Elastic DreamsDas Programm für die ganze Familie |
Liber später als nie, heißt das Sprichwort. Es war glaube
ich 1996 als ich PowerGoo das erste mal auf der Messe
Computer96 gesehen habe. Dabei handelt es sich natürlich
um ein PC/Mac Programm welches auf der Messe von
irgendeiner Firma präsentiert wurde. Das anwesende
Publikum war damals davon sehr fasziniert und entsprechend
gut verkaufte sich auch das Programm. Ich schenkte dem
Ganzen kaum Beachtung da ich meine kostbare Zeit nicht mit
PC Produkten verplempern wollte.
Heute 1998 haben wir noch immer kein PowerGoo für den Amiga
aber dafür einen perfekten Ersatz. Die Grundidee für
ElasticDreams kam natürlich durch das besagte PC Programm
(dazu mehr im Interview mit dem Programmierer).
Bei PowerGoo war aber nicht der Funktionsumfang
entscheidend sondern die Oberfläche. Diese war nämlich
ganz den Malwerkzeugen nachempfunden mit denen auch jeder
Künstler in Berührung kommt. Das war es was PowerGoo zu
einem der beliebtesten Programmen gemacht hat.
Nicht anders ist das bei der AmigaVersion, auch wir kommen
endlich in den Genuß von solcher Oberflächen. Natürlich
hat auch alles seine Vor- und Nachteile. Doch dazu kommen
wir später.
ElasticDreams erkennt automatisch 50 verschiedene
Grafikformate, speichert dagegen nur 11. Animationen
werden entweder in dem Anim5 oder dem eigenem Format
gespeichert. Direkt vom Programm wird TurboPrint und
ScanQuix unterstützt. So kann man ganz einfach direkt in
ElastDreams scannen oder auch drucken in bester Qualität.
Das Programm arbeitet in 24 Bit. Außer den normalen
Werkzeugen stehen 14 spezielle Effekte bereit: Wellen,
Whirl, rotate, Sculpture, Squeeze, Jitter u.v.m. Einige
der Effekte hätte man sich auch eigentlich sparen können,
da man nur selten bei einem Programm wie ElasticDreams auf
diese zurückgreifen wird.
Elastic-Part
Kommen wir aber zu dem eigentlichm Kern von ElasticDreams.
Es ist ein Programm mit dem man auf eine sehr einfache und
noch auf dem Amiga nicht gesehene Weise Karikaturen
erstellen kann. Dafür wird einfach irgendein Foto einer
Person geladen und schon kann man loslegen. Dafür stehen
dem Anwender Funktionen wie Schmieren, Mischen und Wischen
zur Verfügung. Verändert man was an einem Auge und will
das dies auch gleichzeitig mit dem anderem passiert, so
wählt man gleich die Spiegeln-Funktion an. Die Pinselgröße
läßt sich natürlich auch verändern. Das besondere an dem
ganzen ist es aber, das man daraus auch eine Animation
erstellen kann. Sozusagen Echtzeit-Morphing. Ist alles
wirklich schnell machbar, einzelne Szenen legt man dann auf
den Filmstreifen. Sobald man auf den Play Schalter drückt
wird daraus eine Animation erstellt. Wem das alles immer
noch zu wenig ist, der kann gleich auf die Effekte
zurückgreifen. Diese muß man nur auswählen und über einen
schieber beeinflussen. Die Arbeit mit dem Elastic-Part
macht wirklich Spaß. Damit kann man sehr gut eine
miserable Party auf hochtouren bringen. Sehr sinnvoll ist
es wenn man auch selbst ein Scanner besitzt. Denn erst
dann macht das Programm noch mehr Spaß. Hat man keinen so
bleibt nur noch der Weg zu einer PhotoCD.

