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Village Tronic's Picasso IVNicht ganz zu Unrecht preisen Village Tronic ihre neue PicassoIV als "Das einzige Mainboard, das als Grafikkarte verkauft wird" an, und damit dürften sie gar nicht mal so falsch liegen. Die Picasso IV ist wahrlich ein Prachtexemplar einer Grafikkarte. Nicht nur, daß die schön anzusehen ist (ja, es soll tatsächlich Leute geben, die Hardware nach dem Platinen-Layout beurteilen und schätzen!), auch in punkto Leistungsvielfalt kann sie jede andere Karte locker in die Tasche stecken. Aber beginnen wir ganz von vorne, d.h. beim Auspacken: Schon der Aufdruck der Schachtel verheißt Gutes: "Picasso IV - The Multimedia Board for the AMIGA" , "Graphics - Video - TV - Audio". Man drehe die Schachtel und staune weiter: "Die Zukunft beginnt jetzt" - kein Wunder, warum dem nämlich so ist, kann man sogleich folgender Feature-Liste entnehmen:
Der Einbau: Zuerst muß man alle alten Grafiktreiber deaktivieren und alle Standard-Monitor Dateien aus SYS:Devs/Monitors nach SYS:Devs/Storage kopieren, mit Ausnahme der Treiber "PAL" und "NTSC". Der Grund hierfür liegt darin, daß der FlickerFixer nur PAL- und NTSC-Modi flickerfixt, wer z.B. Productivity eingestellt läßt, darf sich nicht wundern, wenn er nachher nur einen schwarzen Bildschirm zu Gesicht bekommt. Nun gut, es ist vollbracht, wir schreiten zum Einbau der Karte! Ganz behutsam nehme ich meine neue PicassoIV in die Hand und drücke sie fest, aber sanft in den Sockel. Und fester. Und noch fester! Nicht gerade einfach, eine Karte voller Baulänge mit über 100 Kontakten in den ZorroII/VideoSlot einrasten zu lassen. Schließlich nahm ich das Daugtherboard heraus, drückte die Karte unter Aufbietung meiner letzten Kräfte in den Slot - Voila! Wieder einmal hat brachiale Gewalt den gewünschten Erfolg beschert! Nun wenden wir uns der mitgelieferten Treiber-Software zu: Picasso96 unterstützt zum jetzigen Zeitpunkt mit Ausnahme mancher alter ZorroII-Karten, die ihren Speicher segmentiert einbinden, alle Grafikkarten! (Anmerkung: Dies betrifft lediglich die Retina ZII). Picasso96 ist voll CGfx 2.xx API-kompatibel, schlecht sieht es jedoch mit Version 3.xx aus, da sich manche Programme (z.B. Isis von Phase5) weigern, einen Screen unter Picasso96 zu öffnen. Ein "Why emulate when you can get the real thing?" - Requester erscheint, naja, als generellen Hinweis würde ich sowas noch durchgehen lassen, aber das "emulate" klingt doch schon sehr nach einem "Seitenhieb" auf Picasso96, und nicht wie eine bloße Mitteilung, man möge doch aktuelle Treiber verwenden. Picasso96 ist angeblich nur deshalb nicht CGfx 3.xx API-kompatibel, weil keine Dokumentation über die CyberGraphX 3.xx API vorliegt. Wie dem auch sei, hier kommt nun endlich die Liste aller Picasso96-Features:
Die Installation: Ich empfehle nun folgende Vorgehensweise: Man benutze zuerst das Installerscript, welches jedoch nicht 100prozentig korrekt arbeitet, da es nicht alle Files installiert, dann kopiere man die fehlenden Files einfach nach. Wenn's fertig ist, sollte es so aussehen:
SYS:Prefs/Picasso96Mode
SYS:Prefs/Picasso96Mode.info
SYS:Classes/DataTypes/picture.datatype
(alten DT umbenennen)
LIBS:Picasso96API.library
LIBS:Picasso96/emulation.library
LIBS:Picasso96/rtg.library
LIBS:Picasso96/PicassoIV.card (wenn PIV benutzt wird)
LIBS:Picasso96/CirrusGD5446.chip (wenn PIV benutzt wird)
DEVS:Picasso96Settings (nicht vergessen, in den Tool-
oder types das File anzugeben! Falls
DEVS:Picasso96/PicassoIV nicht angegeben, dann ist das
Default=Devs:Picasso96Settings)
DEVS:Monitors/PicassoIV (wenn PIV benutzt)
DEVS:Monitors/PicassoIV.info
DEVS:Monitors/Picasso_FlickerFixer (wenn PIV benutzt)
DEVS:Monitors/Picasso_FlickerFixer.info
