Echte 3D Profis

Fachsprache entschlüsselt

              Früher als die ersten Raytracer für den Amiga erschienen
              sind, da war deren Funktionsumfang an Fingern abzählbar.
              Heute   ist   es  wirklich  schwer  geworden  noch  alle
              Funktionen  eines  Raytracers zu nennen.  Inzwischen ist
              das  auch  so  das  die meisten Raytracer egal wie teuer
              oder  billig  die  auch  sind,  die einfachsten und auch
              gleich  oft  die  sehr  aufwendigen Funktionen anbieten.
              Was  damals  nur  Programme über 800DM zu bieten hatten,
              können   schon   Heute  die  für  80DM.   Die  meisten
              Unterscheiden   sich  nur  in  der  Bedienung  oder  der
              Qualität mit der diese Funktionen arbeiten.
    
              Bei  unserer Raytracer Übersicht haben wir uns teilweise
              nur  auf  die  wichtigen  Sachen  konzentriert.  Es wäre
              sinnlos  immer  anzugeben  das  der Raytracer Lensflares
              darstellen  kann,  wo  doch  alle  Amiga Raytracer diese
              Funktion   haben.    Zumindest   die  nach  1996.   Alte
              Klassiker  wie  Sculpt3D,  Silver  oder  auch Caligari24
              haben  zwar  noch  Heute  ihre Reize, aber zu gebrauchen
              sind  diese  nur bedingt.  Einzig und alleine Caligari24
              ist  da  noch  zu  empfehlen.   Es  wird zwar nicht mehr
              weiter entwickelt und es ist auch eigentlich kein echter
              Raytracer  aber der bietet tolle Funktionen und wirklich
              gute Qualität.
    
              Wie  schon am Anfang gesagt, wurden viele der Funktionen
              nicht  in  der Übersicht direkt erklärt.  Das wollen wir
              deswegen  an  dieser  Stelle  nachreichen.   Wir  werden
              versuchen  alles so gut wie möglich zu erklären.  Leider
              sind auch wir keine echte Profis, so das uns da schon an
              manchen   Stellen  kleine  Fehler  oder  Ungenauigkeiten
              passieren können.
    
    
              Polygon-Oberflächen - Oberflächen die aus hunderten oder
              sogar   tausenden   kleinen   vielecken  zusammengesetzt
              werden.   Bei sehr glatten Oberflächen steigt die Anzahl
              der Polygone gewaltig.
    
              Spline-Oberflächen  -  Diese  Art  der  Zusammensetzung
              entspricht  etwa  der  Art  die  wir  von Programmen wie
              DrawStudio  oder  auch  CorelDraw her kennen.  Besonders
              bei  organischen  Flächen greift man auf diese Art gerne
              zurück.    Diese   setzen   sich   dann  aus  kleineren
              Teilflächen  zusammen.   Bei  Programmen  wie DrawStudio
              passiert das alles zweidimensional in Raytracern dagegen
              dreidimensional.   Spline-Flächen  verbrauchen weiterhin
              weniger  Speicher  und lassen sich wirklich in beliebige
              Form einfach biegen.
    
              Prozedurale-Texturen - Prozedurale-Texturen sind für den
              profesionellen  Bereich  von großer Wichtigkeit.  Stellt
              Euch einfach vor Ihr wollt eine Marmorplatte darstellen.
              Jeder  Anwender  denkt  sich  jetzt  hier, das dies ganz
              einfach  mit  einer Marmor Textur möglich ist.  Klar ist
              das  so  schnell  machbar, aber nur solange wie man sich
              die  Marmorplatte  von  oben  anschaut.   Sobald wir die
              Platte  in  der Mitte brechen und schauen wollen wie die
              innere  Struktur  so  ausschaut,  werden  wir  ziemliche
              Probleme  bekommen.   Eine  normale  Bitmap  Textur wird
              einfach  flach  auf  das  Objekt projeziert.  Die Seiten
              sehen   dann  einfach  schrecklich  aus,  das  kann  man
              natürlich mit einigen Tricks verhindern aber es wird nie
              perfekt  sein.   Noch  schlimmer  wird das wenn wir eine
              Animation  erstellen  wollen.   Genau  hier  kommen  die
              Prozedurale-Texturen  dem  Anwender  zur  Hilfe.  Solche
              Texturen  werden  von  dem  Raytracer  selbständig  mit
              errechnet.   Die  Platte  sieht dann nicht nur außen wie
              Marmor   sondern   auch  im  Kern.   Die  meisten  Amiga
              Programme   bieten   diese   Funktion   an   (Tornado3D,
              Reflections4.1, Imagine usw.).
    
