Interview mit Petro Tyschtschenko (Amiga International.)

Kurz vor Weihnachten haben wir noch ein Interview mit
Petro Tyschtschenko geführt. Hier könnt Ihr nachlesen
was wir dabei erfahren haben.
FT: Viele Amiga User ärgern sich darüber das es noch keinen neuen Amiga
oder sogar kein neues Amiga OS gibt. Wir selber sind allerdings
der Meinung das man von Heute auf Morgen nichts bewegendes
entwickeln können wird, und das was in letzter Zeit durch die
Vergabe von Lizenzen erreicht wurde ist für die kurze Zeit
schon erstaunlich. Dennoch möchten wir von Ihnen wissen, wie
die Entwicklung des Amiga OS und der neuen Amigas zur Zeit aussieht?
Petro T. Auch ich ärgere mich darüber, daß es immer noch keine neuen
Amigas und auch noch kein Upgrade für unser OS gibt. Wie Sie
wissen, wurde in USA die Firma Amiga Inc., unter der Leitung
von Jeff Schindler speziell dafür gegründet, nämlich um neue
Produkte zu entwickeln und unser Amiga OS upzugraden. Als
ungeduldiger Mensch und als Aktivist, der alle Lizenzen bis
jetzt abgeschlossen hat, bin ich ärgerlich über die
Entwicklung in USA. Ich glaube jedoch, daß wir zumindest eine
Upgrade für unser OS 3.1 im Sommer 98 erwarten können. Sollte
sich das bis Ende Januar aus den USA keine Weiterentwicklung
anzeigen , so werde ich persönlich - wie schon immer - die
Initiative ergreifen, um unserem Amiga eine Zukunft zu geben.
FT: In den Interviews die Sie schon gegeben haben sprechen Sie oft
über Gateway2000 wie groß doch die Firma ist und wiviele PC's die
schon verkauft haben. Das ist alles schön und gut, nur leider
konnte der Amiga davon noch garnicht profitieren, außer das von denen
das Geld zur Verfügung gestelt wird. Es wäre doch für Gateway2000
nicht weiter schwierig die Software Firmen um die Unterstützung
des Amiga Marktes zu bieten. Was man noch alles mit den 040er
Prozessoren erreichen kann zeigen schon die Macintosh Emulatoren und
mit dem Erscheinen des Amiga5000 würden sich auch genug neue
Kunden dafür finden wenn die Software da wäre.
Petro T. Gateway 2000, Inc, als 100%er Eigentümer von Amiga betrachtet
Amiga als eigenständig und für sich selbst verantwortliche
Einheit. Gateway 2000 ist nicht daran interessiert den Amiga
und den PC miteinander in Verbindung zu bringen. Auf
notwendige Synergien kann natürlich zurückgegriffen werden,
aber Gateway 2000 möchte konkrete Vorschläge vorgelegt
bekommen, wenn es nötig wird neue Investitionen zu tätigen.
FT: Kurz nach der Computer97, war oft von einem Amiga für 400DM
die Rede, der Preis selbst klingt zwar phantastisch, aber
glauben Sie wirklich das man dafür einen Amiga kaufen
können wird mit dem man vernünftig arbeiten kann?
Petro T. In den Märkten Globus und Famila können Sie unseren A1200 für
DM 399, inkl. Mwst. kaufen. Die neue Amiga Serie, die
hoffentlich im Weihnachtsgeschäft 98 auf den Markt kommt, soll
sich zwischen DM 400,-- und DM 2.000,-- bewegen. Ein
Convergenz-Computer zwischen Game Machine und PC.
FT: Der Amiga gerät immer mehr in Vergessenheit. Wir wissen ja das
man noch nichts in der Hand hat für was man wirklich werben könnte,
aber irgendeine Lösung müßte es eigentlich geben, oder? Wenn
für den Amiga wieder geworben wird, wie wird dann das ganze aussehen?
Petro T. Unsere Marketing Strategie heißt z. Z., mit den vorhandenen
Modellen A1200 durch eine Niederpreispolitik neue Amiga Kunden
zu Gewinnen, um den Markt für neue Produkte zu erweitern
(Zubehörgeschäft) und den Software Häusern dadurch Anreiz zu
geben neue Software zu entwickeln. Werbung im klassischen
Sinne wird es erst bei der Einführung neuer Produkte geben.
FT: In letzter Zeit mußten wir oft feststellen das über den Amiga
in der Presse falsch berichtet wurde, oft sogar mehr negativ
als positiv. Wie wollen Sie sowas verhindern oder vielleicht ändern
so das man wieder mehr über den Amiga in der Presse hört und
vor allem positives?
Petro T. Hier bin ich nicht Ihrer Meinung, da viele positive
Pressebeiträge in letzter Zeit zur Veröffentlichung kamen.
Ich persönlich habe ein ausgezeichneten Kontakt zu den Medien
und werde auch im neuen Jahr über gezielte Veröffentlichungen
Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
FT: Können Sie uns sagen was alles 1998 noch kommen soll, vielleicht
den ungefähren Zeitpunkt nennen?
Petro T. Wie ich schon erwähnt habe, soll der neue Amiga ein
Convergenz-Computer sein, der zwischen der Game Machine
(Nintendo, Seaga, Sony) und dem klassischen PC anzusiedeln
ist. Ein Computer für das Wohnzimmer, der am Fernseher
anzuschließen ist und leicht zu bedienen ist. Für jedermann
ausgerichtet auf Entertainment (DVD, Audio, Games und Video)
Kommunikation (Internet, Fax und Telefon) und Computing
(Textverarbeitung, Kalkulationsprogramme und etc)
FT: Wir bedanken uns für das Interview und wünschen für die Zukunft
und das Neue Jahr alles gute.
Petro T. Vielen herzlichen Dank für Ihr Interesse. Ich wünsche allen
Amiga Freaks ein gesundes und glückliches Amiga Jahr 1998
Petro Tyschtschenko
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