Candy FactoryPPCsowas braucht der Amiga |
Wenn Milan Pollé weiter so intensiv an 'Candy Factory' arbeiten
wird, dann werden wir wohl bald wieder ein neues
Bildbearbeitungsprogramm haben. Das ist bis jetzt zwar nur
reines Wunschdenken von mir, aber wer 'Candy Factory' schon
einmal in Aktion gesehen hat, der wird mir sicherlich
zustimmen, daß Milan hier tolle Arbeit geleistet hat!
Die Idee für 'Candy...' wurde geboren, als der Autor ein PlugIn
von Photoshop in Aktion gesehen hatte. Fälschlicherweise nennt
er den Plug-In 'Alien Skin'; das ist aber genau genommen der
Name der Firma, aus der diese Effekt-Serie kommt. Der PlugIn
selbst nennt sich 'Eye Candy'. Jetzt wißt Ihr also auch, woher
dieser Name stammt.

Tatsächlich ist es dem Autor gelungen, die Effekte, die man mit
dem PlugIn erstellen kann, auch am Amiga zu realisieren. Dabei
bietet der PlugIn natürlich noch weit mehr an Effekten als nur
Wasserflecken, Feuer oder Jiggler. Auch sind diese Effekte
dort auf alle Bilder anwendbar, in der Amiga-Version jedoch nur
auf Schwarz-Weiß-Masken (man kann zwar auch normale Bilder
laden, diese werden aber entsprechend umgewandelt, so daß es
eigentlich keinen Sinn macht).
Von Candy Factory ist noch nicht mal die Version 1.0
erschienen, und schon jetzt kann man mit dem Programm geniale
Sachen anstellen!
Stellt Euch einmal vor, Ihr wollt ein Logo für eine Homepage
erstellen, welches über eine Metalloberfläche verfügen soll.
Bisher hatte man dafür nur folgende Möglichkeit: Man war ein
"genialer Künstler" und hat sich sowas so echt wie möglich
selbst gezeichnet, nahm also einen Raytracer zur Hilfe oder ein
Malprogramm, eine entsprechende Textur und komponierte das dann
zusammen.
Mit 'Candy Factory' kann man diese Mühsal glatt vergessen.
Hier wird erstmal nur das Logo mit einem Malprogramm
gezeichnet. Natürlich darf dabei alles nur 2 Farben enthalten;
Hintergrund-Schwarz und Vordergrund-Weiß ist dabei am
einfachsten und sinnvollsten.
Jetzt wird das alles einfach in Candy Factory geladen. Die
Auflösung ist egal; früher war nur eine feste A. erlaubt,
inzwischen sind alle zugelassen, und ein Requester für die
Screen- Auswahl ist auch vorhanden.
Ist das Bild geladen, kann man sich die ganze Sache noch
einfacher machen und ein gespeichertes Project einfach
aufrufen. So wird das Logo automatisch in ein wirklich
profesionelles Meisterwerk umgewandelt. Hat man noch einen
PPC, so dauert die ganze Prozedur auch bei Bildern mit hocher
Auflösung gerade mal 10 Sekunden.
Natürlich würde es mit der Zeit langweilig, immer nur auf
fertige Projekte zurückzugreifen; deshalb kann man diese
Bestandteile alle auch manuell selber erstellen. Dafür stellt
das Programm 6 Funktionen zur Verfügung:
Material
Lightsource
Inner Bevel
DropShadow
Glow
NoiseBump
Mit der Funktion 'Material' können wir den beiden Objekten
(anders ausgedrückt: den 'Farben') - ein bestimmtes Material
zuordnen. Wird etwa eine 2-farbige Grafik geladen, so wird
diese sozusagen als Objekt behandelt.
Wir können nun unabhängig vom Vordergrund den Hintergrund
verändern. Dabei können wir die Schattierungen -metallisch-,
-normal- oder -keine- einstellen. Außerdem steht uns frei,
welche Farbe wir für das Objekt, die Umgebung oder das
Glanzlicht wählen wollen. Zusätzlich kann man dann auch noch
die Schärfe des Glanzlichtes verändern.

'LightSource' hat eine einfache Funktion: hiermit kann man
nämlich Entfernung und Position der Lichtquelle einstellen.
Die Position läßt sich aber auch ganz einfach durch einen
Mausklick im Bild verändern.
Alles das geschieht in Echtzeit, so daß man hiermit geradezu
perfekt arbeiten kann. (In Echtzeit allerdings nur, wenn der
PPC eingeschaltet ist! Mit einem 680XX Prozessor arbeitet
CandyFactory zwar immer noch schnell genug, aber manchmal mu
man hier schon etwas warten).