Als nächstes besorgen wir uns das Softwareupdate von Picasso96 (WWW) und das Concierto-SDK, oder ein anderes Archiv, wo "P4FlashUpdate", "P4Detect" und "Reset" enthalten sind, diese Befehle kopiert man nach C:. Diese Erweiterungen kopiert man am Besten ins Picasso96-Verzeichnis. Dort sollten sich auch alle Tools befinden, sowie PicassoModeTNG. Ein wenig Ordnung machen schadet hier nicht, da die Installation hier ein paar Sachen durcheinanderbringt. Wir geben nun den Befehl P4FlashUpdate ein, wählen nach dem Hochstarten mit ScreenMode unseren gewünschten Modus und ver-stellen ihn dann mit PicassoModeTNG, falls er uns z.B. zu viel flimmert. Danach auf "Standard Konfig speichern" - Exit - Hochstarten. Achtung, wer nicht die neue Version von Picasso96 installiert bzw. das FirmwareUpdate nutzt, der kann die FlickerFixer Einstellungen nicht im FlashROM speichern und es könnten sich Probleme bei der Darstellung von Hintergrundbildern mit dem Programm WBPattern ergeben, nämlich bei JPEG-Dateien. Angeblich soll der Fehler an der rtg.library oder am JPEG-Datatype gelegen sein, was jedoch nicht sein kann, da jetzt, nach dem FlashROM Update, alles tadellos funktioniert. Seltsam, weil damals auch nur die Background-Funktion betroffen war, JPEGs als Fenster-Backrounds oder generell JPEGs in Fenstern auf der WB waren kein Problem. Das waren aber auch schon die einzigen negativen Erfahrungen, die ich mit der Picasso machte. Ansonsten gibt es viel Erfreuliches zu vermelden: So bemerkt man nun kaum einen Unterschied zwischen MUI- und "Nicht-MUI"-Programmen und die Bildschirmausgabe ist derart beschleunigt, daß einem das Arbeiten in 24 Bit auf der Workbench erst so richtig Spaß macht! :-) Und das Bootmenü und die Guru-Meldungen erscheinen nun in beliebig "geflickerfixten" PAL/NTSC-Screens! Außerdem kommt man, indem man beim Booten Shift gedrückt hält, in das PicassoBootmenü, wo man den FlickerFixer und die Erweiterungsboards konfigurieren kann. Und wer einmal falsche Settings für den FlickerFixer gespeichert hat der kann im PicassoMenü per Tastendruck bequem zwischen Standardeinstellung (50 bzw. 60 Hz) und gespeicherten Flickerfixer-Werten umschalten. Zurück zur PicassoIV: Der etwas höhere Preis wird vor allem dadurch gerechtfertigt, daß zum einen eine ganze Menge an Erweiterungen vorhanden sind, zum anderen ist hier der Flickerfixer onBoard, die Einstellungen fuer Bootscreens können im FlashROM gespeichert werden, und ein kleiner Soundselector (Amiga, Ext, CDROM, TV) ist ebenfalls auf der Karte vorhanden! Das rechtfertigt den hohen Preis von ungefähr 700 Mark, denn für andere Grafikkarten muß man sich einen Flickerfixer dazukaufen. Hinzu kommen dann noch Erweiterungsmöglichkeiten wie folgt:
Das Paloma TV Modul ermöglicht Videogucken auf der Workbench, besitzt 2 softwareseitig umschaltbare Eingänge (S-VHS, VHF/UHF Antenne) und zeigt ein absolut flimmerfreies, frei skalierbares und interpoliertes 24Bit-Bild, wodurch der Monitor einen Fernseher ersetzt. Die Daten können natürlich weiterverarbeiet werden. Es wird 2 Versionen der "Paloma" geben (NTSC und PAL) und eigene Programme zum Abspielen der Videos, bzw. Tools für die Bildbearbeitung. Das Pablo-Modul kann nun seinerseits die Workbench auf dem Fernseher darstellen. Letztlich wäre da noch die "Concierto" (16 Bit Tonausgabe in 44,1kHz, 16 Bit Stereo Sampling in 44.1kHz, MIDI-Anschluß (dz. noch in Planung), MIDI-Wavetable Schnittstelle, 20stimmiger FM-Synthesizer) und der Videodecoder (3 Quellen (TV-Tuner, S-VHS, FBAS), Stereo- und 2-Kanal-Decoder, Kabel- und Hyperbandtauglich, Videotext). Abschließend bleibt noch zu sagen: Hat man sich einmal an die Vorteile der PicassoIV gewöhnt, möchte man sie nie mehr missen! Fast alle Programme laufen problemlos auf den Picasso-Screens, eine Ausnahme machte die alte Version von CygnusEd (V3.5), aber nur wenn man die eigenen Scrollingroutinen verwendete. Außerdem haben wir ja bereits die brandneue V4.2 in dieser Ausgabe getestet! PPaint 7.1, IBrowse 1.2, Voyager 2.92 und andere MUI-Programme, Thor 2.5a, ArtEffect, alle liefen sie ohne Probleme auf Picasso96. Eine bittere Pille für jedermann dürfte jedoch die Tatsache sein, daß es noch keine CGfx 3.x - Kompatibilität gibt. In der nächsten Ausgabe wird es ausführlichere Berichte, Hinweise zur Konfiguration und Vergleiche zu anderen Grafikkarten und -treibern geben, sowie einen längeren Bericht über Picasso96 und das PicassoIV-Soundmodul Concierto. |
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Bernhard Lukas ...........
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