Was bisher geschah.


     Vor  einigen Monaten ging EsCOM (15 Juli 96) in Konkurs, und
     zog   damit   auch   Amiga  Technologies  mit  sich  in  das
     Schlamassel.  Es dauerte nicht lange und schon glaubten alle
     mit  Viscorp  sei ein neuer Investor gefunden worden der den
     Amiga  wieder ins rechte Licht rücken kann.  Leider war auch
     das   nur   ein   Schlag  ins  Gesicht,  denn  wie  es  sich
     herausstellte  war  Viscorp  selbst nicht fähig das Geld für
     den Kauf von AT.  bereitzustellen und was noch schlimmer war
     ist  die  Tatsache das man mehr die Amiga Technik für eigene
     Zwecke  nutzen  wollte  (SetTopBox)  als den Amiga weiter zu
     entwickeln.

     Zum Glück kam es nie zu dem Geschäft aber um die Zukunft des
     Amiga  mußte  man wieder zittern, der lange konnte die Firma
     die  ja in Konkurs war selbst nicht bestehen.  Eine Zeitlang
     hörte  man  sogar  das  die Firma Eagle mit ein paar anderen
     Investoren  den  Amiga  aufkaufen  wollte,  danach war sogar
     Quikpak an dem Amiga interessiert.
 
     Wir  Amiga  User  wußten  nicht  wie das jetzt mit dem Amiga
     weiter gehen wird.  Doch schon in der Zeit verhandelte Petro
     Tystschenko  unter  strengster Geheimhaltung mit Gateway2000
     über den Kauf von Amiga Technologies.

     Am  12.  März 1997 war es endlich soweit Gateway2000 war der
     neue  Besitzer  von  noch  Amiga  Technologies.  Kurz danach
     wurde Amiga Technologies in Amiga International umbenannt.

     Der  Amiga war wieder da, und auch die Internationale Presse
     war  sehr  verwundert das ausgerechnet ein PC Hersteller den
     Amiga  gekauft  hat.   Ab  dem Zeitpunkt sollte alles besser
     werden.    Petro   T.    versprach  allen  Amiga  User  eine
     glorreiche  Zukunft  welche  man  durch  die  Verteilung von
     Lizenzen  und  bessere Kommunikation zwischen den Amiga Fans
     erreichen wollte.

     Es  dauerte  nicht  lange  und schon kurz nach der Übernahme
     präsentierte    man   die  Firma  MicroniK  als  den  ersten
     Lizenznehmer.  MicroniK entschloß sich seine Infinitiv Tower
     Reihe  inklusive  dem Amiga 1200 zu verkaufen.  Es war keine
     große Sensation, aber der Amiga war ab sofort in einem Tower
     erhältlich.   Der  Preis konnte sich auch noch sehen lassen,
     wenn  man  bedenkt  das  der  Amiga früher soviel ohne Tower
     gekostet hat.

     Kurz  danach  erhielt  auch die Firma Index Information eine
     Lizenz.  Diese entwickelte ein neues Board das kompakter als
     das  des  Amiga  1200  war  und trotzdem mit dem kompatibel.
     Gedacht  wurde  diese  Lösung für Multimedia Anwendungen wie
     Präsentation  in  Museen  und  ähnlichen  Einrichtungen.  An
     einem  Amiga  für  den professionellen Einsatz dachte man in
     der  Zeit  auch schon und in kürze müßte auch dieser endlich
     fertig sein.

     In der Zwischenzeit bekamen einige Firmen wie Randomize oder
     der  ICP Verlag Lizenzen für die Herstellung und Verkauf von
     Werbeartikeln   mit   dem   Amiga  Logo.   Eine  bisher  uns
     unbekannte Firma nämlich Nova Sector erhielt eine Lizenz für
     die  Verwendung  des  Amiga  4000  Boards.   Auf deren Basis
     sollten  sogenannte  Amiga Worksatation entstehen welche mit
     den   PPC  Karten  und  der  neuen  Grafikkarte  von  Phase5
     ausgeliefert  werden.    Gedacht  sind  diese  Lösungen  für
     professionelle 3D Arbeiten mit Programmen wie Lightwave oder
     auch Alladin4D.

     In  der  Zwischenzeit  näherte  man  sich  auch  schon  der
     wichtigsten  Amiga  Messe  allen  bekannt  unter  dem  Namen
     Computer97.   Kurz  davor  gaben Amiga International und die
     Firma  DCE  bekannt  die  Herstellung  neuer  Amiga Modelle.
     Somit  war  der  Amiga5000  und  Amiga6000 geboren.  Das war
     schon  fast  eine Sensation.  Neue Amigas in so kurzer Zeit,
     das  kann  doch  nicht  Wahr  sein.   Leider waren die neuen
     Modelle   nicht  das  was  sich  manche  vorgestellt  haben.
     Eigentlich   waren   das  nur  bessere  Amiga4000,  mit  dem
     Unterschied  das  diese ab Werk mit allem nötigen wie CD-Rom
     Laufwerk, Festplatte usw.  ausgestattet werden.

