MYST
Das angeblich erfolgreichste Spiel aller Zeiten ist auch endlich
für den Amiga erschienen. Es hat lange gedauert bis es so weit
war und alles fing mit einer Raubkopie an. Die Aufregung war
groß als plötzlich Myst im Aminet aufgetaucht ist, es dauerte
aber nicht lange bis es sich heraustellte das dies nur eine gut
gemachte illegale Umsetzung war.
Doch wie es der Zufall will, hat auch ClickBoom das ganze
mitbekommen, und verhandelte eine lange Zeit um die Lizenz.
Nachdem alles geklärt wurde, ging man damit an die
Öffentlichkeit. Mehrere Monate hat es dann gedauert bis man
endlich jetzt das fertige Spiel rausbringen konnte.
Das Spiel wird wie man das von ClickBoom schon gewöhnt ist in
einer wunderbaren Verpackung geliefert, überdimensioniert aber
wirklich gut gemacht. Erst wenn man sowas in der Hand hält
kommen die Erinnerungen an die alte Zeit zurück, wo so eine
Verpackung ganz normal war. Doch kommen wir zu dem Spiel, es ist
das einzige was jetzt zählt.

Myst kommt natürlich nur auf CD-Rom, und anders wäre es auch
wegen der über 600 Mbyte an Daten nicht möglich gewesen.
Natürlich wird auch unbedingt eine Festplatte benötigt, denn auf
dieser muß Myst wenigstens 5 Mbyte an Daten installieren. Bei
schnellen Rechnern und CD-Rom Laufwerken ist auch mehr nicht
nötig, wenn man aber beides nicht hat dann sollte man sich für
eine der anderen Installationsmöglichkeiten entscheiden. Man hat
die Wahl zwischen 40 Mbyte (hier werden alle Tondateien
installiert) oder 270 bzw 310 Mbyte (hier werden schon alle
Tondateien und Grafiken installiert).
Auf der CD-Rom selbst befindet sich noch als ein angebliches
Extra ein Film über die Enwicklung von Myst. Wie wir schon
vorher berichtet haben erzählt uns der Film nur die Geschichte
der Mac Version. Bei der PC bzw. Mac Version kann man den Film
nur dann sehen wenn man den bestimmten Cheat kennt, bei der Amiga
Version hat man darauf verzichtet was aber nicht schlimm ist.
Ziemlich enttäuscht werden mit Sicherheit alle Grafikkarten
Besitzer und auch gleichzeitig alle ohne einen AGA Amiga sein,
denn die Cybergraphics Treiber liegen Myst noch nicht bei, da
sich diese zur Zeit der Produktion in einer Beta-Phase befanden.
An die nötigen Treiber kommt man also nur wenn man die
Möglichkeit hat E-Mails zu verschicken oder ins Internet zu
kommen. Es sollte sich also jeder nicht AGA Besitzer mit
Grafikkarte überlegen ob er die ca.90 DM für das Spiel ausgeben
will, wenn er nicht die Möglichkeit hat an die Treiber zu kommen!
Jetzt starten wir endlich das Spiel und verlassen die
Wirklichkeit. Auf unserer Reise in eine andere Welt erfahren wir
was Sache ist. Wir sind über ein Buch namens Myst gestolpert und
haben überhaupt keine Ahnung woher es gekommen ist, wer es
geschrieben hat oder wie alt es ist. So wie wir neugierig sind
machen wir jetzt nichts anderes als das Buch zu lesen, am Ende
des Buches legen wir die Hand auf eine Seite und plötzlich
verschwindet auch schon unsere Welt. Jetzt sitzen wir auf einer
Insel und wissen zuerst nicht mal wie wir dahin gekommen sind.
Was bleibt uns also übrieg als auf eine phantastische
Entdeckungsreise zu gehen.
Es ist immer noch ein Spiel, aber wir selbst merken kaum was
davon und fühlen uns als ob wir da wären in einem anderem
Paralleluniversum. Es ist schwer zu sagen wie man die Insel am
besten beschreiben sollte, alles ist irgendwie abgedreht. Auf
der einen Seite haben wir die wunderschön in einem altmodischem
Stil ausgestatete Bibliothek, aber das Gebäude selbst hat wieder
mehr einen römischen Stil. Es sieht so aus als ob die Insel von
verschiedenen Kulturen besucht wurde, selbst Außerirdische mußten
da auch schon mal gewesen sein denn nur so läßt es sich erklären
woher die ganze sehr interessante Technik stammt. Angeblich
wurde die Insel vor langer Zeit von einer Familie bewohnt, doch
Menschen findet man hier am Anfang kaum welche.