Composer-Part
Auch wenn der Composer nur mit wirklich wenigen Funktionen
auskommt, so eignet sich das Werkzeug trotzdem bestens für
Bildkompositionen. Zuerst werden immer zwei Bilder
eingeladen. Von beiden erscheint eine kleine Vorschau in
einem der Fenster. In dem großem Fenster erscheint dagegen
das von uns ausgewählte Bild, hier wird auch die gesamte
Arbeit erledigt. Beide Vorlagen lassen sich natürlich
drehen und spiegeln. Weiterhin markiert man mit einem
Fadenkreuz den Ausschnit welches gerade hineinkopiert
werden soll. Für das kombinieren der Bilder stehen dem
Anwender Funktionen wie Malen, Glätten, Schmieren und
Bewegen zur freien Verfügung. Jeder Schritt läßt sich
jederzeit auch zurücknehmen da man über eine Layer malt.
Sogar Anfänger die noch nie mit sowas zu tun hatten werden
hier ganz schnell zu akzeptablen Ergebnissen kommen. Man
kann das Programm in der Hinsicht wirklich empfehlen.

ElasticDreams und der PowerPC Prozessor
ElasticDreams unterstützt auch schon die PowerPC Karten.
Eigentlich wäre das ein Grund zur Freude, doch leider ist
das hier etwas anderes. Die PPC Version ist bei mir z.B.
überhaupt nicht schneller als die 040er Version. Hier ist
aber nicht der Progrmmierer daran schuld, sondern die
PowerPC Karten. ElasticDreams muß nämlich ständig die
Position der Maus abfragen und dafür sind wieder AmigaOS
Routinen zuständig. Dadurch kann der PowerPC Prozessor
leider seine Power nur bedingt entfalten. Hier hilft
eigentlich mehr eine Grafikkarte als ein PowerPC und das
ist wirklich enttäuschend. Schließlich kauft man sich eine
PowerPC Karte um einen schnelleren Rechner zu haben und das
ist eben nur bei Anwendugen der Fall die kaum auf das
AmigaOS angewiesen sind. Ansonsten läuft ElasticDreams
ganz flot, sogar noch mit einem 030er. Eine FPU sollte man
dann schon allerdings haben, denn so muß man auf die ganzen
Effekte verzichten. Lediglich die Berechnung der Animation
läuft nicht so schnell wie man es erwartet hätte. Hier
will der Programmierer das ganze noch ein wenig optimieren.
ElasticDreams und Grafikkarten
ElasticDreams arbeitet mit einer festen Auflösung von
640x512. Grafikkartenbesitzer müssen deshalb den 640x480
Mode clonen und die Höhe auf 512 erweitern. Das ist
vielleich umständlich, aber anders wäre das einfach nicht
zu lösen. Die feste Auflösung wurde deshalb gewählt, weil
es einfach sehr lange dauern würde wenn man ein Bild
berechnen müßte das statt 320x200 plötzlich 640x640 hätte.
Die nächste Version soll schon aber mit einem ScreenMode
Requester kommen. Diese wird möglicherweise kurz nachdem
die neuen Grafikkarten von phase5 kommen erscheinen.
Fazit:
ElasticDreams ist ein wirklich gutes Produkt und nur mit
ähnlichen Programmen läßt es sich auch die so verwöhnten PC
User für den Amiga überzeugen. Der Funktionsumfang ist für
das Programm ausreichend. Besonders die Unterstützung
sovieler Grafik-Formate ist beachtlich. Schade nur das die
PPC Version nicht das bietet was man von einem PowerPC
Prozessor erwartet hätte. Weiterer Pluspunkt ist auch der
Preis. Besonders Anfängern aber auch erfahrenen Usern kann
man das Programm sehr gut empfehlen. Der Spaß spielt dabei
auch eine sehr wichtige Rolle.
Die Werte beziehen sich natürlich nur auf die
Demoversion!
| Die Box | |
| Preis: 80% | Disks: CD-Rom |
|---|---|
| Bedienung: 90% | Prozessor: 030/FPU Empf.060/PPC |
| Funktion: 80% | Ram: 8Mbyte |
| Dokumentation: 70% | HD: erforderlich |
| Hersteller: MotionStudios | |
| Preis: 149 DM | |
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