     Der  Preis  steht noch Heute nicht fest soll aber unter 2000
     DM  liegen und das wäre die Sensation, denn bisher war alles
     was   ungefähr  die  gleiche  Ausstattung  hatte  mindestens
     doppelt soviel.  Doch das ist erstmals egal.  Wichtig ist es
     das  es  in  der  Zwischenzeit Firmen gibt welche langsam an
     neueren  Amiga Modellen arbeiten, und auch was wichtiger ist
     die Produktion sichern.

     Die  Computer97  ist  vorbei, und diese verlief diesmal viel
     besser  als  die  letzte  wo  fast  jeder schon die Hoffnung
     verloren  hat.   Leider brachte die Messe noch nicht all das
     was  sich  manche  erhofft  haben.   Viele der angekündigten
     Programme  konnten noch nicht fertiggestellt werden, und von
     Amiga   International  konnte  man  auch  nichts  besonderes
     erfahren.

     Die  Zukunft  des Amiga ist also für eine längere Zeit schon
     mal  gesichert,  aber  die große Frage bleibt für wie Lange?
     Wir  alle  haben  noch  mit einigen Sorgen zu kämpfen.  Zwar
     wurden   von   Amiga   International   neue   Amiga  Modelle
     angekündigt, aber was das genau für Modelle werden weiß noch
     keiner.  Die erwähnten Preise klingen zwar phantastisch aber
     wer  glaubt  schon das aus einem Amiga der 400DM kosten soll
     was  werden kann, die Profi Version soll zwar 1500 DM kosten
     aber   auch  hier  kann  man  eigentlich  nichts  besonderes
     erwarten.   Die  Frage  nach  dem Prozessor bleibt weiterhin
     ungeklärt.

     Petro  Tystschenko  sprach  zwar von einem gewünschtem 68080
     mit  200 Mhz doch auch er weiß ganz genau das dies unmöglich
     ist,  den  Motorola  hat  die Entwicklung der 68 Prozessoren
     schon vor einigen Jahren gestoppt.

     Im  Sommer  1998  soll  auch schon nach sehr langer Zeit das
     erste  Amiga  OS  Update kommen.  Geplant ist die Einbindung
     der   Internet  Protokolle  und  einige  Verbesserungen  der
     Oberfläche.   Fehler  die  noch in der Version 3.1 auftraten
     sollen natürlich auch behoben werden.  Die neue Amiga OS 4.0
     Version  soll  dann  gegen Weihnachten 98 erscheinen.  Diese
     soll  es  dann  für  mehrere  Platformen geben (Intel, Alpha
     usw.).   Hier  wundere ich mich sehr, denn eigentlich sprach
     Petro nur deswegen von dem 080er Prozessor weil man dann die
     neue Amiga OS Version nicht für PPC umschreiben müßte.

     Was  wir  also wirklich brauchen sind neue Amiga Modelle vor
     allem  aber solche die konkurrenzfähig mit den Produkten der
     PC Welt sind, auch was den Preis angeht.  Nicht zu vergessen
     auch  Werbung  denn ohne dieser wird der Amiga bald ganz von
     der Oberfläche verschwinden.

     Positiv entwickelt sich zur Zeit der Markt der Spiele.  Noch
     nie  wurden soviele und vor allem was die Qualität angeht so
     gute Spiele in den letzten Monaten für den Amiga angekündigt
     wie  jetzt.   Bei  den  Programmen sieht das zwar noch nicht
     ganz  so  toll,  aber  immerhin  konnte man viele Firmen die
     schon den Amiga verlassen wollten noch mal halten.  Auch die
     Firma  NewTek  hat schon angeblich mit dem Amiga großes vor,
     dieser  verdanken  wir auch womöglich das jetzt auch QuikPak
     eine Lizenz für die Herstellung neuer Amiga Modelle bekommen
     wird.   Denkbar  sind  auch Amigas welche so ähnlich wie die
     Silicon   Graphics   Maschinen  für  das  Arbeiten  mit  3D
     Programmen in diesem Fall LightWave eingesetzt werden.

     Es  sieht  also garnicht so schlecht aus wie viele vermuten.
     Das  man jetzt in den wenigen Monaten nicht alles herrichten
     können  wird  was  Commodore  und EsCOM kaputt gemacht haben
     sollte  eigentlich  jedem  klar sein.  Bleibt also bei Euren
     Rechnern  in  paar  Monaten  wird  alles  schon ganz anderes
     aussehen.   Wenn  das  Amiga  Magazin den Weg in die PC Welt
     folgen  will  dann  sollen  die das alleine machen, denn als
     eine feine Art kann ich deren Taktik nicht bezeichnen.

     Noch  ist  der  Amiga nicht verloren und zudem noch frei von
     jeglicher Macht Microsofts.


Zurück zum Inhalt