Interview mit Tim Corringham

Er und sein Team portieren Opera für Amiga

INTERVIEW


Der Amiga hat inzwischen mehrere gute Browser aber was spricht den dagegen noch einen zu haben? Natürlich nichts und deshalb freuen wir uns das wenigstens eine Aktion erfolgreich ausgegangen ist und wir User die Firma Opera Software für eine Amiga Version von Opera überzeugen konnten. Damit das warten aber nicht so lange erscheint haben wir uns um ein Interview mit dem Programmierer gekümmert der Opera für Amiga umsetzen wird.


  • FT: Bitte erzähl uns doch ein bisschen über Dich selbst und RamJam Consultants Ltd. Was habt Ihr gemacht, bevor Ihr mit Opera Software in Verbindung tratet?

  • TC: Ich bin ein Software Ingenieur mit 17-jähriger Berufserfahrung. Ich habe diverse Positionen bekleidet, meist spezialisiert auf die Entwicklung von Compilern und verwandte Tools. Vor über 5 Jahren gründete ich RamJam Consultants um mich mehr den Sachen zu widmen, die mir Spass machen und um den Verwaltungsaufwand der grossen Firmen, für die ich gearbeitet habe, zu umgehen.
    Ich bin ein begeisterter Amiga-User seit der A500 in England veröffentlicht wurde. Bis zu Commodores Bankrott war ich ein eingetragener Amiga Entwickler. Ich setzte bei RamJam immer noch Amigas ein. Wir haben einen Ethernet-Netzwerk mit 3 A3000er und einen A4000.
    Als wir Ersatzteile für unsere A3000er brauchten, stellten wir fest, dass es nicht einfach war, an diese ranzukommen. Ich war so beeindruckt von dem AmiFAST 3000 ZIP-to-SIMM Adapter, dass ich entschied, RamJam solle den europäischen Vertrieb hierfür übernehmen. Wir verkaufen auch ein paar andere Sachen, aber unser Hauptbetätigungsfeld ist die Softwareentwicklung. Vor ein paar Jahren fingen wir an gute aber nicht mehr weiterentwickelte Amiga Freeware zu "adoptieren" und wir unterstützen Programme wie tcpdl- ein Programm, mit dem man Web-Sites sehr schnell dowloaden kann. Als ich Opera sah, kam mir sofort der Gedanke, dass es eine hervoragende Amiga-Applikation sein würde und wollte unbedingt, dass RamJam die Portierung übernimmt.

  • FT: Wie bist Du mit Opera Software in Verbindung getreten?

  • TC: Anfangs habe ich ihnen einfach eine Email geschickt. Seit dem war ich in Oslo um Gespräche mit ihnen zu führen.

  • FT: Wird Opera Amiga den gleichen Funktionsumfang aufweisen können, wie das Original Opera für Windows (z.B. Realaudio, Javascript, Java(in V4))?

  • TC: Javascript sicherlich. Unser Ziel ist, die Funktionalität von Opera Amiga so nah wie möglich an die Funktionalität von W95 Opera zu bringen, aber es gibt einige Probleme in Bezug auf Lizenzen einiger Sachen, die noch geklärt werden müssen - dies nimmt leider oft mehr Zeit in Anspruch, wie die technische Realisierung. Wir würden sehr gerne V4 portieren, aber wir müssen V3 zuerst fertigstellen.

  • FT: Wird MUI für die Opera GUI benutzt werden?

  • TC:Nein. Die Wahl der Benutzeroberfläche ist etwas, was die Amigagemeinde spaltet. Nicht jeder mag MUI, und es ist auch ein bisschen resourcenhungrig. Die Benutzeroberfläche wird auf GT-Layout basieren, mit einigen speziellen Erweiterungen. Dies stellt einen guten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit, Grösse und Erscheinung dar.

  • FT: Es gibt bereits drei gute Browser für den Amiga. Glaubst Du, dass Opera eine echte Chance auf dem Amigamarkt hat?

  • TC: Ich mag die vorhandenen Amiga-Browser, aber sie weisen Schwachstellen in einigen wichtigen Bereichen auf 1. Stabilität - wenn Du Amigas in deinem Geschäft benutzt, kannst du dir es nicht leisten, dass der Rechner während dem Browsen abstürzt.
    2. Veralteten Funktionsumfang - da die Entwicklungsteams sehr klein sind (oft nur eine Person in seiner Freizeit), gibt es für den vorhandenen Browsern keine Möglichkeit, neue Funktionen so schnell einzubinden, wie sie entstehen.

  • FT: Was bietet Opera, was kein anderer Amiga-Browser bieten kann?

  • TC: Ich glaube das wirklich wichtige ist die Grösse des Entwicklungsteams. Mit einem grossen Team, welches Opera entwickelt und vier Leute, die in ihrer Freizeit Opera auf den Amiga portieren, dürften Neuerungen so schneller ihren Weg zum Amiga finden. Selbstverständlich ist es auch ein Vorteil, dass Opera für eine Anzahl verschiedener Plattformen verfügbar ist, insbesondere für diejenigen, die auch auf andere Plattformen angewiesen sind.

  • FT: Wann wird Opera Amiga veröffentlich?

  • TC: Der offizielle Termin ist Dezember - obgleich der genaue Termin von Opera Software bestimmt wird. Die Project Magic Webseiten werden erneuert , sobald es Neuigkeiten gibt.

  • FT: Wieviel wird Opera für Amiga kosten?

  • TC: Auch dies ist eine Entscheidung, die Opera Software obliegt, aber ich nehme an, dass es zum ungefähr den selben Preis erhältlich sein wird, wie Opera im Augenblick, ungefähr $35.

    FT: Wird es auch ein PPC Version von Opera Amiga geben (z.B. für Bilddekodierung)?

  • TC: Wir würden dies gerne tun, aber wir müssen abwarten, in welcher Richtung die Entwicklung geht. Ausserdem ist die Anzahl der PPC User noch sehr klein (ungefähr 4000 User), deshalb sind wir sehr vorsichtig mit Aufwand, den wir hierfür aufbringen.

  • FT:Wie ist Deine Meinung über die Amiga OS 4.0 Entwicklermaschine? Ist dies eine interessante Perspektive für Dich?

  • TC:Absolut. Obwohl es nur eine Brücke zu dem weitaus aufregenderen Amiga OS 5.0 Rechner ist.

  • FT: Wie ist Deine Meinung zu den Zukunftsplänen von Amiga Inc.? Inwiefern beeinflussen deren Entscheidungen Eure Pläne in Bezug auf zukünftige Entwicklungen für den Amiga?

  • TC:Ich muss zugeben, dass die Ankündigungen auf der WoA nicht die waren, die ich erwartet hatte. Ich denke jedoch, dass AI's Pläne sehr aufregend sind und ich glaube nicht, dass sich alle im klaren darüber sind, welche Auswirkungen die neue Generation von Amigas in 18 Monaten haben könnte. Wir sind jetzt noch entschlossener die Entwicklungen für den Amiga, die wir in dem nächsten Jahr oder zwei vorhaben, voranzutreiben.

  • FT:Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

(Das Interview führte Mat Colton)



Zurück zum Inhalt

Fun Time ©1998