Jeder kennt die HTML-Sprache oder weiß zumindest, wozu es
die gibt: Diese Sprache ermöglich uns, Daten zwischen
verschiedenen Plattformen auzutauschen, ohne daß dabei
irgendwelche "Probleme" auftreten.
Auch wenn die HTML-Sprache jetzt schon weit
fortgeschritten ist, ist es immer noch sehr schwer, damit
perfekte Layouts zu erstellen. Die Firma Adobe kam daher
folgerichtig irgendwann auf die Idee, ein Format namens
PDF (Portable Document Format) zu entwickeln. Dieses
Format hat natürlich sehr viele Ähnlichkeiten mit dem
PostScript-Format; PostScript ist nämlich auch nichts
anderes als eine Seitenbeschreibungs-Sprache, die speziell
für perfekte Druckausgabe benötigt wird.
Wozu soll jetzt aber PDF gut sein? - das werden sich
womöglich viele von euch fragen. Stellt euch also vor,
Ihr habt ein Programm geschrieben und wollt es selber
vermarkten. Für das Programm braucht man jetzt natürlich
eine gedruckte Anleitung, und diese soll möglichst
übersichtlich und professionell aussehen. Das Problem ist
aber, daß euch das nötige Geld für einen ordentlichen
Druck fehlt. Jetzt müßt Ihr nach einem anderen Ausweg
suchen. Die billigste Lösung ist, auf das gedruckte
Handbuch eben zu verzichten und den Kunden dafür eine
entsprechend gut gemachte Anleitung auf die CD-Rom zu
geben.

Jetzt bleibt noch immer die Frage offen: wie soll man
diese Anleitung am besten realisieren? Natürlich kann man
für sowas auch die HTML-Sprache und einen Browser nehmen,
aber viel besser wäre in diesem Fall natürlich PDF.
!!INFO!! - Ich werde ab hier jetzt öfters Mac- und
PC-Programme erwähnen, am häufigsten PageMaker. Wieso?
Das erkläre ich euch zum Schluß.
Ihr habt also alles fertig mit PageMaker layoutet, und
jetzt reicht es schon, das Ganze in das PDF Format
umzuwandeln. Das alles hat den Vorteil, daß man dadurch
nur eine einzige Datei erhält, die schon alle Bilder,
Schriften und sonstiges beinhaltet. Das Umwandeln
geschieht im PageMaker mit Unterstützung von
Hilfsprogrammen automatisch, meistens treten dabei keine
Probleme auf.
Das PDF-Format hat den Vorteil, daß die erstellten Seiten
später auf dem Bildschirm fast genauso aussehen wie die
gedruckten. Der einzige Unterschied ist der, daß man
keine Seiten umblättern muß, sondern einfach zwischen
diesen hin- und herschaltet.
Natürlich hat das alles auch wieder seine Nachteile. Die
Firma Adobe hat nach eigener Darstellung ein
plattformunabhängiges Format geschaffen. Das ist aber
leider falsch. Das spezielle Programm "Acrobat Reader",
welches das Lesen solcher Dokumente erlaubt, existiert nur
für den Macintosh und den PC, für den Amiga hielt man so
etwas wohl zur Zeit nicht für nötig.
Als Amiga-Anwender müßte man jetzt also in die Röhre
schauen, wenn wir da nicht die fleißigen Programmierer
hätten. In der Unix-Welt gibt es nämlich ein Programm,
genannt 'XPDF'. Dieses Programm ermöglicht es, genau
dieses spezielle Format zu lesen.
Wenn es aber etwas erst mal für Unix gibt, dann ist die
Chance, daß man es bald auch für den Amiga bekommt,
bereits riesengroß. Das Programm konnte aber tatsächlich
nur dank der speziellen LibX11-Bibliothek umgesetzt
werden. Wozu diese Bibliothek gut ist, das soll uns hier
erstmal nicht weiter interessieren; Hauptsache, wir haben
das Programm!

Dieses heißt also 'XPDF' und ist erhältlich in Versionen
für verschiedene Prozessoren. Die Installation ist sehr
einfach. Nachdem das Archiv entpackt ist, muß man ein
Assign auf den LibX11 Ordner setzen (Assign LibX11:
Ziel:Verzeichniss). Weiterhin ist unbedingt ein Stack von
20000 erforderlich (Stack 20000). Das wäre eigentlich
schon alles. Starten muß man das Programm aus der Shell,
und es ist schon zufrieden, wenn man nur den Namen der
PDF-Datei nennt; danach wird alles korrekt geladen und
angezeigt.
Die Freude ist groß, wenn man das erste Mal auf dem Amiga
eine PDF-Datei betrachten kann - und das Tollste dabei
ist, daß es kaum einen Qualitätsunterschied gibt zum
Acrobat-Reader. Natürlich ist der Amiga-Anzeiger nicht so
komfortabel, und die Benutzeroberfläche ist einfach
miserabel. Man erkennt also sofort, woher das Programm
stammt. Trotzdem wäre es oft nicht schlecht, wenn man
manches aus der Unix Welt für den Amiga umsetzen würde.
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