[Amiga][Down] [Scene] {}
 
[Spiele] 

| Blade |
 
 

[Cover]
[Editorial]
[Inhalt]
[News]
[Hardware]
[Software]
[Workshop]
[Spiele]
[Special]
[Feedback]
[Etc]


Blade

 
"When echoes fall on twisted night
When shadows burn by firelight
When mountains roar infernal rage
The blade shall flee its holy cage"

Diese poetischen Worte, gewürzt mit stimmungsvoller düsterer Musik und gefolgt von einem netten Titelbild, bringen einen schnell in die richtige Stimmung für eine ausgiebige Rollenspiel-Session. Aber ob die Stimmung bei dem neuen Game "Blade" von "Alive Media Soft" auch lange anhält ...?

Die grafisch hübsche, isometrische Ansicht erinnert ziemlich stark an "UFO - Enemy Unknown", und gewissermassen läuft das Spiel auch ähnlich ab. Man darf vier Recken befehligen, in der Demoversion Magier, Krieger, Elf und Zwerg, jeder natürlich mit seinen Spezialitäten. In der Vollversion darf man aus sieben Berufen seine vier Helden wählen (obige sowie Kleriker, Empath und Dieb), die den Spieler schon zu Beginn vor die Qual der Wahl stellen. Anfangs läuft man durch ein kleines Dorf mit viel Wald, einigen Häuschen und Vogelgezwitscher im Hintergrund, auf der Suche nach... ja, was eigentlich? Die geniale und absolut innovative Story besagt, daß das Böse alles vernichten will, und dieses soll verhindert werden. Es gibt dazu nur einen Weg: ab in die Dungeons und alle Monster killen!

Ähnlich wie bei UFO läuft man also herum, und jeder Schritt und jede Drehung kostet einige der pro Runde jeder Figur zur Verfügung stehenden AP`s (Action Points). In diversen Häusern kann man sich mit Waffen, Tränken und Spruchrollen ausrüsten, sich heilen lassen oder etwa Geld auf die Bank legen. Wenn man aber schließlich die Dungeons betritt, dann erkennt man, worum es in diesem Spiel hauptsächlich geht. Zunächst einmal um schaurige Sprachausgabe ("you descend into the darkness" - diesem Spruch habe ich mir gleich fünfmal hintereinander angehört!). Vor allem aber um Monster, Tränke, Spruchrollen, Brunnen, Altäre, diverse Gegenstände und viel Gold.

Man steuert sich nun also durch die Dungeons und gewinnt wie bei UFO erst durch Erkundung Wissen über das Aussehen des Dungeons. Die Steuerung ist immerhin recht komfortabel und einfach. Um ein Monster zu vermöbeln (kostet sämtliche restlichen AP`s), eine Kiste zu öffnen, etwas aufzusammeln, an einem Altar zu beten oder in einen Brunnen zu schauen, braucht man nämlich lediglich auf das betreffende Feld zu klicken. Die Monster und Feinde bewegen sich selbstverständlich auch, nämlich immer dann, wenn man die Runde beendet hat (au!). Gegenstände werden mit einem einfachen Mausklick benutzt und auch Zaubersprüche sind wahrlich keine Hexerei. Soweit, so angenehm!

Leider entpuppt sich das Spiel aber bald als wenig abwechslungsreich. Die Kisten, Statuen und Altäre bringen lediglich irgendeinen zufälligen Bonus oder Malus auf eine der Fähigkeiten (AP`s, Muscle, Spells, Magic, Mind, Combat, Attack, Defence, Traps) oder auf die Hitpoints. Verschiedene Fallen machen einem das Leben kurz oder werden rechtzeitig entdeckt. Die Sprüche, Rollen und Tränke wirken sich meist wieder nur auf Obiges aus, oder verleihen Unsichtbarkeit und ähnliche Zusatzfähigkeiten. Wenn man einiges an Fundstücken (Edelsteine, Schmuck, ...) beisammen hat, kann man wieder an die frische Luft und die Dinger in einem Geschäft verkaufen, um sich mit dem zusammengekratzten Gold eine bessere Ausrüstung zu besorgen. Allein, es scheint da nicht viel mehr dahinter zu sein als dieses: rennen und erkunden, hauen, sammeln, verkaufen, kaufen, irgendwann mal eine Stufe aufsteigen. Es macht zwar Spaß, aber er kann mit der Zeit auf gewisse Grenzen stoßen. Leider...

Vielleicht sehe ich das aber auch nur so, weil ich es an großen Vorbildern a la "Ambermoon" messe... Egal, fest steht: es ist kein "klassisches" Rollenspiel, sondern wie oben beschrieben auf "Action" beschränkt. Das Teil ist von der Aufmachung her gelungen (gute Grafik und gute FX), die Maussteuerung ist wirklich einfach und komfortabel, und das Spiel bietet einen gewissen Witz. Vielleicht kein Megahit, aber für Freunde des Genres zumindest recht nett. Außerdem kostet es nicht die Welt: nur etwa 300 Alpendollar (bzw. 15 Pfund). ECS- und AGA-Version kommen gemeinsam auf vier Disketten daher und sind natürlich auch auf HD installierbar. Ab OS 2.0 und 1 MB Ram fängt der Spaß an. Also... warum eigentlich nicht? :-)


Wolfgang Lukas ...........


- Blade: by Alive Media Soft
 
[Up] .... {}