Nun aber hören wir auf mit dem erzählen und sehen uns mal die
Insel genauer an, die ersten Schritte machen wir natürlich in die
Bibliothek, wo wir auch die meisten Informationen finden. Sehr
interessant sind erstmal die vielen Büchern die dort auf uns
warten, doch nur wenige sind noch zu gebrauchen und beschreiben
uns die vier weitere Welten, zu denen wir während des Spiels
Reisen müssen. Es ist die Baum-Welt, Raumschiff-Welt,
Schiff-Welt und Maschinen-Welt. Doch wer glaubt das er so ohne
weiteres gleich eine Reise unternehmen kann, der irrt sich
gewaltig. Zuerst muß man die vielen Rätseln lösen die uns dann
den Weg zu einer der Welt öffnen. Welche Welt wir als erstes
Besuchen ist egal, denn diese sind von sich unabhängig.
Irgendwann nach mehreren Stunden spielen wird man nicht mehr den
Unterschied zwischen der Wirklichkeit und Traum erkennen können,
aber hoffentllich auch schon die eine oder andere Seite aus dem
Buch finden.

Was ist aber das besondere an dem Spiel? Es ist wohl der Traum
jedes einzelnen Menschen irgendwo auf einer Insel allein zu
sitzen und frei von allen sein. Jetzt hat man endlich die
Möglichkeit mit Myst sich diesen Traum zumindest teilweise zu
erfüllen.
Gesteuert wird mit der Maus, in dem man eine kleine Hand in die
Richtung bewegt in die wir auch gehen wollen. Anders als bei
einem 3D Spiel wo die ganze Szene Real aufgebaut wird, bekommt
man hier immer ein Standbild zu sehen. Das hat natürlich den
Vorteil das die vorher berechneten Bilder einfach spitzenmäßig
und Real aussehen. Manche sehen in dem aber auch ein Nachteil
und bezeichnen Myst eher als eine interaktive Slideshow. An
manchen Stellen müssen wir auch verschiedene Schalter anklicken,
verstellen oder auch irgendwelche Hebel in Bewegung setzen. Oft
sind diese Aufgaben sehr schwer zu bewerkstelligen und erfordern
eine geschickte Hand.
Der Sound verfolgt uns die ganze Zeit, je nach Situation ändert
der sich und unterstreicht zusätzlich die Atmosphäre. Musik gibt
es natürlich auch, diese ist oft mehr dramatisch oder aber sehr
beruhigend und irgendwie wunderschön.
Die Grafik selbst nutzt natürlich die vollen 256 Farben die uns
ein AGA Amiga zur Verfügung stellt, mit Grafikkarten sollten es
sogar 24 Bit sein doch wie ich gehört habe sind nur die
Animationen in 24 Bit, denn anders rum könnte man das Spiel nie
auf eine CD-Rom pressen, denn immerhin sind das mehr als 2500
Bilder. Wie ich schon vorher erwähnt habe wurde die Grafik
gerendert, und hier zeigen die Entwickler seine Stärke. Die
Bilder sehen einfach klasse aus, so das man oft sogar von einem
Foto ausgehen könnte. Wie gut die 3D Designer aber in
Wirklichkeit sind, sieht man erst in Riven. Dort ist die Grafik
noch besser. Ob Riven allerdings für Amiga umgesetzt wird hängt
davon ab wie oft sich Myst erstmal verkauft. Die Homepage von
Sunsoft gibt uns Hoffnung, denn dort steht es das eine Amiga
Version nicht ausgeschlossen ist.
Was kann man also abschließend zu der Amiga Umsetung sagen. Die
ist ClickBoom einfach gelungen und auf Grafikkarten ist Myst
sogar besser als auf PlayStation. Zwar kostet die Amiga Version
viel mehr als die für PC oder Mac, aber alls Myst für diese
Platformen rauskamm da war es auch nicht billiger. Es ärgert
mich auch ständig zu hören das Myst alt ist, natürlich ist das
Spiel schon vor Jahren für PC bzw. Mac erschienen, aber die
PlayStation Version kam auch erst 96 raus und dort war keiner der
Meinung das es alt ist. Auf dem Amiga ist es zumindest neu und
nur weil einer den Shapeshifter am laufen oder auch einen PC
gleich neben dem Amiga stehen hat, ist dies kein Argument zu
behaupten das es alt ist. Titanic wurde auch wieder mal neu
verfilmt, und jeder geht hin obwohl man ganz genau weiß das es
tragisch enden wird.
| Die Box |
| Spass: 95% | Disks: 1xCD-Rom |
| Grafik: 98% | Prozessor: 020er besser 030/060er |
| Sound: 90% | Ram: mindestens 8 Mbyte |
| Gesamt: 94% | HD: erforderlich |
| Hersteller: Cyan/SunSoft/ClickBoom |
| Preis: ca.90/100DM |
Bald werden wir auf unserer Homepage die Lösung von Myst
veröffentlichen, bis dahin solltet Ihr aber versuchen alleine
das Spiel zu beenden.
ClickBoom Homepage
www.ClickBoom.com
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