              Bump-Maps  - Stellt Euch vor Ihr braucht eine zerkratzte
              Platte   für  irgendeine  Szene.   Es  wäre  ungeheuer
              schwierig  jeden  Kartzer  den  man  dafür  benötigt  zu
              modelieren.   Zusätzlich  würde  die  Szene  unmögliche
              Dimensionen erreichen.  Nicht anders wäre das bei Marmor
              Strukturen  und  ähnlichen Sachen.  Hier greift man dann
              immer  auf  Bump-Maps  zurück.  Dabei handelt es sich um
              eine  einfache  Bilddatei die meistens Grautöne enthält.
              Anhand   dieser  kann  der  Raytracer  ein  Höhenrelief
              erzeugen.  Manchmal kann man bei Marmor Oberflächen auch
              einfach  die  gleiche  Textur  verwenden.   Braucht  man
              dagegen  irgendeine  spezielle Struktur so muß man diese
              mit  einem Malprogramm wie DeluxePaint, Photogenics oder
              auch ArtEffect zeichnen.
    
              Gourad-Shading  -  Hierbei  handelt  es  sich  um  einen
              speziellen  Algorithmus welcher die Objekte (meistens in
              Echtzeit)   glatter   erscheinen   läßt.    Für   alle
              Knotenpunkte  wird  die  exakte  Schattierung berechnet.
              Danach  werden diese mit Farbverläufen ausgemalt.  Diese
              Funktion  findet  meistens bei Darstellungen in Echtzeit
              Anwendung.  Der Raytracer Tornado3D bietet z.B.  so eine
              Darstellungsart.
    
              Bewegungsunschärfe  -  Diese  Funktion wird meistens bei
              Animationen  eingesetzt,  aber  auch für Standbilder ist
              sie    unendbehrlich.    Wenn   wir   eine   möglichst
              photorealistische  Szene  erstellen  wollen, dann müssen
              wir dafür sorgen das diese auch lebendig bleibt.  Schaut
              Euch  mal  Eure  Fotos an.  Diese wirken nicht so steril
              wie manche Raytracing Bilder.  Besonders Anfänger machen
              oft den Fehler und sorgen dafür das die Bilder möglichst
              sauber  sind.   Das  ist  aber  nicht richtig.  Wenn wir
              einen  fallenden  Bleistift  darstellen  wollen, dann mu
              man  als  Zuschauer das auch erkennen können.  Es reicht
              nicht  nur  einfach  das  Bleistift  in  einer fallenden
              Position  darzustellen.  Hier muß noch der verschwommene
              Teil  kommen der die Bewegung signalisiert.  Also greift
              man  hier  auf  Bewegungsunschärfe zurück.  Dabei werden
              einfach   mehrere  zeitlich  aufeinanderfolgende  Bilder
              überlagert.   Bei  Standbildern  ist  es  oft besser für
              sowas  ein  Bildbearbeitungsprogramm  zu benutzen.  Dort
              kann man sowas besser kontrolieren.
    
              Blendenfleck/Lensflares  -  Eine sehr beliebte Funktion,
              natürlich  noch  beliebter bei Anfängern.  Manchmal wird
              einem  beim  anschauen von Bildern einfach schlecht.  Da
              sieht   man   nichts   anderes  drauf  als  irgendwelche
              Licht-Spiegeleffekte.     Tatsächlich   treten   diese
              Linsenfehler  in  der  Natur  sehr  selten  auf.  Man mu
              schon  oft mit Absicht direkt in die Sonne fotografieren
              um  so  ein  Effekt  zu bekommen.  Bevor man also solche
              Effekte  benutzt  sollte man sich auch 100% sicher sein,
              das  diese  dort  in  der Natur natürlich auch auftreten
              würden.   Wie  kommen  die  Effekte  aber zustande?  Das
              einfallende  Licht  wird einfach zwischen den Linsen des
              Objektivs  gespigelt.   Das ist das ganze Geheimnis.  Je
              nach  stärke  der Lichtquelle erscheinen mehrere solcher
              Flecke, oft auch in Form von vielecken.
    
              Bones  -  Diese  Funktion  beherschen  zur Zeit nur sehr
              wenige Amiga Raytracer.  Lightwave und Tornado3D gehören
              schonmal  dazu, bei den anderen ist das aber nocht nicht
              soweit.   Es  handelt sich hierbei um sogenannte Knochen
              die  man vorzugsweise bei >Inverser Kinematik verwendet.
              Die  erzeugten  Objekten  folgen  bei  einer Bewegug den
              Bones.
    