Das ist z.B. bei der 'Inner-Bevel-Funktion' so. Hier öffnet
sich sogar eine Fortschrittanzeige, und die Berechnung dauert
unheimlich lange (68k Version 3:59 Minuten bei einem 640x512
Bild mit einem Logo in der Mitte, mit PPC 5:37 Sekunden). Ein
gewaltiger Unterschied, oder?
Diese 'Inner-Bevel-Funktion' verpaßt nun unserem Logo hübsch
abgeschrägte Kanten und läßt es so richtig dreidimensional
aussehen.
Mit verschiedenen Parametern lassen sich nun noch Werte für
Höhe, Schräge und Rundung einstellen. Damit lassen sich nun
wirklich phantastische Logos entwerfen! Will man diese dann
noch interessanter gestalten, so läßt sich mit der Funktion
'DropShadow' ein Schattenwurf erstellen. Anders als bei vielen
anderen Programmen ist dieser hier nicht hart, sondern extrem
weich.
Das eigentlich Besondere ist aber, daß man diesen Schatten,
sobald er berechnet ist, ganz nach Lust und Laune verschieben
kann - und das in Echtzeit! Natürlich läßt sich dabei auch die
Farbe des Schattens beliebig ändern.
Doch damit sind wir mit 'CandyFactory' noch nicht am Ende. Es
gibt noch zwei weitere Funktionen, die auch zu den Stärken
dieses hervorragenden Programms zu zählen sind...
Mit der Funktion 'Glow' beginnt das Logo zu glühen. Natürlich
hat man auch hier wieder einige Parameter zur Verfügung, mit
denen man den Effekt beeinflußen kann.
Der letzte Effekt (und wohl einer der wichtigsten!) heißt
'Noise Bump'. Er funktioniert ähnlich, wie man das von den
Raytracern her kennt: das Objekt bekommt einfach eine unebene
Oberfläche. Damit läßt sich z.B. eine Wasser-ähnliche
Oberflächenstruktur erstellen, oder auch rauhes Metall. Dazu
stehen nun vier verschiedene Typen zur Verfügung: Normal,
Fraktal, Turbulenz und FTurbulenz.
Das sind nun alle Effekte die uns das Programm zur Verfügung
stellt. Natürlich sind es nicht gerade viele, aber diese sind
wirklich beeindruckend. Weiterhin zeigt das Programm auch
deutlich, daß man mit den PPC-Karten eben doch mehr anstellen
kann, als viele das bis jetzt vermutet haben.
Die PPC-Unterstützung läßt sich im Programm selbst abschalten;
so kann man die beiden Prozessoren miteinander vergleichen.
Zur Zeit bietet das Programm zwar keine 24-Bit Unterstützung,
für das Designen von Homepages ist das aber auch nicht zwingend
notwendig, und die Qualität der erstellten Logos leidet
darunter kaum.
In zukünftigen Updates wird sich das natürlich ändern. So
sollen künftig zahlreiche neue Effekte hinzugefügt werden. Das
Programm wird dadurch "profesioneller" und hat entschieden mehr
zu bieten.
Interessant wäre übrigens, wenn sich Haage&Partner einmal mit
dem Programmierer von 'çandy Factory' unterhalten würden! Es
wäre doch nicht übel, wenn in Zukunft so etwas auch als PlugIn
für Amiga Programme erscheinen könnte. Dann müßte man sich
nämlich nicht für jeden einzelnen Effekt, den man für
irgendetwas unbedingt benötigt, gleich ein ganzes Programm
besorgen! Doch das ist alles noch Zukunftsmusik.
Fazit:
Jeder sollte sich dieses Programm einmal näher ansehen;
PPC-Karten-Besitzer sowieso, denn man hat ja leider noch keine
große Auswahl zwischen den PPC-Programmen. Auf 68k-Prozessoren
läuft das Programm zwar auch recht schnell, aber PowerPC-Power
ist halt schon etwas anderes...
Es wird als Minimum ein 030er mit FPU empfohlen. AGA oder
Grake und natürlich nicht wenig Ram muß man eigentlich auch
schon haben. Recht sinnvoll läßt sich 'Candy Factory' schon
mit einem 040er nutzen, auch wenn bei manchen Effekten längere
Wartezeiten nicht auszuschließen sind - dafür wird man meistens
mit einem starkem Effekt belohnt.
| Die Box | |
| Preis: 99% | Disks: ---- |
|---|---|
| Bedienung: 90% | Prozessor: 030+FPU Empf. PPC |
| Funktion: 80% | Ram: mindestens 4Mbyte |
| Dokumentation: 70% | HD: erforderlich |
| Hersteller: Milan Pollé | |
| Preis: Freeware | |
|
Milan Pollé Ebbemonde 12 3434KG Nieuwegein Netherlands E-Mail:milan@davilex.nl E-Mail:milan@geocities.com WWWwww.geocities.com/SiliconValley/Way/1038/index.html CandyFactory-Galerieseite auf:members.xoom.com/seed/CF/ |