteCopy V1.0 Result: Memory performance: 17.02 MB/s Module: PixelOMania V1.0 Short: CPU context switch test program Result: Elapsed time: 20.220141 seconds Module: CallPPC V1.0 Short: CPU context switch test program Result: Average overhead time: 0.948 ms Module: Call68K V1.0 Short: CPU context switch test program Result: Average overhead time: 1.017 ms Module: Landscape V1.0 Result: Elapsed time: 1.065961 seconds Module: CyberMand V1.0 Result: Elapsed time: 0.229595 seconds Module: C2P V1.0 Result: Elapsed time: 19.051 ms

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