              Environment-Map  - Eine durchaus sehr sinnvolle Funktion
              und  trotzdem  sind noch nicht alle Raytracer mit dieser
              ausgestaatet.    Beispiel:    Wir   haben   ein  Auftrag
              bekommen, ein Logo zu entwerfen.  Der Kunde wünscht sich
              das dieses eine Chromoberfläche bekommt.  Weiterhin soll
              das   Logo  leer  im  Raum  stehen,  ohne  irgendwelcher
              Zusätze.    Theoretisch  ist  das  ganze  sehr  einfach
              machbar,   aber   Ihr   müßt   Euch   vorstellen   das
              Chromoberflächen  nur  wirklich  dann  gut aussehen wenn
              sich  darin  auch  was spiegelt.  Das müssen jetzt keine
              Gegenstände    sein    sondern   einfach   irgndwelche
              verschwommene Linien und ähnliches.  In leerem Raum gibt
              es aber nichts was sich in so einem Logo spiegeln könnte
              und  genau  hier kommen Environment-Maps ins Spiel.  Das
              sind  wiederum einfache Bilddateien, was diese enthalten
              ist  oft  egal.   Bei  Chromoberflächen sollten diese am
              besten  verschwommene  Linien in grauen und blauen Tönen
              beherbergen.
    
              Inverse  Kinematik  -  Diese  Funktion ist enorm wichtig
              wenn  man realistische Animationen von Bewegungsabläufen
              erstellen möchte.  Ein Mensch besteht nunmal aus Knochen
              und   diese  werden  in  einem  Raytracer  mit  Inverser
              Kinematik  nachempfunden.  Bewegt man dann einen Finger,
              so  muß  man nicht mehr die weiteren Objekte gleichzeigt
              bewegen.   Das  alles  geschieht automatisch.  Die Amiga
              Raytracer beherschen zwar diese Funktion aber auch nicht
              alle und nicht so gut.
    
              Metaballs  -  Metaballs sind organisch runde 3D Modelle.
              Diese entstehen natürlich mit Hilfe von Splines.
    
              Partikelsystem  -  Es soll eine Szene mit Regen erstellt
              werden.   Ohne  Partikel  wäre sowas fast schon umöglich
              gewesen,  eigentlich nur unmöglich.  Hier greift man auf
              die      Partikelfunktion     zurück.      Spezielle
              Partikelgeneratoren erzeuugen dann automatisch spezielle
              Effekte  wie Feuer, Schweif und ähnliches.  Der Anwender
              kann  diese  dann  mit  Angaben  zur  Position,  Stärke,
              Geschwindigkeit und anderen Werten beeinflußen.
    
              Tiefenunschärfe   -   Hier  wird  einfach  eine  Kamera
              simuliert.   Wenn man mit einer Fotokamera fotografiert,
              dann richtet man diese meistens auf ein Objekt aus.  Das
              Objekt   erscheint  dann  immer  Scharf  und  alles  was
              dahinter  liegt  womöglich unscharf.  Es ist nicht immer
              einfach   sowas   hinzubekommen,  erlaubt  es  aber  dem
              Anwender  Bilder  mit  Raytracern  zu  erzeugen die dann
              nicht realer sein können.  Besonders für die Wahrnehmung
              der Perspektive ist sowas sehr wichtig.
    
              Volumetrische Lichter - Volumetrisches Licht ist einfach
              eine  Lichtquelle  die  sichtbar  ist.   Wenn  wir  eine
              normale  Lichtquelle  nehmen,  dann  erscheint  das zwar
              Objekt  als  ob  es angeleuchtet wäre aber wir sehen das
              Licht  nicht.   Tagsüber  ist das zwar nicht schlimm, da
              man  sowas  dann  sowieso nicht warnehmen kann, aber bei
              Nachtszenen    unbednigt    erforderlich.    Bei   einer
              Taschenlampe  würde  dann nämlich der Lichtkegel fehlen.
              Diese Funktion hat Tornado3D und Cinema4D, bei Cienema4D
              arbeitet die allerdings noch fehlerhaft.
    
              Das   wäre   also   unsere  kurze  Übersicht  über  die
              wichtigsten  Funktionen.   Achtet  besonders  beim  Kauf
              darauf  das  diese  auch  von  dem Raytracer unterstützt
              werden.    Manchmal   ist   es   besser  par  Mark  mehr
              auszuegeben  und  Qualität  zu  kaufen als sich dann mit
              einem schlechtem Produkt herumzuschlagen.


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